Fast zu spät

 

 

Autor: Liliane Romano

Email: liliane_romano@yahoo.de / liliromano@arcor.de

 

Titel: Fast zu spät

 

Beta: T’Sihek

Zeit: TOS

Art: STAR TREK K/S

Alter: alle

 

Disclaimer:

Das Star Trek Universum gehört mir nicht und ich verdiene damit kein Geld. Ich spiele nur ein wenig mit den sexy Jungs und den netten Mädels die dort wohnen. Ich schreibe nur aus Spaß und will keine Rechte verletzen.

 

 

Beitrag zur Challenge

 

Thema:

 

„Du bist eifersüchtig, Jim.“

„Das ist absurd! Auf wen denn?“

(Wer sagt das und auf wen ist Kirk eifersüchtig und warum?)

 

 

 

 

 

 

„Captain’s Log.

Die Crew ist nach dem 7-tägigem Landurlaub gut erholt auf das Schiff zurückgekehrt. Wir haben Firgreen verlassen und sind auf dem Weg nach Valentin’s Heart. Mit dabei ist die Vulkanierin T’Mela, die Mitarbeiterin einer Diplomatin, von der sie auf dem Planeten erwartet wird...“

 

T’Mela...er kannte die junge Frau seit dem Beginn ihres Aufenthaltes auf Firgreen und konnte sie nicht ausstehen.

Wegen Spock.

Gerade war es ihm gelungen – nach monatelanger Gefühlsverwirrung - sich seine Liebe zu Spock einzugestehen und da musste sie auftauchen.

Er hatte Spock während des Landurlaubes eigentlich näher kommen wollen.

Jim war sich sicher, dass sie beide eine gemeinsame Zukunft vor sich hatten, denn er wusste, der Vulkanier liebte ihn auch, zögerte aber ebenso wie er selbst...

 

.....Während einer lebensgefährlichen Mission war es notwendig gewesen, eine Gedankenverschmelzung zu initiieren und dabei hatten sie beide ihre Gefühle füreinander erkannt. Aber dennoch wagte keiner von beiden den ersten Schritt. Jim hatte schnell gemerkt, dass die Gefühle für seinen sanften Ersten Offizier mehr waren als die übliche Liebelei mit diversen Frauen.

Es fühlte sich so ungewohnt an. Fast schon fremd.

 

>Wie kann sich wahre Liebe fremd anfühlen<, fragte eine spöttische Stimme in seinem Innern.

>Weil ich sie nicht kannte und auch nicht kennen wollte, denn heiße Affairen mit wechselnden Partnerinnen schienen zu genügen. Außerdem brauchen sie wenig Aufmerksamkeit und kaum Verantwortung<, hatte er der Stimme geantwortet.

 

Aber dann hatte er sich doch entschlossen der Wahrheit ins Auge zu sehen. Verdammt, seit einer kurzen Affaire in seiner Teenagerzeit hatte er sich nie wieder mit einem Mann eingelassen. Frauen interessierten ihn viel mehr.

>Sammelleidenschaft<, hatte McCoy seine Jagd nach den heißesten weiblichen Wesen der Galaxis genannt und ihn mit erhobenem Zeigefinger mehr als einmal gewarnt.

>Irgendwann läuft dir die richtige über den Weg und du wirst es nicht erkennen, weil du wahre Liebe nicht an dich heran lässt.<

‚Ach, Pille ist doch nur neidisch’, hatte er bei solchen Worten immer gedacht. An dem Doktor waren nämlich viel weniger Frauen interessiert als an ihm und dessen Sexualleben konnte man getrost unter armselig verbuchen.

 

Und jetzt? Jetzt hatte er endlich Mut gefasst die wahre Liebe zu wagen und da schien es zu spät zu sein. Wo immer er Spock beim Landurlaub auf Firgreen auch begegnete, war diese – zugegeben wunderschöne T’Mela – auch nicht weit.

Sie erkundeten gemeimsam die üppige Natur des Planeten, besuchten Ausstellungen und wissenschaftliche Vorträge und – Schock! – spielten miteinander Schach.

