Titel: BowlingNights
Autor: Lady Charena
Fandom: House MD
Episode: --
Pairing: House/Wilson, [(House/Stacy + Wilson/Bonnie]
Charaktere: House, Wilson
Rating: slash + het, pg-13, pre-series, pre-Infarction
Beta: T'Len
Archiv: ja

Summe: Mittwochnacht ist Bowlingnacht
Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.
Lyrics: John Farnham „One“



One is the loneliest number that you'll ever do
Two can be as bad as one
It's the loneliest number since the number o-o-one



„Hallo, Bonnie“, sagte Stacy, als die Tür aufging. „Darf James zum Spielen rauskommen?“


Das Lächeln der anderen Frau war freundlich, wirkte aber auch etwas gezwungen. „Er ist noch im Bad.“ Sie sah sich um. „Wo ist Greg?“


„Er wollte lieber im Auto warten.“ Stacy hob die Schultern. „Bonnie, ist alles in Ordnung?“


Bonnie zögerte. Sie warf einen Blick zurück in die Wohnung, dann seufzte sie. „James und ich… wir hatten einen furchtbaren Streit.“


„Das tut mir leid.“ Stacy legte die Hand auf ihren Unterarm. „Wenn du heute lieber nicht ins Kino gehen möchtest, verstehe ich das.“


„Mir ist tatsächlich nicht nach Kino. Aber es gibt da ein neues, französisches Bistro ganz in der Nähe der Bowlingbahn. Sie haben tolles Essen und noch besseren Wein. Stacy, ich muss unbedingt mit jemandem sprechen.“


James erschien hinter ihr und ersparte Stacy eine Antwort. „Hallo, Stacy.“ Er legte einen Arm um Bonnie, die sich jedoch bei seiner Berührung sichtlich versteifte. „Wo ist House? Er drückt sich doch nicht etwa vor einer Niederlage?“


„Hallo, James. Er wartet im Auto. Er sagte irgendetwas von einem Idioten, dem man das Reden im Radio verbieten sollte – und ‚das‘ waren nicht die genauen Worte, die er verwendet hat.“


„Okay. Ich seh‘ mal, ob ich ihn beruhigen kann.“ James küsste seine Frau flüchtig auf die Wange und nahm seine Bowlingtasche in die Hand, dann ging er an den beiden vorbei und auf Gregs Wagen zu, der auf der anderen Straßenseite geparkt war.


„Ich… hole nur rasch meine Handtasche“, murmelte Bonnie und verschwand nach drinnen.


Stacy stand etwas unschlüssig herum. Das versprach ja unterhaltsam zu werden, dachte sie sarkastisch. Der erste Abend seit mehr als zwei Wochen, an denen sie beide nicht arbeiten mussten und Greg bestand darauf, mit James und Bonnie auszugehen, als würde er nicht ohnehin jeden verdammten Mittwoch mit James bowlen gehen, seit er eine Stelle am Princeton General angenommen und mit Bonnie hierher gezogen waren. Sie lächelte Bonnie aufmunternd zu, als die andere Frau zurückkam.


* * *


It's just no good anymore
Since you went away-ay-ay
Now I spend my time
Makin' rhymes of yesterday


„Hey, wir haben noch viel Zeit.“


Ein unwillkürlicher Schauer lief durch seinen Körper, als die Worte von Lippen begleitet wurden, die langsam seine Wirbelsäule entlang glitten. Wilson richtete sich auf. Die Hände links und rechts von seinem Körper auf die Matratze gestemmt, als wäre er gerade im Begriff aufzustehen. Vielleicht um zu fliehen. „Vielleicht… sollten wir anfangen, tatsächlich Mittwochabend bowlen zu gehen.“


„Mir gefällt viel besser, was wir stattdessen tun.“ House schlang einen Arm um seine Mitte und presste sein Gesicht gegen Wilsons Flanke. „Wieso? Wir gehen Freitagvormittag bowlen, da ist viel weniger los.“ Er biss ihn sanft in die Hüfte.


„Bonnie will für eine Zeitlang zu ihrer Mutter ziehen, nur bis sie sich erholt hat. Ihre Schwester ist schwanger, sie kann sich nicht um beide kümmern.“


„Du hast Probleme in deiner Ehe und musst deshalb mir auch den Spaß verderben?“ House rollte sich auf die andere Seite des Bettes und stand auf. Er begann sich anzuziehen.


„Greg…“


„Komm‘ mir nicht mit ‚Greg‘. Ich bin nicht mit dir verheiratet, du musst dich nicht rechtfertigen. Es war uns ja wohl beiden klar, dass dieser Moment kommt. Ehrlich gesagt bin ich erstaunt, dass es so lange gedauert hat.“ Er fuhr sich durch die Haare.


