Auf frischer Tat
T’Len
2005
Fandom:
Adelheid und ihre Mörder
Altersangabe:
NC-17 (m/m-slash)
Warnungen:
Humor
Feedback:
tlen11@freenet.de
Summe:
In der Wohnung des Täters finden Schilling und Pohl einige interessante Sachen.
Disclaimer: Leider gehören mir die Jungs und Mädels nicht.
Ich habe sie nur für ein bisschen Fanfiction-Spaß ausgeborgt. Damit sollen
keine Urheberrechte verletzt werden. Und natürlich wird damit nichts verdient.
Beachtet die Altersangabe und geht wo anders spielen, wenn ihr zu jung seit
oder euch am Thema stört. Vielen Dank an Lady Charena fürs Beta.
"Was für ein seltsamer Geschmack." Dieter Pohl sah
sich kopfschüttelnd in der Wohnung um, die er und Kollege Schilling durchsuchen
sollten. Ihr Besitzer saß gerade im Büro und durfte sich werweißwievielten Male
Azzuro anhören. Hauptkommissar Strobels beliebte Verhörmethode, die früher oder
später den härtesten Verbrecher weich kochte.
Zwar hatte Pohl das Gefühl, Strobel habe wieder einmal den
Falschen erwischt und der junge Mann sei völlig unschuldig. Es war wohl nur
eine unglückliche Verkettung von Zufällen gewesen, die ihn zum Tatzeitpunkt in
Tatortnähe - während der Eröffnung einer Ausstellung war der Künstler ermordet
in der Toilette gefunden worden - geführt hatten. Strobel war überzeugt, es
handle sich um Mord aus Eifersucht, da der Verdächtige und das Opfer einmal
eine kurze Affäre gehabt haben sollten. Frau Möbius vermutete ja eher, dass der
Galeriebesitzer den Verkaufswert der Bilder durch das tragische Ableben ihres
Schöpfers steigern wollte, denn um sein Geschäft stand es wohl nicht zum
Besten. Wahrscheinlich war sie mal wieder gerade dabei, den Fall im Alleingang
zu lösen, während Schilling und er hier total sinnlos ihre Zeit verschwendeten.
Aber wer war er denn, dem Chef zu widersprechen.
"Ich dachte, der Typ war was mit Kunst", sagte er
und deutete auf das Poster eines muskelbepackten, nackten Mannes an der Wand.
"Das ist ja wohl kaum ein Picasso."
"Also mir gefällt es", erwiderte Schilling und
pfiff anerkennend durch die Zähne. "So eine Figur müsste man haben."
"Sind doch eh alles Steroide", bemerkte Pohl
achselzuckend und sah sich die Schrankwand genauer an. Ein Objekt fiel ihm
besonders ins Auge. Es war aus Glas und hatte die Form von... er sah genauer
hin, tatsächlich ein gläserner Penis. Er schüttelte den Kopf. "Also schwul
ist der bestimmt", meinte er.
"Das ist ein Designerstück. Nach der Originalgröße und
Form von Pete, the Bull, dem bekannten Pornostar. Heute mindestens 1000 Euro
wert. Es gab davon nur 69 Stück. Herausgegeben vor zwei Jahren aus Anlass
seines hundertsten Filmes. Ich hatte leider kein Glück damals einen zu
erwischen", erklärte Schilling.
Pohl starrte ihn mit weit aufgerissenen Augen an.
"Woher wissen Sie das alles und wieso wollten Sie so ein Ding?"
Schilling zuckte geringschätzig die Schultern. "So was
weiß man doch und weil es gut in der Schrankwand aussieht, wie Sie sehen."
"Ich weiß ja nicht." Pohl blieb skeptisch. Was
hätte wohl seine Liebste dazu gesagt, wenn er mit so einem Stück angekommen
wäre. Er seufzte bei dem Gedanken an seine Verflossene.
"Schauen wir uns mal im Schlafzimmer um", schlug
Schilling vor.
Dort zog er die Schublade des Nachttisches auf und pfiff
erneut anerkennend. "Oh man, ein 35 Zentimeter MacGuthrie aus Silikon. Der
Kerl muss echt Kohle haben. So einen wollte ich schon lange, aber bei unserem
mickrigen Gehalt..."
Pohl schielte zu seinem Kollegen und dem hautfarbenen Ding
in seiner Hand. "Was ist das?", fragte er.
"Aber Pohl, das wissen Sie nicht? Kein Wunder, dass
Ihre Verlobte davon gelaufen ist." Schilling hielt ihm das Teil vors
Gesicht.
Pohl schluckte. "Natürlich weiß ich, was das ist",
rechtfertigte er sich. "Ich meine ja nur, wozu braucht ein Mann das. Eine
Frau, ja, aber ein Mann..."
"Na wozu wohl." Schilling grinste und machte
einige stoßende Bewegungen Richtung Pohls Rückseite.
Pohl schluckte erneut. Irgendwie war es ihm hier langsam
suspekt. Und wieso wusste Schilling eigentlich so viel über Penisse aus Glas
und Silikon?
Sein Kollege hatte derweil den künstlichen Penis achtlos
aufs Bett geworfen. Er betrachtete sich jetzt eine Reihe von Videos, die auf
einem Regal über dem Bett standen und murmelte deren Titel vor sich hin.
"Der hat ja wirklich alle Klassiker", sagte er
schließlich laut zu Pohl und zog eines der Videos heraus. "Wollen wir mal
reinschauen?"