Genau DAS war aber bisher immer SEIN Privileg gewesen! Nur mit ihm hatte Spock gespielt. 

Seine Freizeit verbrachte der Vulkanier meist nur mit Kirk.

Aber seit T’Mela in sein Leben getreten war, schien sein Captain nur noch Luft für ihn zu sein.

‚Hatte ich mich geirrt, als ich in seinem Geist die Liebe für mich sah?’ Fragte er sich traurig. Offensichtlich war sein vulkanischer Freund doch nicht an ihm interessiert.

 

 

Jim merkte, dass die Aufnahmetaste des Logbuchs noch gedrückt war. Hastig trennte er sich von seinen eifersüchtigen Gedanken und beendete den Eintrag. Dann begab er sich ins Bad und stellte sich minutenlang unter die Dusche. Aber die Entspannung, auf die er gehofft hatte, stellte sich nicht ein, denn er wusste, dass die Vulkanierin sich nebenan befand. In Spocks Quartier. Er hatte sie vorhin selbst hineingehen sehen.

Jim kehrte in seine Kabine zurück und warf sich auf das Bett. Aber dort blieb er nicht lange, denn kaum schloss er die Augen, sah er in Gedanken Spock und T’Mela beim Liebesspiel vor sich...

 

Er befürchtete schon, dass ihn die selbstquälerischen Gedanken wegen Spock und seiner neuen Freundin weiter malträtieren würden, da meldete sich Pille über Intercom und lud ihn auf einen Drink zu sich ein.

 

 

°°°°°

 

Nein, ein Captain sollte sich nicht betrinken, auch wenn er nicht im Dienst war. Irgendwann hatte er das kapiert. Jim lehnte das dritte Glas Brandy entschlossen ab. Er wusste, dass McCoy ihn musterte und wich seinem Blick aus.

 

„Du bist eifersüchtig, Jim.“ McCoys Worte klangen wenig mitfühlend.

„Das ist absurd! Auf wen denn?“ Zu spät fiel ihm ein, dass dies die falsche Reaktion war, wenn er es leugnen wollte.

‚Eifersüchtig??? Wie kommst du denn daaaaarauf???’ Und dann ein überraschter Augenaufschlag wären glaubwürdiger gewesen. Oder auch nicht...

 

„Auf T’Mela. Du brauchst es nicht zu leugnen. Ich weiß Bescheid.“ Er beugte sich nach vorn.

„Du liebst Spock, stimmt’s?“

Jim ließ den Kopf hängen. Pille kannte ihn zu gut und warum eigentlich sollte er ihm seine Liebe zu Spock verschweigen? Er war sein ältester Freund.

Kirk nickte.

„Ich wollte es mir lange nicht eingestehen und jetzt, wo ich es tue, kommt sie auf einmal und nimmt ihn mir weg. Ja, ich bin eifersüchtig. Eifersüchtig und vor allem wütend auf mich selbst, weil ich solange gezögert habe.“

 

„Ich sollte eigentlich nicht sagen, ich hätte dich gewarnt, aber das habe ich nun mal...Du hattest deine wahre Liebe nicht erkannt, als sie dir über den Weg lief.

Aber ist dir schon mal der Gedanke gekommen, dass es nicht ist wonach es aussieht? Vielleicht läuft gar nichts zwischen den beiden und es ist alles ganz harmlos. Sie spielen Schach und tauschen Erfahrungen aus. Vielleicht haben sie gemeinsame Interessen...“

 

Jim winkte ab.

„Vergiss es. Auf Firgreen sah ich T’Mela eines Morgens aus Spocks Hotelzimmer kommen. Müde und mit nassen Haaren. Sie hatten wohl danach gemeinsam geduscht und wahrscheinlich dabei nochmal Spass gehabt.

Ausserdem, hast du Spocks gute Stimmung in den letzten Tagen übersehen? Er ist wie ausgewechselt. Ich habe ihn noch nie so entspannt gesehen und sage mir nicht, das liegt nur am Landurlaub. Er lächelt normalerweise sehr selten und wenn dann war dieses Lächeln nur für mich bestimmt...“

Kirk wusste, wie trotzig und besitzergreifend er klang, aber es war ihm egal.

