Titel:                Eisige Zeiten

Autor:              Lady Charena

Serie:               StarTrek TOS - TupperTrek

Paarung:           K/S, McC/Sc, Su/Che, Nogura/Belinda Kuri,

                        Harry Morrow/Angelo, LC & T'Len

Code:               PG, POV

Beta:                T'Len

 

Feedback: Gerne <LadyCharena@aol.com>

Summe: Es geht einfach nichts über einen guten Geschmack!

 

Disclaimer: StarTrek gehört Paramount/Viacom. Belinda und Angelo dagegen stammen von meinem Spielplatz. T'Len gehört natürlich nur sich selbst <g> Die Story gehört mir, ist reine Fanfiction und wird nur zum Spaß geschrieben. Ich beabsichtige damit nicht, irgendwelche Recht zu verletzen oder Geld zu verdienen.

Wer unter 18 ist bzw. ein Problem mit Homosexualität hat - tut mir leid, sorry, beehren Sie uns bald wieder.

 

Meinen ganz besonderen Dank an T'Len, dass sie mir für diese Story ihre werte Person leiht. Du bekommst sie (fast) unbeschädigt zurück. Und du weißt ja, wie sehr ich Einkaufsbummel mit dir liebe <g>

 

 

 

Welch‘ ein herrlicher Frühlingstag. Die Sonne wagte sich strahlend hinter ein paar dünnen Wolken hervor und lächelte von einem blauen Himmel, der wie frisch geschrubbt aussah. In der Luft schien ein ganz besonderes Aroma zu liegen. Überall machten die Menschen fröhliche Gesichter und bewegten sich munter.

 

Und natürlich war es auch ein großartiger Tag, um einkaufen zu gehen.

 

T’Len blickte mit leicht gerunzelter Stirn auf die Massen, die sich vor ihnen ins Einkaufszentrum drängten. Vielleicht war es doch keine so gute Idee gewesen, ausgerechnet heute, einen Tag vor dem Valentinstag, Einkäufe zu erledigen. Halb San Francisco schien sich hier versammelt zu haben. „Wir sollten uns beeilen“, meinte sie, sich nach ihrer kleinen Schwester umdrehend. „Je eher wir...“ Doch hinter ihr stand niemand mehr! „Charena?“ Seufzend sah T’Len sich um. „Wo zum Kuckuck...?“

 

* * *

 

Als wäre es nicht schon schwierig genug gewesen, ihre kleine Schwester mitzunehmen. Ja, wirklich. Sonst war Charena eher nicht vom Einkaufszentrum fern zu halten, doch heute hatte T’Len sie förmlich dazu überreden müssen. Das hatte alles drei Tage zuvor mit einem Wettstreit zwischen Charena und dem Jungen von nebenan begonnen. So viel T’Len davon mitbekommen hatte, ging es darum, wer von den beiden seinen Heliotrooper – das In-Spielzeug der Saison – höher steuern und mit ihm die gewagtesten Flugkunststücke vollbringen konnte. Dem Eifer ihrer Stimmen und der Lautstärke nach zu urteilen, die durch das offene Fenster ins Haus drangen, führten sie wahre Raumschlachten auf.

 

Der Wettstreit endete insoweit mit einem Unentschieden, als letztlich beide Flugzeuge nach einem Zusammenstoß auf dem Dach notlandeten und dort festsaßen. Unglücklicherweise waren beide mit den Solarzellen, die sie mit Energie versorgten, nach unten dort angekommen, so dass die winzigen Motoren nun streikten.

 

So sah sich T’Len denn dann auch bald von ihrer Arbeit abgehalten und mit den eifrigsten Bitten bestürmt, aufs Dach zu klettern und die Spielzeuge zu bergen. An und für sich kein schwieriges Unterfangen, da man vom Dachboden aus über eine Luke bequem auf das Dach gelangen konnte. Und so fand sich T’Len einige Minuten später dabei, aus einer Luke zu klettern, die von einer dicken Staubschicht bedeckt war und beim Öffnen fürchterlich gequietscht hatte, so lange schon hatte sich niemand mehr darum gekümmert. So denn waren die beiden kleinen Flugmaschinen rasch geborgen und ihren glücklichen Besitzern übergeben worden. Das heißt... nur einer der Eigentümer war zur Stelle, um sich sein Spielzeug abzuholen – der Junge von nebenan. Charena war wie vom Erdboden – oder in diesem Falle, eher wie vom Dachboden – verschluckt.

