Durch Zeit und Raum

Disclaimer siehe Teil 1

Teil 33

 

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Si'jsk hatte sich unterdessen zu den anderen in den Maschinenraum gesellt. Dort herrschte hohe Betriebsamkeit.

 

Harb Tarzer - der Simulationsspezialist an Bord der Enterprise - Sulu, Scott, T'Alin, O'Brian und einige Techniker waren damit beschäftigt die vorhandenen Zielerfassungssensoren der Photonentorpedos so umzurüsten, dass sie jene seltsame Energiesignatur erfassen konnten, die von der rätselhaften Energiequelle ausging.

 

Si'jsk blieb zunächst unbemerkt und wartete einfach ab. Dabei beobachtete er das harmonische Zusammenspiel der unterschiedlichen Personen.

Es war gut, dass sie eine Chance bekommen hatten, dies alles zu erhalten.

 

Irgendwann bemerkte T'Alin ihn. Sie winkte ihn näher.

"Si'jsk. Du kennst dich doch mit Waffentechnologie aus, oder?"

 

"Ja. Aber der eigentliche Spezialist hierfür ist Silen. Er müsste doch auch hier irgendwo sein?"

 

Ohne aufzusehen deutete O'Brian auf einen Bereich des Maschinenraums, den Si'jsk bisher nicht beachtet hatte. Dort waren insgesamt acht Photonentorpedos gelagert worden. Zumindest vermutete Si'jsk, dass es acht waren.

Die Torpedokapseln waren teilweise geöffnet und auseinandergebaut worden. Teile des Innenlebens waren sorgfältig geordnet in einer unbenutzten Ecke aufgeschichtet und durch neue Komponenten ersetzt worden.

 

Auch dort war ein Team aus Technikern beschäftigt. Si'jsk konnte auch Silen entdecken. Er arbeitete zusammen mit einer blonden Frau an einer der Spezialteile, die in die modifizierten Torpedos eingebaut werden sollten. Dabei knieten sie so nahe beieinander, dass sich ihre Körper berührten.

Ihm war klar, was das bedeutete und ein Lächeln schlich sich in sein Gesicht.

 

Dies musste Lirien sein - die Frau, deretwegen Silen sich ursprünglich Blights Gruppe angeschlossen hatte. Zwischen den beiden herrschte bereits eine so große Vertrautheit, dass sich Si'jsk sicher war, dass er ebenfalls ein Paar vor sich hatte.

 

Langsam ging er hinüber zu ihnen.

"Kann ich mich hier nützlich machen?"

 

Silen sah auf und überlegte kurz, dann nickte er und deutete auf ein an ein Computerterminal angeschlossenes Bauteil.

"Diese Komponenten müssen noch mit der neuen Codierung versehen werden. Insgesamt drei fehlen noch. Übernehmen Sie das?"

 

Si'jsk nickte und machte sich an die Arbeit.

 

Nach etwa einer Stunde kam Scott zu ihnen und sah sich die modifizierten Teile an. Er brummte zufrieden.

"Gute Arbeit. Man sieht, dass jeder hier sein Metier versteht. Wir sind soweit mit den Sensoren fertig. Alles was noch fehlt, ist die genaue Sensorkennung dieser Proteinketten, die Dr. Gordon erwähnt hat.

Ich werde mal schauen, wie weit die Ärzte damit sind."

 

Ohne auf eine Antwort zu warten, drehte er sich um und machte sich auf den Weg.

 

Si'jsk sah ihm mit einem verhaltenen Lächeln nach.

 

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Sarduk und Beatrice Gordon kamen ebenfalls schnell voran.

Sorgfältig von McCoy überwacht, befanden sie sich nun schon seit geraumer Zeit in einer tiefen Trance, die Sarduk half den benötigten Zugang zu den entsprechenden Erinnerungsebenen von T'Rics Bewusstsein zu erhalten.

 

Als Scott hereinstürmte, bedeutete ihm McCoy still zu sein. Der Schotte reagierte sofort und folgte McCoy, als ihn dieser mit Handzeichen anwies, ihm in sein Büro zu folgen.

Dort bot ihm der Bordarzt erst einmal einen Drink an.

 

"Und, wie sieht's aus, Doc?" fragte Scotty, nachdem die Gläser mit einem großen Schluck gelehrt waren.

