Titel: Game over

Autor: Lady Charena

Fandom: House, MD

Charaktere: Gregory House/James Wilson

Thema: # 035. sechster Sinn

Word Count:

Rating: PG, slash

Anmerkung des Autoren: Season 1. past-Histories

Vielen Dank an T’Len für’s betalesen.

Summe Wilson weiß, wo er House finden kann

 

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.

 

Never know how much I love you
Never know how much I care
When you put your arms around me    (Nina Simone)

 

„Hast du vor, den Rest des Tages hier herum zu stehen?“

 

House schnitt eine Grimasse. „Was muss ich eigentlich tun, um einmal Ruhe vor dir zu haben?“

 

Wilson stand von der Tribünenbank auf, wo er die letzten fünfzehn Minuten damit verbracht hatte, House zu beobachten. Die rigide Haltung des älteren Mannes verriet ihm, dass sein Freund sich mit dem stundenlangen Herumstehen und –gehen auf dem Spielfeld keinen Gefallen getan hatte. Zumindest nicht seinem Bein. Auf der anderen Seite war er begeistert, dass Greg das Spiel besucht hatte. Ausflüge wie dieser kamen seit dem Infarkt nicht mehr sehr oft vor. Menschenmengen brachten Probleme mit sich. Das fing mit dem Besuch einer Bar oder eines Restaurants an. Sich durch einen Raum voll ignoranter Menschen zu manövrieren, ohne von jemand gerammt zu werden oder mit einem im falschen Moment herausgezogenen Stuhl zu kollidieren, war nicht so einfach, wie es sich anhörte. Greg würde es natürlich vorziehen, auf sein Bein keine Rücksicht zu nehmen, also tat er es. Da er ohnehin die meiste Zeit bezahlte, dingte er sich auch aus, die Lokale auszusuchen, wählte Zeiten außerhalb der Rushhour aus.

 

„Woher wusstest du überhaupt, wo ich bin?“, fragte House.

 

„Tja, das muss wohl mein sechster Sinn gewesen sein.“ Wilson trat hinter ihn und lehnte sich leicht gegen seinen Rücken, stützte das Kinn auf die Schulter des älteren Mannes. „Mein eingebautes House-Radar.“

 

House schnaubte amüsiert. „Vermutlich sollte ich dankbar dafür sein, dass du derjenige bist, der es hat und nicht Cuddy.“

 

Wilson gab ein gespielt frustriertes Seufzen von sich und legte die Arme um House’ Taille, nachdem der ältere Mann keine Anstalten machte, ihm auszuweichen. „Musstest du Cuddy erwähnen? Ich versuche mich hier an einem romantischen Moment.“

 

„Ich dachte für romantische Momente hast du Julie geheiratet.“ House lehnte sich ganz leicht in die Umarmung des Jüngeren zurück. Würde ein Außenstehender von ihrer Beziehung wissen, sie klänge sicherlich befremdlich – sie waren immer Freunde, Vertraute, Kollegen – aber nur dann Liebhaber, wenn eine ihrer Beziehungen in die Brüche ging oder wie nun Wilsons Ehe mit Julie, wackelte. Er schloss für einen Moment die Augen. Er war müde. Das Herumstehen auf dem Lacrosse-Feld und mehr noch die Erinnerungen an das, was er verloren hatte, riefen eine bleierne Erschöpfung hervor. Er war innerlich erleichtert, dass Wilson ihn gefunden hatte. Aber jemanden wissen zu lassen, wie sehr man ihn brauchte – ja, überhaupt dass man ihn brauchte – war gefährliches Gut... „Und was sagt dir dein sechster Sinn jetzt?“, fuhr er fort.

 

„Er sagt mir, dass ich dich nach Hause bringen sollte, wo du ein langes, heißes Bad nehmen wirst...“

 

„Soll das etwa heißen, ich stinke?“, warf House ein.

 

„...das dich aufwärmt, es ist nämlich ganz schön kalt hier draußen“, fuhr Wilson ungerührt fort. „Und dann werden wir sehen, ob ich aus dem Inhalt der Einkaufstüten in meinem Kofferraum etwas Essbares für uns zustande bringe.“

 

„Ouch, Jimmy. Wenn das ein intimes Dinner wird, weiß ich nicht, ob ich das Dessert liefern kann.“

 

Da war etwas in House’ Stimme, das ihm sagte, dass es kein Scherz war. Schmerzen – wie Schmerzmittel – waren je nach Dosis nicht gerade förderlich für das Liebesleben. „Hast du morgen früh schon etwas vor?“, fragte Wilson leise, sein Mund dicht an Gregs Ohr.

 

„Auf die Gefahr hin, dass du zu spät zur Arbeit kommst?“, entgegnete House ebenso leise. Er öffnete die Augen und wandte den Kopf, so dass er James anblicken konnte. Das Blau strahlte förmlich, als würde es von innen beleuchtet.

 

Wilson lachte. „Ganz besonders wenn es bedeutet, dass ich zu spät zur Arbeit komme.“ Er küsste Greg – flüchtig, aber intensiv – dann ließ er ihn langsam los. „Na komm’, ich bin hungrig.“

 

House wandte sich ihm zu. „Ja, hungrig“, wiederholte er, hakte den Griff des Stocks an James Ellbogen ein und zog ihn damit wieder zu sich, um ihn zu küssen. Vielleicht hatte er einiges verloren, aber das Spiel war ja noch nicht zu Ende.

 

 

 

Ende