 

T’Len fand sie schließlich in einem entfernten Winkel, in dem unter einer schützenden Plane allerhand Kurioses und Ausgemustertes vor sich hin schlummerte. Als da waren eine Babywiege; ein modrig riechendes Weidenkörbchen; ein Schlitten vom letzten Winterurlaub in der Schweiz; ein kleiner Käfig; ein flacher, runder Teller, den T’Len erst umdrehen musste um die Aufschrift zu lesen, bevor sie ihn zuordnen konnte (Feenfalle stand kaum noch entzifferbar auf der Unterseite); ein Karton voll mit Einmachgläsern, in denen je ein kleiner, matt leuchtender Kristall eingeschlossen war; ein Beutel voll weißer Hühnerfedern – und ein feuchtigkeitsresistenter Behälter voll flacher, silberner Scheiben, in denen Charena voll Vergnügen wühlte.

 

„Darf ich die behalten? Darf ich? Darf ich?“, fragte die Achtjährige, deren Gesicht lebhafte Spuren ihrer Expedition auf dem staubigen Dachboden zeigte. „Bitte, bitte, bitte...“

 

T’Len nahm eine der Scheiben und musterte sie. Es waren altmodische Datenspeicher, DVD’s genannt, längst außer Mode geraten, da sich nur sehr wenig Material auf ihnen hatte unterbringen lassen und sie zudem noch sehr anfällig für äußere Einflüsse gewesen waren. Schon geringe Kratzer oder Staub hatten sie schwer abzulesen oder gar unbrauchbar gemacht. „Wenn du unbedingt möchtest. Aber du solltest dir keine Hoffnungen machen - ich glaube nicht, dass der Computer sie abspielen kann. Dazu braucht man bestimmt ein spezielles Gerät.“

 

Davon ließ sich Charena nicht entmutigen, schnappte sich den Behälter und lief damit ins Wohnzimmer. T'Len folgte ihr mit dem nun so schmählich missachteten Heliotrooper. Und tatsächlich „schluckte“ der Computer die Silberscheiben. Ein Geräusch erklang aus den Lautsprechern, dass T’Len die Nackenhaare zu Berge standen – möglicherweise waren doch ein paar Staubkörnchen mit in den Computer geraten – dann erschienen Bilder auf dem Schirm. Ein Film aus jenem längst überholten Medium Kino spielte sich ab.

 

Charena saß nunmehr mit dem leidenschaftlichen Eifer eines Wissenschaftlers, der eine neue Spezies entdeckt hat und sie nun studieren will, vor dem Schirm und sah die alten Filme, köstlich amüsiert von den altmodischen Kleidern, Frisuren und Umgangsformen der Darsteller.

 

* * *

 

Wie gut es gewesen war, Charena eine leuchtendrote Jacke zu kaufen, erwies sich in dem Moment, als T’Len sie endlich im Gewimmel entdeckte. Vor einer weißen Balustrade, die nach oben führte, stach die rote Jacke wunderbar ab.

 

„Was fällt dir ein, einfach weg zu laufen?“, fragte T’Len ärgerlich.

 

„Können wir gleich nach oben?“ Charena schien sich keiner Schuld bewusst.

 

„Zuerst suchen wir hier nach den Sachen, die wir brauchen.“

 

Charena verzog den Mund. Manchmal konnten große Schwestern echt nerven! „Ich will aber ein Eis“, maulte sie und entzog sich geschickt dem Zugriff T’Lens.

 

„Im Februar? Und jetzt – keine zwanzig Minuten nach dem Mittagessen?“

 

„Is aber ein Sonderangebot. Rosa-Valentinstag-Eis mit Himbeer-Zuckerwatte-Kirschgeschmack.“

 

„Eine... interessante Geschmacksrichtung“, kommentierte T’Len trocken.

 

„Es gibt auch Paprika-Zitrone oder Ananas-Kakao oder...“, plapperte Charena begeistert weiter. „Da sind bestimmt Vitamine drin.“

 

„Vielen Dank, das reicht mir vollkommen“, unterbrach T’Len sie. „Woher weißt du das überhaupt?“

 

Verständnislos über die Ignoranz großer Schwestern schüttelte Charena den Kopf. „Na hast du das Poster am Eingang nicht gesehen? Krieg‘ ich jetzt ein Eis.“

 

„Später vielleicht“, entschied T’Len. „Und jetzt komm‘ bitte, ich habe nicht den ganzen Tag Zeit.“ Sie wandte sich ab und ging in die entgegengesetzte Richtung.

