Titel: Ein ganz besonderes Gefängnis

Autor: Myra

Fandom: Star Trek

Typ/Kategorie: ST TOS, K/S

Rating: NC-17,

Charaktere: Alle Personen sind dem Film entnommen.

Zusammenfassung: Gem, Kirk und Spock werden von den Vianern geprüft.

BD/SM implied.

Disclaimer: Alle Charaktere und sämtliche Rechte gehören Paramount.

Beta: LC, REV

 

 


Ein ganz besonderes Gefängnis - im höchsten Bogen des Himmels leuchten die Sterne umso heller.

 

Prolog

 

 (The Empath / Der Plan der Vianer)

 

„Es geht um Gem. Nur um Gem. Ihre Fähigkeit zur Empathie! Und um ihren Heimatplaneten Minara!“

 

Die Stimme erzeugte ein sphärisches Echo und verhallte in einer Höhle, deren Ausmaße im Dunkeln blieben.

 

„Wir müssen wissen, wie weit sie geht - ob sie bereit ist, Fremde sterben zu lassen, oder ob sie sich opfert. Wieweit ihr Mitgefühl geht. Aber diese anderen Rassen sind ohne Bedeutung für uns!“

 

„Du irrst dich, Thann. Du weißt, es gilt das Dunkle und Vage an das Licht zu bringen, bevor wir zu einer Entscheidung kommen. Es reicht jetzt nicht mehr aus, nur Gem zu prüfen. Wir müssen auch wissen, was diese Menschen in sich tragen. Siehst du nicht, dass es eine einmalige Chance ist? Wir müssen möglichst viele Aspekte dieser Angelegenheit erforschen. Und auch zukünftige Entwicklungen mit einbeziehen.“ In der Antwort spiegelten sich keinerlei Emotionen.

 

„Ich stelle deine Motive infrage, Lal. Du neigst dazu, persönliche Neigungen nicht von deiner Aufgabe trennen zu können. Du liebst das Böse.“ Thann teilte seinen langen, silberblau schimmernden Umhang und zeigte mit gekrümmten Zeigefinger anklagend auf seinen Begleiter.

 

„Und du hast deinen Standpunkt verloren, Thann. Du und ich - wir sind beide für diese Aufgabe erwählt worden. Und das nicht ohne Grund. Öffne deine Augen und sieh. Damit wir beide lernen und letztendlich die richtigen Schlüsse ziehen können. Aber wir werden ihnen ein Tor öffnen.“

   

„So sei es denn, Lal. Es soll beginnen.“


 

 

Der erste Teil

 

 

„Obwohl du für das besonders schwere Verbrechen des Landesverrats verurteilt worden bist, hattest du verdammtes Glück in diese, für liberale Ansichten bekannte Anstalt zu kommen.“

 

Direktor James lehnte sich in seinen drehbaren Chefsessel zurück und taxierte prüfend den neu eingetroffenen Gefangenen.

„Ist dir das überhaupt klar, Vulkanier?“, hakte er mit genau kalkuliertem, scharfem Ton nach.

 

Er trug sein gelbes Hemd wie üblich etwas aufgeknöpft. Seine Lederhose und dunkle Schaftstiefel betonten zusätzlich den maskulinen Eindruck, auf den er sehr viel Wert legte. Es ging um Einschüchterung.

 

"Bring ihn näher", ordnete er an. "Wir wollen doch mal sehen, was uns da ins Haus geflattert ist."

 

Gem, seine Lieblingswärterin - eine zart gebaute Frau mit kurzen, schwarzen Haaren - führte den Neuankömmling an einer Sicherheitsleine um den pompösen Schreibtisch direkt vor James Stuhl. Scheinbar gelangweilt drehte sich der Direktor näher zu dem Delinquenten.

 

Es war ein Mann, der ihm vom Äußeren her auf Anhieb gefiel, hochgewachsen und dunkelhaarig. Dennoch interessierte ihn vor allem die offensichtliche Tatsache, dass es sich um einen Vulkanier handelte. Er hatte es schon in den Einlieferungspapieren gelesen und sich wie elektrisiert den Mann so-fort zur Vorführung bestellt. James hatte eine ausgeprägte Vorliebe für ästhetisch ansprechende Außerirdische, wenn er auch nicht genau wusste, woran das lag. Sie befriedigten eine Sehnsucht in ihm nach etwas, dass er nicht näher benennen konnte.

 

Dann fiel sein Blick auf die geduldig wartende Gem. Auch sie stammte von einem anderen Planeten. Er hatte sie vor Jahren aus einem Bordellbetrieb, der sich auf die besonderen Wünsche seiner Kundschaft spezialisiert hatte, ausgelöst und ihr hier eine Anstellung gegeben. Ihre Schönheit, gepaart mit einer grausamen Ader, hatte ihn damals gereizt, aber noch mehr ihre totale Ergebenheit. Und ... sie war stumm.

 

Aber heute störte ihre Anwesenheit ihn.

 

Auf einen kurzen Wink hin verabschiedete sich die Wärterin mit einem betont devoten Nicken und verließ unauffällig mit hypermodernen, technischen Sicherheitsanlagen und Großbildschirmen eingerichteten Raum.

 

Gem biss sich schmerzhaft auf die Unterlippe, als sie vom Trakt des Direktors zu ihrer eigentlichen Arbeit in das Haupthaus zurückkehrte. In der Regel ließ James sie bei der ersten Inspektion der Neuankömmlinge immer dabei sein. Denn sie war schließlich seine Favoritin. Aber heute war irgendetwas anders gewesen und Gem beschlich ein ungutes Gefühl.

 

Bei ihren schnellen Schritten durch den mit futuristischen Mustern gekachelten und gut ausgeleuchteten Gang, wehte hauchdünne, violette Spitze um ihren ansonsten nur noch mit einem hautengen, blauen Anzug bekleideten Körper. Der erste Insasse, der ihr heute in die Quere kam, würde ihre Frustration schmerzhaft zu spüren bekommen.

 

„Du heißt also Spock und bist von Vulkan?“ James zog an der Leine, die zum Halsband des Gefangenen führte und zwang ihn so, noch näher an seinen Stuhl heran. Der unbekannte Geruch und die etwas andere Tönung der Haut nahmen James Sinne gefangen. Der Mann besaß eine extrem exotische Ausstrahlung und war definitiv sein Typ.

 

„Das ist richtig“, kam zögernd die Antwort.

 

Der Vulkanier trug eine helle, kurze Weste mit einem ziselierten J als Symbol für die Einrichtung und eine hüfthohe, dunkle Hose zu flachen, einfachen Schuhen. Ein weiches, aber unzerreißbares Lederband schmiegte sich breit über den Hals des Gefangenen. Die Leine hing eingehakt vorne an einem Metallring.

 

Er war natürlich nur ein neuer Gefangener, der - wie alle anderen, die ihm aus irgendeinem Grund mal aufgefallen waren - auch seinen persönlichen Wünschen zu gehorchen hatte, dachte James. Ein Spielzeug. Nicht mehr.

 

Er liebte es, attraktive, männliche Gefangenen zu unterwerfen, genoss die Macht, die er dabei über sie ausübte. Meistens verlor er aber schnell wieder das Interesse an ihnen. In der Regel konnten die Gefangenen aber davon profitieren, wenn sie sich gut anstellten. Gewissermaßen ein Geschäft für beide Seiten.

 

Der Mann hatte sich die ganze Zeit über nicht bewegt, blickte ihm nur gerade in die Augen und James hatte kurz das unangenehme Gefühl von dem Gefangenen taxiert zu werden. Dass es etwas Besonderes mit ihm auf sich hatte, war fast mit Händen zu greifen.

 

Er kam also von Vulkan, überlegte James weiter. Das war an sich schon eine extreme Seltenheit. Normalerweise wurden die - bei ihnen sowieso nur selten vorkommenden - Vergehen von den Vulkaniern selbst geregelt. Und dann gab es in der Akte des Delinquenten noch eine Menge Merkwürdigkeiten. Wenn man zwischen den Zeilen las, konnte man feststellen, dass offiziell nichts über seine Familie und seinen wirklichen Auftrag bekannt werden sollte. Das wunderte James zwar, aber letztendlich hatte er sich schon deshalb so gut als Direktor dieser Einrichtung behauptet, weil er heiklen Dingen aus der Vergangenheit seiner Insassen ganz bewusst nicht auf den Grund ging.

 

Er wandte seine Aufmerksamkeit wieder dem Gefangenen zu und ahnte bereits, dass er für diesen Mann, wider besseren Wissens, einige seiner eigenen Regeln brechen würde.

 

Der Direktor ließ seine Augen über jedes Detail des schlanken und sehnigen Körpers vor sich wandern. Er liebte es, Männer auf jede Art in Besitz zu nehmen. Der Vulkanier ertrug die Examinierung scheinbar stoisch, registrierte James zufrieden, aber dann hatte er noch etwas anderes gesehen: Der Vulkanier hatte für einen Moment seinen Blick gesenkt und auf die Höhe seiner Genitalien geblickt. Einen winzig kleinen Hauch zu lange!

 

Und zu neugierig. James erkannte diesen prüfenden Augenausdruck sofort. Ein Vulkanier mit einem eigenen Triebleben. Wie ungewöhnlich - ein erstaunlicher Glücksfall.

 

Ich muss ihn haben!, dachte James gierig, und hatte für einen Moment das Gefühl von einem Fieberanfall geschüttelt zu werden. An diesem Gefangenen war alles anders. Ein mysteriöser Vulkanier, der selber Männer liebte. Dazu auch noch sehr attraktiv. Wie eine Art schwarzes Raubtier.

 

Ihn wirklich zu besitzen - zu zähmen - wäre unglaublich.

 

Es wurde Zeit, aktiv zu werden.

 

„Knie dich nieder, Spock. Du bist mir noch ein bisschen zu stolz. Das sind sie zwar alle am Anfang - und das weiß ich auch zu schätzen - aber hier herrschen meine Regeln", verkündete James das, was er immer in dieser Situation sagte. "Wenn du dich fügst, werde ich alles für deine frühzeitige Resozialisierung tun. Aber wenn nicht ...“

 

Als keine Reaktion von dem Vulkanier kam, zog James mit einem Ruck so heftig an dem Lederband, dass Spock sich überrascht auf allen Vieren wiederfand. Sein Gesicht war nur wenige Zentimeter von den Zügen des Direktors entfernt.

 

„Haben wir uns verstanden, Spock?“ James legte seine ganze routinierte Gehässigkeit in diese Worte. In einer anregenden Fantasie sah er den neuen Gefangenen schon demütig und von seinen Launen abhängig vor sich liegen und er spielte mit der lose in seiner Hand liegenden Fessel.

 

Das Gesicht des Vulkaniers blieb eine starre Maske. „Niemals! Niemals werde ich mich Euch unterwerfen“, erwiderter er mit gedämpfter, aber vor unterdrückten Emotionen vibrierender Stimme. Dabei versuchte er sich vor-sichtig zu entfernen.

 

James erwachte sofort aus seinen Tagträumen. Der Gefangene besaß nicht nur Triebe, sondern auch eindeutig heftige Gefühle. Die Sache wurde immer interessanter. Aber diesen Widerstand musste er so früh wie möglich brechen. Gezielt schlug James mit seiner Hand zu und sofort zeigte sich ein brennendes Mal auf der Wange des Gefangenen, der nur kurz zurückzuckte, aber den Kopf nicht senkte.

 

Einer spontanen Eingebung folgend beugte sich James dann in seinem Sessel vor. Und zwang Spock mithilfe der kurz gehaltenen Leine sich quer vor ihn auf den Lackboden zu knien und seinen Kopf auf die Handflächen zu drücken.

 

Mit seiner Rechten strich er über die gespannte Hose und schob dann den leichten Stoff mit einer entschlossenen Bewegung bis zu den Knien herunter.

 

Ein lautes, überraschtes Keuchen entwich den Lungen des Vulkaniers.

 

Davon unbeeindruckt, ließ James seine freie, rechte Hand genießerisch über die entblößte, zarte Haut gleiten. Dann spreizte er mit seinen Fingern die Spalte.

 

"Bitte nicht", rief der Gefangene und duckte sich verkrampft unter den zudringlichen Händen.

 

Also auch ein Vulkanier war nicht unbeeindruckbar, grinste James in sich hinein. "Du möchtest doch sicherlich nicht, dass ich dir wehtue?", fragte er scheinheilig. Dann befeuchtete er sorgfältig seinen rechten Mittelfinger und ließ ihn mit einem Rutsch bis zur Prostata des Gefangenen gleiten. James selbst erlebte das Eindringen wie einen erregenden Rausch. Jederzeit zu tun, was immer er wollte.

 

Im ersten Moment erstarrte Spock wie unter einem schweren Schock. Dann kam Bewegung in seinen Körper, aber die enge Fessel um seinen Hals ließen kaum eine Gegenwehr zu. Er stöhnte hart auf.

 

Und dann kam der kurze Moment, als James deutlich zu spüren glaubte, dass der Vulkanier die Stimulation willkommen hieß. Der Direktor lächelte zufrieden und freute sich schon auf eine weitere Erkundung des in hilfloser Haltung gefangenen Körpers.

 

Ich muss ihn haben. Ich muss einfach. Er spürte, wie sein eigenes Geschlecht in der engen Hose lustvoll anzuschwellen begann. Seine Aufmerksamkeit ließ nach und unbemerkt löste sich das Lederband aus seiner Hand.

 

Mit einem lauten, tierhaften Schrei nutzte der Gefangene sofort die Gelegenheit und sprang auf seine Beine. Mit beiden Händen stürzte er sich auf den breiten Hals des Direktors und drückte fest zu.

 

Völlig überrascht und sich selbst wegen seiner Unaufmerksamkeit verfluchend, konnte James gerade noch mit seiner Fußspitze den Notfallknopf am Schreibtisch erreichen. Dann wurde er ohnmächtig.

 

Sofort stürmten zwei Wärter in James Büro und packten den Gefangenen. Nur mit Mühe konnten sie die sich fest verkrallten Hände von dem Hals des Direktors lösen.

 

Mit einem brutalen Griff in die Oberarme zwangen sie Spock in eine gebeugte Haltung, während die bei dem ersten Alarm herbeigeeilte Gem sich erschrocken zu James hinabbeugte und besorgt versuchte, ihn mit kleinen Klapsen wach zu schütteln.

