Titel:                Das Geheimnis einer Nacht *)

Autor:              Lady Charena

Serie:               TOS

Paarung:           m/f

Code:               NC-17, PWP

Archiv:             ja

 

Feedback: LadyCharena@aol.com

Summe: Ein nächtliches ‚Stell-dich-ein’ mit überraschendem Ende...

 

Erstveröffentlichung in der Amok Times Nr. 26, der Clubzeitschrift des ClassiKS-Clubs (http://www.geocities.com/classiks1701/index.html.)

 

 

 

 

 

Disclaimer: Paramount/Viacom gehört Star Trek und alles, was ich mir hier borgte.

Die Story ist mein, "Fanfiction" - ich beabsichtige weder, damit Geld zu verdienen, noch irgendwelche Rechte zu verletzen.

Wer unter 18 ist, bzw. sich am Inhalt dieser Story stören könnte, sieht sich bitte anderswo für passendere Unterhaltung um.

 

 

Das Geheimnis einer Nacht *)

* * * * * * * * * * * * * * *

Lady Charena,  März 2001

 

 

Ein so unlogischer Gedanke – doch die Wände schienen immer enger zusammen zu rücken, wie um sie zu erdrücken. Wieso war es ihr nie zuvor aufgefallen, wie klein diese Kabinen waren?

Nyota Uhura setzte sich auf. Diese Unruhe, die an ihr nagte... war etwas Unbekanntes. Schlaflosigkeit unter normalen Umständen ein Fremdwort. Es war nicht das erste Mal, dass die Pflicht sie trennte, nicht das erste Mal, dass sie in getrennten Kabinen schliefen. Doch es war nicht logisch, die Nacht alleine zu verbringen, wenn keiner von ihnen so schlafen konnte.

 

Entschlossen stand sie auf - um sich völlig unerwartet mit der Frage konfrontiert zu sehen, ob es angemessen war, sich umzukleiden. Welche Kleidung war um diese Uhrzeit erforderlich? Zögernd öffnete sie den Kleiderschrank. Das Schlafgewand wohl eher nicht.

Schließlich entschied sie sich für ein strenggeschnittenes schwarzes Kimono-Kleid, das auf verblüffende Weise einer vulkanischen Robe glich.

 

Er würde die feine Ironie zu schätzen wissen.

 

Sie hielt mitten in der Bewegung inne, als dieser Gedanke aufblitzte, schloss für einen Moment die Augen. Diese... ungewohnte Emotionalität... hing mit der Situation zusammen, in der sie sich befanden, erinnerte sie sich selbst. Doch selbst das Wissen um die Ursache machte das Akzeptieren nicht einfacher.

 

Sie ließ die Haare, wie sie waren, etwas zerzaust von den beiden Stunden, die sie schlaflos im Bett verbrachte hatte - die Perfektion der komplizierten Hochsteckfrisur war das Letzte, was sie heute Nacht zustande bringen würde.

 

Leise verließ sie die Kabine, eilte den Korridor entlang. Es war spät und sie begegnete niemandem.

 

* * *

 

Seine Tür war nicht verschlossen, als sie in den dunklen Raum glitt.

 

Eine Bewegung auf dem Bett. Sie war nicht die einzige, die nicht schlafen konnte. "Ich hatte so gehofft, dass du kommen würdest", meinte er anstelle einer Begrüßung. Das Nachtlicht warf seinen sanften Schein über seine Züge, nur ein Schatten verhüllte den Ausdruck seiner Augen. Sie hatten keine Geheimnisse voreinander, doch heute spürte sie, dass sein Lächeln etwas vor ihr verbergen sollte...

 

Er streckte die Hand nach ihr aus und sie setzte sich etwas steif neben ihn. "Ich kann nicht schlafen, wenn ich dich nicht neben mir spüre", sagte sie leise. Doch Amüsement stand deutlich in ihren dunklen Augen. "Ich weiß natürlich, dass das unlogisch ist. Aber ich vermisse dich."

 

Sulu zog sie in die Arme und sie ließ es zu, lehnte sich sogar in seine Umarmung zurück. Ihr Kopf ruhte an seiner Schulter. "Ausgesprochen unlogisch“, pflichtete er ihr bei. „Aber ich liebe es, wenn du das tust." Er lächelte erneut, beugte den Kopf zu ihr herab, um in ihr Ohr zu flüstern. "Kannst du dir vorstellen, die anderen würden uns so sehen?"