"Ich weiß nicht", erwiderte Pohl nervös.
"Ach kommen Sie, der Chef hat doch gesagt, wir sollen
uns gründlich umschauen. Im Wohnzimmer habe ich einen Rekorder gesehen."
Ohne die Antwort seines Kollegen abzuwarten, marschierte
Schilling zurück ins Wohnzimmer und machte sich an Videorekorder und Fernseher
zu schaffen.
"Der mit den Schwänzen tanzt, einer der Klassiker von
Pete. Wie er sich der Reihe nach die Indianer vornimmt, dafür hätte er sich
einen Oskar verdient", erklärte er und nahm neben Pohl auf dem Sofa
platzt.
Dieser starrte auf die nackten Männer auf dem Bildschirm.
"So eine Schweinerei schauen Sie sich an?", fragte er entsetzt.
"Natürlich. Irgendwie muss man sich doch die einsamen
Abende vertreiben", erwiderte Schilling ungerührt und rückte seine Hose
zurecht. "Glauben Sie mir, das kann sehr anregend sein:"
"Oh Gott." Pohl stellte fest, dass er plötzlich
schwitzte. Er schielte vom Bildschirm zur Schrankwand und wieder zurück.
Zweifelsohne das Glasmodell übertrieb in Länge und Breite keineswegs.
"Ich wusste gar nicht, dass das möglich ist“, murmelte
er nach ein paar weiteren Minuten. "Und das."
"Oh, es ist vieles möglich, man muss es nur
versuchen." Schilling war derweil vertraulich näher gerückt und hatte eine
Hand auf Pohls Oberschenkel platziert. Dieser bemerkte es erst nach einigen
weiteren Minuten, während denen die Hand bereits in seinen Schritt gewandert
war. Ihm war so verdammt heiß.
"Äh Schilling", wagte er zaghaften Protest.
Schwer atmend wandte Schilling seinen Blick vom Fernseher.
"Wollen wir das nicht auch mal probieren? Jetzt?", fragte er.
"Äh, aber ich... steh nicht auf Männer",
widersprach Pohl, sein Blick wie festgeklebt an den Aktivitäten auf dem
Bildschirm.
"Ach wirklich?", erwiderte Schilling. „Das fühlt
sich hier aber ganz anders an." Er drückte gegen Pohls Männlichkeit, deren
erregter Zustand diesem erst jetzt so richtig bewusst wurde.
"Äh... na ja...", war alles, das er herausbrachte.
Aber warum eigentlich nicht? Wenn Frauen ihre Männer wegen einem Kirchenchorleiter
verließen, dann sollten sie sich nicht wundern, wenn sie anschließend aus
Protest schwul worden, nicht wahr? Er wusste ja schon gar nicht mehr, wann er
überhaupt das letzte Mal Sex gehabt hatte. Und die Typen auf dem Bildschirm
sahen so aus, als hätten sie eine Menge Spaß bei dem, was sie taten.
"Der Typ hat doch bestimmt ein Gleitmittel da",
sagte Schilling und erhob sich. Pohl kam nicht umhin zu bemerken, wie sehr
seine Hose im Schritt spannte. "Vielleicht ziehen Sie sich schon mal
aus."
"Hab es." Keine Minute später kehrte Schilling
zurück, eine Tube und den Silikonpenis in der Hand, mit der anderen öffnete er
seine Hose.
"Aber, wenn jemand kommt", wagte Pohl einen
letzten Protest.
"Quatsch, der Chef verhört den Typen bestimmt noch
stundenlang", war sich Schilling sicher. "Knien Sie sich hin",
befahl er. Das Sofa ächzte gewaltig, als er selbst sich darauf kniete.
///
"Sie haben was!?!" Hauptkommissar Ewald Strobels
Stimme überschlug sich fast, während seine zwei Mitarbeiter wie ein kleines und
ein nicht gar so kleines Häuflein Elend vor ihm standen. "Statt die
Wohnung des Verdächtigen zu durchsuchen, lassen sich die Herren Kommissare
beim... beim..." ihm fehlten die Worte. "Spinnen Sie jetzt total? Wir
sind hier eine Mordkommission und keine Ballettschule. Dass das klar ist. Ich
dulde hier keine warmen Brüder. Verstanden? Der Kerl ist der Neffe vom
Innensenator. Der hat sich eh schon bei Dünnwald wegen der ungerechtfertigten
Verhaftung beschwert. Wenn der jetzt auch noch erfährt, dass Sie..." Er sank,
über die Aussicht auf frühzeitige, unfreiwillige Pensionierung erschrocken, in
seinen Sessel. "Sie werden sich sofort entschuldigen und den angerichteten
Schaden ersetzen. Und jetzt raus hier!"
///
Schilling seufzte herzzerreißend, kaum dass die Tür zu
Strobels Büro sich hinter ihm geschlossen hatte. Das Designersofa, dass unter
seinem Gewicht zusammengebrochen war, genau in dem Moment, als sein Besitzer
nach Hause kam, würde sein Gehalt für mindestens die nächsten sechs Monate
auffressen. Seine Vergnügungen konnte er glatt vergessen und zu allem Übel
hatte auch Pohl mehr als deutlich gemacht, das er keine Wiederholung ihres
Tete-a-tete wünschte.
Die Welt war schon ungerecht. Und dabei war er noch nicht
einmal zum Höhepunkt gekommen.
Ende