 

„Wie? Was ist los?“ James versuchte, seine Benommenheit abzuschütteln. Wieder zu Bewusstsein gekommen, brüllte er sofort: „Schafft ihn nach unten! Sofort. Er muss bestraft werden. Das ganze Programm. Ist das klar, Gem?“ So etwas hatte bis jetzt noch niemand gewagt, dachte James fluchend.

 

Die Wärterin nickte heftig und verließ mit den beiden Wärtern und dem jetzt zusätzlich an den Armen gefesselten und wieder vollständig bekleideten Gefangenen den Raum.

 

Während er schon seinen Hauptaufseher informierte, rief James ihr im Rausgehen noch mit warnendem Unterton hinterher. “Er gehört mir. Vergiss das nicht.“

 

Sofort spürte Gem wieder schmerzhaft die Angst, dass dieser Gefangene ihre privilegierte Stellung bei James streitig machen könnte. Denn die Obsession für diesen Mann stand dem Direktor mehr als deutlich im Gesicht. Normalerweise hätte James einen derart ungehorsamen Gefangenen sofort eigenhändig getötet.

 

*

 

Im Haupthaus, einer mehrstöckigen Anlage mit Zelltrakten rund um einen großen - und nach oben mit lichtdurchlässigem Aluminium bedeckten - Lichthof, wurde die kleine Gruppe mit dem gefesselten Vulkanier auf ihrem Gang nach unten neugierig von anderen Gefangenen beobachtet.

 

Fast alle Insassen waren Menschen. Sie kannten den Ruf von Gem als grausame Frau, die sofort zuschlug, wenn ihr etwas nicht passte, und hielten sich deshalb mit Kommentaren zurück. Wenn sie auch aus ihren Zellen das Geschehen in dem viereckigen Hof nicht selbst beobachten konnten, so wehten doch oft genug die Geräusche zu ihnen empor. Und nicht wenige brauchten auch keine Erzählungen, um zu wissen, was auf dem Grund des Lichthofs regelmäßig vor sich ging. Gem und der Hauptaufseher Gary waren für ihre Neigungen bekannt.

 

Allerdings wurden normalerweise Außerirdische in der Regel schnell von ihren jeweiligen Planeten ausgelöst. Diese Unterstützung hatte dieser Gefangene aber offensichtlich nicht bekommen. Entweder war er aus der untersten Schicht oder die Vulkanier wollten etwas vertuschen, vermuteten deshalb die Meisten.

 

„Warum tun Sie mir das an?“

 

Die Stimme des Gefangenen klang beherrscht, aber Gem ahnte, dass unter dieser Maske ein Sturm toben musste. Sonst hätte er nie den Mut gefunden, den Direktor ermorden zu wollen. Auf ihrem Gesicht zeigte sich ein gehässiger Zug und sie zwang ihn, weiter zu gehen.

 

„Es gibt eine Bestimmung. Für jeden von uns. Der Direktor will dich, also ergib dich so schnell wie möglich in dein Schicksal. Das wäre besser für dich. Früher oder später ist es sowieso soweit.“

 

Und irgendwann wird er deiner auch wieder überdrüssig sein. Und alles wird wieder wie vorher, dachte sie. Zur Bestätigung zog sie noch einmal kräftig an der Halsfessel und Spock rang keuchend nach Luft. Dann traten sie gemeinsam auf den Hof.

 

Dort wartete bereits ein grinsender Gary mit zwei Gehilfen auf sie. "Dann mal los, Gem. James scheint ja mächtig verärgert zu sein. Wir wollen ihn doch nicht enttäuschen!" Das Lachen klang bösartig.

 

Er nahm die Lederfessel von Spock in Empfang und die beiden anderen Wärter entkleideten den Gefangenen und befestigten dann seine Arme in einer, von einer Querverstrebung herunter hängenden, Kette. Daneben befand sich noch eine weitere Kette mit Metallring, welche die jeweilige Höhe der Fesselung verändern konnte. Dann wurden dem Gefangenen die nackten Füße am Boden gespreizt und auch mit Fesseln fixiert.

 

Spock wehrte sich, aber es waren zu viele kräftige Männer. Er presste seine Lippen zusammen und versuchte wenigstens, seinen Körper abzuwenden, aber in dieser Haltung blieb er vollständig ausgeliefert. Schweratmend und wie ein gefangenes Tier blickte er wild um sich.

 

Gary schickte die beiden Wärter wieder weg und grinste Gem wissend an. „Das ist also der Gefangene, den James sich ausgesucht hat. Wieder mal typisch für ihn.“

Gem strich sichtlich nachdenklich ihre kurzen Haare aus dem Gesicht.

 

„Du bist wohl eifersüchtig?“ Der gutgebaute Aufseher lachte. „Das kenne ich ja gar nicht von dir.“

 

Gem zuckte gleichgültig mit der Schulter und machte eine wegwerfende Bewegung, aber das Gefühl, dass sie James verlieren würde, wollte sich nicht so leicht vertreiben lassen. Garys freche Bemerkung machte es nicht besser. Sie begann, den Vulkanier abgrundtief zu hassen.

 

Gary wandte sich wieder an den Gefangenen. „So, und jetzt zu dir. Du hast also unseren Direktor um die Ecke bringen wollen. Das hatten wir schon lange nicht mehr. Das ist ein sehr schlimmes Vergehen. Dir fehlt offensichtlich noch die nötige Einsicht in deine Lage. Aber dafür werden wir schon sorgen. Und das übernehmen wir auch sehr gerne, glaube mir.“ Gary trat einen Schritt zurück und grinsend gab er Gem ein Zeichen mit der Hand.

 

Sie sah sich die - auf einem Regal ausgebreiteten - Strafinstrumente an und entschied sich für die Peitsche mit den kleinen Metallstiften im Leder. Der Vulkanier sollte büßen.

 

Die ersten Schläge ließen Spock erschrocken aufkeuchen. Er versuchte, sich schützend in seinen Fesseln wegzudrehen, aber er konnte den sehr gezielten Hieben nicht entkommen. Unbarmherzig trafen die feinen Lederriemen besonders häufig sein Gesäß und die Rückseite seiner gespreizten Schenkel.

Gem lief der Schweiß über den Rücken und sie spürte bereits die Anstrengung in ihrem Arm, aber sie fühlte endlich auch so etwas wie Erleichterung. Wie besessen holte sie immer wieder aus.

 

Der beißende Schmerz sprang hoch und runter und ließ Spock kaum Zeit jedes Mal darauf zu reagieren. Schnell zeigten sich zahllose Verletzungen auf seiner Haut.

 

Dann merkte er plötzlich, dass der männliche Aufseher ihn nicht mehr aus den Augen ließ und begann, vorne seine Hose zu öffnen. Er zog ein halberigiertes Glied heraus und rieb es dann mit der flachen Handfläche auf dem rauen Uniformstoff. Entsetzt beobachtete Spock, wie schnell es sich versteifte. Ganz der Willkür dieser abartigen, menschlichen Wärter ausgeliefert zu sein, löste zum ersten Mal das Gefühl aus, vollständig die Kontrolle über seine Existenz zu verlieren.

 

Doch plötzlich hörten die Schläge auf und auch Gary unterbrach sein Tun und blickte auf die geheime Tür hinter ihnen, die Spock selbst aber nicht sehen konnte.

 

„Hallo James. Ich muss sagen, ich fange an, dich zu verstehen. Er scheint auch gar nicht wie die anderen Vulkanier zu sein, die wir früher schon mal hier hatten.“ Ohne Verlegenheit schob Gary sein Glied wieder in seinen Hosenschlitz.

 

James grinste nur sarkastisch. „Wie ich sehe, hattet ihr schon euren Spaß. Wie macht er sich?“ Er hatte sich wieder vollständig in der Gewalt, aber die roten Fingerabdrücke auf dem Hals schmerzten noch etwas.

 

Gary wollte gerade antworten, als der Gefangene sich lautstark in seinen Fesseln aufbäumte: „Ich verlange, erneut vor ein Gericht gestellt zu werden“, rief er anklagend. "Diese Behandlung ist unwürdig."

 

"Ist das so?" James trat sofort hinter den Gefangenen und griff in dessen kurzes, schwarzes Haar, riss den Kopf nach hinten an sein gerötetes Gesicht. "Hast du das immer noch nicht verstanden? Du warst sehr, sehr böse und musst bestraft werden. Tätlicher Angriff auf den Direktor…"

 

"Diesen Eintrag wirst du nicht haben wollen“, zischte James noch bedrohlich in das Ohr des Gefangenen. "Keine Chance. Du bleibst hier." Dann strich er von hinten mit seiner linken Hand den Brustkorb entlang, weiter über den flachen Bauch des Vulkaniers und dann noch tiefer.

 

Gary grinste. Er kannte nur zu gut die Vorlieben seines Arbeitgebers für außergewöhnlich große Geschlechtsteile.

 

Spock wand sich in dem unerbittlichen Griff und versuchte sich den forschenden Händen zu entziehen, aber die Fesselung ließ ihm kaum eine Möglichkeit dazu. „Sie haben kein Recht, mich derartig zu behandeln“, wehrte er sich.

 

Aber das laute Lachen von Gary ließ ihn wieder resigniert verstummen.

 

James ließ ihn los und trat einen Schritt zurück. "Ich sage es jetzt zum letzten Mal, finde dich mit deiner Situation ab", forderte er mit harter Stimme. Er hatte Spocks Angriff schon fast vergessen, es zeigte nur dessen stolze Haltung. Der eigentliche Fehler lag in seiner eigenen Unaufmerksamkeit. Aber es war notwendig, klare Fronten zu ziehen. James winkte den beiden Aufsehern zu. Er wollte jetzt mit dem Gefangenen allein sein.

 

Gary ging sofort hinaus. Er war sich sicher, dass diese Geschichte noch lange nicht zu Ende war, aber er wusste, wann er James gehorchen musste. Gem jedoch blickte James nur fragend an.

 

„Du kannst auch gehen, Gem.“

 

Aber sie blieb einfach stehen und musterte ihn mit großen Augen.

 

„Gem, hau jetzt sofort ab! Ich will allein sein. Hast du mich verstanden?“

 

Als sie immer noch nicht reagierte, wurde er zum ersten Mal laut mit ihr: „Verschwinde, sonst werde ich wirklich wütend.“

 

Gem drehte sich schnell weg, damit James ihr aufgebrachtes Gesicht nicht sehen konnte. Er hatte sie bis jetzt immer und überall dabei haben wollen. Sie nie im Stich gelassen. Aber seit dieser Vulkanier eingetroffen war, hatte sich schlagartig alles geändert.

Wütend nagte sie erneut an ihrer Unterlippe und ließ die Peitsche hart in die eigene Hand knallen. Blut lief ihr über den Handteller. Aber das beißende Gefühl der Eifersucht ließ sie den Schmerz nicht spüren.

 

*

 

„Was soll ich nur mit dir machen?", fing James an, jetzt allein mit dem Gefangenen. "Nur ich entscheide hier, wer entlassen wird oder wer in die Strafkolonien verlegt wird. Und da gibt es dann keinen mehr, der dir helfen wird. Glaub mir.“

 

Der Gefangene stöhnte auf. Eigentlich hatte er geplant, still und ohne jede Gefühlsregung die Haft über sich ergehen zu lassen. Aber dieser Gefängnisdirektor hatte irritierend schnell seine halbvulkanischen Barrieren durchbrochen. Zusätzlich schmerzten die von Gem zugefügten Wunden und die hochgebundenen Arme. Es erschien ihm alles wie ein nicht enden wollender Albtraum, denn er war sich nicht einmal sicher, ob er das Verbrechen überhaupt begangen hatte, dessen er beschuldigt wurde. Aber vielleicht bot ihm der Direktor gerade einen Ausweg aus diesem Labyrinth, wenigstens aber Schutz vor den beiden grausamen Aufsehern.

 

Die körperliche Nähe zum Direktor hinter seinem Rücken ließ ihn schnell wieder in die Realität zurückkehren.

 

"Wirst du ab jetzt tun, was ich von dir verlange?"

 

Spock nickte bedächtig.

 

James lächelte zufrieden in sich hinein. Der erste wichtige Schritt war getan. Der Gefangene ließ sich auf das Spiel ein. Jetzt kam eine kleine Belohnung. Er zog an der zweiten Schnur, welche die Kette, an der Spock hing, verlängerte. Erleichtert senkte Spock seine Arme und drehte sich schwankend zu dem Direktor um.

 

Mit wachen Augen und jederzeit einen weiteren Angriff von dem Vulkanier erwartend, hielt der Direktor auch weiterhin die Kette zum Hochziehen in der Hand. Beide Männer maßen sich mit den Augen und James fühlte ein ganz besonderes Flattern im Bauch. Als ob er einem Panther in die Augen blicken würde. Extrem gefährlich, aber er musste um alles in der Welt dieses kostbare schwarze Fell berühren.

 

Ein sinnliches Lächeln glitt über seine Lippen und seinen Gefangenen fest im Blick, gab er seine Anordnung mit scheinbar beiläufiger Stimme: „Knie dich hin und öffne deinen Mund.“ Dabei beobachtete er gespannt jede Reaktion auf seine Worte.

 

Erst bewegte sich Spock überhaupt nicht, aber dann hob er fragend seine Augenbrauen. „Warum sollte ich das tun?“

 

„Weil ich es will, Spock“, forderte James leise und ließ seine Hände spielerisch die Kette bewegen, als wenn er sie eigentlich nicht mehr brauchen würde. „Und weil du es auch willst“, fügte er heiser hinzu.

 

Auf dem Gesicht des Vulkaniers spiegelte sich eine Mischung aus Überraschung und Verwirrung wieder.

 

„Denk nicht darüber nach.“ James lächelte. „Tu es einfach. Knie dich nieder.“

 

Langsam sank Spock auf seine Knie und blickte fragend hoch.

 

„Du hast etwas vergessen, Spock.“

 

Langsam öffnete Spock seinen Mund und James jubilierte innerlich. Ich wusste es, er wird mein. Der Direktor öffnete vorne seine Hose, nahm mit einem Griff sein erigiertes Geschlechtsteil heraus und ging näher an Spock heran. Mit seiner linken Hand ließ er die Kette mit Spocks Armen erneut hochfahren.

 

Spock stöhnte auf, nahm es aber widerstandslos hin.

 

Dann trat der Direktor vor Spocks Gesicht und packte mit einer Hand die hochgereckten Handgelenke, nahm sein Glied in die andere und schob es Spock so tief wie möglich in den geöffneten Mund.