 

Uhura schüttelte den Kopf. Der Funke Heiterkeit, den seine Nähe hervorgerufen hatte, verschwand. "Vielleicht sollte ich wieder gehen", erwiderte sie - plötzlich niedergeschlagen klingend. Und zuckte zusammen, als sie diese auch ihre Worte färben hörte. So viele Gefühle... "Es ist nicht richtig, dass wir ihr Vertrauen so missbrauchen..."

 

Sulu brachte sie mit einem Kuss zum Schweigen. "Geh‘ bitte nicht." Er drückte sie zurück, bis sie nachgab und sich neben ihm ausstreckte. "Ich liebe dich und ich brauche dich bei mir", flüsterte er, als er sie erneut küsste. „Geh‘ jetzt nicht.“ Mit einem leisen Seufzen ergab sie sich in seine Berührung.

 

"Du bist viel zu angespannt", meinte er nach einem Moment. "Ich werde dich massieren. Das wirkt immer. Dreh' dich auf den Bauch."

 

* * *

 

Nach einer Weile fühlte er, wie sie sich unter seinen Händen zu entspannen begann. Ihre Haut war so... kühl und weich. Lächelnd beugte er sich vor, strich die losen Haarsträhnen auseinander und biss sie sanft in den Nacken. Ein Schauer glitt durch die schlanke Gestalt.

 

Einem plötzlichen Gedanken folgend, meinte er: "Weißt du, ich frage mich, wie es wäre, wenn wir... hier und jetzt..." Er ließ den Satz ausklingen und knabberte dafür suggestiv an ihrem Ohrläppchen. Seine Zungenspitze ertastete winzige Vertiefungen für die Ohrringe.

 

"Das meinst du doch nicht ernst?" Dieser eher untypische Kommentar brachte ihn erneut zum Lächeln.

 

Sie drehte sich unter ihm um und sah ihn an. "Wir können doch nicht hier..." Ihr Blick glitt durch Sulus Kabine. "... und so..."

 

Ein Finger auf ihren Lippen hieß sie schweigen. "Betrachte es doch einfach als ein Experiment", schlug er vor. „Hast du dich noch nie gefragt, wie es wäre, eine...“

 

„Nein, das habe ich noch nie“, unterbrach sie ihn. Sie runzelte die Stirn. "Das kann ich nicht. Du weißt, dass ich solche Experimente nicht... mag." Das letzte Wort klang unsicher.

 

Doch sie sagte nicht nein... Und als er sie küsste, wich sie nicht zurück. Langsam strichen seine Finger von ihrer Wange, den Hals entlang, den Puls unter der weichen Haut ertastend. Als er seine Fingerspitzen über ihre Brust spielen ließ, zeigte sie keine Anzeichen von Widerstand, sondern wölbte sich seiner Berührung leicht entgegen. Er sah die Überraschung auf ihrem Gesicht.

 

"Lass' mich dich lieben. Gib' mir etwas, an dem ich mich festhalten kann...", flüsterte er, dicht an ihren Lippen. "Damit wir diesen Wahnsinn vergessen können. Zumindest für einige Zeit."

 

Sie sah ihn lange an. Dann nickte sie und ein Lächeln krümmte ihre vollen Lippen. Seine Fingerspitzen strichen es ungläubig nach. „Du lächelst?“, meinte er leise. „Du solltest das öfters tun.“ Dann beugte er sich vor, um sie zu küssen.