 

"Kann ich kaum beurteilen. Die Mentalverschmelzung dauert nun schon über 45 Minuten. Aber beide sind dabei völlig ruhig und ohne Anzeichen von körperlichem Stress. Sarduk hat ein paar mal handschriftliche Aufzeichnungen gemacht, die ich aber nicht entziffern kann. Wahrscheinlich vulkanisch. Ansonsten..."

Er zuckte mit den Schultern und ließ sich in seinen Stuhl fallen, so dass er durch die transparente Sichtscheibe seine beide Patienten beobachten konnte.

 

Scott lehnte sich gegen den Schreibtisch.

"Wir wären soweit mit den Torpedos. Ganz schön knifflige Sache. Die Kräfte im Inneren der Anomalie würden die normalen Hüllen wie Strohhalme knicken. Dadurch würden die Waffen dann sofort detonieren und kämen nie ans Ziel. Wir mussten die Struktur verstärken und die Sensoren dann noch auf diese ominöse Energiequelle programmieren. Alles, was noch fehlt, ist die Signatur dieser Eiweißketten."

 

"Ich denke, Sarduk findet die heraus. Sehen Sie..."

McCoy deutete mit dem Kopf auf das Paar, dass in genau diesem Moment die Mentalverschmelzung beendete und sich noch etwas benommen umsah.

 

"Kommen Sie, Scotty. Mal sehen, was Sarduk herausgefunden hat."

 

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Sarduk sah den beiden Männern ruhig entgegen und reichte ihnen dann seinen Aufschrieb. Das, was für McCoy ein unverständliches Gekritzel gewesen war, entpuppte sich für Scott als detaillierte Programmieranweisung für die Sensoren.

Er musterte den Vulkanier anerkennend.

 

"Perfekt. Besser hätte ich es nicht machen können. Das ist genau das, was wir noch brauchen."

Damit drehte er sich um und eilte wieder zu seinem geliebten Maschinenraum.

 

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Spock löste sich aus der engen Umarmung und Kirks richtete sich langsam auf.

Die Intensität mit der sich das Band zwischen ihnen gebildet hatte, hatte sie zu Boden stürzen lassen, wo sie erschöpft liegen blieben.

 

Kirk sah ihn lächelnd an, doch der Vulkanier wich seinem Blick aus.

"Was ist?"

 

"Ich... es geschieht alles so schnell."

Scheu sah er auf den noch entspannt daliegenden Menschen, ließ seinen Blick über dessen nackten Körper wandern. Wie oft hatte er davon geträumt dies zu tun?

"Bitte lass mir Zeit, Jim."

 

"Soviel du brauchst. Nur zieh dich nicht wieder vor mir zurück. Und kein Wort mehr davon, dass du das Schiff verlassen willst."

 

Spock nickte.

"Selbst, wenn ich es wollte, könnte ich es nicht. Du hast bereits gespürt wie unangenehm eine Trennung zwischen T'hyla-Partnern ist. Bei einem komplett geschlossenen Band ist sie fast unmöglich."

 

Kirk lächelte. "Gut so."

Dann zog er seinen neuen Partner wieder zu sich auf den Boden und küsste ihn zärtlich.

 

Spock ließ ihn kurz gewähren, doch bevor ihrer beider Körper zu sehr auf die Liebkosung reagieren konnten, beendete er den Kuss.

"Nicht Jim. Es warten wichtige Aufgaben auf uns und vermutlich werden wir bereits erwartet."

 

Nun setzte sich auch Kirk auf.

"Ach? Wo denn zum Beispiel?"

 

Spock sammelte die wirr verstreuten Uniformteile zusammen.

"Auf der Brücke. Es sind 50,372 Minuten vergangen, seit Si'jsk den Raum verlassen hat. Da ich Mr. Scotts Effizienz kenne, gehe ich davon aus, dass zumindest die technischen Änderungen an den Torpedos abgeschlossen sein dürften. Ob auch die spezielle Signatur schon einprogrammiert ist, hängt von Sarduk und Dr. Gordon ab."

 

"Und deren Effizienz ist dir noch unbekannt", zog Kirk ihn schmunzelnd auf. Er war viel zu glücklich um ernst bleiben zu können.

 

Spock bedachte ihn lediglich mit einer gehobenen Braue und zog sich wortlos an. In seinem Inneren konnte er das lebhaft pulsierende Band spüren.

Es war geschehen.

Er und Kirk waren gebunden. Für immer.

