Titel: Wild Boys: Fly me to the moon
Autor: Lady Charena
Fandom: The A-Team

Pairung: Murdock/Face
Rating: PG, m/m

Beta: T'Len
Archiv: ja

Summe: Eine kleine Geschichte, warum Murdock Pilot geworden ist. Und ganz viel Zärtlichkeit.

 

Triva: Die Idee zu dieser Story entstammt einer Szene aus „Mind Games“ , in der Face Murdock imitiert und „Fly me to the moon“ singt. (Golyr.de sei Dank fand ich den Song sogar.)

 

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen. Lyrics by Frank Sinatra

 

 

…Fly me to the moon,
let me play among the stars.
Let me see what spring is like on Jupiter and Mars.
In other words, hold my hand!
In other words, baby kiss me.

Fill my heart with song,
and let me sing forever more.
You are all I long for, all I worship and adore.
In other words, please be true!
In other words, I love you!

 

“Fly me to the moon?”, fragte Face und hob den Blick von den Unterlagen für seinen Abendkurs. „Klingt wie genau der richtige Song für einen Piloten.“

 

Murdock sah zu ihm auf. Er hatte es sich mit einem großen Kissen auf dem Boden bequem gemacht, neben dem Plattenspieler und probierte die Plattensammlung durch, die sich in Face neuer Bleibe befunden hatte. Er hatte von Doktor Richter die Erlaubnis erhalten, die VA über Nacht zu verlassen und verbrachte sie mit Face. Leider hatte er nicht daran gedacht, dass Face Abendkurs genau an diesem Tag stattfand, was ihre gemeinsame Zeit etwas beschränkte. Er stöberte in den Regalen und Vitrinen im Wohnzimmer herum, während Face sich auf den Kurs vorbereitete und war schließlich auf den Plattenspieler gestoßen. Frank Sinatra wollte eben zum zweiten Mal zum Mond geflogen werden, als Face Stimme ihn aus seinen Träumen zurück auf die Erde holte. „You are all I long for, all I worship and adore. In other words, please be true! In other words, I love you!”, sang er leise mit und blickte dabei seinen Liebhaber an.

 

Face sah einen Moment weg, dann räusperte er sich. „Du hast mir eigentlich nie erzählt, wieso du Pilot geworden bist“, meinte er.

 

Murdock zögerte, dann zuckte er mit den Schultern, akzeptierte die nicht-Antwort und den Themawechsel. „Das ist keine besonders interessante Story.“ Er drehte sich auf den Bauch und stützte das Kinn in eine Handfläche. „Du weißt, dass meine Mutter gestorben ist, als ich fünf war.“

 

Das war etwas, das sie gemein hatten – sie hatten beide keine normale Kindheit erlebt. Face, der als Fünfjähriger ins Angel Guardian Waisenhaus kam, nachdem man ihn auf der Straße aufgegriffen hatte. Ein scheues, zurückhaltendes Kind namens Alvin Brenner, das aus dem Nichts aufgetaucht zu sein schien. Niemand suchte nach ihm, niemand wusste, wer er war. Und Murdock, dessen Mutter starb, als er ebenfalls fünf Jahre alt war und dessen gleichgültiger Vater ihn zu den Großeltern abschob.

 

Er streckte die Hand aus und schob den Lautstärkeregler zurück, so dass Sinatra nur noch flüsterte. „Ich verstand nicht wirklich, was „tot“ bedeutete. Mein Großvater versuchte mir zu erklären, dass meine Mutter jetzt einer von Gottes Engeln in seinem Himmel sei. Also fragte ich ihn, wo dieser Himmel wäre. Er nahm mich mit nach draußen und zeigte mir den Himmel über uns und sagte, ich würde immer genau darunter stehen, wo immer ich mich auch auf der Welt befinde. Also begann ich, immer nach oben zu sehen. Ich hoffte, ich würde sie irgendwann sehen können.“ Ein gedankenverlorenes Lächeln huschte über sein Gesicht.

 

Face klappte seine Mappe zu und stand auf, trat zu ihm und setzte sich neben den Piloten auf den Boden. Er streckte die Hand nach ihm aus.