 

Im gleichen Moment legte sie die Hände um sein Gesicht, hielt ihn zurück. „Kannst du es wirklich?“, fragte sie leise. „Vergessen, wer wir sind?“

 

„Ich kann es nicht versprechen.“ Er strich ihr eine Haarsträhne aus dem ungewohnt offenen Gesicht zurück. Zweifel, Sorge, Unsicherheit – er konnte jedes Gefühl so deutlich lesen, als wäre es ihr in großen roten Buchstaben auf die Stirn geschrieben. Und Liebe, in diesen wunderschönen, dunklen Augen – so vertraut... „Ich möchte es gerne. Alles vergessen - nur für diese eine Nacht. Die Angst...“

 

Das war es also gewesen, was er vor ihr verborgen hatte. Er war nie ein Mann gewesen, der es zeigte, Angst zu empfinden. Ihre Finger glitten in sein Haar, beugten seinen Kopf herunter, bis sich ihre Lippen fanden. „Dann liebe mich“, sagte sie leise. „Mach’ mich vergessen...“

 

Seine Hände zitterten, als er ihr Kleid öffnete, als er seine Kleidung abstreifte. Und als er zu ihr ins Bett zurückkehrte, umschloss sie seine Finger mit ihren, die zwar schmaler und zarte wirkten, doch ihn überraschend fest hielten.

 

* * *

 

Ihre Reaktionen auf seine Liebkosungen waren teilweise vertraut und teilweise befremdlich verschieden. Ihre Wirkung auf ihn war anders. Selbst mit all seiner Erfahrung war es ihm unmöglich zu sagen, was sie empfand... Sie bewegte sich unruhig unter ihm.

 

* * *

 

So empfindsam... ihr Körper. Jede Berührung seiner Lippen schien auf ihrer Haut zu brennen. Als sein Mund eine Brustwarze fand, schnappte sie überrascht nach Luft – und hörte sein amüsiertes Lachen.

 

Sie ließ ihre Hände über seinen Körper streifen, tastend, suchend, um jeden Zentimeter von ihm kennen zu lernen und keinen unberührt zu lassen. Ihre Fingernägel und Zähne hinterließen Spuren auf seiner Haut, doch sie störten sich nicht daran.

 

Als er sich aufsetzte, ließ sie ihn nur ungern aus ihren Armen.

 

„Es ist seltsam“, meinte er. „Ich hatte so viele Frauen vor dir. Aber plötzlich ist mir, als wäre es das erste Mal...“ Dann schüttelte er den Kopf und lächelte. Er beugte sich zu ihr hinab, um sie erneut zu küssen und ließ seine Hand zwischen ihre Beine gleiten.

 

* * *

 

Sie hatte den Kopf zurückgeworfen, ihr Gesicht war verzerrt und eine feine Schweißschicht glitzerte auf ihrer Stirn. Ihr Körper spannte sich wie eine Bogensehne, die langen Beine zitterten und sie presste sich ihm entgegen, als er langsam, beinahe nachdenklich, seine Hand über sie gleiten ließ. Als seine Fingerspitzen das lockige Haar ihrer Scham berührten, hielt er inne.

 

„Soll ich aufhören?“, fragte er leise.

 

Langsam öffneten sich ihre Lider und sie suchte seinen Blick. Als sie wortlos die Arme ausstreckte, kam er ohne Zögern in ihre Umarmung. Ihre Körper schmiegten sich aneinander, fanden einander wie zwei Puzzleteile, die zueinander gehörten. Als sie die Hände um sein Gesicht legte, erstarrte er über ihr.

Ihre Fingerspitzen preßten sich für einen Moment an seine Schläfen und er erwartete... nichts, schob diesen Gedanken zur Seite und stürzte sich kopflos, haltlos in einen neuen Kuß.

 

Ihre Zähne gruben sich in seine Unterlippe, als er in sie eindrang.

 

* * *

 

Als es vorbei war, lagen sie lange eng aneinandergeschmiegt, doch jeder in eigene Gedanken verloren.

 

„Warum bist du heute Nacht wirklich hergekommen? Nur, weil du ohne mich nicht schlafen kannst? Wir waren schon so viele Nächte getrennt.“

 

Sie schüttelte den Kopf, doch ohne ihn anzusehen, drehte sich auf die Seite, das Gesicht von ihm abgewandt. „Der Körper beherrscht den Geist“, sagte sie leise und es klang wie ein Zitat. „Das wurde mir gelehrt. Mein Geist beherrscht meinen Körper. Alles körperliche ist daher unwichtig. Doch jetzt erfahre ich zum ersten Mal... wie abhängig in Wirklichkeit mein Geist von meinem Körper ist. Ich empfange eine Unmenge von... Stimuli, die ich nicht verarbeiten kann. Dieser Körper reagiert so völlig anders.“ Sie wurde still.

