Durch Zeit und Raum

Disclaimer siehe Teil 1

Teil 32

 

 

 

Als Kirk wenige Minuten später eintraf, verließ Si'jsk den Raum um sich zu T'Alin in den Maschinenraum zu gesellen. Dort würde er noch am ehesten helfen können.

 

Zum ersten mal seit seiner Rückkehr mit Kirk allein, wartete Spock mit einer für ihn neuen Nervosität darauf, dass Kirk sich setzte.

Dann berichtete er so ausführlich wie möglich, was er von Si'jsk erfahren hatte. Als er schließlich schwieg, stand Kirk langsam auf und begann neben dem Konferenztisch auf und ab zu gehen.

 

"Dann sagen sie also in allen Punkten die Wahrheit?", fragte der Captain schließlich.

 

Spock, der nach wie vor an seinem Platz saß, nickte.

"Ja. Und ich konnte in seinem Bewusstsein noch etwas feststellen, was ihm selbst gar nicht bewusst ist."

 

Kirk blieb stehen. Für Spocks Geschmack viel zu dicht neben ihm.

"Ja?"

 

"Durch die umfassende Mentalverschmelzung beim Übertritt in unsere Galaxie und unsere Zeitebene hat Si'jsk auch Zugang zu Sarduks Erinnerungen erhalten. Allerdings lagern sie in einem nur dem Unterbewusstsein zugänglichen Areal. Erst bei der Meditation wird er darauf stoßen und sie dann vermutlich eliminieren. So aber hat er bis jetzt noch Teil an dem Wissen seines Bruders.

 

Als Sarduk mit der Entität, die in der Zukunft meinen Körper als Wirt benutzt hat, mental in Kontakt trat, gewann er den Eindruck, dass es sich nicht um individuelle Wesen, sondern um ein Kollektiv handelt. Es wird zentral gesteuert, wobei die einzelnen Wesen Teile des Ganzen sind.

 

Es sind nicht direkt die T'hyla-Verbindungen, die die sechs Gefährten geschützt hatten, sondern die Tatsache, dass die Meleb sie, da es sich jeweils um mindestens zwei miteinander verbundene Bewusstseinsebenen gehandelt hatte, ebenfalls als Kollektivwesen wahrgenommen haben. Sie betrachten nur Individualwesen als feindlich.

Durch die T'hyla-Bindungen erschien ihnen dieses Kollektiv allerdings als ebenso stabil wie ihr eigenes und somit als gleichrangig.

Wir können einen ähnlichen Effekt erreichen, wenn wir mit so vielen Personen wie möglich eine mentale Einheit bilden. Dann können wir auch im direkten Kontakt mit den Wesen diese bekämpfen. Je größer die Gruppe ist, desto stärker ist unser Einfluss.

 

Auch auf Vulkan besteht ein friedliches Kollektivbewusstein, wie es sich bei allen telepatisch begabte Völkern findet. Ich vermute, dass dies ein weitere Grund war, warum die Meleb Vulkan als neuen Zielort ausgewählt hatten."

 

"Und warum wurden dann auch Vulkanier als... *Nahrungsquellen* herangezogen?"

 

"Ich vermute, es handelte sich um Personen, die den wahren Absichten der Meleb auf die Spur gekommen sind. Sie waren aus deren Sicht als feindlich zu betrachten."

 

Kirk zog sich nachdenklich einen Stuhl daran und setzte sich rittlings darauf. Spock quittierte dieses ungewöhnliche Gebaren lediglich mit einer gehobenen Braue.

"Si'jsk hatte doch diesen abgebrochenen Angriff der Wesen auf die Deirdre erwähnt. Was, wenn sich die Wesen zurückgezogen haben, weil sie auf ein konkurrierendes Kollektiv gestoßen sind?"

 

"Das wäre eine logische Erklärung."

 

"Können wir das für uns nutzen?"

 

"Wie gesagt... Ja. Wenn wir ebenfalls als Kollektiv auftreten und dabei so viele Personen wie möglich in diese Gruppe integrieren. Es gibt eine vulkanische Technik, die es ermöglicht viele Personen in einer gemeinsame Mentalverschmelzung zu vereinen. Je mehr Telepaten mit einem hohen Psiquotienten den Vorgang dabei unterstützen, desto mehr Nichttelepaten können integriert werden."

