Titel: Die Farbe der Hoffnung
Autor: Lady Charena
Serie: Star Trek TOS, Tuppertrek
Paarung: Jim, McCoy
Rating: PG, Humor,
Archiv: ja

Summe: Nicht jedes Hausmittel zeigt die erwünschte Wirkung...

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Fortsetzung zu Pretty in Pink von T’Len

 

McCoy sah zum dritten Mal in den vergangenen fünfzehn Minuten auf die Uhr. Wo Jim nur blieb? Sie hatten sich zum Nachmittagskaffee verabredet. Vor allem war Len darauf erpicht, den neuesten Klatsch aus dem Hauptquartier zu erfahren. Und natürlich, warum Jim gestern Abend zu diesem unglaublich wichtigen Treffen mit Nogura musste. Mit vereinten Kräften und längerem Schrubben hatten sie es – unter dem Einsatz von unzähligen Litern heißem Wasser und Seife – schließlich doch geschafft, Jim in einen vorzeigbaren Zustand zu bringen. Zumindest die Körperteile, die nicht von Kleidung verdeckt wurden. Das heißt, Jims Gesicht, Hals und Hände. Die Farbe war zwar nicht völlig rausgegangen, aber zumindest so verblasst, dass Jim nicht mehr grellpink war. So ließ sich sein Aussehen zufriedenstellend mit einem leichten Sonnenbrand erklären. Gut, es war nicht unbedingt die Jahreszeit dafür...

 

McCoy blickte wieder auf die Uhr. Schon eine halbe Stunde über die Zeit. Vielleicht war es besser, wenn er mal nachsehen ging. Womöglich hatte Jim ein Mittagsschläfchen eingelegt und schlichtweg ihr Treffen verpennt. Das war das Alter. Er kicherte leise vor sich hin, als er das Haus verließ und auf das Nachbargrundstück trat. Die Hintertür war offen und er trat ein. „Jim?“

 

Keine Antwort. Doch ihm war so, als hörte er oben im ersten Stock jemanden rumoren. McCoy ging nachsehen. Am Fuß der Treppe rief er noch mal: „Jim?“

 

Diesmal hörte er eindeutig, wie jemand fluchte. „Hey, alles in Ordnung da oben?“ Der Arzt ging die Treppe langsam hoch. Insgeheim fürchtete er ja, herauszufinden, was Jim jetzt wieder ausgeheckt hatte. Aber die Neugier piesackte ihn doch arg und gewann die Oberhand.

 

Er stieß die nur angelehnte Tür zum Schlafzimmer ganz auf und sah sich um. Der Raum war leer, aber aus dem angrenzenden Badezimmer drangen Geräusche, ein seltsames Röcheln und Quieken, als trete jemand einer Maus auf den Schwanz.

 

McCoy linste durch den Türspalt und schob dann die Tür auf. „Jim? Was ist denn los?“ Er trat zu seinem Freund, der als zusammengesunkenes Häufchen Elend, nur mit einem Bademantel bekleidet, auf dem Toilettendeckel saß, die Hände vors Gesicht geschlagen. „Was ist passiert?“

 

„Verschwinde einfach wieder, okay? Es geht mir gut.“ Jims Stimme klang erstickt und er sah nicht auf.

 

„Das sieht aber nicht so aus.“ Kurzentschlossen zog McCoy ihm die Hände weg. Jims Kopf schnellte hoch und der Arzt japste erschrocken. Jims Gesicht war... grün. Nicht nur ein grünlicher Schimmer, wie bei Übelkeit oder so etwas in der Art – nein, er war spinatgrün, froschgrün, von der Farbe frischgemähten Rasens...

 

„Sag’ jetzt bloß nichts falsches!“ zischte Jim wütend.

 

McCoy beschloss das Risiko einzugehen. Vermutlich war eh alles, was er jetzt sagen konnte, falsch. „Was zum Kuckuck hast du jetzt wieder angestellt?“, platzte es verblüfft aus ihm heraus.

 

„Ich habe versucht die Farbe loszuwerden.“ Jim seufzte.

 

„Indem du dich grün anmalst? Ich weiß ja, dass es die Farbe der Hoffnung ist, aber wenn du glaubst...“ McCoy konnte die Frage nicht unterdrücken, verstummte jedoch rasch, als ihm Jim einen eisigen Blick zuwarf.

 

„Meine Mutter hat mir geraten, zu versuchen, die Farbe mit Zitronensaft abzukriegen. Aber irgendwie hat das Färbemittel mit dem Zitronensaft reagiert und plötzlich wurde meine Haut immer grüner...“ Jim fuhr empört auf und schlug mit einem Handtuch nach dem von einem hilflosen, nicht mehr länger unterdrückbaren Lachanfall geschüttelten McCoy. „Scher’ dich gefälligst hier raus!“

 

McCoy duckte sich und verdrückte sich aus dem Bad. Er würde in zehn Minuten zurückkommen. Bis dahin hatte sich Jim sicher beruhigt und dann konnte er ihm auch in aller Ruhe erzählen, dass er inzwischen ein Ent-Färbemittel gefunden hatte. Aber noch während er die Treppe hinab eilte, begann er sich schon im Geiste einige spitze Bemerkungen und Froschwitze zu überlegen, mit denen er Jim in den nächsten Tagen piesacken konnte...

 

 

Ende