 

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Als Kirk und Spock wenig später auf der Brücke erschienen, erwartete sei tatsächlich schon Scotts Meldung, dass die Torpedos zum Abschuss bereit waren.

Zudem hatte er dafür gesorgt, dass die Enterprise sich der Anomalie wieder auf optimale Abschussreichweite genähert hatte - aber gerade noch weit genug entfernt blieb, um nicht von den Protuberanzen erfasst zu werden.

 

Niemand fragte, wo sie gewesen waren. Niemand bedachte sie mit neugierigen Blicken.

 

Kirk ließ sich lächelnd in seinen Sessel sinken und warf Spock, der bereits an seiner Konsole stand, einen Blick zu. Dann schob er alles Private zur Seite und wurde ganz Captain.

 

"Lt. Uhura. Bitte rufen sie unsere Gäste zur Brücke."

 

"Aye, Sir."

 

Wenige Minuten später erschienen die drei Vulkanier mit ihren Partnern. Auch Sarek und Amanda waren informiert worden und gesellten sich dazu. Kirk nickte ihnen zu.

"Die Photonentorpedos sind zum Abschuss bereit und ich dachte, Sie wollen vielleicht dabei sein um zu sehen, ob wir etwas erreichen."

 

Dann gab er den Feuerbefehl.

 

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Zuerst geschah gar nichts.

 

Alle starrten auf das bunte, wogende Farbschauspiel, dass sich vor dem Schiff befand. Immer wieder griffen Energieschleifen wie lange Lassos nach der vergleichsweise winzigen Enterprise, erreichten sie jedoch nicht.

 

Dann, fast wie in Zeitlupe, dehnte sich das bunt schimmernde Zentrum aus. Die Geschwindigkeit, in der die Energiefluktuationen ineinander liefen erhöhte sich, bis alles nur noch ein wirbelndes Kaleidoskop aus Farben war.

 

Die Menschen auf der Brücke mussten die Augen abwenden. Nur die Vulkanier konnten weiterhin zusehen, da sie ein anders Sehspektrum besaßen. Aber auch für sie wurde es bald fast unerträglich. Die schnelle Abfolge der Farben verursachte Schwindel und Übelkeit und ließ die überreizten Augen flimmern.

 

Plötzlich - völlig ohne Vorwarnung - stoppten der Farbstrudel und wirkte einen Moment lang wie eingefroren. Dann begann er zu schrumpfen. Von den Vulkaniern darauf aufmerksam gemacht, sahen nun auch die Menschen wieder zu.

 

Langsam, kaum wahrnehmbar, fiel die Anomalie in sich zusammen.

Die Sensoren der Enterprise lieferten ungeheure Datenmengen. Spock, der sich kaum von dem faszinierenden Anblick auf dem Schirm losreißen konnte, warf dennoch einen kurzen Blick darauf.

 

Er stutzte.

 

Und sah dann noch einmal genauer hin.

 

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Durch ihre Verbindung hindurch hatte Kirk bemerkt, dass etwas Spock beunruhigte. Er drehte sich fragend zu dem Vulkanier um. Im gleichen Moment hob auch Spock den Blick.

 

"Sir. Die Anomalie schließt sich. Aber ich kann schnell näherkommende Bruchstücke orten. Der Größe nach könnten sie von dem zerstörten Planeten stammen. Genauere Messungen sind nicht möglich. "

 

"Schilde hoch! Sulu: Kurs 8-3-5, Warp 6. Machen wir, dass wir so schnell wie möglich von hier weg kommen."

 

Der Navigator reagierte sofort und die Enterprise schoss davon, weg von der Anomalie.

 

Gerade noch rechtzeitig.

 

Im nächsten Moment wurden sie von Gesteinsbrocken umringt, die mit in den Warpraum gezogen worden waren. Sie prallten wirkungslos gegen die Schilde.

 

"Spock. Bericht."

Kirk starrte auf den Hauptschirm, der noch immer die schnell kleiner werdende Anomalie zeigte.

 

"Wir sind außer Gefahr. Die Anomalie schließt sich fortwährend. Laut den Sensoren handelt es sich bei den Trümmern tatsächlich um Teile des Planeten. Wir haben unser Ziel erreicht."

 

Ein allgemeines Aufatmen ging durch die Brückencrew und auch die Vulkanier erlaubten sich einen etwas entspannteren Gesichtsausdruck.