 

Kirks Gesichtssausdruck hellte sich merklich auf.

"Und mit Ihnen, Sarek, Sarduk, Si'jsk, T'Alin und Silen sind sechs hochbegabte Telepaten an Bord. Damit stehen unsere Chancen doch nicht schlecht."

 

"Sie können auch Blight, O'Brian und Gordon dazurechnen. Auch wenn es sich um Menschen handelt, sind sie zumindest telepatisch hochkompatibel, was die Fähigkeiten ihrer Bindungspartner verstärkt. Gordon dürfte als ausgebildete Heilerin selbst über einen hohen Psiquotienten verfügen."

 

Er zögerte kurz und wich dann Kirks Blick aus, als er leise fortfuhr.

"Und auch Sie gehören dazu."

 

"Ich?"

Kirk musterte seinen Freund und Ersten Offizier. Kam er jetzt endlich auf jene mysteriöse Verbindung zwischen ihnen zu sprechen?

 

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Spock stand zögernd auf und nahm Haltung an.

"Ja. Sie besitzen offenbar ebenfalls einen hohen Psiquotienten."

 

Sein Blick fixierte einen Punkt irgendwo schräg hinter Kirks Schulter und er schluckte trocken. Es war klar, dass er mühsam nach den richtigen Worten suchte.

 

Kirk wartete ab. Der Stimmung im Raum haftete plötzlich etwas Kaltes, Unpersönliches an. Er wusste nicht, wie er reagieren sollte. Spock erschien ihm auf einmal Lichtjahre weit entfernt und die plötzliche Veränderung verwirrte ihn.

 

Nach etlichen Minuten, in denen sich das Schweigen immer dichter um sie legte, holte Spock tief Luft.

 

"Ich möchte deswegen um meine Versetzung bitten, sobald diese Krise überwunden ist."

 

Kirk schaute verdattert zu ihm auf.

"Wie bitte?"

 

"Ich denke, Sie haben richtig verstanden, Captain."

 

"Die Worte vielleicht, aber nicht die Bedeutung. Warum, Spock?"

Kirk war geschockt. So hatte er das alles nicht vorgestellt. In den vergangenen Tagen war kaum eine Stunde vergangen, in der er nicht an Spock gedacht hatte. Selbst nachts nicht. Seine Träume und der Zustand, in dem sich morgens seine Kleidung und sein Bett befanden, sagten ihm genug.

Und seit dem er wusste, dass es zwischen ihnen eine Verbindung gab, war seine Sehnsucht nach ihm noch stärker geworden.

 

Spock sah ihn noch immer nicht an, als er mit sorgsam kontrollierter Stimme fortfuhr.

"Sie konnten mich über eine mentale Verbindung erreichen, die nicht existieren darf. Es ist meine Schuld, dass sie entstand und ich habe Ihr Vertrauen als Captain und Freund hintergangen, als ich Sie nicht umgehend über die Existenz des Bandes informiert habe. In diesem Zustand kann es noch von einem Heiler gelöst werden. Doch je länger ich noch in Ihrer Nähe bleibe, desto stärker wird es werden, bis es nicht mehr reversibel ist."

 

Kirk stand langsam auf und begann nachdenklich auf und ab zu gehen. Den stocksteif dastehenden Vulkanier ignorierte er dabei völlig, obwohl er - vielleicht bewusst - sehr dicht an ihm vorbeiging.

Spock hatte Mühe nicht jedes Mal zusammen zu zucken.

 

Schließlich blieb Kirk dicht schräg hinter ihm stehen. Seine Stimme klang sachlich.

"Ich entnehme aus deinen Worten, dass du irgendeine vulkanische Tradition, oder ein vulkanisches Gesetz gebrochen hast, indem du die Entstehung des Bandes nicht verhindert und/oder mich nicht sofort informiert hast. Ist das so korrekt?"

 

Spock versteifte sich noch ein wenig mehr. In seinem Nacken richteten sich einige Härchen auf und Kirk beobachtete fasziniert den stärker werdenden grünlichen Schimmer der blassen Haut. *Errötete* Spock etwa?