„Ich verstehe nicht, was du meinst.“ Auch Wilson war jetzt auf den Beinen. Er umrundete das Bett und trat hinter House, der sich abgewandt hatte und aus dem Fenster starrte.


Bevor House zufällig diesen Patienten in der Notaufnahme fand, und ihn auf Anhieb richtig diagnostizierte, was dem Mann das Leben rettete, nahmen sie sich ein Zimmer in einem billigen Motel. Vor Stacys Einzug war House‘ Apartment ihr Treffpunkt gewesen. Dank House‘ Patienten gab es diese Wohnung. Sie war nur spärlich eingerichtet, aber sie brauchten nichts außer dem Bett und der Dusche – und sie war noch mindestens sechs Monate unbewohnt.


„Oh, komm‘, Jimmy. Wir kennen uns nicht erst seit gestern. Es ist früher oder manchmal auch später, aber am Ende wirst du jeder Beziehung überdrüssig. Nun, vermutlich war es der Reiz, es mit einem anderen Kerl zu tun, dass es überhaupt so lange gedauert hat, aber es war mir immer klar, dass es nicht ewig dauert.“


„Was soll das? Ich…“ er presste seine Stirn zwischen House‘ Schulterblätter. Ich bin diese Beziehung nicht leid. Ich bin deiner nicht überdrüssig, niemals. Aber ich kann darüber nicht alles verlieren, was ich mir aufgebaut habe. Aber das war es nicht, was er sagte. „Ich glaube, Bonnie hat Verdacht geschöpft. Nicht, dass du es bist, sondern dass es da jemand gibt - jemanden, der… der mir so viel bedeutet, dass sie immer nur die zweite Wahl sein wird. Und du… denkst du nicht auch, dass Stacy verdient hat…“


„Wir reden hier nicht von mir.“ House drehte sich um. „Du willst, dass Schluss ist, damit du zurück zu deinem Mäuschen am Herd und deinen Weibergeschichten gehen kannst, weil es dich kümmert, was andere Leute über dich denken? Okay, bitte.“ Er griff sich sein T-Shirt vom Boden und angelte die Nike unter dem Bett hervor. Dann zog er den Schlüssel aus der Jeanstasche und warf ihn zwischen die zerwühlten Laken. „Vergiss‘ nicht abzusperren.“ Ohne ein weiteres Wort, halb angezogen, stürmte er aus der Wohnung und knallte die Tür hinter sich zu.


Wilson sammelte automatisch das Hemd auf, das House in seiner Eile vergessen hatte, setzte sich auf die Bettkante und presste das Gesicht in die Handflächen.


* * *

'Cause, one is the loneliest number that you'll ever do
One is the loneliest number, when you're lost at two



Stacy sah überrascht auf, als Greg plötzlich an ihrem Tisch stand. „Hey, was ist los? Du bist ja früh zurück. Wo steckt James?“ Sie runzelte leicht die Stirn, als Greg ohne ein Wort nach ihrem Glas griff und es in einem Zug leerte. „Alles in Ordnung?“


„James-wer? Ich kenne niemand, der so heißt.“ Greg fuhr sich durch die ohnehin wirren Haare. „Kommst du? Ich will nach Hause.“


„Okay. Ein Moment.“ Stacy sah ihm nach, wie er sich auf dem Absatz umdrehte und das Bistro verließ. Wo war Gregs Hemd abgeblieben… und sie war sich ziemlich sicher, dass er das T-Shirt mit der Innenseite nach außen trug. Dann wandte sie sich Bonnie zu. „Ich habe keine Ahnung, was das eben zu bedeuten hatte“, sagte sie. „Denkst du, sie haben sich gestritten?“


„James streitet sich nicht, er führt eine Diskussion. Oder reibt dir deine Fehler auf seine subtile Art ins Gesicht.“ Bonnies Stimme war anzumerken, dass sie bereits einige Gläser mehr als Stacy getrunken hatte. „Aber nicht mit Greg… nicht mit Greg… wenn du nicht mit Greg zusammen wärst, würde ich denken…“ Sie brach ab. „Ich glaube, ich habe genug.“


„Bonnie“, begann Stacy zögernd – und zuckte zusammen, als Greg plötzlich am Eingang des Bistros auftauchte und ihren Namen rief… oder eher brüllte. „Ich muss gehen. Kommst du klar?“


Bonnie winkte ab. „Ich warte bis James mich abholt… oder nehme mir ein Taxi. Geh‘ ruhig. Es geht mir gut.“


„Ich rufe dich morgen an.“ Sie nahm ihre Handtasche und ihre Jacke und ging – verfolgt von den Blicken aller Anwesenden.