 

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Kurz darauf, als die Anomalie vollständig verschwunden war, machte sich die Enterprise auf den Weg nach Vulkan.

Uhura fing von überall her Meldungen auf, dass seltsame Wasserwesen auftauchten, die jedoch auf nichts und niemanden reagierten. Sie waren einfach da. Keiner wusste woher sie kamen, oder was sie beabsichtigten.

 

Kirk befahl, Funkstille zu wahren. Er war sich noch immer nicht sicher, ob schon alles überstanden war.

 

Die Crew der Enterprise - an Krisen gewöhnt - ging bald wieder zur Routine über. Das erste Anzeichen dafür, waren die Gerüchte über eine Beziehung zwischen dem Captain und dem Ersten Offizier, die bereits überall auf dem Schiff die Runde machten.

 

Kirk kommentierte es nur mit einem Lächeln, Spock mit einer leicht angehobenen Braue, so als müsste er darüber nachdenken. Für die meisten war das Antwort genug.

 

Si'jsk saß in der am Abend gut besuchen Bordmesse und gönnte sich ein leichtes Abendessen. Er war zwar sehr hungrig, und konnte nicht mal sagen, wann er zum letzten Mal eine ausreichende Malzeit gegessen hatte, aber sein Körper war noch immer in Aufruhr und er wollte nichts provozieren.

 

Er sah auf, als er spürte, dass Blight hereinkam.

Sein Partner entdecke ihn sofort und setzte sich mit seinem gefüllten Tablett zu ihm. Auch er begnügte sich mit Salat, Obst und Wasser.

 

"Du musst wegen mir nicht auf Fleisch verzichten."

 

Blight grinste und sah auf sein Essen.

"Ich weiß. Ich habe lediglich keinen Appetit darauf. Zudem gedenke ich heute Nacht noch etwas zu vollenden, wobei wir gestört wurden. Da kann ich keine schwere Malzeit brauchen."

Die gleichzeitig übermittelte mentale Botschaft sorgte dafür, dass sich Si'jsk an seinem Wasser verschluckte.

 

//Bitte nicht hier, Kevin. Ich weiß nicht, ob ich dir lange genug wiederstehen kann, bis wir in unserer Kabine sind, wenn du mir solche Vorschläge machst.//

 

//Nicht?//

Blight grinste unschuldig und begann zu essen.

Er sah auf, als er von Kirk angesprochen wurde.

"Dürfen wir uns dazusetzen?"

 

"Natürlich."

 

Kirk und Spock setzten sich und widmeten sich ebenfalls größtenteils schweigend ihrem Abendessen.

Schließlich schob Si'jsk seinen leeren Teller zurück.

"Lt. Uhura sagte mir, dass die Meleb offenbar ohne Kontrolle sind. Wäre es nicht möglich, dass sie einfach verschwinden?"

 

"Das halte ich für unwahrscheinlich."

Spock nahm einen Schluck von seinem Saft. "Auf Vulkan gibt es noch immer eine intakte Hibernationskammer. Vielleicht auch auf anderen Welten. Dort wachsen genügend neue Mitglieder des Kollektivs heran, um ein neues Bewusstsein zu schaffen."

 

"Hm... stimmt. Daran hatte ich gar nicht gedacht."

Auch Blight hatte seine Mahlzeit beendet und lehnte sich jetzt nachdenklich zurück. 

"Wie sollen wir vorgehen?"

 

"Spock hatte da eine Theorie. Er meinte, die Meleb hätten Sie und Ihre Gefährten ebenfalls als Kollektiv, und damit als nicht feindlich, wahrgenommen. Das wäre auch eine Erklärung für den abgebrochenen Angriff auf die Deirdre.

Es gibt da weiter eine vulkanische Technik, bei der eine große Gruppe in einer Mentalverschmelzung zusammen geschlossen werden kann. Wenn wir mit möglichst vielen Personen als eine solche Gruppe auftreten, könnten wir direkt gegen die Meleb ankämpfen. Wir müssten zumindest nicht befürchten, als Nahrungsquelle betrachtet zu werden."

 

Si'jsk warf Spock einen interessierten Blick zu.

"Faszinierend. Diese Theorie würde auch erklären, warum die vier Studenten nicht ebenfalls durch die Anomalie transferiert worden waren. Sie hatten keinem Kollektiv - in diesem Sinne - angehört. Offenbar wurden wir bei Kontakt mit der Energiequelle für Meleb gehalten und durch die Anomalie hergeschickt. So, wie es wohl mit den herangewachsenen Meleb in der Hibernationskammer auf jenem Planeten geschieht."