 

"Ja, Captain. Ihre Annahme ist korrekt."

 

Kirk nickte. "Gut. Soweit habe ich das also verstanden. Doch was ich nicht verstehe ist, warum du nichts gesagt oder getan hast."

 

Er wartete auf eine Antwort, doch Spock schwieg hartnäckig. Manchmal konnte die Sturheit des Vulkaniers Kirk zur Verzweiflung treiben.

 

"Ich möchte keinen Befehl daraus machen, Spock. Aber ich möchte den Grund wissen. Bitte antworte mir."

 

Spock sackte sichtlich in sich zusammen und drehte sich langsam zu Kirk um, wich aber dessen Blick aus.

"Ich... ich habe dein Vertrauen missbraucht... als Captain und als Freund."

 

Kirk seufzte lautlos. Alles in ihm drängte danach, Spock in den Arm zu nehmen. Aber er wusste noch immer nicht sicher, was der Vulkanier empfand. Es sprach zwar dafür, dass er seine Gefühle erwiderte. Doch warum wollte er dann das Schiff verlassen? Wollte er dieses Band nicht? Zu ihm... einem Mann?

"Unsere Freundschaft hat schon härtere Prüfungen überstanden und du hast nach wie vor mein Vertrauen - als Offizier und als Freund. Warum also?"

 

Spock suchte unsicher Kirks Blick, wich dann aber sofort wieder aus und starrte an ihm vorbei an die Wand.

"Dieses Band entstand auf Grund meiner Unfähigkeit..." Spocks Stimme brach ab und er schluckte trocken. Er wandte sich ab und brachte etwas räumliche Distanz zwischen sich und Kirk.

 

"Bitte Jim... lass mich gehen."

 

Kirk verstand die gemurmelten Worte kaum.

"Nein. Das werde ich nicht. Nicht, bevor ich eine Erklärung bekommen habe, die ich nachvollziehen kann. Warum hast du nichts gesagt?"

Spock tat ihm leid. Er ahnte, wie schwer es für den Vulkanier sein musste, so seiner Kontrolle beraubt zu werden. Aber er blieb hart. Er musste die volle Wahrheit erfahren.

 

Plötzlich ruckte Spocks Kopf nach oben und er schaute fast aggressiv zu Kirk.

"Wenn du mich schon demütigen willst... bitteschön! Dieses Band entstand, weil ich nicht fähig war meine Sehnsucht nach dir zu kontrollieren. Und willst du auch wissen wann? Ich kann es dir ganz genau sagen:  Bei der Mission auf Draker's Planet... als ich eine Mentalverschmelzung mit dir einging um die Schmerzen deiner Verletzungen zu lindern. Erinnerst du dich? Du hattest mich darum gebeten. Ich wollte zunächst nicht, weil ich ahnte, was passieren würde.

Seit dem unterdrücke ich das Band, damit du es nicht wahrnimmst. Seit dem kämpfe ich darum, dich vor den Einschränkungen zu bewahren, die das Band dir auferlegen würde.

Ich weiß, dass du dich nur für Frauen interessierst. Zwischen uns kann und wird niemals mehr sein als die Freundschaft, die du mir erlaubst. Aber ich..."

 

Spock verstummte abrupt und drehte sich um. Er kämpfte sichtlich darum seine Fassung zurückzugewinnen.

 

Kirk starrte sprachlos auf den starr aufgerichteten Rücken. Er hatte gehofft, dass er für Spock irgendwann mehr sein könnte. Spocks plötzlicher Ausbruch hatte ihn überrascht und seine Gedanken wirbelten wild durcheinander.

 

Draker's Planet... das war Monate her! Es stimmt, sie waren beide verletzt worden, als sie - dem Hilferuf der Kolonie folgend - in eine Falle getappt waren. Sie waren wegen eines Ionensturms vorübergehend auf dem Planeten festgesessen und es hatte noch Stunden gedauert, bis sie medizinische Hilfe erhalten hatten. Spock hatte zwei gebrochene Rippen und etliche Prellungen und Schürfwunden davon getragen, doch er, Kirk, hatte neben diversen weniger schweren Verletzungen, eine offene Oberschenkelfraktur erlitten und drohte zu verbluten. Kein Druckverband hatte geholfen.

