Hochzeitspläne

T’Len

2006

 

 

 

Fandom: Die 2

Charaktere: Brett/Danny

Kategorie: PG-15

Hinweise: Humor

Feedback: tlen11@freenet.de

Summe: Brett hat ein Problem, er soll heiraten.

 

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen. Vielen Dank an Lady Charena fürs Beta.

 

 

 

"Sag mal, haben sie dir bei der letzten Inspektion einen Rotor in den Allerwertesten eingebaut oder was?"

 

Nachdem sich Brett, Dannys Meinung nach zum mindestens tausendsten Mal neben ihn im Bett herumgewälzt hatte, konnte der Amerikaner nicht anders als eine seiner bissigen Bemerkungen loszulassen. "Ich werde bei den Geschaukele ja noch seekrank."

 

"Ich kann nicht schlafen", erwiderte Brett.

 

"Soll ich dir ein Schlaflied singen, Süßer. Oder lieber ein Märchen für den kleinen Brettylein?"

 

Brett seufzte. "Kannst du nicht einmal ernst sein, Daniel"

 

"Ich wüsste da auch noch eine Methode, ganz im ernst", erwiderte Danny.

 

"Und die wäre?", fragte Brett genervt zurück.

 

"Das Sandmännchen mit Bums. Hast du irgendwo einen Holzhammer?"

 

"Daniel!", knurrte Brett. "Ich habe wirklich genug Sorgen und keine Nerven für deine Albernheiten. Du könntest mir wenigstens einmal helfen oder zumindest etwas Anteilnahme zeigen."

 

„Okay, okay. Wo drückt der lordschaftliche Schuh?"

 

"Mein Onkel hat vorhin angerufen. Er erwartet am Wochenende meinen Besuch auf unserem Stammschloss."

 

"Oh, die liebe Verwandtschaft, immer wieder ungern gesehen. Schieb doch einfach eine blaublütige Unpässlichkeit vor oder dringende Geschäfte. Ich werde dich schon beschäftigt halten."

 

"Das geht nicht, Daniel. Mein Onkel war sehr deutlich, was seine... Bitte betrifft."

 

"Mit anderen Worten es klang eher nach einem Befehl?"

 

"Du hast es erfasst."

 

Daniel stützte sich auf den Ellbogen auf und blickte Brett an. "Dann musst du da halt durch, Brettylein. Denk an deinen süßen Danny, der zu Hause auf dich wartet oder noch besser, nimm mich doch mit, ich werde dir die Zeit mit Freuden vertreiben. Ich wollte schon immer mal deine Sippschaft kennen lernen. Mal sehen, ob alle Sinclairs so schnuckelig sind wie du."

 

"Das geht auf keinen Fall", wehrte Brett entsetzt ab. Danny und seine Familie, das konnte, wie er den Amerikaner und sein Talent Katastrophen anzuzeihen kannte, nur im totalen Chaos enden.

 

"Na, jetzt könnte ich aber glatt zur Leberwurst werden, zur beleidigten", erwiderte Danny. "Bin ich nicht gut genug für euren alten Schuppen?"

 

"Entschuldige, es ist nicht persönlich, nur... meine Familie, sie würden nicht verstehen, dass du... wir, du verstehst schon..."

 

"Dass du mit einem Kerl aus den Kolonien das Bett teilst?"

 

"Das ich mit irgendeinem Kerl das Bett teile."

 

"Müssen wir ihnen doch nicht auf die Nase binden, die blaue. Ich bin halt ein Freund, ein guter, das wird ja wohl erlaubt sein. Selbst in euren Kreisen."

 

Brett seufzte. Wenn es nur so einfach wäre. "Da ist noch etwas, Daniel. Mein Onkel, er deutete an, er wolle mir eine geeignete Dame vorstellen."

 

"Gedenkt dein Onkel die Dame unglücklich zu machen indem er sie ehelicht?"

 

"Nicht er, ich."

 

"Was?“ Jetzt saß Danny aufrecht im Bett und blickte auf Brett herab.

 

Der zuckte mit den Schultern. „Er meinte, es sei an der Zeit, dass ich die Familientradition etc. pp. und überhaupt, in meinem Alter sollte man längst..."

 

"Ich zähle da wohl nicht?", fragte Danny.