 

"Dann wurde die Deirdre nicht zerstört?" Blight runzelte die Stirn.

 

"Ich vermute eher, dass sie, ungeschützt wie sie war, im Malstrom der Anomalie zerstört wurde", antworte Si'jsk abwesend. Er beschäftigte sich in Gedanken bereits mit der von Spock vorgeschlagenen mentalen Vereinigung.

 

Schließlich nickte er.

"Die Idee, als Kollektiv aufzutreten, ist logisch. Allerdings würde es genügen, wenn nur die Vulkanier an Bord gemeinsam mit den jeweiligen Partnern daran teilnehmen. Jeder der Gruppe währe dann an die durch die mentale Verbindung auftretend Desorientierung gewöhnt. Jede Person, die damit nicht vertraut ist, würde den Verband schwächen.

Alles was wir dann noch brauchen, ist eine Möglichkeit die Meleb zu vernichten."

 

"Oh... das dürfte einfach sein."

Ein breit grinsender McCoy zog sich einen unbenutzten Stuhl vom Nachbartisch heran und begann mit einem etwas umständlichen Bericht.

"Sarduk und Beatrice haben sich näher mit den Meldungen befasst, die Uhura ständig auffängt. Da hat sich inzwischen ein klares Bild heraus kristallisiert:

Die Meleb tauchen auf gut einem Dutzend Planeten auf, alle in etwa 5 Lichtjahren Entfernung um Vulkan gelegen. Weitere Hibernationskammern sind übrigens nicht gefunden worden. Das wäre in den Nachrichten gemeldet worden. Und das wäre Uhura und ihrem Team nicht entgangen.

Einige besonders Mutige haben mit den reglosen Meleb ein paar Experimente veranstaltet. Das war es, was die beiden Ärzte besonders interessiert hat. Sie folgern aus den berichteten Ergebnissen, dass die Meleb zu über 95% aus Wasser bestehen dürften - mit genau den typischen Eigenschaften von Wasser. Dafür sprechen Siedepunkt, Gefrierpunkt und noch ein paar andere Konstanten, die nur allzu bekannt sind. Allerdings finden sie keine Möglichkeit an die Proteinketten im Inneren der Wasserform heranzukommen. Es ist, als würde eine Art Schutzschirm alles abblocken, was von außen kommt. Lediglich konzentriertes Phaserfeuer kann etwas ausrichten."

 

Die Männer am Tisch wechselten einen Blick. Schließlich begann Kirk breit zu grinsen, als er einen Gedanken von Spock auffing, den dieser fast sofort wieder verworfen hatte, aus welchen Gründen auch immer.

//Und du behaupte noch mal, du hättest keine Phantasie?//

 

//Worauf beziehst du dich?//

 

//Warts ab.//

 

"Seife."

 

"Seife?" Blight sah Kirk etwas verdattert an und begann dann ebenfalls zu grinsen, als er den Gedankengang verstand.

 

Auch McCoy begriff schnell, was gemeint war.

 

Kirk fuhr fort: "Ja Seife. Seife enthält Tenside und die setzen die Oberflächenspannung von Wasser herab, so dass es keinen Widerstand gegen eindringende Substanzen mehr hat. Oder umgekehrt... ein Insekt, dass normalerweise auf der Oberfläche einer Wasserfläche laufen kann, versinkt, weil ihm das Wasser keinen - wenn auch geringen - Widerstand mehr bietet."

 

Spock hob eine Braue. Das Experiment war so simpel und wurde schon kleinsten Kindern beigebracht, dass er gar nicht bewusst daran gedacht hatte. Es war das Bild des versinkenden Insekts gewesen, dass Kirk in seinem Bewusstsein gesehen hatte. Der Mensch hatte sofort begriffen.

 

"Wenn die Meleb wirklich aus Wasser bestehen, müsste ihre äußere Form an Spannung  verlieren, wenn sie mit Tensiden in Kontakt kommen. Je konzentrierter, desto besser. Und einmal ihrer äußeren Form bzw. schützenden Hülle beraubt, können die Proteinketten zerstört werden."

McCoy hatte sich begeistert aufgerichtet.