 

Spock erwähnte eher unwillig seine Fähigkeit, die Blutung auf mentalem Wege zu stoppen und Kirk hatte ihn darum gebeten, oder eher den Befehl dazu gegeben, es zu tun.

 

Was folgte war eine tiefe, länger als sonst andauernde Mentalverschmelzung gewesen. Spock hatte sich während der ganzen Zeit stark kontrolliert. Dennoch hatte Kirk etwas von dem üblicherweise so sorgsam verborgenen Wesen seines Freundes wahrnehmen können. Und je länger die Verschmelzung andauerte, um so wohler fühlte er sich dabei. Es gefiel im einfach, Spock so nahe zu sein.

 

Wenn damals diese Band entstanden war... kein Wunder, dass Spock seither zunehmend erschöpft und abgelenkt gewirkt hatte und beinahe jedem privaten Treffen ausgewichen war. Kirk wusste, wie lebenswichtig eine mentale Bindung für einen Vulkanier war - vom Zwang des Pon farr mal ganz abgesehen.

 

Und Spock hatte während der ganzen Zeit das Band unterdrückt. Hatte während der ganzen Zeit seine Instinkte und Wünsche dem vermeintlichen Wohl und den Wünschen seines Captains untergeordnet...

 

Kirk konnte nur ahnen, was das für den Vulkanier bedeutet haben mochte!

Aber warum konnte nicht mehr zwischen ihnen sein als Freundschaft? Was hatte Spock sagen wollen?

 

Langsam ging er zu dem wieder beherrschten Vulkanier und blieb erneut hinter ihm stehen.

 

"Si'jsk und Sarduk sagten mir, es wäre nur ein rudimentäres Band. Es würde sich von selbst vervollständigen, wenn eine platonische Beziehung zu einer intimen werden würde. Ist es das, was du dir wünschst?"

 

Kirks Stimme erklang leise und sanft hinter Spock und dieser konnte nicht verhindern, dass ein warmer Schauer über seinen Rücken lief.

Was hatte er denn schon noch zu verlieren? Wenn Jim ihn nicht wollte, würde er das Schiff verlassen. War es so schlimm, wenn Jim alles wüsste? Wenn Jim wüsste, dass er ihn berühren, ihn lieben wollte? Wenn er wüsste, dass er nachts von ihm träumte?

 

Spock schluckte. Es war so schwer für ihn, die richtigen Worte zu finden. So schwer zu formulieren, zu erbitten, was er seit seiner Kindheit gelernt hatte zu unterdrücken.

Er öffnete mehrmals den Mund, doch schließlich nickte er einfach nur.

 

Das war alles, worauf Kirk gewartet hatte. Ohne noch länger zu zögern trat er dicht an Spock heran und umarmte den sich schlagartig versteifenden Körper von hinten.

Dann senkte er den Kopf und streifte mit den Lippen sanft über die hauchzarte Haut knapp unter dem Ohr.

 

Spock schnappte unwillkürlich nach Luft und versuchte sich in der engen Umarmung umzudrehen.

"Jim! Was...?"

 

"Was ich tue? Was ich schon seit Monaten hatte tun wollen."

Kirk fuhr damit fort, kleine Küsse auf den Hals zu drücken, völlig ungerührt von Spocks halbherzigen Ausweichversuchen.

 

Schließlich ließ er aber den sich immer entschlossen wehrenden Vulkanier doch los und trat auf Armeslänge zurück.

"Was ist, Spock?"

 

"Jim. Hör auf damit! Das ist nicht, was du wirklich willst. Das Band weckt diese Empfindungen in dir. Genauso, wie es dich die räumliche Trennung zwischen uns hat als unerträglich empfinden lassen."

 

Kirk schüttelte nachdrücklich den Kopf.

"Irrtum Mister! Wenn du es schon genau wissen willst - und jetzt denke ich ist der richtige Moment für lange verschwiegene Wahrheiten: Ich habe dich vom ersten Moment an begehrt als ich den Fuß auf dieses Schiff gesetzt habe.