* * *


'Cause, one is the loneliest number that you'll ever do
One is the loneliest number, when you're lost at two



Greg saß im Wagen und trommelte ungeduldig auf das Lenkrad.


„Musste das sein?“, fragte sie schärfer als beabsichtigt. „Das war eben ein absolut peinlicher Auftritt. Was ist los? Was ist passiert?“


„Wenn ich dir peinlich bin, dann… dann kannst du jederzeit gehen. Du bist nicht…“ Er brach ab.


Stacy biss sich auf die Zunge und schluckte eine ätzende Erwiderung hinunter. Ganz offensichtlich war Greg auf Streit aus. Sie stritten sich heftig und leidenschaftlich und genauso leidenschaftlich und heftig fielen ihre Versöhnungen aus. Aber das hier war etwas anderes. Greg erschien ihr wie ein verwundetes Tier, das sich in einer Höhle verkrochen hatte und jeden attackierte, der ihm zu nahe kam – und sei es, um ihm zu helfen. „Willst du darüber reden?“


„Ich will überhaupt nicht reden. Über nichts.“


Dieses Mal klang er nicht wütend, nur müde. Sie musterte ihn, sein Profil, während er geradeaus starrte, seine Hände so fest um das Lenkrad gelegt, dass die Knöchel hell aus der Haut hervortraten


Als sie Zuhause waren, verschwand Greg stumm ins Bad und sie hörte die Dusche angehen. Stacy beschloss, direkt ins Bett zu gehen. Sie hatte das Licht auf ihrer Seite gelöscht und wartete. Nach einer Weile wurde das Wasser abgedreht und dann hörte sie seine Schritte im Wohnzimmer und in der Küche. Sie hörte das leise Schmatzen, mit dem sich der alte Kühlschrank öffnete – sie versuchte seit Monaten ihn dazu zu überreden, das antike Ding auf den Müll zu werfen, das vom Vormieter stammte, doch Greg beharrte darauf, es zu behalten – dann ein Klirren wie von Glas, das an Glas stieß.


Als Greg endlich ins Bett kam, drehte sie sich auf die andere Seite, zu ihm, um ihn zu küssen. Er wandte den Kopf ab, entzog sich auch ihrem Arm, den sie über seine Brust legte. Drehte sich auf die Seite, so dass er ihr den Rücken zuwandte, dann löschte er das Licht.


Er hatte den Kopf nicht rasch genug abgewandt, dass sie nicht hätte den Alkohol in seinem Atem riechen können.


Es war ein paar Stunden später, als Stacy plötzlich wach wurde, ohne einen festen Grund dafür benennen zu können. Das Bett neben ihr war leer. Sie stand gähnend auf und tappte ins Wohnzimmer, doch auch das war dunkel und niemand zu sehen. Als sie das Licht anknipste und sich umsah, fand sie, dass Gregs Shorts und seine Laufschuhe fehlten. Es war nichts ungewöhnliches, das Greg laufen ging, wenn er nicht schlafen konnte, also knipste sie das Licht wieder aus und kehrte ins Bett zurück.


* * *

'Cause, one is the loneliest number that you'll ever do
One is the loneliest number, when you're lost at two



Bonnie lehnte sich gegen das Kopfende des Bettes und betrachtete James, der neben ihr schlief. Sie zog die Decke höher. James hatte sich entschuldigt, als er ins Bistro kam und sich zu ihr setzte. Er hatte ihre Hand in seinen gehalten und er hatte sie gebeten, dass sie bei ihm blieb. Natürlich verstehe er, wie wichtig es für sie sei, dass sie sich um ihre Mutter kümmere, so lange diese krank sei, aber er brauche sie auch. Es hatte sie überrascht und auch ein wenig gerührt, diese Worte aus seinem Mund zu hören – aber vielleicht war das auch nur der Wein.


Sie versprach, zuerst nur für zwei Wochen zu ihrer Mutter zu fahren und dann, je nachdem wie sich ihr Zustand besserte, wieder nach Hause zu kommen.


James lächelte und küsste ihre Hand und versprach, dass sie das nicht bereuen würde.


Sie fuhren nach Hause und liebten sich und es schien, als wäre nie ein böses Wort zwischen ihnen gefallen.


Jetzt, da er schlief und sie allein mit ihren Gedanken war, fragte sie sich, was vorgefallen war. Irgendetwas war in den zwei Stunden nachdem James und Greg sie am Bistro abgesetzt hatten, passiert.


Sie beschloss, nicht zu fragen. Denn was immer es war, es hatte ihr James zurück gebracht und ihrer Ehe eine neue Chance gegeben. Und das war doch alles, was sie wissen musste.