 

"Nicht wirklich, fürchte ich.“

 

Wilde ließ sich zurück in die Kissen fallen. „Und wer ist die zukünftige Möchtegern-Lady-Sinclair?“

 

"Keine Ahnung. Irgend so eine Tochter aus seinem adligen Bekanntenkreis, nehme ich an."

 

„Und er wird ein Nein nicht akzeptieren?"

 

"Schwerlich. Nicht nach meinen mindestens hundert Neins in den letzten zehn Jahren.“

 

"Du wünschst die Dame zu ehelichen?“

 

"Natürlich nicht."

 

„Hm, dann hast du ein Problem.“

 

"Das sag ich doch die ganze Zeit."

 

Danny überlegte kurz. „Und wenn du sagst, du hast schon jemanden gefunden, den du vor den Altar schleppen willst."

 

"Sie wären wahrscheinlich nicht begeistert aber sie würden es akzeptieren, denke ich, vorausgesetzt die Dame ist leidlich akzeptabel für unsere Kreise."

 

„Na das sollte sich doch machen lassen."

 

„Daniel?“, fragte Brett alarmiert. Wenn sein Freund einen Plan hatte, kam hinterher meist nichts Gutes dabei raus. "Was hast du vor? Ich sagte doch bereits. Ich kann nicht dich..."

 

"Keine Bange, Schatzilein. Ich werde deinen Blaublütigkeiten eine Lady präsentieren, die sie von ihren Kupplungsplänen Abstand nehmen lässt und unsere Beziehung nicht stört."

 

"Eine Alibi-Ehefrau? Ich weiß nicht", Brett war skeptisch. Dannys übliche Damenbekanntschaften waren nicht so ganz das, was man im Hause Sinclair gewohnt war - vorsichtig ausgedrückt. "Deine Freundinnen sind nicht gerade...", sagte er deshalb.

 

„Lass das mal den Danny machen“, unterbrach ihn Wilde und rutschte tiefer, die Bettdecke beiseite schiebend.

 

"Was machst du da?“, fragte Brett.

 

„Ich bin auf einmal gar nicht mehr müde“, kam es von unten und dann war Danny anderweitig beschäftigt und Brett vergaß für eine Weile seine Sorgen.

 

///

 

Brett sah auf seine Uhr - zum etwa hundertsten Mal in den letzten fünf Minuten. Wo Danny nur blieb? Er hätte schon längst abfahren müssen, wollte er nicht riskieren zu spät auf dem Schloss einzutreffen. Unpünktlichkeit zählte zu den Dingen, die sein Onkel nicht sehr schätzte. Hoffentlich war die Frau, die Danny anbrachte, wenigstens vorzeigbar. Er hatte da so seine Zweifel. Er blickte auf die Uhr. Wo blieb der Kerl nur?

 

Da flog die Tür zum Apartment auf. „Finde ich hier den schnuckligen Lord Sinclair?“, tönte eine piepsige Stimme.

 

„Ja", erwiderte Brett und starrte die Erscheinung vor seinen Augen an – ganz seine guten Manieren vergessend. Ein schweinchenrosanes Kostüm, dessen Rock ruhig ein bisschen länger hätte sein können, kräftige Fesseln über roten Stöckelschuhen. Auf dem Kopf thronte ein wagenradgroßer, hellgelber Hut mit riesigen Blumen darauf, der kaum etwas vom Gesicht darunter erkennen ließ.

 

Irgendwas an der Frau kam ihm merkwürdig bekannt vor

 

„Miss?", fragte er.

 

„Danielle, mein Süßer“, hauchte sie zurück.

 

Diese Stimme! Irgend etwas daran... Plötzlich ging ihm ein Licht auf. Brett starrte in das Gesicht, das unter dem riesigen Hut halb verborgen war. "Daniel?“, fragte er vorsichtig.

 

Wilde schob den Hut zurück. „Du bist manchmal ja doch ein Blitzmerker, Durchschlaucht.“

 

„Das kann doch nicht dein Ernst sein?“, fragte Brett.

 

„Oh doch, tot-ernst. Ich lass doch nicht zu, dass irgend so eine Schnepfe, eine blaublütige, mir meinen Schatz wegschnappt. Ich werde die beste Lady Sinclair sein, die deine Sippe je gesehen hat."

 

Brett seufzte und überlegte fieberhaft, wie er das Treffen doch noch absagen konnte.

 

Ende

 

 

Fortsetzung in Lady Sinclair