"Diese Meleb wirken auf mich immer mehr wie gigantische Einzeller. Und das ist etwas, wovon ich etwas verstehe."

 

Kirk nickte.

"Ich schlage vor, du suchst nach einer möglichst wirkungsvollen Tensidmischung, während wir anderen uns auf diese Mentalverschmelzung vorbereiten."

Er wandte sich an Spock. "Wir erreichen Vulkan in ca. 12 Stunden. Können wir uns da vorher noch etwas Schlaf gönnen?"

 

Spock nickte.

"Ich würde eine angemessen Ruheperiode sogar dringend empfehlen. Die Mentalverschmelzung ist sehr anstrengend und es ist besser, sie ausgeruht zu beginnen."

Er sah Kirk nicht direkt an, sandte ihm aber auf mentalem Wege eine gutgemeinte Warnung, da er gewisse andere Absichten in seinem Partner wahrnahm.

 

Kirk grinste nur.

"Dann schlage ich vor, wir ziehen uns zurück."

 

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Kirk hatte natürlich alles andere als Schlaf im Kopf gehabt, als er eine knappe halbe Stunde später frisch geduscht in Spocks Kabine erschien.

Der Vulkanier hatte sich mit einer seiner bevorzugten Ultraschallduschen begnügt und war jetzt in einer tiefen Meditation versunken.

 

Kirk setzte sich auf das Bett und beobachtete ihn sinnend.

Spock erschien ihm mit jeder Stunde attraktiver und er konnte sich nicht an der schlanken, doch muskulösen Gestalt satt sehen. Ein wenig bedauerte er es, dass Spock nun anstatt der engen Uniform seinen weiten Meditationsumhang trug. Auf diese Weise konnte er nur die breiten Schultern und den eleganten Schwung des langen Nackens bewundern.

 

Er war so in den Anblick versunken, dass er zusammenzuckte, als Spock plötzlich aufstand. Kirk fühlte sich wie ein ertappter Schuljunge und ärgerte sich wegen seiner unerwarteten Unsicherheit.

 

Der Vulkanier beachtete ihn nicht weiter. Statt dessen griff er noch einer kunstvoll verzierten Dose aus einem Fach neben dem Feuerwächter und entnahm ihr ein Prise stark duftender Kräuter.

Mit einigen leise gemurmelten, vulkanischen Worten streute er sie in die Flamme. Sofort breitete sich ein frischer, angenehmer Duft in der Kabine aus.

 

Kirk, der ihn schweigend beobachtet hatte, atmete tief ein. Er spürte, dass ihm der Duft fast wie Alkohol zu Kopf stieg und ihm ein leichtes, fast schwebende Gefühl bescherte. Sofort entspannten sich seine verkrampften Muskeln.

Verwundert fragte er sich, ob es sich um ein Rauschmittel handelte.

 

Plötzlich stand Spock vor ihm und griff nach seinen Händen. Mit einer fließenden Bewegung zog er den Menschen vom Bett hoch und an sich heran.

Instinktiv stützte sich Kirk an ihm ab, sobald seine Hände frei waren. Der Umhang rutschte zur Seite und gab den Blick auf hell schimmernde Haut frei.

 

Überrascht sah er zu Spock auf.

"Du trägst nichts darunter?"

 

Mit einem leichten Lächeln schüttelte Spock den Kopf.

"Nie. Kleidung würde bei der Meditation nur stören und einengen. Der Umhang ist lediglich ein Symbol für den schützenden Kokon der vulkanischen Disziplin. Der geschlossene Gürtel steht dabei für den sich schließenden Kreis der Logik.

 

Mit einer leichten Bewegung der Schultern schüttelte er das Kleidungsstück ab und stand nackt vor Kirk.

"Ich vermute, dass du nicht mit dem Gedanken an Schlaf in meine Kabine gekommen bist?" neckte er ihn, bevor er sich vorbeugte und ihn küsste.

 

Kirk genoss es einen Moment lang und lehnte sich dann in der Umarmung zurück.

"Und jetzt hast du andere Pläne, als dich der Disziplin und der Logik unterzuordnen?"

 

"Gewissermaßen. Die nötige Ruheperiode kann später durch eine leichte Heiltrance dennoch erreicht werden. Die heilkräftigen Kräuter haben auch einen entsprechenden Effekt."

 

Kirk umarmte ihn lachend und zog ihn aufs Bett.

 

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Ende Teil 33

 

Teil 34