 

Obwohl Spock es versuchte, gab es dennoch einen Punkt, an dem es nicht mehr weiter ging.

 

James stöhnte unter diesem Duck unwillkürlich auf und sein Glied schwoll noch mehr an. Wiederstrebend ließ er es wieder ein Stück aus dem Mund gleiten, nur um es gleich wieder in den engen Rachen zu treiben.

 

„Oh Spock. Das ist so gut. Oh, ja“, kam von seinen Lippen.

 

James presste sich mehrmals immer wieder hinein und die kräftige Halsmuskulatur des Vulkaniers bereitete ihm höchste Lust. Viel zu schnell spürte er, wie sich sein Orgasmus ankündigte. Mit letzter Kraft ließ er sein hartes Glied hinausgleiten und trat einen Schritt zurück. Er musste unbedingt so lange die Kontrolle behalten, bis er den Gefangenen da hatte, wo er ihn hinhaben wollte. Als er die feuchten und etwas angeschwollenen Lippen des Gefangenen sah, stöhnte er leise auf. „Du magst es auch. Richtig, Spock?“

 

Aber der Vulkanier sah ihn nur stumm mit großen Augen an.

 

Über das Gesicht des Direktors glitt ein Schatten und er zog sich widerstrebend zurück. Es war dumm gewesen, eine andere Reaktion zu erwarten. Mit einer Hand schloss er seine Kleidung und tätschelte dann die Wange des Gefangenen.

 

„Das kommt noch. Wir haben sehr viel Zeit, uns aneinander zu gewöhnen.“ Mit diesen Worten - die jetzt eher wie eine versteckte Drohung klangen - verließ James den Hof und verschwand wieder in seinen Räumen.

 

Später brachte Gem den apathischen Gefangenen in eine separate Zelle und versorgte ihn mit allem Nötigen. Sie war mit ihren Gedanken aber schon voller Vorfreude bei dem nächtlichen Treffen mit dem Gefängnisdirektor. Er hatte sie heute bereits für den frühen Abend zu sich bestellt und konnte es offensichtlich gar nicht abwarten. Sie würde ihm garantiert keinen Wunsch abschlagen.

 

*

 

Am nächsten Morgen saß James in seinem persönlichen Speiseraum. Sein weitläufiges Appartement lag im obersten Stockwerk des Gefängnistraktes und war auf eigenen Wunsch fast vollständig von großen Sicherheitsfenstern umgeben, die einen weiten Blick über das umliegende Häusermeer zuließen.

 

Aber er schaute meistens nur in den Himmel. Er fühlte sich nicht zugehörig zu der hin- und hereilenden Menschenmenge unter ihm und verließ deswegen auch immer seltener das Gebäude.

 

James versuchte, sich auf die Aufgaben des kommenden Tages zu konzentrieren. Aber es gelang ihm nicht so gut wie sonst. Gedankenverloren musterte er auf der Glasplatte den Teller mit den rohen Eiern und das leere Glas daneben. Üblicherweise bereitete er sich jetzt einen Kraftdrink, aber er spielte nur mit der runden, glatten Eierschale. Er ließ sie über seine Hand rollen und dachte an seinen neuesten Gefangenen. Dieser Mann strahlte eine enorme Erotik aus. Anders war es nicht zu erklären, wie diese fast magnetische Anziehung zustande kam. Oder besser gesagt sexuelle Besessenheit, dachte James. So wie es damals auch bei Gem gewesen war, vor lange Zeit.

 

Er hatte sich bis jetzt immer genommen, was er wollte. Die überwiegend männlichen Delinquenten wollten so schnell wie möglich entlassen werden und erkannten rasch, wie sie sich Vorteile verschaffen konnten. Und die Wächter genossen die Möglichkeiten, sich nach Lust und Laune und wie in einem von de Sade ausgedachten Schloss bewegen zu können. Es gab ihnen die Freiheit, das auszuleben, was sie in sich spürten.

 

Bei dem einen war es die Sucht nach Sex, bei anderen die Freude an der Grausamkeit. Und bei manchen beides. Aber alle wussten, dass sie von ihm abhängig waren. Das Gefängnis war sein eigenes kleines Reich und Spock seine neue Herausforderung.

 

Es muss das Außerirdische an ihm sein, dass mich so in Bann zieht, dachte James. Er wollte diesen Vulkanier letztendlich dazu bringen, sich freiwillig hinzugeben, und der Weg dahin reizte James Fantasie bis ins Unerträgliche. Diese Gedanken hatten ihn eigentlich die ganze Nacht mehr oder weniger wachgehalten. Selbst die erfahrene Gem hatte ihn nicht befriedigen können. Im Geist war er ständig bei Spock gewesen.

 

James stocherte mit seinem Besteck in dem warmen Speck mit den gedünsteten Trüffeln, aber der Geruch brachte nicht den erhofften Anreiz. Er hatte Hunger, aber nach etwas ganz anderem. Warum also warten?

 

Er ließ sich mit der diensthabenden Wache verbinden und verlangte, dass Spock ihm sofort gebracht wurde.

 

*

 

Als der Wärter wieder gegangen war, stand Spock zwischen Tisch und Wand und musterte kurz die Umgebung. Hieraus würde es kein Entkommen geben.

 

"Komm näher. Ich beiße nicht." James lachte laut auf, aber der Gesichtsausdruck des Gefangenen blieb angespannt. An seinen Augen war zu erkennen, dass auch er kaum geschlafen hatte.

 

"Ich bin unschuldig. Lassen Sie mich frei!"

 

"Jeder ist schuldig ..." James näherte sich und legte, ohne den Augenkontakt zu unterbrechen, von unten seine Hand in den Schritt des Gefangenen und drückte etwas zu. Die Wärme, die durch den dünnen Stoff strahlte, schickte sofort wieder ein Prickeln durch seine Adern. "...auf seine ganz persönliche Weise."

 

Er musterte das fast unbewegte Gesicht vor sich und seine Augen wurden schmal und ein bisschen listig. "Hast du immer noch nicht die Regeln verstanden? Wenn du dich fügst, wird dir ein positives Gutachten erstellt und du bist schnell wieder in Freiheit."

 

Den Oberkörper des Gefangenen bedeckte nur die übliche kurze Jacke und James ließ jetzt seine Hand darüber gleiten. "Das ist doch eigentlich ganz einfach, oder?" Außer du gefällst mir so gut, dass ich dich gar nicht mehr gehen lassen kann, dachte er zynisch - aber innerlich auch über das Ausmaß seiner Begierde verwundert.

 

"Das Urteil ist aufgrund unzureichender Beweise zustande gekommen. Ich bin unschuldig und gehöre nicht hierher", beharrte Spock und blickte wieder zum Fenster. Die Sonne brach inzwischen durch die tief hängenden Wolken, aber sogar der Anblick der Stadt war ihm fremd. Er würde bald eine Entscheidung treffen müssen.

 

James lächelte schief. Diese Art von Sätzen hörte er jeden Tag. "Es ist mir wirklich verdammt egal, ob du etwas getan hast oder auch nicht - oder was du überhaupt getan hast. Du bist verurteilt und das reicht mir." Er fuhr mit seinen Fingern spielerisch unter die kurze Jacke. "Und jetzt ist Schluss mit diesem Unsinn. Zieh dich aus. Ich will dich nackt sehen."

 

Auf Spocks Gesicht spiegelten sich Andeutungen von verletztem Stolz, Widerstand und logisch kalkulierten Überlegungen. Aber dann schlüpfte er aus der Weste, bückte sich, zog seine Stiefel aus und zerrte dann seine Hose herunter. Am Schluss trug er nur noch eine lange, lederne Halskette.

 

James spürte wieder eine heiße Welle der Erregung, mit der ihn dieser Anblick überschwemmte. Ich brauche etwas mehr Distanz, dachte er. Es wird jetzt Zeit, ihm seine wahre Bestimmung klar zu machen. Der letzte Vorfall im Büro war aber noch nicht ganz vergessen. James nahm die bereitgelegten Handschellen vom Tisch und fesselte mit deutlich vernehmbaren Klicken Spock die Handgelenke auf den Rücken.

 

"So, das ist schon besser. Du weißt, dass du mir außerordentlich gefällst, aber du kennst deine Stellung noch nicht." James musterte den scheinbar körperlich gebändigten Gefangenen. Er stellte für ihn geradezu das Ideal von männlicher Schönheit dar, aber er durfte ihn nicht noch einmal unterschätzen. "Und das muss sich sofort ändern."

 

"Was wollen Sie von mir?", fragte Spock leise.

 

„Unter den Tisch mit dir!“

 

Offensichtlich verblüfft, starrte ihn Spock für eine Sekunde an, aber dann gehorchte er und ging näher zum Esstisch. Er drehte sich frontal zum Direktor und ließ sich neben der Platte langsam auf die Knie fallen. Dann schob er sich mühsam unter die Glasplatte und versuchte sich zu positionieren. Wegen der gefesselten Hände fiel es ihm schwer, aber James beobachtete mit ausdruckslosen Augen seine Anstrengungen.

 

Der Direktor setzte sich wieder auf seinen Stuhl und sah Spock - kaum verdeckt durch die wenigen Speiseutensilien - fragend durch die Glasplatte zu ihm hochblicken. Wie ein Schoßhund, dachte James und fand diesen Gedanken außerordentlich erregend. Er war sich bewusst, dass sich das unter dem Leder seiner Hose abzeichnen musste. Er spreizte seine Beine, damit auch der Gefangene es nicht übersehen konnte. Dann nahm James sich sein Essbesteck und aß scheinbar in aller Ruhe von der Speisenplatte.

 

Aber der Mann, der da unter ihm lag und ihn unverwandt beobachtete, beherrschte seine ganze Aufmerksamkeit. Die gefesselten Arme lagen auf seinem Rücken und es würde für ihn schwierig sein, sich noch viel mehr zu bewegen.

 

James streckte sein linkes Bein aus und positionierte es in sicherer Distanz neben der kauernden Gestalt. Dann machte er sich weiter über sein Essen her und obwohl dieses inzwischen kalt war, schmeckte es ihm, wie schon lange nicht mehr. Mit einer Gabel spießte er die Brocken auf und ließ sie sich auf seiner Zunge zergehen.

 

Die Gefangene schien zunehmend Schwierigkeiten zu haben, sein Gleichgewicht zu halten und ließ sein Gesicht nach vorn auf den Teppich fallen. Dadurch konnte er aber nichts mehr sehen und versuchte deshalb, sich gleich wieder zu erheben.

 

"Komm näher!", forderte James und beobachtete fasziniert, wie Spock unter der Platte näher zu ihm rutschte. Er spürte bereits die Körperwärme an seinen Schenkeln.

 

"Wir haben hier sehr selten Vulkanier." James setzte jetzt seinen linken Stiefel - wie beiläufig - an die Seite seines Gefangenen und bemerkte zu seiner Befriedigung, dass es dankbar als Stütze angenommen wurde. "Sie sind in der Regel langweilig und selten so reizvoll wie du. Du scheinst erstaunlicherweise intensive Gefühle zu haben. Und das wird dir letztendlich das Leben retten", plauderte James gut gelaunt.

 

"Ja, aber ..." Spock hörte sofort auf zu sprechen, als er den ärgerlichen Gesichtsausdruck über sich sah.

 

"Vorsicht! Verdirb‘ es dir nicht mit mir, Spock", drohte James und zog sein Bein wieder weg. Dass Spock - der Stütze beraubt - wieder um sein Gleichgewicht zu kämpfen hatte, schien er bewusst zu ignorieren.

 

Scheinbar gleichgültig schlug James seine zwei Eier in das Glas auf. Die gelben Dotter schwammen in der klaren Flüssigkeit. In einem Rutsch schluckte er die proteinreiche Flüssigkeit hinunter, registrierte aber dabei jede Bewegung unter dem Tisch. Und das Ansteigen der im Raum fast greifbaren Spannung.

 

Spock versuchte, eine bequemere Position zu finden, aber das war ihm nicht möglich. Er rutschte näher an den Stiefel des Direktors.

 

Dann spürte James zu seiner eigenen Überraschung, dass Spock sich wieder angelehnt hatte. Es schickte ein Prickeln direkt in seine Genitalien, aber er ließ es sich nicht anmerken und verspeiste in aller Ruhe die letzten Reste seiner Mahlzeit. Der Gefangene schien sich nicht mehr zu rühren. Nur manchmal hörte James ein schweres Atmen und spürte eine leichte Regung an seinem Bein.

 

James nahm sich Zeit. Aber als er den Stiefel wieder ein Stückchen näher zu sich zog, rutschte Spock zu seiner Freude nach.

 

Er jubilierte innerlich, das war das Signal, auf das er gewartet hatte! Ohne weitere Vorankündigung drückte er den Tisch mit Schwung weit von sich und blickt jetzt direkt auf die gebückte Gestalt vor sich.

 

Spock schien auf seinen nächsten Befehl zu warten.

 

„Hoch auf die Knie!“, ordnete James an.

 

Spock erhob sich zwischen James Beinen und streckte erleichtert seinen gebeugten Rücken. Dann schaute er zu ihm auf.

 

"Ich habe es gewusst. Du magst Männer. Und du magst dominante Männer", stellte James einfach fest. Er stand auf und stellte sich so nahe an Spock, dass sich sein Stiefel an die nackte Hüfte und den seitlichen Körper an-schmiegte.

 

"Wehr dich nicht dagegen." Er sah auf die gefesselte Gestalt unter sich und ließ das Gefühl der Macht, der Erregung, das es hervorrief intensiv in sich hochsteigen. Er spürte, dass auch der Gefangene dieses Bild vor sich sah. Für James war es pure, reine Sinnlichkeit und er griff sich unwillkürlich in den Schritt.

 

Minutenlang beobachtete er die wenigen Bewegungen in dem lackschwarzen Haar. "Ich bin dein Schicksal und du scheinst das meine zu sein", flüstere er heiser.

 

Danach wagte James kein lautes Wort mehr. Er wollte sein Werk nicht zerstören, denn dieser Vulkanier schien gefügiger zu sein, als gedacht. Und das wollte er nicht durch unbeherrschte Handlungen verderben.

 

Kurz darauf ging er kommentarlos weg und ließ einen verwirrten Spock zurück. Und wenig später wurde der Gefangene wieder in seine Zelle gebracht.