 

Charena streckte ihr die Zunge heraus und trottete ihr dann missmutig hinterdrein.

 

* * *

 

Unweit von den beiden Schwestern fand eine Unterhaltung statt, die sich exakt um das gleiche Thema drehte. Dabei waren die vorgebrachten Argumente von verblüffender Ähnlichkeit...

 

Jim verzog unwillig den Mund. Manchmal konnte Spock echt nerven! „Es spricht überhaupt nichts gegen ein kleines Eis“, maulte er.

 

„Im Februar? Und jetzt – keine dreißig Minuten nach dem Mittagessen? Was denkst du, wird Len bei deiner nächsten Untersuchung dazu sagen, wenn du wegen eines „kleinen Eis“ wieder zugenommen hast.“

 

„Phsaw! Der soll sich um sein eigenes Gewicht kümmern.“ Etwas beleidigt winkte Jim ab. „Ist aber ein Sonderangebot. Rosa-Valentinstag-Eis mit Himbeer-Zuckerwatte-Kirschgeschmack.“

 

„Eine... interessante Geschmacksrichtung“, kommentierte Spock trocken.

 

„Es gibt auch Paprika-Zitrone oder Ananas-Kakao...“, plapperte Jim begeistert weiter. „Da sind bestimmt Vitamine drin. Oder...“

 

„Vielen Dank, diese Aufzählung genügt mir vollkommen“, unterbrach Spock ihn. „Woher weißt du das überhaupt?“

 

Verständnislos über die Ignoranz seines Bondmates in kulinarischen Dingen schüttelte Jim den Kopf. „Na hast du das Poster am Eingang nicht gesehen? Los, gehen wir nach oben und kaufen ein Eis.“

 

„Später vielleicht“, entschied Spock. „Und jetzt komm‘ bitte, ich habe nicht den ganzen Tag Zeit.“ Er wandte sich ab, raffte Jims unzählige Einkaufstüten auf und ging in die entgegengesetzte Richtung.

 

Jim streckte ihm die Zunge heraus und trottete ihm dann missmutig hinterdrein.

 

* * *

 

Noch ein Stückchen weiter entfernt...

 

„Hast du dieses Poster am Eingang entdeckt?“ Angelo kicherte. „Rosa-Valentins-Eis. Und hast du diese verrückten Geschmacksrichtungen gelesen? So was sollten wir doch einmal probieren. Himbeer-Zuckerwatte-Kirsch. Paprika-Zitrone. Ananas-Kakao...“

 

„Angelo – bitte. Mir wird schon beim Zuhören übel“, ächzte ein mit Einkaufstüten schwer beladener Harry. „Außerdem Eis – jetzt im Februar? Und so kurz nach dem Mittagessen? Wolltest du nicht extra auf den Nachtisch verzichten, wegen deiner Linie?“

 

Angelo blickte ihn strafend an. „Kümmere du dich lieber um deine eigene Figur, Schatz“, meinte er spitz und verpasste Harry einen Klatsch auf den Hintern. „Du gehst in letzter Zeit mächtig aus dem Leim. Du siehst fast schon aus wie Jim Kirk.“

 

„Was?“, fuhr Harry empört auf. „Willst du mit mir streiten, oder was?“

 

„Erinnerst du dich an die Fotos, die er uns gezeigt hat? Aus der Zeit, in der er mit Tommy schwanger war? Du befindest dich langsam aber sicher auf dem gleichen Weg.“ Sprach’s und wandte sich Richtung Balustrade, um sich oben eine Portion Eis zu holen. Am besten gleich eine doppelte.

 

Sprachlos starrte ihm Harry nach. Leider fiel ihm beim besten Willen keine brillante Erwiderung auf diese Unverschämtheit ein und so begnügte er sich damit, seinem Partner die Zunge heraus zu strecken und ihm zu folgen. Sonst kaufte Angelo am Ende noch den halben Eisstand leer – nur um ihn zu ärgern.

 

* * *

 

Um die Ecke...