Zuerst war es Gary Mitchell, mit dem ich, wie du richtig vermutest, zu Akademiezeiten ein Verhältnis gehabt hatte, der mich davon abhielt mich dir entsprechend zu nähern. Später dann, als ich dich näher kennen lernte, waren es Respekt und Achtung vor dir als Person, vor deiner Kultur, deinem Wesen, die mich zögern ließen.

Verdammt noch mal! Ich wollte schon immer mit dir schlafen, lange bevor ich mich in dich verliebte und lange vor dieser Mentalverschmelzung auf Draker's Planet.

Und wenn du es ganz genau wissen willst..."

Er griff nach Spocks Hand und führte sie über seinen Brustkorb über den Bauch hinab bis in seinen Schoß. Die Augen des Vulkaniers weiteten sich überrascht, als er dort die deutliche Wölbung spürte.

"... ich will dich jetzt und hier, genau in diesem Moment!"

 

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Spock wusste nicht, wie ihm geschah. Völlig von Kirks offenen Worten überrumpelt ließ er zu, dass ihn der Mensch auf einen Stuhl drückte.

 

Kirk legte zwei Finger unter Spocks Kinn und hob dessen Kopf an.

"Hey. Ich mache dir keine Vorwürfe. Ich habe schon vorher mehr für dich empfunden als nur Freundschaft und daran hat sich auch nach dieser Mission oder wegen des Bandes nichts geändert."

 

Spock zog unsicher die Unterlippe zwischen die Zähne. Die unbewusste Geste lenkte Kirks Aufmerksamkeit auf den Mund des Vulkaniers.

Er suchte Spocks Blick und strich dann mit dem Daumen hauchzart über die leicht zitternden Lippen.

 

Spock hielt merklich die Luft an und seine Augen weiteten sich überrascht.

Wusste Kirk, was diese Geste in seiner Kultur bedeutete? Sollte er entsprechend reagieren und ihn ebenfalls küssen?

 

Diese Entscheidung wurde ihm abgenommen, als sich Kirk plötzlich vorbeugte und ihn sanft küsste.

Völlig überrumpelt, reagierte Spock zunächst nicht. Dann antwortete er zögernd auf die Liebkosung, bis sich Kirk wieder von ihm löste.

 

"Möchtest du es, Spock? Möchtest du, dass dieses Band sich vollständig entwickelt? Möchtest du mein Bindungspartner und mein Geliebter sein? Mit allen Konsequenzen?"

 

Spock schluckte trocken. Es war das, was er sich am meisten wünschte. Warum hatte er dann plötzlich Angst? War es seine Unerfahrenheit? Oder die Plötzlichkeit, mir der alles geschah?

 

Andererseits wollte er jetzt nicht darüber nachdenken. Die Fakten, die er über diese seltsamen Vorkommnisse gesammelt hatte, zeugten von einer noch kaum einschätzbaren Gefahr. Vielleicht blieb ihnen allen nicht mehr viel Zeit.

 

Langsam hoben sich seine bis dahin auf den Schenkeln ruhenden Hände und umfingen Kirks Gesicht. Dann zog er den Menschen behutsam an sich.

 

Ihre Lippen berührten sich, zuerst nur kurz und scheu. Dann vertiefte sich der Kuss und eine freche Zungenspitze schob sich zwischen die noch immer zurückhaltenden Lippen des Vulkaniers.

 

Schlagartig breitete sich Hitze in Spock aus und sammelte sich irgendwo in seinem Körper. Lange unterdrückte Wünsche und Instinkte erwachten und ließen die Leidenschaft des Vulkaniers aufbrechen.

 

Mit einem heiseren Aufstöhnen zog er den Menschen noch fester an sich und küsste ihn hungrig.

Als beiden die Luft ausging, wichen sie wiederstrebend zurück.

 

Kirk lehnte sich ein wenig zurück und sah in die vor Verlangen schwarzen Augen.

"Glaubst du mir jetzt, dass ich dich liebe und dich begehre?"

 

Spock nickte langsam und strich mit dem Daumen über Jims leicht geöffnete Lippen. 