 

Jeden weiteren Morgen lag Spock irgendwann wieder unter dem Glastisch und lehnte sich an den Stiefel an. Beide genossen still ihre jeweilige Situation und es passierte auch nicht viel mehr.

 

Aber nachmittags wurde Spock von den Wärtern an einer langen Kette in seiner Zelle angebunden und dort von James kurz, hart und gierig genommen. Er ließ Spock knien, liegen, oder gefesselt stehen, nahm ihn von vorne oder von hinten und ließ nicht eher von ihm ab, bis er vollständig befriedigt war.

 

Spock war meistens bereits sexuell voll erregt und stöhnte beim ersten Eindringen laut auf. Aber auf seine Gefühle nahm James kaum Rücksicht. Zu sehr war er von seinen eigenen Bedürfnissen getrieben.

 

Sie redeten nicht mehr miteinander und Spock erduldete alles ohne weiteren Widerstand. Er wurde ein stiller, aber mustergültiger Gefangener und schien sich mit seiner Situation abgefunden zu haben.

 

*

 

Aber James begann sich bald selbst, für seine Obsession zu hassen. Sie machte ihn schwach. Er wurde unaufmerksam und nachlässig, was die anderen Gefangenen und die Wächter betraf. Aber es schien ihm auch unmöglich, etwas dagegen zu tun.

 

Jeden Vormittag fühlte er schmerzhaft den Drang nach dem Vulkanier rufen. Jeden Nachmittag nahm er sich vor, nicht mehr in die Zelle zu gehen, wenigstens einmal für einen Tag eine Pause einzulegen. Aber es war wie ein Zwang. Eine existenzielle Notwendigkeit, wie seine tägliche Dosis Cocain. Er dachte permanet darüber nach, wie er Spock in seinen persönlichen Besitz bringen könnte. Aber das wäre Wahnsinn, sein beruflicher Ruin.

 

Und dann träumte er eines nachts von zwei kleinen, hässlichen Gestalten mit langen, blauen Mänteln, die sich über ihn und Spock zu streiten schienen und offensichtlich zwischen ihrem Glück standen.

 

Erschreckt fuhr James hoch und warf die Bettdecke von sich.

 

Er hatte Gem schon seit einiger Zeit nicht mehr in sein Bett gelassen und so war er allein in seinem halbdunklen und mit kostbaren, antiken Möbeln dekorierten Schlafzimmer. Er setzte sich auf die Bettkante und griff nach seinem roten, seidenen Morgenmantel. Noch etwas steif, ging er zu einer kleinen Sitzecke und warf sich in einen Sessel. An Schlaf war nicht mehr zu denken.

 

Seine Hand bewegte sich auf die Gegenstände zu, die auf dem Tischchen lagen und er streute eine Prise weißen Pulvers auf einen Metalllöffel. Dann nahm er ein gläsernes Spritzbesteck und saugte etwas Wasser aus dem immer frisch bereit stehenden Glas, um es in den Löffel mit dem Pulver zu spritzen. Als das Pulver sich im heißen Wasser aufgelöst hatte, zog James die klare Flüssigkeit mit der Spritze auf und hielt es gegen das Licht. Mit dem Zeigefinger schnippte er gegen den Kolben, damit die restliche Luft nach oben stieg. Zur Sicherheit drückte er sie mit etwas Flüssigkeit in einem feinen Strahl heraus. Dann schob er den linken Ärmel hoch, verknotete ihn und setzte dann die spitze Hohlnadel auf eine gut sichtbare Ader in der Armbeuge an. Er stach zu, zog an und als sich eine rote Blume in der Kanüle entfaltet hatte, drückte er nach und nach die ganze Flüssigkeit in den Arm.

 

"Ah", seufzte er tief auf. In Sekundenschnelle war die Droge durch seine Venen direkt in das Gehirn geschossen.

 

Als Direktor hatte er Zugang zu dem besten, reinsten Stoff und verteilten ihn auch großzügig als Zeichen seiner Gunst. Er wusste, dass er irgendwann für diese Sucht würde zahlen müssen, aber das spielte heute keine Rolle.

 

Anfangs hätte er es bevorzugt, dass es einen diskreteren Weg geben würde, das Cocain in dieser hohen Konzentration zu verabreichen. Aber das war nicht möglich, da die üblichen medizinischen Geräte so eine Anwendung nicht zuließen. Mittlerweile mochte er jedoch diese altertümliche Spritze. Sie passte zu seiner sonstigen Einrichtung und er hatte immer die volle Kontrolle über den Inhalt.

 

Im Moment genoss er allerdings nur das angenehm brennende Gefühl, dass innerhalb einer Sekunde seinen ganzen Körper überschwemmt hatte. Es war wie ein Orgasmus, machte ihn übermächtig und erregte ihn auf eine geistige Art. Er tauchte hinein wie in ein warmes Bad, aber seine Gedanken wurden dabei rein und klar. Das Cocain nahm ihm auch den tief sitzenden Schmerz, dass er seiner eigentlichen Berufung nicht hatte folgen können.

 

Er wäre gerne als Kundschafter für das Militär tätig gewesen, wollte ferne Welten erkunden. Vielleicht kam daher auch seine Leidenschaft für Außerirdische. Aber ein kleiner Makel in seiner Akte verschloss ihm für immer diese Möglichkeit. Er hatte als Jugendlicher ein Verhältnis mit einer mit einem hohen Militär verheirateten Frau angefangen. Aber das alles war längst Vergangenheit.

 

James nahm in seinem Rachen den metallisch-chemischen Geschmack wahr, aber das würde sich schnell verlieren. Genauso wie der Schweißausbruch und das leichte Zittern der Finger. Dennoch achtete er immer darauf, sich erst zu zeigen, bis die ersten, deutlichen Zeichen für seinen Drogenkonsum verschwunden waren. Die extrem verengten Pupillen konnte er natürlich nicht verbergen.

 

Vielleicht war es sogar ein Wink des Schicksals, dass er damals den Job zum Gefängnisdirektor übernommen hatte, dachte James. Er war jetzt eine Art König in seinem eigenen Reich und jeder ihm untertan. Eigentlich war es das Beste, was ihm passieren konnte.

 

Unweigerlich wanderten seine Gedanken wieder zu Spock. Alles schien sich zur Zeit in ihm zu kumulieren. Ein Mann wie ein Versprechen aus einer anderen Welt, geheimnisvoll, stolz und doch mit der Fähigkeit, sich ihm ganz hingeben zu können.

 

"Wer bist du wirklich, Spock? Kannst du mir das sagen?“, fragte er leise in den Raum. "Bist du gekommen, um mir einen neuen Weg zu zeigen?" James wunderte sich über seine emotionalen Anwandlungen, aber unter dem Einfluss des Cocains war alles denkbar, alles machbar. Jeder Gedanke, jedes Gefühl konnte sofort in die Realität umgesetzt werden.

 

"Würdest du überhaupt verstehen, worüber ich rede?", murmelte er leise. Es klang richtig und doch falsch, war vielleicht nur eine grandiose Selbsttäuschung.

 

Er erhob sich und zog seine übliche Uniform an. Er hatte spontan beschlossen, einen Rundgang durch die nächtlich stille Anstalt zu machen. Aber eigentlich war er besonders an einer ganz bestimmten Zelle interessiert.

 

Die kahlen Gänge wirkten um diese Zeit menschenleer und James sah das ein oder andere Mal durch eine Klappe die schlafenden Gefangenen an. Dann entdeckte er einen Wächter, der sich gerade von einem Gefangenen oral befriedigen ließ. Er konnte nicht erkennen, wer das war, aber er tippte sehr auf Gary. Das war seine bevorzugte Praxis. Er lässt sich gern bedienen, dachte James grinsend. Sollten sie doch ihren Spaß haben.

 

Da fiel ihm wieder Gem ein. Er hatte sie schon seit einiger Zeit nicht mehr bei sich übernachten lassen. Aber auch tagsüber schien sie sich neuerdings rar zu machen und es ihm offensichtlich nicht übel zunehmen, dass er jetzt nur noch mit dem Vulkanier zusammen sein wollte. Sie war ein gutes Mädchen, die wusste, wann sie sich zurück zuziehen hatte.

 

Er betrat den Gang mit den Zellen für die außerirdischen Gefangenen. Aber schon Weitem bemerkte er verwundert, dass aus Spocks Raum ein Lichtstrahl auf den Steinboden fiel. Dann stand er vor der halb geöffneten Zellentür und das Blut gefror ihm in den Adern.

 

Gem saß auf dem Bett, vor dem halbaufgerichteten Gefangenen, und schien den Vulkaniers gerade küssen zu wollen! Und er schien nichts dagegen zu haben, hatte sogar seinen Mund bereits geöffnet. Das war etwas, dass zwischen Spock und ihm noch nie passiert war, schoss es James eifersüchtig durch den Kopf. Gem hatte sich inzwischen hinter seinem Rücken offen-sichtlich ausgiebig um den Vulkanier gekümmert! Und Spock war mit allem einverstanden, gaukelte ihm sein Cocainrausch vor. Wahrscheinlich hatten sie hinter seinem Rücken schon über ihn gelacht!

 

"Was soll das?" Kochend vor Wut riss James die Tür vollends auf und stürmte in den Raum. "Habe ich dir das erlaubt?", schrie er ganz außer sich Gem an und krallte eine Hand in ihre kurzen Nackenhaare. Entsetzt warf sie ihre Arme in die Höhe.

 

Etwas Metallisches fiel - von allen unbeachtet - aus den Falten ihres Umhangs scheppernd auf den Boden. Sie hatte geplant Spock zu töten, um so den Direktor von seinem Wahn zu befreien.

 

"Du Schlampe. Dafür musst du bezahlen." Mit einem harten Stoß schleuderte James die zarte Gestalt an die gegenüberliegende Wand.

 

Langsam sackte Gem auf den Boden, und blieb wie eine leblose Puppe liegen.

 

Der Vulkanier beobachtete alles mit einem undefinierbaren Gesichtsausdruck.

 

"Und nun zu dir, mein Freund." James Stimme troff vor Sarkasmus, aber innerlich war er zutiefst verletzt. Spock und Gem! Diese Demütigung war wie ein Strom aus glühender Lava, der sich brennend, ohne Rücksicht auf Verluste, einen Weg durch sein Innerstes brannte.

 

"Jetzt wirst auch du zu spüren bekommen, was es heißt, hinter meinem Rücken falsch zu spielen."

 

James bückte sich und riss den widerstandslosen Vulkanier an der Kette in die Höhe. "Hast du mir nichts zu sagen?" Für eine lange Sekunde musterte James den schweigenden Gefangenen und als keine Antwort kam, schlug er hart mit seiner Rechten zu. Sofort erschien ein dunkler Fleck auf der blassen Haut.

 

Da stand der erste Mann, von dem er geglaubt hatte, er könnte ihm mehr bedeuten, als alles bisherige in seinem Leben – und doch schien jetzt alles nur ein Trugschluss, eine Illusion, die ihm vermutlich das Cocain vor gegaukelt hatte.

 

Etwas Blut lief aus der aufgerissenen Wunde und James beobachtete, wie ein Tropfen einen Weg über die dunkelschattierte Wange suchte. Im künstlichen Licht schimmerte es grünlich und für einen Moment wünschte er sich sehnlichst, dass es eine Träne wäre – doch der Gefangene zeigte keine Gefühle.

 

So ist das also, wenn einem das Herz herausgerissen wird, dachte er bitter. Ich werde ihn töten müssen.

 

James nahm den Tropfen auf und strich ihn sich neugierig auf seine Lippe, probierte den bitteren, fremden Geschmack. Dann sah er in Spocks schwarze Augen.

 

"Warum?"

 

Als Spock immer noch nicht antwortete, legte James einen Finger unter das Kinn des Vulkaniers.

 

„Ich kann dich retten, Spock. Du musst keine Qualen mehr erleiden. Aber kannst du auch meine Schmerzen heilen?"

 

Dann umschloss er Spocks Hinterkopf mit beiden Händen, um ihn noch näher an sich zu bringen. Und presste ohne Vorankündigung seine Lippen voll auf den Mund des Gefangenen. Es begegnete ihm eine warme, feuchte Nachgiebigkeit und seine Zunge glitt neugierig noch tiefer in die speichelglatte Mundhöhle. James legte sein ganzes Gefühl hinein und schwelgte in diesem ersten Kuss – denn es würde zugleich der Letzte sein.

 

"Oh, Spock ...“

 

Bisher hatte der Gefangene sich diesen Übergriff passiv gefallen lassen. Er öffnete den Mund, machte aber vorerst keine eigene Bewegung. Dann, langsam, zögernd, doch bald fordernd hart, umfasst er mit seiner Zunge den Eindringling.

 

Ein Lächeln, dass ihn für einen Augenblick weicher erscheinen ließ, breitete sich auf James Gesicht aus. Der Kuss wurde für einen kurzen Moment zart und liebevoll, ein gegenseitiger Austausch. Fast wie ein ... Tanz. Er legte seine Arme um Spocks Schultern, zog ihn an seine Brust und der Gefangen ließ sich gegen ihn sinken.

 

So hätte sich das also anfühlen können, dachte James wehmütig. Die Emotionen, die ihn beinahe überwältigten, riefen heißen Schmerz hervor, so schön waren sie. Aber der Moment war schnell vorbei und es übernahm wieder der von bitteren Lebenserfahrungen geprägte Gefängnisdirektor die Oberhand.

 

Während James noch mit einer Hand zärtlich Spocks Rücken streichelte, fuhr sein rechter Arm nach hinten und zog den Phaser aus der Tasche. Der Griff fühlte sich kühl an, aber das würde sich ändern, wenn sich die tödliche Energie erst entladen hatte. James löste sich mit einem - fast um Verzeihung bittenden - Lächeln und wollte einen Schritt zurücktreten. Dieser Gefangene durfte nicht länger am Leben bleiben. Es würde sonst seinen Untergang bedeuten.

 

Mit weit aufgerissenen Augen beobachtete Spock den plötzlichen Umschwung in der Haltung des anderen. „James“ – war alles, was er noch rufen konnte, dann überschlugen sich die Ereignisse.

 

Gem stand plötzlich mit einem entsetzten Gesichtsausdruck hinter dem Direktor und zerrte mit aller Kraft an seinem Arm.

 

"Was ...?", rief James überrascht und fuhr zu ihr herum – sein Finger lag bereits auf dem Auslöser und der tödliche Energiestrahl traf Gem anstelle von Spock. Sekunden später hatte sie sich in schimmernde Energie aufgelöst und war unwiederbringlich verschwunden.