 

„Also nein, Schatz, wirklich nicht“, stöhnte Scotty, als Len mit zwei riesigen, herzförmigen Waffeln auftauchte, in denen rosafarbene Eiskugeln mit dunkelgrünen Punkten steckten. „Kein Eis bitte.“ Er stellte die Einkaufstaschen ab, die Len ihm überlassen hatte, um den Eisstand im Ersten Stock aufzusuchen.

 

„Das musst du aber unbedingt probieren“, drängte Len und drückte ihm eine der Waffeln in die Hand. „Dieses Rosa-Valentins-Eis ist wirklich gut. Das ist Kirsch mit Essiggurkenstückchen.“

 

Scotty entfärbte sich. „Bist du wahnsinnig? Mir ist noch von diesem merkwürdigen Essen schlecht, zu dem du mich geschleppt hast.“

 

Len zuckte grinsend mit den Schultern. „War doch nur Spaß. Das grüne sind kandierte, grüne Kirschen, keine Essiggurken. Außerdem gab es letzte Woche auf dieser Party genau das gleiche Gericht, dass du eben in diesem britischen Restaurant gegessen hast - und du fandest es wunderbar“, setzte er spitz hinzu.

 

Darauf erwiderte Scotty lieber nichts. Statt dessen probierte er von seinem Eis – und verzog den Mund. „Die Kirschen schmecken ja nach Waldmeister. Du weißt doch genau, das ich Waldmeistergeschmack nicht mag.“

 

Len seufzte. Von gutem Essen verstand Scotty ja nun leider rein gar nichts. „Ich wusste, ich hätte dir Paprika-Zitrone oder Ananas-Kakao mitbringen sollen. Immer dieses Gemecker!“

 

„Außerdem haben wir erst Februar. Wer isst im Februar schon Eis? Und hast du dich nicht erst gestern beklagt, dass du wieder zugenommen hast?“

 

Len blickte ihn nur strafend an, drehte sich auf dem Absatz um und ging - sein Eis genießerisch leckend – weiter. Hatte er da hinten nicht ein Plakat über einen Schuh-Sonder-Verkauf gesehen?

 

Scotty nutzte die günstige Gelegenheit um seine Eiswaffel in einem Abfallbehälter zu entsorgen, streckte seinem Ehegatten die Zunge raus und belud sich dann wieder mit den diversen Einkaufstaschen, um Len zu folgen, bevor der ihre Kreditkarte zum Glühen brachte.

 

* * *

 

Fehlt noch wer? Fehlt noch wer!

 

„Ist das nicht ein herrlicher Tag, Schatzi?“, meinte Belinda Kuri und wischte ihrem Begleiter einen Tropfen Eis vom Kinn. „Und dieses köstliche Eis. Oder hättest du lieber Ananas-Kakao statt Paprika-Zitrone gewollt? Willst du mal von meinem Himbeer-Zuckerwatte-Kirsch-Eis probieren?“

 

Admiral Nogura entzog sich ihr peinlich berührt. Nicht nur, dass er Eiscreme nicht besonders mochte, dieser glibberige, tropfende, rosa Matsch, der sich Rosa-Valentins-Eis nannte und keinen Deut besser schmeckte, als er aussah – war auch noch halb geschmolzen, bis Belinda von der Toilette zurückkam. „Äh, nein, danke. Ich habe noch“, murmelte er.

 

Belinda hakte sich bei Nogura ein und warf einen Blick auf Jaqueline, die missmutig hinter den beiden her schlich und die undankbare Aufgabe erhalten hatte, die Einkaufstaschen ihrer Mutter zu tragen. Belindas nicht sehr feine Rache, weil ihre Tochter kein Eis wollte und ihr dringend empfahl – zugunsten ihrer Figur – ebenfalls darauf zu verzichten. Vor allem, da das Mittagessen noch nicht lange zurücklag. „Nun trödel’ doch nicht so, Jaqueline.“ Also wirklich, Teenager!

 

Jaqueline streckte ihrer Mom die Zunge raus, sobald sich diese wieder umgedreht hatte, stellte die Einkaufstaschen ab – sollte sie sie doch selbst schleppen – und machte sich aus dem Staub.

 

* * *

 

Das Ende? Noch lange nicht!

 

Vor dem Eingang des Einkaufscenters stoppte Pavel so unverhofft, dass ein Mann, der ihm dicht nachfolgte, unweigerlich auf ihn auflief. Kopfschüttelnd umrundete er Pavel und ging weiter.