 

„Jim....“ McCoy zog ihn nach oben und schüttelte ihn leicht. „Da läuft nichts zwischen den beiden. Sie meditieren nachts vielleicht zusammen und geben sich ihren gemeinsamen Interessen hin...“

 

„Gemeinsame Interessen? So kann man das auch nennen“, redete Kirk ärgerlich dazwischen.

 

McCoy seufzte.

„Da ist nichts, Jim. Glaube mir, ich weiß es. Ich gebe dir den Rat, gehe morgen früh zu Spock und mach ihm die schönste Liebeserklärung, die je gemacht wurde...“

 

Kirk wurde hellhörig und sein Verstand setzte wieder ein.

„Woher willst du wissen, dass da nichts läuft? Weißt du mehr als ich?“ Hoffnung stieg in ihm empor.

 

„Allerdings, mein Freund. Ich wollte es dir eigentlich nicht sagen, aber...Nun, ich habe mich mit T’Mela auf Firgreen unterhalten und weiß daher, dass die Diplomatin, zu der sie unterwegs ist, ihre Lebenspartnerin ist.“

 

„Du meinst, sie ist gebunden und steht ausserdem nicht auf Männer?“ Fragte Kirk und ein Stein fiel ihm vom Herzen.

 

„Genau. Du musst dir keine Sorgen machen. Und morgen früh tust du dir und ihm einen Gefallen und...“

 

„...ich werde zu Spock gehen und ihn mir schnappen. Oh ja, das werde ich.“

 

Erleichtert ließ er sich in den Sessel fallen.

 

„Sie teilen also tatsächlich nur gemeinsame Interessen...Und nachts?“

„Ok, wenn du es wissen willst...“

„Ja, bitte...“

„Nichts dramatisches. Sie meditieren gemeinsam und Spock macht es glücklich, dass ihm eine Vulkanierin so sehr vertraut. Er findet es einfach angenehm, Zeit mit ihr zu verbringen. Seine einzige Erfahrung mit einem gewissen weiblichen Wesen seines Planeten war nicht so angenehm, wie du weißt.

T’Mela hatte ihn darum gebeten, für eine kurze Zeit ihr Lehrer zu sein, denn sie möchte ihre mentalen Fähigkeiten erweitern. Und wenn du sagst sie ist eines Morgens müde aber glücklich aus seinem Zimmer gekommen...“

 

„...dann hatte sie beim Meditieren sicher einen Fortschritt erzielt“, setzte Kirk den Satz fort.

 

Jim dachte angestrengt nach.

„Pille...kann es sein, dass Spock meine Reaktion auf T’Melas Anwesenheit absichtlich provoziert hat, um mich dazu zu bringen den ersten Schritt zu machen? Hältst du das für möglich?“

 

McCoy grinste.

 

„Für einen Raumschiffcaptain warst du diesmal aber ziemlich begriffsstutzig.

Ich muss gestehen, dass ich deinem Vulkanier empfohlen hatte, dich eifersüchtig zu machen. Er war schon vor Wochen bei mir um sich fachkundigen Rat zu eurer Liebeskrankenakte zu holen.“

 

„Er redet mit dir darüber?“

 

Kirk war erstaunt.

 

„Warum denn nicht? Er ist auch mein Freund und seine Freundschaft ist nämlich nicht dein Privileg. Und sag’ jetzt nicht, ich soll mich nicht einmischen. Ich habe mich nur um das körperliche und seelische Wohl meiner Patienten gekümmert“, antwortete McCoy amüsiert und gespielt beleidigt.

 

Kirk lachte.

 

„So kann man es auch nennen.

 

Danke, Pille, danke, danke, danke....und gute Nacht.“

 

Er verließ die Kabine und ließ einen grinsenden McCoy zurück.

 

 

 

Kirk ging erleichtert zu seiner eigenen Kabine und verkroch sich alsbald unter der Bettdecke.

Morgen früh würde er Spock aufsuchen und ihm die schönste Liebeserklärung machen, die ihm in dieser sicherlich schlaflosen Nacht einfallen würde.

 

 

Ende