 

Für den Bruchteil einer Sekunde sahen sich Spock und James in die Augen, dann setzte um sie herum ein entsetzlich lautes Tosen mit wild flackernden Lichtblitzen ein ...

 

 

 

 

 

Der zweite Teil

 

Die wichtigsten Persönlichkeiten des vulkanischen Shannai´Khar Clans hatten sich bereits seit den frühen Morgenstunden zur monatlichen Zeremonie - dem Sehluret - eingefunden. Sie lebten in kriegerischen Zeiten und wie so oft, entstand nach der allgemeinen Besprechung über die zukünftigen Vorhaben noch eine Debatte über die besten Verteidigungstaktiken gegenüber den benachbarten Stämmen.

 

Mit beinahe vierzig anderen Vulkaniern saß Spock, ein noch junges Mitglied des Rates, in einem Halbrund vor den Führern des Clans, zu denen auch sein Vater gehörte. Ein efeuartiges Gewächs dekorierte den in hellen Sandfarben gehaltenen Saal des Haupthauses und eine inzwischen strahlend helle Mittagssonne warf aus einem offenen Oberlicht ein rundes Licht auf den goldfarbenen Steinboden.

 

Spock glättete gerade - schon etwas von den stundenlangen Diskussionen ermüdet - einige Falten in seinem Umhang, während er sich innerlich schon auf den Abschluss der Versammlung vorbereitete, als er plötzlich seinen Namen hörte.

 

„Es ist unser Wunsch, dass dieses Mal Spock, der Sohn des la - Kuramano Sarek eine Bürgschaft übernimmt", verkündete der Sprecher salbungsvoll. "Der Gefangene ist wegen erwiesener Spionage rechtmäßig verurteilt worden, denn er wurde bei einem Einbruch in eine unserer Waffenkammern aufgegriffen. Und damit hat er seine Rechte als eigenständige Person verwirkt."

 

Spock hörte erstaunt zu, da er von diesem Vorfall noch nichts gehört hatte. Feindliche Späher gingen nur selten das Risiko ein, sich direkt in ihr Gebiet zu wagen. Aber noch mehr verblüffte ihn die Tatsache, dass gerade er dafür ausgesucht worden war. Denn eigentlich war er dafür zu jung. Dennoch stand Spock gelassen auf und senkte bestätigend seine geöffnete Hand.

 

"Die Vollstreckung wird wie üblich ausgesetzt, solange der Delinquent sich nichts mehr zuschulden kommen lässt und in Zukunft seinem neuen Herr selbstlos dient", fuhr der Redner fort.

 

"Ich danke dem Rat für das in mich gesetzte Vertrauen", erwiderte Spock ernst und verneigte sich.

 

Beim Hinsetzen vermutete er allerdings sofort, dass sein Vater dahinter steckte. Es gab viele Ratsmitglieder, die Verurteilte gerne auf ihren eigenen, weitläufigen Farmen einsetzten. Sie leisteten in der Regel gute Arbeit, so wie er es auch schon mehrfach in Sareks Haus gesehen hatte. Aber es verband sich damit auch immer eine gewisse Belastung, denn er war jetzt persönlich dafür verantwortlich, dass der Delinquent dem Clan nicht noch einmal schaden konnte. Ansonsten hatte er bei schweren Verfehlungen die Pflicht, das Todesurteil mit eigener Hand zu vollstrecken.

 

Spock beschäftigte sich allerdings lieber mit den Annehmlichkeiten seiner privilegierten Stellung, beziehungsweise mit seinen ganz privaten Studien. Gem, die kompetente Leiterin seines Landguts würde sich deshalb - wie üblich - auch um diese Aufgabe kümmern müssen.

 

S´Ruen, der Leiter der Zeremonie hob erneut seine Arme. "Die Versammlung ist bis zum nächsten Wechsel des Eridani beendet. Langes Leben und Frieden." Er verneigte sich und trat vom Podium zurück.

 

Nacheinander verabschiedeten sich die restlichen Sitzungsmitglieder voneinander und Spock ging mit einigen von ihnen auf den belebten, sonnendurchfluteten Vorplatz hinaus. Den zentralen öffentlichen Markt säumten mehrstöckige Verwaltungs- und Handelshäuser, unter deren weitläufigen und schattenspendenden Vorbauten sich die häufig weitverstreut lebenden Clanmitglieder regelmäßig trafen und austauschten.

 

Im Gespräch vertieft stand Spock mit Stonn und anderen Vulkaniern zusammen, als er plötzlich die tiefe Stimme seines Vaters hinter sich vernahm.

 

"Nun, mein Sohn, ich hoffe du bist dir der Ehre bewusst, die dir gerade zuteilwurde?" Sarek begrüßte ihn mit gespreizten Fingern und trat - mit dem traditionellen Gewand eines Ratsmitglieds bekleidet - auf die kleine Gruppe zu.

 

Aber Spock blieb trotz der freundlich gemeinten Worte betont förmlich. "Ich bin mir nicht bewusst, wodurch ich ihrer würdig geworden bin, Vater", antwortete er defensiv. "Es gibt genügend Interessierte, die willige Arbeiter auf ihren Feldern brauchen." Dabei ignorierte er bewusst die subtilen Zeichen von Irritation bei den anderen Zuhörern.

 

"Ich möchte, dass du die Chance nutzt und dem Rat zeigst, dass er sich auf dich verlassen kann und du den Werten der Tradition folgst", antwortete Sarek ungerührt. Aber wer ihn gut kannte, konnte die Anspannung aus den wenigen Worten heraushören.

 

"Indem du mir ein Spielzeug, eine Art persönlichen Sehlat, vermachst? Das ist entwürdigend, Vater." Ohne eine weitere Antwort abzuwarten, drehte sich Spock um und verließ ohne Gruß die Gruppe. Er würde niemals die Ansichten seines Vaters teilen können.

 

Sarek blieb bei den anderen Gesprächsteilnehmern stehen und beobachte seinen Sohn, der mit wehenden Kleidern über den Platz eilte.

 

"Er wird diese Chance, Verantwortung zu übernehmen, noch zu schätzen lernen, Sarek", versuchte sich Stonn schlichtend in den Streit einzumischen. Aber Sarek würdigte ihn keiner Antwort und ging kurz darauf in die Halle zurück.

 

*

 

Spock informierte Gem, die inzwischen die Einkäufe für sein Haus getätigt und sich an ihrem Treffpunkt in der kleinen Stadtvilla eingefunden hatte, über den neuen Gefangenen.

 

Die junge Frau sah neugierig auf. Sie stammte von Minara und war von einer fast ätherischen Gestalt. Dass sie nicht sprechen konnte, fiel niemanden mehr auf, da sie dieses Defizit mit einer extrem ausgeprägten Empathie mehr als wettmachte. Sie trug einen blauen, körperbetonten Anzug, mit einem bodenlangen, fast durchsichtigen, rötlichen Spitzenschleier darüber. Spock konnte sich ein Leben ohne ihre Hilfe nicht mehr vorstellen.

 

Spock bemerkte ihren Blick. "Bring ihn heute Abend zu mir auf das Landgut und dann werde ich entscheiden, was mit ihm geschehen wird", antworte er kurz angebunden.

 

Gem nickte gehorsam und eilte zu dem Gefangenenhaus, während Spock zu seinem Reiterwagen ging und sich durch eine zerklüftete Felslandschaft zu seinem abgelegenen Anwesen bringen ließ.

 

*

 

Viele Stunden später, nachdem alle Angelegenheiten des Tages erledigt waren und Spock keine weiteren Besucher mehr erwartete, ließ er Gem holen und bat sie, ihm jetzt den Gefangenen zu bringen. Sie nickte und führte wenig später den bereits eingewiesenen Mann in den - mit einem langen, schwarzen Holztisch, den dazugehörigen Stühlen und diversen seitlich aufgebauten naturwissenschaftlichen Geräten dekorierten - Empfangsraum.

 

Es dämmerte schon, aber überall erleuchteten kleine Flammen, die aus Öffnungen in langen, schmalen Ölrinnen flackerten, das Wohnhaus und erfüllten es mit einem lebendigen Licht.

 

Aber als Spock, die beiden eintreten sah, fuhr er unwillkürlich von seinem Sitz hoch und betrachtete verblüfft seinen neuen Besitz. Er hatte bereits darüber nachgedacht, mit welchem Trick er den Gefangenen so schnell wie möglich wieder loswerden konnte, aber es hatte ihn niemand darauf vorbereitet, dass es ein Mensch sein würde.

 

Das war also der Grund, warum ihm Sarek diese Last aufgebürdet hatte! Spock wusste, dass die meisten Vulkanier besonders die Menschen verachteten. Vielleicht glaubte sein Vater, dass der Verurteilte deshalb bei ihm besser aufgehoben sei, dachte Spock verwundert.

 

Langsam ließ sich Spock wieder auf seinen Sitz an der Kopffront des Tisches nieder und winkte den Verurteilten zu sich heran, während Gem abwartend am Eingang stehen blieb.

 

Der Mensch hatte - aus vulkanischer Sicht – einen eher gedrungenen Körper, schien aber kräftig zu sein. Aus den Ärmeln lugten muskulöse Arme hervor und die Füße steckten in stabilen Schuhen aus Leder. In der Mitte war er mit einem breiten Schmuckleder gegürtet, in dem aber offensichtlich das ursprüngliche Clansiegel fehlte. Viel mehr konnte Spock nicht erkennen, da der Mann mit einem einfachen, aber mehrfach geschichteten Stoffumhang bekleidet war.

 

Erst einmal vom körperlichen Eindruck zufriedengestellt, suchte Spock in dem Gesicht nach weiteren Anhaltspunkten. Sofort nahm er den brennenden Blick aus erschreckend hellen Augen wahr. Es lag Trotz und Herausforderung darin. Spock wurde klar, dass er mehr über den Hintergrund dieses Menschen wissen sollte. Er schien keiner dieser Gefangenen zu sein, die emotionslos die Logik ihres Schicksals akzeptiert hatten.

 

"Wie heißt du?", fragte er deshalb.

 

"S´Kirk", kam zögernd eine Stimme, die mit dem Dialekt der südlichen Stämme sprach, aber dabei noch eine ganz eigene Färbung aufwies.

 

"Du gehörst zu den E´Pries und hast uns in ihrem Auftrag ausspioniert", stellte Spock fest.

 

"Ich gehöre zu niemandem", widersprach S´Kirk sofort. "Ich habe nur Nahrung gesucht."

 

"Unsere Ältesten haben festgestellt, dass du lügst", antwortete Spock ungerührt, aber die seltsam weiche Sprechweise des Gefangenen, berührte ungewollt etwas in ihm.

 

"Aber sie haben sich geirrt. Ich gehöre weder zu den E´Pries, noch zu eurem Clan", beharrte der Gefangene vehement auf seinem Standpunkt und hob flehentlich seine Hände.

 

"Es steht mir nicht zu, das Urteil unserer Ältesten infrage zu stellen."

 

"Es ist falsch. Ich verstehe es nicht - aber ich weiß, es ist falsch." Der Mensch hob schweratmend seine Brust und ging auf Spock zu.

 

Gem wollte den Menschen schon zurückziehen, aber Spock winkte ab und erwiderte den Blick. Zuerst widerwillig. Aber dann kam ein Moment, wo er für einen kurzen Augenblick den instinktiven Drang spürte, seine Hände für eine Gedankenverschmelzung zu dem Menschen auszustrecken. Vielleicht hatten die Ältesten wirklich die falschen Schlüsse gezogen. Er klang so überzeugend.

 

"Bitte."

 

Das fast geflüsterte Wort wirkte wie kaltes Wasser auf Spock. Und plötzlich stand wieder lebhaft vor seinen Augen, wie sehr er früher für sein menschliches Bastardblut verachtet worden war. Jetzt trat so ein Fremdling dieser Rasse vor ihn hin und erinnerte ihn an seine fragwürdige Herkunft.

 

Wollte er ihn vielleicht mit seiner Schwäche genauso vergiften, wie seinen Vater? Das böse Wort Noyokana-ponu-faru für Menschenficker, ging ihm wieder durch den Kopf. Seinem Vater hatte das nie etwas ausgemacht, aber er war ja auch ein vollwertiger Vulkanier und hatte sich inzwischen wieder mit einer vulkanischen Frau gebunden. Bei ihm sahen sie es eher als eine verzeihliche Neigung an.

 

Aber er, als sein Sohn, musste lebenslang mit dem Halbblut-Makel leben. Vielleicht hatte sein Vater ja sogar die heimliche Absicht gehabt, dass er sich auf diese Weise mit seiner Herkunft aussöhnte. Aber das würde nicht passieren. So leicht würde er es ihm nicht machen. Das anfängliche Interesse an dem Menschen schlug in vollständige Ablehnung um.

 

Und der menschliche Gefangene senkte verzweifelt seinen Kopf, als ob er Spocks Gedanken erraten hätte.

 

Auch Gem erfasste sofort die Bedeutung der plötzlich eingetretenen Stille und ging zu dem Verurteilten.

 

Er hatte eine Verpflichtung aufgebürdet bekommen und wenn er auch den Menschen am liebsten sofort von seinem Grundstück verbannt hätte, zwang sich Spock in die Realität zurück.

 

„Gem, du teilst ihn für die Arbeit in den Gärten ein und sorgst dafür, dass er unter ständiger Bewachung steht“, ordnete Spock laut an. Der enttäuschte und gleichzeitig fragende Blick des Verurteilten erreichte ihn nicht mehr, denn er hatte sich bereits abgewandt.

 

*

 

Als sie den Raum verlassen hatten, erhob sich Spock und ging in den hinteren Trakt, um sich in seine persönlichen Schlaf- und Arbeitszimmer zurückzuziehen. Verschiedene archaisch wirkende Kultgegenstände aus der langen Familiengeschichte warfen Schatten auf die mit historischen Szenen bemalten bunten Wände. Aber Spock ging achtlos daran vorbei und steuerte auf die kleine Sitzecke mit den vielen drum herum verteilten Stapeln von Notizen und Unterlagen zu.

 

Es war ihm inzwischen ein kleines Mahl angerichtet worden, aber erst, als er das Gefäß mit der schwarzen Flüssigkeit auf dem kleinen, runden Beistelltisch registrierte, schlich sich wieder ein erfreutes Lächeln über sein Gesicht. Er hatte das Gefühl, dass ihm das Theriak gerade heute Abend besonders gute Dienste leisten würde. Er fühlte sich von den Ereignissen des Tages wie ausgelaugt.