 

Sulu zupfte seinen Partner am Ärmel. „Hey, was ist los? Du stehst hier im Weg.“

 

„Guck‘ dir doch nur mal dieses Plakat an“, murmelte Chekov mit strahlenden Augen. „So etwas schon mal gesehen? Rosa-Valentins-Eis.“

 

„Schon wieder eine russische Erfindung?“, fragte Hikaru resignierend.

 

„Ich fürchte nicht“, erwiderte Pavel. „Obwohl es heißt, dass ein ganz besonderes Eisrezept in der Nähe von...“

 

„Sollten wir nicht rein gehen?“, unterbrach ihn Sulu.

 

„Jetzt warte doch einen Moment. Guck‘ dir diese Eissorten an. Paprika-Zitrone. Himbeer-Zuckerwatte-Kirsch. Ananas-Kakao. Oh, das muss ich probieren!“

 

„Was? Jetzt?“, fragte Sulu. „Es ist zwar ein wirklich schöner Tag, aber wir haben Februar. Außerdem haben wir gegessen, bevor wir los sind. Das ist noch keine zwanzig Minuten her.“

 

„Jetzt sei doch kein Spielverderber. So ein kleines Eis kann nicht schaden – und außerdem ist nur einmal im Jahr Valentinstag, also gibt es auch nur einmal im Jahr dieses Eis...“ Endlich setzte Pavel sich wieder in Bewegung und gab den Eingang des Einkaufscenters frei. Immerhin hatte sich hinter ihnen schon eine kleine Schlange gebildet, weil sich immer nur einer oder zwei um die beiden hatten herumschlängeln können.

 

Sulu verdrehte gequält die Augen und eilte seinem Partner hinterher. Ananas-Kakao! Pavel war wirklich ein hoffnungsloser Fall...

 

* * *

 

Aber nun husch, husch, zurück zu T’Len und Charena...

 

„Du wolltest dieses Eis unbedingt – also warum isst du es nicht endlich?“ T’Len seufzte.

 

„Aber es schmeckt so oll. Wie alter Dackel.“ Charena zog einen Schmollmund.

 

Einen Moment war T’Len sprachlos, dann erkannte sie die Textzeile wieder. „In Ordnung.“ Sie nahm ihrer kleinen Schwester das Eis aus der Hand und wollte es in einem nahestehenden Müllbehälter entsorgen – doch der war schon fast voll mit herzförmigen Waffeln und rosa Pampe, teilweise mit grünen Punkten durchsetzt. Kopfschüttelnd kippte T’Len ihr Eis dazu. „Wir gehen jetzt nach Hause. Und du wirst keine Doris-Day-Filme mehr sehen, verstehen wir uns, kleines Fräulein?“ Sie nahm ihr schmollendes Schwesterchen an der Hand und führte sie aus dem Einkaufscenter.

 

* * *

 

„Wirklich, das hätte klappen können“, maulte Jim. „Alles wäre gut gegangen, wenn du nicht die Nerven verloren hättest. Meine Tarnung war perfekt. Niemand erkennt mich mit dieser Brille und der blonden Perücke.“

 

Spock zog eine Augenbraue hoch. „Ich habe dich lediglich vor einer Dummheit bewahrt.“

 

„Dummheit?“ Jim war eingeschnappt. „Vielen Dank auch. Was kann ich denn dafür, dass ich lebenslanges Hausverbot im Be-at-Euhse-Shop habe. Ich gehe jetzt nach Hause.“ Sprach’s, drückte Spock sein halb aufgegessenes, tropfendes Eis in die Hand, drehte sich auf dem Absatz herum und entschwand Richtung Ausgang.

 

Seufzend stellte Spock einige Einkaufstaschen ab und wollte das Eis im nächstgelegenen Müllbehälter entsorgen, doch der war schon voll mit Eiswaffeln und geschmolzener, rosa Eismasse. Er sah sich nach einem andere um und stolperte dabei fast über ein paar Taschen, die jemand einfach im Korridor abgestellt hatte.

 

* * *

 

Am Ende dieses äußerst erfolgreichen Tages zählte der Eisverkäufer ausgesprochen zufrieden seine beträchtlichen Einnahmen. Oh ja, was hatten sie ihn ausgelacht, die anderen, als er auf der Jahreskonferenz der Eisverkäufer seine Eigenkreationen vorgestellt hatte. Es ging eben nichts über einen guten Geschmack...

 

 

Ende