 

Wieder trafen sich ihre Lippen und jetzt konnte Spock sich wirklich in die ihm noch unbekannten Empfindungen fallen lassen. Sein Herz raste und es fiel ihm schwer zu atmen. Kirks Hände glitten über seinen Oberkörper und drückten dann die Knie des Sitzenden auseinander, bis er zwischen ihnen kniete und sich eng an den wärmeren Körper schmiegte.

 

Mit einem Keuchen riss Spock den Kopf zurück, als Kirk eine plötzlich besonders empfindsame Stelle in seinem Schoß berührte.

 

Kirk sah zu ihm auf und lächelte wissend, als er den verwirrten Blick des Vulkaniers deutete.

"Computer. Tür verriegeln."

Seine Stimme klang zwar heiser, aber der Computer reagierte trotzdem.

 

"Jim... was...?"

 

"Shhh... Vertrau mir, Spock. Es gibt nur eine Bedingung unter der sich das Band zur vollen Stärke entwickelt, nicht wahr?"

 

Spock nickte benommen.

"Ja... aber du willst doch nicht... hier...?"

 

"Und ob ich hier beenden will, was ich angefangen habe. Oder möchtest du *so* durchs Schiff gehen?"

Kirk grinste und sah bedeutungsvoll an sich und Spock hinab. Der dünne Stoff der eng anliegenden Uniformhosen verbarg nichts von dem Zustand, in dem sich beide befanden.

 

Spock folgte seinem Blick und Kirk bemerkte amüsiert, wie sich die eleganten Ohrspitzen grün färbten. Der Anblick war... faszinierend.

Er konnte nicht widerstehen.

 

Schnell streckte er sich und drückte gleichzeitig Spocks Kopf etwas nach unten, so dass er eine geschwungene Ohrmuschel erreichen konnte.

 

Spock stöhnte unterdrückt auf und biss sich auf die Lippen, als die kühle, sein Ohr erkundende Zungenspitze ungeahnte Empfindungen in ihm entstehen ließ. Seine Hose wurde plötzlich unangenehm eng.

 

Kirk befreite sich behutsam aus Spocks festem Griff, hörte aber nicht auf, den völlig benommenen Vulkanier zu streicheln. Eine Hand glitt unter das Uniformshirt und erkundete den flachen Bauch und den von weichen Haaren bedeckten Brustkorb, während die andere möglichst beiläufig die inzwischen sehr eng gewordene Hose öffnete.

Er hatte eine sehr klare Vorstellung davon, was er tun wollte und übermittelte Spock ein entsprechendes Bild.

 

Das allein genügte schon um den Vulkanier aufstöhnen zu lassen. Spock rutschte unbewusst im Stuhl etwas nach vorn, dichter an Kirk heran, und schloss die Augen.

 

Eine kühle Zunge leckte plötzlich spielerisch über sein schmerzhaft geschwollenes Geschlecht, reizte ihn. Lippen zupften an der empfindsamen Haut und hinterließen eine brennende Spur.

Spocks Hände krallten sich um die Armlehnen des Stuhles und er atmete keuchend. Zu viele Empfindungen stürmten gleichzeitig auf ihn ein als dass er noch genau sagen konnte, was genau Jim eigentlich tat.

 

Innerhalb weniger Augenblicke wurden die Empfindungen unerträglich und er versuchte auszuweichen. Kirk lachte leise und hielt die sich unruhig bewegenden Hüften fest.

 

Spocks plötzliche Leidenschaft überraschte ihn. Er hatte nicht damit gerechnet, dass dieser so empfindsam und sinnlich war.

 

Ein kurzer, prüfender Blick in  Spocks entrückte Miene bestätigte ihm, was er schon immer deutlicher über das spürbar anwachsende Band fühlte: Sein Freund und jetzt auch Geliebter und Partner war kurz davor das Bewusstsein zu verlieren. So sehr überwältigten ihn die Empfindungen. Es war Zeit, ihm eine Pause zu gönnen.

 

Mit einem zarten Kuss auf die grünlich schimmernde Spitze, lehnte er sich leicht zurück. Dann wartete er, bis der enttäuscht aufstöhnende Vulkanier wieder etwas zu sich gekommen war und ihn verwirrt ansah.