 

Nachdem er sich auf der gepolsterten Couch niedergelassen hatte, nahm er den kleinen Kocher und erhitzte das vorbereite, fasrige Gebräu aus klein gehackten Mohnkapseln und Wasser. Seine Bediensteten hatten die Droge schon seit Stunden vorkochen lassen, aber es fehlten noch die letzten Handreichungen und Spock bevorzugte, das selbst zu übernehmen. Als die konzentrierte Flüssigkeit in dem Gefäß die ersten Luftblasen warf, benutzte er ein Sieb, um die Pflanzenteile abzuseihen und sorgfältig auszupressen. Es sollte nicht ein Tropfen des kostbaren Safts verloren gehen. Um die narkotisierende Wirkung noch zu steigern, vermischte er am Schluss den tiefschwarzen, heißen Rest mit einigen Tropfen Viperngift.

 

Er trank das Gebräu in kleinen Schlucken und ignorierte dabei den intensiven und fast Brechreiz auslösenden Geruch. In gewisser Weise nahm er das als Strafe für seine Neigung. Theriak war zwar allgemein bekannt, aber die meisten Vulkanier empfanden den dadurch ausgelösten Zustand als eher unangenehm und sahen in dem Konsum nur eine zu verachtende Unlogik. Schließlich änderte sich dadurch nicht die Realität, sondern nur deren Wahrnehmung. Aber für Spock war es eine Medizin, die seine inneren Schmerzen linderte und seine Gedanken gleichzeitig aus dem engen Korsett der vulkanischen Logik befreite.

 

"Ah", stöhnte Spock zufrieden und ließ sich tiefer in die Polster sinken.

 

Es dauerte keine halbe Stunde, bis er ein warmes Feuer aus seinen Eingeweiden hochsteigen fühlte, das sich wohlig nach und nach in seinen Extremitäten ausbreitete. Aus dem anfänglichen Brennen und Kribbeln auf seiner Kopf- und Gesichtshaut wurde ein angenehmer Reiz, ein sattes Erfülltsein. Er genoss es, endlich nicht mehr den Körper mit seinen vielen unlogischen Bedürfnissen als Last zu empfinden, sondern als reiner Quell angenehmer Empfindungen.

 

Spock atmete noch einmal tief durch und konnte sich ganz entspannen. Kein Kampf mehr um eine perfekt beherrschte Fassade von Emotionslosigkeit, die nie gestimmt hatte. Endlich keine Zweifel mehr an seiner Identität, seinen widersprüchlichen Empfindungen. Endlich eins mit sich. Ein Vulkanier und gleichzeitig ein Mensch zu sein, war plötzlich kein Widerspruch, keine Obszönität mehr.

 

Dies waren jedes Mal die schönsten Stunden des Tages und schon seit vielen Jahren pflegte er allabendlich dieses Ritual. Er wusste, dass er inzwischen hochgradig vom Theriak abhängig geworden war, aber es gab für ihn keinen Grund, davon zu lassen. Seine Gedanken wurden frei und kreativ, wie sonst nie. Losgelöst von allen Zwängen. Alles war denkbar. Alles machbar.

 

Dann holte sich Spock einige Zettel herbei, um wieder über seine astronomischen Notizen zu brüten. In diesem Zustand kamen ihm immer die besten Ideen. Aber er merkte bald, dass es ihm heute nicht so viel Freude machte, wie sonst. Aufseufzend ließ er die Zettel wieder fallen und legte sich mit halbgeschlossenen Augen zurück.

 

Zuerst ungewollt, aber ohne sich ernsthaft dagegen zu wehren, gingen ihm noch einmal die Ereignisse des Tages durch den Kopf. Aber jetzt erschienen sie ihm in einem neuen Licht, wie mit einem gnädigen Schleier umgeben.

 

Das Zusammentreffen mit seinem Vater blieb immer noch zweideutig, aber er konnte jetzt alles aus der Distanz sehen. Einerseits ärgerte er sich immer noch über die Einmischung, andererseits ließen ihn aber auch der seltsame Unterton und die Tatsache, das sein erster Gefangener ausgerechnet ein Mensch war, keine Ruhe. Menschen waren für ihre Schwäche und auch für ihre Anpassungsfähigkeit bekannt, erinnerte er sich.

 

Sarek hätte damals sicherlich jede Vulkanierin seines Clans zu seiner Frau machen können. Vielleicht war das aber gerade der Grund für seine Entscheidung für die menschliche Amanda gewesen, dachte Spock. Er selbst konnte sich allerdings kaum noch an seine Mutter erinnern. Sie hatte vermutlich die Strapazen an Sareks Seite nicht mehr ausgehalten, vermutete Spock. Oder wollte nicht länger sein Spielzeug, sein Sehlat sein. Eines Tages war sie jedenfalls für immer verschwunden gewesen, ohne ein Wort der Erklärung. Aber sie hinterließ ihm ein Erbe, für das er sie am liebsten verflucht hätte.

 

Die wenigen Menschen, die es auf Vulkan gab, lebten weit weg auf der Südhalbkugel, aber Spock wusste wie alle Vulkanier natürlich auch von ihrer permanenten, sexuellen Betätigung. Insbesondere sollte das bei den männlichen Vertretern so sein. Diese Vorstellung wirkte allerdings auf die meisten Angehörigen seines Volkes abstoßend und unnatürlich.

 

Und er selbst hätte am liebsten auch, wie die anderen Vulkanier mit seinen ersten Erfahrungen gewartet, bis seine eigene Zeit des Pon Farrs gekommen war. Aber im Gegensatz zu den reinrassigen Vulkaniern hatte er feststellen müssen, dass er in regelmäßigen Schüben an sexueller Erregung litt. Das musste das halbmenschliche Blut in ihm sein. Vielleicht war es bei ihm sogar noch schlimmer als bei den Menschen. Aber das hatte er bisher niemanden anvertrauen können. Und es gab ja die Droge, die ihm jedes Mal den schärfsten Schmerz an der Einsamkeit nahm.

 

Das Theriak entwickelte schnell seine volle Wirkung. Spocks logische Gedankengänge lösten sich langsam auf und seine Fantasie ging frei auf Wanderschaft. Er wurde euphorisch, aber ohne es bewusst wahrzunehmen. Der menschliche Teil in ihm übernahm die Kontrolle und seine unterdrückten Gefühle gewannen die Oberhand über sein Denken.

 

Die Droge hatte ihn inzwischen soweit enthemmt, dass er alle vulkanische Disziplin vergaß, sich unter seine Kleider fasste und seine Hose öffnete. Erst war es nur ein angenehmer Juckreiz, dem er nachging, aber bald umfasste er mit seiner Handfläche sein Glied, um es lustvoll der Länge nach zu massieren. Ein erregtes Stöhnen drang aus seiner Brust, als die Hitze in seinem Körper hoch stieg.

 

"Oh ..."

 

Wie schön wäre es jetzt, von jemand anderem stimulieren zu werden. Von kundigen Fingern, menschlichen Händen, die seine Bedürfnisse kennen würden. Ohne sich der Widersprüchlichkeit seines Tuns bewusst zu sein, stellte sich Spock vor, wie dieser S´Kirk es wohl tun würde. Ob er wohl das richtige Gefühl hätte, vielleicht sogar mit seiner Zunge über die empfindliche Haut lecken würde ...

 

Spock stöhnte wieder laut auf und ließ seine Hand das erregende Spiel auf dem inzwischen sehr harten Schaft fortführen. Wie sich dieser S´Kirk wohl unter seiner Kleidung anfühlen musste, fragte er sich unwillkürlich. Er stellte sich einen ausgeprägt männlichen Körper vor, vermutlich mit einem gut ausgebildeten Glied.

 

Es konnte ja gar nicht anders sein, nach dem, was er über die Menschen gehört hatte. Dann wünschte er sich, mit seinen Fingern die intimsten Stellen dieses Menschen zu erforschen. Er erträumte sich in aller Deutlichkeit das Eindringen in diesen fremden Körper. Mit harten, rhythmischen Bewegungen würde er ihn penetrieren und sich dabei selbst zum Höhepunkt treiben.

 

Schauer der Erregung durchliefen Spocks Körper und er hob sein Becken in einem imaginären Geschlechtsverkehr. Immer wieder, hoch und tief.

"Oh, ja", stöhnte er, vollkommen absorbiert von seinen sexuellen Fantasien.

 

Immer hektischer und ruppiger wurden die Bewegungen seiner rechten Hand und sein Glied wurde unter seinen kundigen Händen noch härter. Als die fast greifbare Vorstellung ihrem Höhepunkt zutrieb, schien Lava in ihm zu explodieren und er schrie nur mühsam unterdrückt auf.

 

Die reichliche Samenflüssigkeit versickerte in dem Kleiderstoff. Gem würde sich am nächsten Morgen wieder kopfschüttelnd darum kümmern müssen.

 

Kurz darauf schlief er mit vor Erschöpfung verdrehten Augen auf dem Stuhl ein und träumte intensiv von permanentem Sex mit diesem Menschen.

 

Am nächsten Morgen wachte Spock in aller Frühe auf und kämpfte gegen den ekelhaften Geschmack in seinem Mund an. Nachdem er sich gesäubert hatte, fielen ihm wieder Bruchstücke seines von den Drogen berauschten Traumes ein und er verzog angewidert sein Gesicht. Aber er wusste auch, dass das Theriak das einzige Mittel gegen seine die Eingeweide zerfressende Einsamkeit war und er deshalb nicht mehr davon lassen konnte.

 

*

 

In den nächsten Tagen verlief das Leben, wie er es gewohnt war und Spock beschäftigte sich in den freien Abendstunden wieder intensiver mit seinen wissenschaftlichen Studien.

 

Es war bereits später Nachmittag und die Sonne hatte bereits einen großen Teil ihrer Leuchtkraft verloren, als er draußen aufgeregte Rufe hörte und eine sichtlich bestürzte Gem wild gestikulierend in das Haus stürmte. Sofort legte Spock seine Berechnungen zur Seite und eilte in den Empfangsraum.

 

"Was ist los, Gem?", rief er ihr zu. "Beruhige dich doch."

 

Mit vielen heftigen Zeichen antwortete eine atemlose Gem.

 

"Was soll das heißen? Wo ist er jetzt?" Spock wusste sofort, von wem sie sprach.

 

In diesem Moment trat auch Rusurann, der junge Aufseher für die Gärten ein. "Er ist zwischen den großen Felsen aufgegriffen worden, als er gerade in der Wüste verschwinden wollte."

 

"Er ist allein in die Wüste geflohen, ohne Hilfe von außen?", fragte Spock verblüfft. Es war eigentlich unmöglich, zu Fuß den Weg bis in ihre Hauptstadt zu bewältigen. Selbst für einen Vulkanier. Und dort wäre der Mensch sofort aufgegriffen worden. "Wie konnte das passieren?"

 

"Es tut mir leid. Aber der Gefangene hat es geschafft, uns abzulenken. Wie soll die Wache bestraft werden?"

 

Spock winkte unwillig ab. "Das kannst du selber entscheiden, aber bringt mir sofort diesen S´Kirk."

 

Ohne Zeit zu verlieren, eilten sie hinaus und Spock hielt sich unbewusst am Tisch fest. Wie konnte er nur so dumm sein und glauben, dass er das Problem durch ignorieren loswürde. Es gab nur eine Möglichkeit, diesen Fall ein für allemal zu klären - mit Härte.

 

Wenig später brachte Gem S´Kirk zusammen mit Rusurann in den Raum. Letzterer wagte kaum den Blick zu heben, aber Gem beobachtete besorgt Spocks veränderten Gesichtsausdruck.

 

Er beachtete sie beide nicht weiter. Spock hatte nur noch Augen für den Gefangenen, dem man anmerken konnte, welche Strapazen er gerade hinter sich gebracht hatte.

 

"Du hast es also gewagt zu fliehen. Hast du geglaubt, dass du dich der Urteilsfindung entziehen könntest?", fragte er kühl, aber er fühlte, wie eine Welle der Wut ihn zu überwältigen drohte. Er hatte gehofft, nicht mehr mit diesem Menschen und damit auch nicht mit seinen eigenen widersprüchlichen Gefühlen konfrontiert zu werden.

 

"Ich habe nur versucht, zu überleben. Ich bin unschuldig."

 

Die Stimme des Gefangenen klang belegt, aber es war offensichtlich, dass er darum kämpfte seine Haltung zu bewahren. Seine Kleidung war zerrissen und ein Sonnenbrand zeugte von dem ungeschützten Aufenthalt in der vulkanischen Sonne. Dieser Mensch musste gute Gründe gehabt haben, aus dem Schatten seines Hauses zu fliehen. Vermutlich hatten bereits Verbündete auf ihn gewartet und vielleicht wollten sie dann gemeinsam ihren Clan überfallen.

 

Anders war das alles nicht zu erklären. Sareks Wunsch, sich als würdig zu erweisen, fiel Spock wieder ein und er wurde noch wütender, weil er sich jetzt von allen missbraucht fühlte.

 

Ohne darüber nachzudenken, schlug er mit voller Kraft zu. Der menschliche Kopf flog zur Seite und ein kleines Rinnsal Blut floss aus einer aufgeplatzten Lippe.

 

Gem und Rusurann blieben unbewegt daneben stehen und hielten den Gefangenen zwischen sich fest.

 

Spock trat wieder zurück und prüfte das menschliche Gesicht, aber es blieb undeutbar und er verfluchte sich im selben Moment für seinen gänzlich unvulkanischen Gefühlsausbruch.

 

"Es gehört zur hochstehenden Kultur unseres Stammes feindliche Spione nicht sofort hinzurichten, sondern ihnen die Gelegenheit zu geben, sich als nützlich zu erweisen", fuhr er fort, als wenn er vor dem Rat sprechen würde. "Warum hast du gegen unsere Regeln verstoßen? Wir haben dir große Gnade erwiesen, aber du bist ihrer nicht würdig."

 

"Ich gehöre nicht in deine Welt. Ich bin unschuldig. Lass mich bitte gehen", antwortete flüsternd eine menschliche Stimme, deren Klang in Spock erneut die widersprüchlichsten Gefühle auslöste.

