Titel: Detox 1.2
Autor: Lady Charena
Fandom: House, MD
Charaktere: House, Wilson
Thema: # 077. Was?
Word Count: 623
Rating: PG
Anmerkung des Autoren:

Summe: missing scene während der Detox-Woche

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.



„Was willst du noch?“ House drehte sich nicht mal um, als die Tür zu seinem Büro geöffnet wurde. Er wusste, dass es nur Wilson sein konnte. Er starrte weiter durch den Lamellenvorhang nach draußen.

Es war lange still. Schließlich war ein leises Klappern zu hören und etwas wurde auf seinen Schreibtisch gestellt. „Ich dachte, du brauchst die hier vielleicht.“ Wilsons Stimme klang belegt.

Er stützte sich ein wenig heftiger auf seinen Stock – und unterdrückte den Drang, sich umzudrehen und das Vicodin an sich zu reißen.

„Saint Wilson hat mir also ein Rezept ausgeschrieben, damit ich meiner Sucht frönen kann. Wie fürsorglich“, sagte er statt dessen ätzend. „Kommt da dein schlechtes Gewissen zum Vorschein?“

Wilson rieb sich unbehaglich den Nacken. Er war sich nicht wirklich sicher, warum er auf dem Parkplatz noch mal umgedreht war, um nach House zu sehen. Nach ihrem Streit und seinem Gespräch mit Cuddy wollte er eigentlich nur noch nach Hause. Er saß bereits hinter dem Steuer, als er seufzend wieder ausstieg. „Ich habe kein Rezept ausgestellt, Cuddy hat sie wieder rausgerückt.“

„Hat sie dich wieder losgeschickt, um auf mich aufzupassen? Du kannst ihr sagen, dass das nicht mehr nötig ist. Mein Patient ist auf dem Weg der Besserung und ich fühle nicht das Bedürfnis, auf einen Glockenturm zu klettern und Schießübungen zu machen.“

„Ich bin ihr vorhin auf dem Flur begegnet. Du solltest nicht hinter allem eine Verschwörung sehen“, erwiderte Wilson resigniert. Er schob die Hände in die Taschen seines Mantels. „Willst du nicht nach Hause gehen?“

„Ich habe noch etwas zu erledigen.“

„Okay“, erwiderte der jüngere Arzt nach einer Weile. „Ich... gehe dann mal nach Hause. Julie wird schon auf mich warten.“

„Gut“, erwiderte House abweisend.

Wilson seufzte und wandte sich ab. Er öffnete die Glastür und war eben im Begriff, das Büro zu verlassen, als House noch etwas sagte. Er zögerte und fragte sich einen Moment, ob ihm sein eigenes schlechtes Gewissen einen Streich gespielt hatte. „Was?“ Er räusperte sich, als er das beschämende, leichte Kieksen in seiner Stimme wahnahm.

„Ich sagte, ob es deine Idee gewesen ist.”

Der junge Arzt spürte, wie sich sein Herzschlag beschleunigte. „Muss ich wissen, wovon du sprichst?“ Er sah über die Schulter auf House.

House drehte sich langsam um. „Gut, wie du willst. Ignorier’ es und geh’ nach Hause zu deiner Frau.“ Er machte mit der verletzten Hand eine wegscheuchende Bewegung und sog zischend Luft ein, als die gebrochenen Finger schmerzten. „Los, verschwinde.“

„Greg...“

House trat zu seinem Schreibtisch und griff nach dem Vicodin. Er drückte den Deckel von dem Behälter und kippte die Pillen auf den Tisch. Dann nahm er eine und schluckte sie trocken. Er ließ sich in seinen Stuhl fallen, legte den Kopf in den Nacken und schloss die Augen. Als er sie nach einer Weile wieder öffnete, war Wilson gegangen.

Er nahm eine zweite Vicodin, betrachtete sie eine Weile sinnierend und schluckte sie dann. Die Wirkung setzte fast sofort ein. Er lehnte sich vor, und schaltete den iPod ein, drehte die Lautstärke ganz hoch. Der Schmerz in seinem Bein entschwand in den Hintergrund, wo er ihn ignorieren konnte. Selbst seine gebrochenen Finger spürte er nicht mehr. Er hatte das Gefühl, fast zu dem gelben Sessel in der Ecke des Büros zu schweben. Es war, als gehöre das Bein, das er mit der unverletzten Hand hochhob, nicht zu ihm und er lehnte sich zurück.

House schloss die Augen.

Irgendwo zwischen dem Song ertönte Wilsons Stimme in seinem Kopf.

„Ist das alles, was du willst?“

„Und es ist alles nur das Bein. Nichts davon sind die Pillen?“

Er hörte sich selbst antworten. „Sie lassen mich meine Arbeit machen. Sie nehmen mir meine Schmerzen.“

Er öffnete die Augen und starrte an die Decke. Und dann dachte er überhaupt nichts mehr.

Ende