 

„Wie fühlst du dich?“

 

Sie drehte sich zurück auf den Rücken, doch sie antwortete mit einer Gegenfrage. „Wie fühlst du dich?“

 

Er sah sie einen Moment lang prüfend an. „Zumindest ist es ein menschlicher, männlicher Körper“, meinte er leise. „Jünger, als ich es gewohnt bin, flexibler. Aber nicht zu verschieden. Sulu hält seinen Körper gut in Form.“

 

„Jim...“

 

Er wandte den Blick ab. „Ich weiß... das ist nicht die Antwort, die du wolltest. Ich kann es nicht erklären.“ Er zog ihre Hand an die Lippen. „Aber ich kann nicht einmal erahnen, wie du dich in Uhuras Körper fühlen mußt.“ Selbst ein Kopfschütteln erinnerte ihn daran, daß es nicht sein Kopf war...

 

„Alles in Ordnung?“, fragte er schließlich leise. Er beugte sich über sie, strich das Haar aus ihrem Gesicht zurück, um in Uhuras attraktiven, weiblichen Zügen nach seinem ernsten Geliebten zu suchen.

 

„War es ein Fehler?“ Ihre Stimme war so leise, dass er zunächst nicht sicher war, ob er sie wirklich hatte sprechen hören, oder es nur sich nur einbildete.

 

„Ich weiß es nicht“, entgegnete er. „Ich weiß es nicht...“

 

Sie sah ihn an.

 

„Aber ich bereue es nicht“, fuhr er leise fort. „Ich liebe dich, Spock. Egal in welcher Form, in welchem Körper.“

 

Er hob ‚ihre‘ Hand, die so klein und schmal war - im Gegensatz zu seiner - und strich über Jims Gesicht. „Ich weiß, t’hy’la.“ Legte zwei Finger auf die kühlen Lippen seines Menschen und stoppte, was immer er auch noch sagen wollte. „Es ist, wie es ist. Kaiidth.“

 

* * *

 

„Wie soll ich Sulu erklären, was ich mit seinem Körper gemacht habe?“, meinte er einige Zeit später und betastete vorsichtig einen tiefen Kratzer, den Uhuras Fingernägel auf ‚seiner‘ Schulter hinterlassen hatten.

 

„Da es wohl außer Frage steht, die Wahrheit zu sagen...“, Spock sah ihn an, doch Jim schüttelte den Kopf, „... schlage ich für morgen früh zuerst einen Besuch bei Doktor McCoy vor.“

 

„Hmmh... du hast wohl recht...“ Jim küsste seinen Partner. „Du klingst schon wieder ganz wie der Spock, den ich kenne... Geht es dir gut?“ Obwohl er betont gleichmütig klang, konnte der Vulkanier die Sorge hinter dieser Frage hören.

 

„Ich werde es sehr begrüßen, meinen eigenen Körper zurückzuerlangen“, Spock klang nachdenklich.

 

„Ja.“ Es war das einzige, was Jim in dieser Nacht noch sprach. Er bettete den Kopf an ‚ihre‘ Brust, lauschte dem leisen Schlagen ‚ihres‘ Herzens, das sich am falschen Ort befand... Spock flocht eine Hand in das dunkle Haar seines Geliebten, kürzer und dicker als gewohnt, doch die Gedanken, die er darunter erahnen konnte, waren von beruhigender Vertrautheit.

 

Und als er endlich kam, war ihr Schlaf tief und traumlos.

 

Ende

 

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*) Die hier geschilderten Ereignisse beziehen sich auf einen Roman von Alan Dean Foster / Die letzte Mission. Durch einen Transporterunfall landen die Persönlichkeiten von Captain Kirk und Mister Spock in den Körpern von Leutnant Sulu und Leutnant Uhura – umgekehrt befindet sich dann natürlich die Persönlichkeit von Uhura in Spocks und von Sulu in Jims Körper. Um ihre gegenwärtige diplomatische Mission nicht zu gefährden, übernimmt tagsüber jeder die Aufgaben des eigentlichen Besitzers des Körpers, was zum Beispiel bedeutet, dass Uhura in Kirks Körper als Captain agiert.

Doch über die Nächte wurde leider nichts berichtet... und genau hier setzt meine kleine Story an...

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