 

"Niemals. Ich habe die Verantwortung und werde dafür sorgen, dass du in Zukunft unserem Clan keinen Schaden mehr zufügen kannst."

 

Spock drehte sich zu Gem und Rusurann und befahl mit schneidender Stimme: "Bindet ihn im Hof fest und bringt mir das T`Hurt."

 

Wenig später stand S´Kirk gefesselt in einem kleinen Raum im Innenhof und Gem hatte sich mit dem vulkanischen Bediensteten wieder zurückgezogen. Sie vermied es sorgfältig, ihre Besorgnis zu zeigen, und hatte Rusurann wieder zu seinen Pflichten entlassen. Sie selbst blieb aber noch in der Nähe, da sie die untrügliche Ahnung hatte, noch gebraucht zu werden.

 

*

 

Die Kammer gehörte zu dem Innenhof, in dem Spock normalerweise spazieren ging, wenn er in der Mittagshitze Schatten suchte. Um einen mit ausgesuchten Felsen dekorierten Innenteil zog sich ein breiter und insgesamt sechseckiger, überdachter Gang mit vier gepolsterten Bänken an den beiden spitz zulaufenden Kopfseiten. An einer der Seiten gab es eine kleine Holztür, die in diesen - normalerweise nicht benutzten - Raum führte, denn eine derartige Bestrafung hatte es hier bisher noch nie gegeben.

 

Aber dieses mal würde es sein müssen, dachte Spock. Er wog das aus drei breiten und schweren Lederstreifen bestehende und mit scharfkantigen Nieten versehene Gerät in seinen Händen und ging langsam auf den Menschen zu. Ein mildes, gedämpftes Licht drang durch die offene Tür in den verliesartigen Raum ein und gab der gefesselten Gestalt etwas Unwirkliches.

 

Spock sah auf die entblößte Rückseite des reglos dastehenden Gefangenen, dessen Arme vorn sich in breiten, metallischen Ringen steckten. Davon führte eine fast zwei Meter lange Kette zu einem halbhoch in der Wand eingelassenen Metallring.

 

Er bewunderte heimlich den breiten Rücken und die kräftigen Schenkel. Gem hatte dem Gefangenen den Umhang ausgezogen und er trug nur noch ein Tuch, das zwischen seinen Beinen hindurch führte und auf beiden Seiten in einem breiten Stoffgürtel befestigt war.

 

Eine derartig ausgeprägte Muskulatur war für Vulkanier eigentlich ein ungewohnter Anblick und Spock fragte sich, ob das typisch und bei den Menschen angeboren war. Der Gefangene wirkte trotz seiner kleineren Statur und seiner immer noch recht kurzen Haare wohlgestaltet. Spock konnte nicht vermeiden, dass Bilder aus seinen Fantasien auftauchten und Neugier auf das Gefühl seiner Hautoberfläche auftauchte. Er ging noch einen Schritt näher und wollte mit seinen Händen einmal probehalber die Schulter anfassen. Er hatte ja die Freiheit zu tun, was ihm beliebte. Warum also nicht ...

 

"Worauf wartest du noch? Du machst das sicherlich andauernd. Es macht dir sicher großen Spaß auf Wehrlose loszugehen." Die menschliche Stimme klang nach trotziger Herausforderung und hörte sich für Spock überraschend aggressiv an.

 

Spock stieß verblüfft den Atem scharf aus. So etwas war ihm noch nie vorgeworfen worden. Und beinahe hätte er wieder zugeschlagen. Aber das sollte nicht noch einmal passieren. "Es macht mir keinen Spaß, wie du es nennst. Aber du zwingst mich mit deinem Verhalten dazu." Unbewusst hielt Spock das Strafinstrument wieder fester in der Hand. "Warum bist du nicht geblieben? Bist du nicht gut von uns behandelt worden?"

 

Da drehte sich S´Kirk sich mit seiner Kette um und stand bebend vor ihm. Spock sah in den Augen tanzende grüne und hellbraune Flecken, ähnlich wie bei dem Sternenhimmel an einem frühen Sommerabend, oder dem Schattenspiel auf den Felsklippen. Es fiel Spock schwer, sich davon zu lösen. Dann sah er die Spuren getrockneten Blutes auf der weich geformten Lippe.

 

Die gefesselten Arme lagen vor dem Körper und der Gefangene hob sie anklagend in Spocks Richtung. Aber der Anblick des halb nackten Mannes, nur mit dem Tuch um die Lenden und den Fesseln bekleidet, löste eine irritierende Erinnerung aus. Hatte er nicht einmal ein Bild von einem christlichen Märtyrer in einem Buch von seiner Mutter gesehen?

 

Ja, das war es! Der heilige Sebastian an einem Baum gebunden und von Pfeilen durchbohrt, aber wunderschön anzusehen. In seiner ganzen Männlichkeit und Grazie, in seinem ganzen Leid. Ein Bild, dass ihn in seiner Kindheit maßlos beeindruckt hatte. Und dieser S´Kirk erinnerte ihn wieder daran. Der Gefangene sah aus, wie eine real gewordene Theriakfantasie.

 

"Das nennst du eine gute Behandlung? Warum tötest du mich nicht? Weißt du überhaupt, wie sich ein Mensch in Gefangenschaft fühlt?" S´Kirk hob und senkte schwer seine Brust. Die Gefühle schienen ihn zu überrollen. "Es macht euch Vulkanier vielleicht nichts aus, aber ich ertrage es nicht mehr, wie ein Tier gefangen zu sein." Die mühsam unterdrückte Wut ließ seine Augen blitzen.

 

"Du bist verurteilt und ich könnte dich für deinen Fluchtversuch töten", antwortete Spock scheinbar kühl, aber auch in seinem Inneren spielte sich ein Tumult ab.

 

"Dann tu es doch. Das - oder gib mir meine Freiheit wieder. Ich bin ein Mensch. Ich kann hier nicht leben. Niemand spricht mit mir. Ich bin ein Außenseiter und man meidet mich wie einen Aussätzigen. Und jetzt soll ich bestraft werden. Es wäre besser, wenn ...“

 

Der Gefangene ließ den Satz unvollendet im Raum hängen. Seine Arme fielen nach unten, als wenn die Anstrengungen der vergangenen Stunden ihm die letzte Kraft geraubt hätten.

 

"S´Kirk." Spock fiel auf, dass er den Gefangenen zum ersten Mal mit seinem Namen angeredet hatte. "Ich verstehe."

 

S´Kirk hielt bei dieser Antwort sichtbar verblüfft den Atem an und Spock näherte sich ihm, bis er den Körpergeruch des Gefangenen wahrnahm. Es roch überraschend angenehm, so wie eine bestimmte Nusssorte, die es nur auf Vulkan gab.

 

"Ich verstehe dich besser, als du glaubst." Als immer noch keine Antwort kam, nahm Spock das Kinn des Menschen und hob es etwas zu sich an. "In gewisser Weise bist du wie ich."

 

"Was ...?" Verwirrung breitete sich auf dem Gesicht des Gefangenen aus.

 

"Ein Fremder." Spock musterte eindringlich das Gesicht vor sich. "Ich weiß, was es heißt, ein Fremder zu sein."

 

Dann beugte sich Spock vor und legte seine Lippen auf den Mund des Gefangenen. Er nahm mit seinen Fingern die Verkrampfung bei S´Kirk wahr. Die Lippen des Gefangenen bebten und fast widerwillig nahm er sich wieder zurück, aber er registrierte befriedigt, dass der Gefangene immer noch ohne sichtbare Abwehr dastand. Das Blut war jetzt verschwunden und Spock fuhr sich unbewusst über die eigenen Lippen, um noch die Reste zu schmecken.

 

Dabei fühlte er einen abschätzenden, fragenden Blick auf sich ruhen. Natürlich. Die Menschen taten so etwas jeden Tag, aber sein Verhalten wirkte sicher sehr ungewöhnlich. Die Irritation des Gefangenen war fast mit Händen greifbar.

 

"Ich hatte eine menschliche Mutter und deshalb ...", versuchte er, zu erklären.

 

"Und deshalb?"

 

"Auch deshalb fühle ich wie du." Zur Erklärung fuhr Spock sanft über den Brustkorb und fühlte die Muskeln entlang. Dann verweilten seine Hände auf den Brustwarzen. Es war eine zärtliche Berührung, die er gerne bei sich selbst vornahm. Dann wanderten seine Hände tiefer zu dem wirklichen Ziel seiner Neugier. Mit einem Ruck zog das Tuch aus dem Gürtel. Es fiel zu Boden und entblößte die Genitalien des Gefangenen.

 

"Was zum Teufel ... ", rief die menschliche Stimme erschrocken. Der Gefangene wich so weit wie möglich an die Wand zurück und versuchte seine Hände schützend vor sich zu halten.

 

Aber auf Spock wirkte das alles sehr verführerisch. "Und ich weiß, was du brauchst."

 

"Du weißt, was ich brauche?", antwortete S´Kirk aufs Höchste alarmiert.

 

"Ja, ich kenne das ... "Spock folgte dem Gefangenen in die letzte Ecke und musterte die Fesseln. "Ich befreie deine Hände. Versprichst du mir dann, dass du nicht mehr weglaufen wirst?"

 

"Habe ich eine andere Chance?"

 

Der Mensch hob seine Hände, aber er wirkte noch sehr misstrauisch, dachte Spock. Er schien seine guten Absichten immer noch nicht zu erkennen. Er würde es ihm erst beweisen müssen.

 

"Ich möchte dir nicht wehtun. Du musst nur tun, was man dir sagt." Ohne eine Antwort abzuwarten, öffnete Spock mit seinem Code das Schloss und ließ die Handschellen mit der Kette auf den Boden fallen. Dann betrachtete er den bewegungslos und nur noch mit einem Tuch um den Bauch bekleideten Menschen. Wellen von Begierde erhitzten erneut seine Lenden. Ich muss ihn haben, dachte Spock fiebrig. Er muss noch heute Nacht mein werden.

 

Spock sah einen undefinierbaren Ausdruck auf dem Gesicht vor sich und er nahm es als Wunsch, mit seinen Zärtlichkeiten fortzufahren. Dieser Mensch musste dieselbe Einsamkeit wie er selbst verspüren. Wenn er das nur früher erkannt hätte.

 

Er drängte den Gefangenen an die Wand und konnte nicht widerstehen, seine Zunge über die menschliche Wange mit dieser seltsamen Tönung zu führen, hoch bis zur rechten, runden Ohrmuschel. Instinktiv ließ er sie in die Rinnen fahren. Hin und her. Mit allen Sinnen nahm er das Gemisch aus Abwehr und körperlicher Anspannung bei dem Gefangenen wahr.

 

Vielleicht ist er genauso unerfahren, wie ich selbst, dachte Spock erstaunt. Aber nein, das konnte nicht sein. Dann fuhr er fort den Körper zärtlich zu stimulieren und der Mensch beobachtete seine Bemühungen mit weit aufgerissenen Augen, aber er wehrte sich nicht.

 

Mit sanften Händen fuhr Spock über die Leiste, immer tiefer in den Schritt des männlichen Körpers. Er fasste mit seiner Hand modulierend über das weiche Geschlechtsorgan. Es war kleiner als erwartet, dennoch schien es schon zu reagieren. Aber irgendwie störte ihn der Blick des Menschen.

 

"Dreh dich zur Wand um", forderte Spock. Der Gefangene gehorchte, wenn auch widerstrebend und Spock fühlte sich sofort sicherer. "Du riechst so seltsam und deine Haut sieht so anders aus.“ Spock fuhr mit der Hand zwischen die zusammengepressten Beine und schlich sich mit etwas Druck in die Spalte der Hinterbacken. Was er dabei fühlte, ließ ihn scharf die Luft einsaugen. "Du bist so schön, so erregend", stöhnte er laut und sein heißer Atem traf den Rücken des Gefangenen.

 

Immer neue prickelnde Schauer durchliefen Spock. Unwillkürlich presste er mit seiner anderen Hand seine eigenen, erregten Genitalien lustvoll zusammen. Er hatte noch nie einen anderen männlichen Körper berührt und es überwältigte ihn fast. Ein ungeheures Glück. Ein Geschenk. Dass er die Situation ausnutzte, und einen Gefangenen missbrauchte, kam ihm nicht mehr in den Sinn. Er verschonte ihn immerhin vor der sicheren Bestrafung, redete er sich ein und befriedigte auch noch den permanenten Sexualtrieb eines Menschen, der doch mindestens genauso intensiv darunter leiden musste, wie er selbst.

 

Seine Finger suchten eine bestimmte Stelle, die ihn in seinen Fantasien, während seiner Selbstbefriedigung, immer besonders interessiert hatte. Und er drang mit einer Fingerspitze wie unter Zwang ein. Er erlebte es als eine Erfahrung, die es mit keiner noch so überzeugenden Fantasie aufnehmen konnte.

 

"Nein." Das Stöhnen des Menschen klang zwar gequält, aber überzeugte den Vulkanier nicht.

 

Dennoch entfernte er die Hand wieder, denn sein eigener Penis schmerzte bereits vor Erregung. Er hätte nicht zu hoffen gewagt, dass er das erregende Gefühl einer Penetration auf diese Art jetzt schon fühlen würde. Es war sogar fraglich, ob er aufgrund seiner Herkunft überhaupt noch einen vulkanischen Bindungspartner finden würde.

 

Gem war eine Alternative, aber das würde bedeuten ganz aus der vulkanischen Gesellschaft ausgeschlossen zu werden. Dennoch hatte Spock bis jetzt immer geglaubt, dass er sie erwählen würde, wenn er dazu gezwungen wurde. Aber sie war eine Frau und würde deshalb niemals dieselbe Begierde in ihm auslösen können, wie dieser Mann. Und der Gefangenen schien mit allem einverstanden zu sein.

 

"Ich weiß genau, wie du dich fühlst und deshalb werde ich dir jetzt geben, was du dir am dringlichsten wünscht", verkündete Spock euphorisch. Aber nichts hatte ihn auf das überwältigende Gefühl vorbereitet, dass ihn wie ein Sturzbach traf, als sein Penis mit voller Länge in den Menschen eindrang.

 

S´Kirk schrie laut auf und es klang für Spock gleichzeitig nach Schmerz und Lust.

 

Spock spürte die fremde Haut, die um sein Glied glitt und es umfasste, wie ein zu eng sitzender Handschuh. Er drang immer wieder neu in den Gefangenen ein, aber es waren bald zu viele Reize, um sich noch lange zurückhalten zu können. Zuviel hatte sich in den letzten Jahren in Spock aufgestaut. Die erzwungene Enthaltsamkeit steigerte sein Empfinden ins Unermessliche.