 

Murdock drehte sich auf die Seite und sah zu ihm auf. Er lächelte und umschloss die dargebotene Hand mit seiner. „Ich habe in dieser Zeit jede Menge intimer Bekanntschaften mit dem Boden geschlossen, denn es schienen mir immer wieder Gegenstände in den Weg zu geraten, über die ich stolpern konnte. Irgendwann begann es den Leuten aufzufallen und jemand informierte meinen Vater. Er kam also eines Sonntags auf die Farm meiner Großeltern und meinte, wir müssten ein ernstes Gespräch führen. Er wollte von mir wissen, warum ich mich so seltsam benehme und befahl mir, sofort damit aufzuhören. Als ich ihm sagte, dass ich nach meiner Mutter Ausschau halten würde, wurde er so böse, dass er mich verprügelte. Mein Großvater ging dazwischen und ich wurde auf mein Zimmer geschickt. Das war einer der letzten Besuche meines Vaters, er heiratete bald darauf und gründete eine neue Familie. Das letzte Mal hörte ich von ihm, als ich meine Pilotenprüfung abgelegt hatte und bei den Thunderbirds aufgenommen wurde.“ Seine Augen verdunkelten sich einen Moment, ein Schatten, gleich Gewitterwolken, die über einen Sommerhimmel jagen und dann wieder verschwunden waren.

 

Face sagte nichts. Er nahm nur Murdocks Hand, drehte sie um und drückte einen Kuss auf seine Handfläche.

 

Murdock griff nach ihm, legte die Hand in Face Nacken und beugte ihn zu sich herunter, um ihn zu küssen. Face folgte dem sanften Druck und streckte sich neben ihm aus, schlang die Arme um den schlaksigen Piloten. Murdock legte seine Stirn gegen Face.

 

Nach einer Weile sprach er weiter. „Mein Großvater nahm mir das Versprechen ab, niemandem mehr zu erzählen, warum ich wirklich nach oben sehen würde. Also begann ich zu sagen, ich würde nach den Flugzeugen sehen. Dass ich Flugzeuge lieben würde. Das war okay. Ich bekam Bücher über das Fliegen geschenkt und Poster von Flugzeugen und Modelflugzeuge. Als ich zehn war, brauchte ich für mein Zimmer eine eigene Flugüberwachung.“

 

Face lachte leise. „Und deshalb bist du Pilot geworden?“

 

Murdock rieb seine Nase an Face Nase. „Nein. Natürlich wurde ich nur Pilot, um Mädchen zu beeindrucken und wegen der tollen Verdienstmöglichkeiten“, meinte er mit einem Grinsen.

 

„Spinner“, flüsterte Face und küsste ihn.

 

„Warte, das werde ich B.A. verraten, wie du mich eben genannt hast.“ Der Pilot beugte sich blitzschnell vor und biss Face ins Ohrläppchen. „Ich liebe es zu fliegen, weil es dann keine Grenzen mehr gibt“, flüsterte er ihm ins Ohr. „Weil es mich frei macht. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl. So wie jetzt. Mit dir.“

 

Face hob den Kopf und sah ihn erstaunt an, die blauen Augen weit aufgerissen. Für einen Moment schien er der Panik nahe zu sein, dann lächelte er – wenn auch etwas zittrig. Er öffnete den Mund.

 

Doch Murdock schüttelte den Kopf und rollte sie herum, bis er auf Face lag. Er begann, die Knöpfe seines Hemdes zu öffnen. „Wann hast du gesagt, fängt dein Kurs an?“

 

„Welcher Kurs?“, fragte Face geistesabwesend und schlag die Arme um Murdocks Nacken, um seinen Kopf zu sich herunter zu beugen.

 

Der Pilot lachte leise und küsste ihn. Er streckte ohne hinzusehen die Hand aus und fand nach einigem Suchen den Lautstärkeregler, um die Musik lauter zu drehen.

 

…Fly me to the moon,
let me play among the stars.
Let me see what spring is like on Jupiter and Mars.
In other words, hold my hand!
In other words, baby kiss me...


Ende