 

"Jim...  was...?"

Spock leckte sich über die Lippen, als er die geschwollenen Lippen des Menschen sah. Kirks Wangen waren gerötet und ein leichter Schweißfilm lag auf dessen Stirn.

 

Als Kirk sah, dass er die volle Aufmerksamkeit des Vulkaniers hatte, stand er auf und zog sich aufreizend langsam das Uniformshirt über den Kopf.

Spock beobachtete ihn atemlos und sein Blick brannte sich geradezu in Kirks Haut, als dessen Finger spielerisch über seinen Körper glitten und schließlich am Bund der Hose verharrten.

 

Sehr langsam glitten sie tiefer und begannen damit, zuerst den Knopf und dann den Reißverschluss zu öffnen.

Spock beobachtete fassungslos, wie sofort dunkel schimmerndes, dichtes Haar sichtbar wurde.

Ohne auf Kirks teils amüsierten, teils hungrigen Blick zu achten stand er auf und streifte seine eigene Kleidung ab. Er wollte, nein musste Jim spüren, ihn lieben! Jetzt!

 

Kirk hatte keine Einwände, als heiße Hände ihn mit schnellen Bewegungen vom Rest seiner Kleidung befreiten und dann besitzergreifend festhielten.

Spock küsste ihn leidenschaftlich, während er ihre Körper mit seiner größeren Kraft fest aneinander presste.

 

Als beiden die Luft ausging und sie sich wiederstrebend voneinander lösten, drehte sich Kirk in Spocks Armen um und stützte sich leicht vornüber gebeugt am Konferenztisch ab.

 

Im nächsten Moment spürte er den wärmeren  Körper hinter sich. Wieder umfingen ihn die starken Arme. Spock drückte den Kopf gegen Kirks Nacken und atmete tief durch. Dann, mit einer einzigen schnellen Bewegung glitt er in den kühleren Körper des Menschen.

 

Zuerst war da nur ein scharfer Schmerz, der jedoch bald weitaus angenehmeren Empfindungen wich. Beide verharrten reglos, genossen den Augenblick.

Das Band zwischen ihnen schwoll noch weiter an und weckte lang verdrängte Instinkte in dem Vulkanier.

 

Er zog Kirks Oberkörper an sich und richtete sich gemeinsam mit ihm auf. Dann tastete er nach den Verschmelzungspunkten im Gesicht des Menschen.

 

Kirk griff nach hinten und umschlang den schlanken Körper, presste ihn eng an und in sich. Sie bewegten sich nicht, allein das Band und die durch die instinktive zusätzliche Verschmelzung hervorgerufene Gefühle reichten aus, um beide völlig in Ekstase fallen zu lassen. 

 

Tief in ihrem Inneren dehnte sich das Band kraftvoll aus, bis Spock die Entwicklung nicht mehr unter Kontrolle hatte. Die Verbindung verstärkte sich und füllte jeden Winkel in beider Bewusstsein.

Helles, warmes Leuchten umfing sie und hüllte sie ein. Es war wie eine breite, bunt schimmernde Brücke über einen tiefen Abgrund, die sie sicher verband und auf der sie sich nun entgegen gingen. Keiner konnte vor dem anderen noch irgendetwas verbergen und ihre Empfindungen vermischten sich.

 

Dann waren sie plötzlich wieder in ihren eigenen Körpern. Noch immer hielten sie sich eng aneinandergepresst und ihre Sinne verlangten nach Erlösung.

 

Sie wussten nicht, wie lange sie so standen und einfach nur diese Empfindungen teilten. Irgendwann begann Kirk sich instinktiv gegen Spocks Becken zu bewegen. Eine heiße Hand tastete tiefer über den Körper des Menschen und umfasste das steil aufragende Geschlecht...

 

Wenige Augenblicke später wurden sie von gleißendem Licht ausgefüllt. Das Band verschmolz ihre in Ekstase gefangenen Körper und Seelen zu einer fortan untrennbaren Einheit und sie erreichten gemeinsam die Erfüllung.

 

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Ende Teil 32

 

Teil 33