 

Zum ersten Mal konnte er es selber am eigenen Leib fühlen. Und es war noch viel, viel besser, als er es sich jemals hatte vorstellen können. Mit aller Kraft presste Spock sich tief in die Rundungen von S´Kirks Gesäß. Die Reibungen in dem engen Kanal ließen ihn sich lustvoll aufbäumen. Es war wie tausend, kleine Freudentänze, die gleichzeitig in seinen Nervenbahnen aufgeführt wurden. So ein schönes Gefühl hatte er noch nie erlebt.

 

"Oh, Oh", stöhnte er, kaum noch seiner Stimme mächtig.

 

In diesem Moment erlebte Spock plötzlich eine ähnliche Vision, wie in einer seiner Drogenträumen. Er sah sich mit S´Kirk in einer ganz anderen Welt. Friedlich und gleichberechtigt. Er hatte sein Gegenstück gefunden. Jemanden, der sein Denken und sein Fühlen teilen könnte, jemanden, der ihn aus seinem Gefängnis befreien konnte. Mit ihm zusammen etwas Neues erschaffen. Endlich war er nicht mehr allein. Endlich vereint ... Spock begann, sein ganzes Sehnen und Fühlen auf den Menschen zu konzentrieren. Sich ihm ganz hinzugeben.

 

"Nein! Nein! Hör auf. Du tust mir weh. Hör sofort auf!"

 

Plötzlich schrie der Gefangene verzweifelt auf und griff nach hinten, versuchte, den vulkanischen Körper von sich zu drängen. S´Kirk hatte gehofft, dass er alles unbeschadet überstehen würde, wenn er nur stillhielt. Aber der Schmerz beim Eindringen des Vulkaniers in seinen Körper überschritt seinen Fähigkeiten und es schien, als würde diese Tortur kein Ende mehr nehmen. Panik überrollte ihn.

 

Wie unter Schock registrierte Spock, wie sich der Körper vor ihm immer mehr verkrampfte und die Arme ihn gewaltsam fernhalten wollten.

 

Dann drehte der Gefangene sein Gesicht, soweit das seine Haltung zuließ, nach hinten und Spock starrte in Augen, in denen die seltsamen Flecken, wie wild gewordene Planeten tanzten. Es dauerte lange, bis Spock den wahren Sinn der Worte verstanden hatte, aber dann durchbohrte es ihn wie einen Dolch. Alles war nur eine Täuschung gewesen. Nichts stimmte. Die Einsamkeit hatte ihm ein Trugbild vor gegaukelt. Er hatte sich etwas eingeredet, was es gar nicht geben konnte. Ein Mensch und ein Vulkanier würden sich niemals verstehen, auch wenn er nur ein Halbvulkanier war. Es bedeute nichts. Garnichts. Dieser Gefangenen wollte ihn nicht wirklich. Er hatte nur seiner Bestrafung entgehen wollen.

 

Der Schmerz wurde zu Wut. Zu einer zerstörerischen Wut. Er war schon wieder von einem Menschen hintergangen worden. Das Gefühl war fast unerträglich. Zeriss ihn innerlich. Spock fiel wieder der eigentliche Sinn seines Hierseins ein. Aber jetzt würde er genau so handeln, wie es Generationen von Vulkaniern schon vor ihm getan hatten. Wenn die Verurteilten sich schuldig gemacht hatten, wurden sie bestraft.

 

Mit Leichtigkeit schob er die schwächeren Hände des Menschen an die Seite und bückte sich schnell, um die Fesseln zu greifen. Dann drehte er S´Kirks frontal zu sich und legte sie ihm wieder an. Dabei vermied er es bewusst, in das Gesicht zu sehen. Danach drängte er den Gefangenen wieder vor die Wand und zog die Kette ohne Spielraum fest an den Ring in die Wand.

 

Mit bebenden Körper ließ S´Kirk es sich gefallen, aber der Angstschweiß lief ihm über den Brustkorb. Spock konnte das aber nicht deuten und sah in der scheinbaren Passivität, dass der Gefangene sich wirklich eher schlagen lassen wollte, anstatt von ihm geliebt zu werden.

 

Bei diesem - seit seiner Kindheit nicht mehr gedachten - Wort Liebe schwemmten besonders unangenehme Gefühle von Sehnsucht und Verlassenwerden in Spock hoch. Bevor sie ihn wieder wie einen Mühlstein niederdrücken konnten, griff er schnell nach dem auf dem Boden liegenden T`Hurt.

 

Auf den ersten Hieb zeigte der Mensch noch keine Reaktion, aber es zeigte sich bereits ein rotes Mal und beim nächsten Schlag konnte er kaum noch ein Ächzen unterdrücken. Als der nächste Schlag wieder das wunde Fleisch traf, versuchte der Gefangene sich unwillkürlich wegzudrehen, aber Spock animierte das nur noch mehr. Sollte er doch sehen, was es hieß, ungehorsam zu sein. Als der Vulkanier dann eine bereits aufgeplatzte Stelle traf, schrie S´Kirk unwillkürlich laut auf.

 

Aber Spock holte wieder erbarmungslos aus und ließ das schwere Gerät erneut voll aufschlagen. Dann sah er eine rote Furche auf der hellen Haut. Menschliches Blut floss über das Bein, wie die eingefassten Adern auf Marmor. Spock hielt in seiner nächsten Bewegung inne und betrachtete das Verlaufen der Linien. Der Körper des Gefangenen bebte und er hörte mühsam unterdrückte Schmerzlaute. Eine dunkle Wolke schob sich gerade über den Himmel und tauchte das Licht in der Kammer in eine neblig, gelbliche Atmosphäre. Spock roch in der plötzlich kälter gewordenen Luft den feinen süßlichen Geruch des Blutes und den bittermandelartigen der Angst.

 

Entsetzt hielt er inne und ein eisiger Hauch klärte seinen Geist. Er war nur ein Theriak-Süchtiger und er hatte seinen Stolz und seine Ehre verraten. Und das alles nur, weil er die Einsamkeit nicht ertragen hatte. Und jetzt wollte er diesen Menschen missbrauchen, zu seinem Spielzeug machen. Zu seinem Sehlat, so wie er es seinem Vater vorgeworfen hatte. Aber in Wirklichkeit war er sogar noch schlimmer als Sarek.

 

Spock ließ das Strafwerkzeug mit einem lauten Knall auf den Steinboden fallen und näherte sich dem Menschen mit der vagen Idee, die Schmerzen nehmen zu wollen. Er fühlte sich schuldig und wollte es wieder gut machen.

 

Als in der plötzlich eingetretenen Stille der Gefangene sich mit seinem Gesicht so weit wie möglich zu ihm umdrehte, sah er einen Spock, der mit irrsinnig weit aufgerissenen Augen gerade seine Finger spreizte und sie offensichtlich gleich um sein Gesicht legen wollte. Ihn vermutlich ersticken oder noch etwas Schlimmeres vorhatte. Todesangst überwältigte ihn, denn er wusste, dass er dem Vulkanier vollständig ausgeliefert war.

 

"Nein, nein. Warte ... Bitte nicht. Ich tue alles ...", schrie er verzweifelt. Er konnte seinen letzten, verzweifelten Versuch am Leben zu bleiben, nicht mehr unterdrücken.

 

Spock hatte nicht wahrgenommen, dass inzwischen Gem, durch die lauten Rufe alarmiert, den Raum betreten hatte. Sie befürchtete, dass Spock etwas passieren könnte, denn sie fühlte sich - seit sie in sein Haus gekommen war - auf eine seltsame Art für ihn verantwortlich. Ohne zu zögern, warf sie sich zwischen die beiden Männer und wollte ihren Herren fortziehen.

 

Aber Spock glaubte sich missverstanden und erkannte nicht, dass sie ihn nur schützen wollte. Mit einer heftigen Handbewegung schüttelte er sie von sich ab und schlug ihr dabei ohne bewusste Absicht zu fest gegen die Halsschlagader. Sie verlor sofort das Bewusstsein und schlug mit dem Kopf hart auf den Steinboden auf.

 

Entsetzt sah er, wie immer mehr rotes Blut aus ihrem kurzen, schwarzen Haar floss und dann in einem Halbkreis auf dem Steinboden verlief. Ohne, dass Spock etwas dagegen tun konnte, starb sie vor seinen Augen. Für eine kurze Sekunde sahen sich Spock und S´Kirk in die Augen. Dann hörten sie nur noch irrsinnig laute Geräusche und sahen grelle Lichtblitze um sich herumwirbeln ...

 

 

*

 

Wieder vereint.

 

Nachdem die Vianer sie wieder freigegeben hatten, lagen Kirk, Spock und McCoy in dem mit nur wenigen, starken Lampen bühnenartig ausgeleuchteten Raum. Sie kämpften darum - noch ganz von den Nachwirkungen durch die von den Vianern verursachten Transformierung und den imaginären, traumatischen Erlebnissen benommen - so schnell wie möglich, wieder zu Bewusstsein zu kommen.

 

„Meine Güte, ich bin mir wie so ein Wunderheiler vorgekommen. Als wenn ich Herr über Leben und Tod wäre“, murmelte McCoy und schaffte es als erstes, sich von den holzartigen, flachen Holzpodesten zu erheben. "Sie haben meine größte Schwäche herausgesucht und mir eine absolute Macht suggeriert."

 

In seiner Erinnerung hatte er mit der Hilfe einer Heilerin namens Gem, sich selbst dafür geopfert die tödliche Krankheit seines Vaters zu besiegen. Aber langsam sickerte die bittere Wahrheit in sein Bewusstsein. Sein Vater war schon vor langer Zeit gestorben und seine angebliche Heilung nur eine überzeugende Illusion der Vianer gewesen.

 

Nur wenige Meter neben ihm stemmte sich Kirk hoch. Auch er versuchte, seine gerade durchlebten Erinnerungen in Worte zu fassen. „Bin ich wirklich so ein dominanter Kotzbrocken?“, murmelte er unverständlich in sich hinein und erinnerte sich noch lebhaft daran, wie sehr er es genossen hatte, als Gefängnisdirektor hemmungslos und ohne Rücksichten seinen Gelüsten folgen zu können. Besonders, was einen ganz bestimmten Insassen betraf.

 

Gerade dieser Aspekt berührte ihn ganz besonders unangenehm. Er hatte bis jetzt niemals für möglich gehalten, dass er zu so einem schrecklichen Verhalten in der Lage war. Wie konnte das nur passiert sein? Unwillkürlich drehte er sich um und beobachtete Spock, der sich gerade von einer anderen spitzwinkeligen Platte erhob.

 

Ein schräges Licht fiel auf das vertraute Gesicht seines Ersten Offiziers. Der Vulkanier wirkte mitgenommen und hatte verdächtig dunkle Augenringe. Sicher sah er selbst aber auch nicht besser aus.

 

„Ich vermute, dass wir alle einer Art Test unterzogen wurden. Und uns eine imaginäre Macht zuteil wurde. Wir sollten vermutlich, wie die Empathin Gem, auf unsere Fähigkeit zum Mitgefühl geprüft wurden“, wagt Spock eine erste Vermutung über die Ereignisse.

 

Als er sich an die gerade erlebte Bestrafung in seinem vulkanischen Haus erinnerte und an das erregende Gefühl, als Jim vollkommen seinen Launen ausgeliefert gewesen war, durchfuhr ihn tiefste Scham. Er hatte eine Schwäche in sich gesehen, die ihn jetzt sehr nachdenklich machte. Aber es konnte auch kein Zufall gewesen sein, dass ausgerechnet Jim das Zentrum seiner Illusion geworden war.

 

„Diesen Test haben wir offensichtlich alle in irgendeiner Form bestanden. Aber anscheinend haben wir jeder etwas ganz persönliches dabei erlebt. Vermutlich war Gem immer der Katalysator, oder? Vielleicht ging es auch gar nicht um uns, sondern nur um sie?“, spann der Captain den Faden fort.

 

Er hätte viel dafür gegeben McCoys, aber ganz besonders Spocks Erlebnisse zu erfahren. Im Moment traute er sich aber noch nicht, danach zu fragen. Und vielleicht war es sogar besser, nicht daran rühren.

 

"Was wohl aus Gem geworden ist?", fragte sich McCoy laut. "Ich hoffe, sie kann ein glückliches Leben führen, in dem Bewusstsein ihre ganze Spezies gerettet zu haben."

 

„Davon ist vermutlich auszugehen. Aber auch wir sollten aus dieser Erfahrung unsere Lehren ziehen“, antwortete Spock und es fiel ihm im selben Moment auf, wie altklug er wieder klang. Vielleicht wäre es besser, in Zukunft darauf zu verzichten. Es hielt ihn aber nicht davon ab, sich in seiner typischen Art wieder neben Jim zu stellen.

 

„Und ich schlage vor, dass wir diesen Ort so schnell wie möglich verlassen“, antwortete Kirk mit einem etwas schiefen Lächeln, während er den Communicator aufklappte, um die Enterprise zu rufen. Es war etwas in Spocks Tonfall gewesen, dass ihm neu war. Er würde die nächste Gelegenheit benutzen herauszufinden, ob es da etwas zwischen ihnen gab, dass er bisher übersehen hatte.

 

„Gute Idee, Jim.“ McCoy gesellte sich zu ihnen und beobachtete seine Freunde. Aber sie waren so sehr damit beschäftigt, sich heimlich mit Seitenblicken zu mustern, dass sie ihn scheinbar ganz vergessen hatten.

 


Epilog

 

 

„Siehst du, Thann? All unsere Fragen sind beantwortet worden. Gems Planet Minara ist es wert gerettet zu werden. Und wir haben noch ganz unerwartet unser Wissen über die Menschen und die Vulkanier erweitert.“

 

„Du hast recht, wir wissen jetzt mehr. Aber gib zu, dass du auch deinen ganz persönlichen Lüsten gefolgt bist, als du diese Szenarien entwickelt hast.“

 

„Natürlich, Thann. Aber weißt du denn nicht, das nur so Fortschritt entsteht? Aus Spaß am Spiel und an der Perversion.“

 

„Ich hasse dich. Du bist ein Zyniker.“

 

„Ich weiß, Thann. Ich weiß.“

 

Die beiden alten Vianer verschwanden wieder im Dunkel der Zeit.

 


Ende