Der Neue

T’Len

2008

 

 

 

Fandom: SK Kölsch

Charaktere: Klaus Taube, Falk von Schermbeck

Kategorie: G

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Summe: Klaus lernt seinen Nachfolger kennen.

 

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen. Vielen Dank an Lady Charena fürs Beta.

 

 

 

„Pik Ass.“ Klaus lächelte über die Doppeldeutigkeit des Namens, als er das Schild über der Eingangstür las. So etwas gab es wahrscheinlich nur in Köln. In dieser Stadt schien (fast) alles möglich zu sein. Er wusste, er würde sie und ihre Bewohner vermissen.

 

Ein bisschen wunderte er sich, dass der Anrufer ausgerechnet diesen Ort für ihr spontanes Treffen vorgeschlagen hatte. Aber er lag nahe dem Präsidium und tagsüber war das „Pik Ass“ ein beliebtes Cafe, dass bei weitem nicht nur von Homosexuellen frequentiert wurde. Erst am späten Abend setzte der Barbetrieb ein, vergnügten sich hier hauptsächlich junge Schwule auf der Suche nach dem Mann für eine Nacht, manchmal sicher auch mehr. Seine Szene war es nie gewesen.

 

Klaus ließ seinen Blick über die Tische schweifen. Rasch hatte er den jungen Mann entdeckt, dessen Aussehen er vom Bild in seinen Bewerbungsunterlagen her kannte. Er saß im Schatten eines Sonnenschirmes und hatte ein Glas Wasser vor sich. Das Foto war ihm nicht annähernd gerecht geworden, fand Klaus. Im Original sah er noch weitaus besser aus.

 

Als Klaus zielstrebig auf ihn zusteuerte, erhob der andere sich rasch. Freundlich lächelnd streckte er ihm die Hand entgegen. „Herr Taube?“

 

„Klaus reicht völlig“, sagte er, während er die Hand schüttelte.

 

„Ich bin Falk... von Schermbeck“, stellte der andere sich vor. „Vielen Dank, dass Sie so schnell gekommen sind.“

 

„Gern geschehen“, erwiderte Klaus.

 

Sie setzten sich und ein Kellner erschien, um Klaus nach seinen Wünschen zu fragen. Er bestellte ein Mineralwasser. Dabei entging ihm nicht der Blick, mit dem Falk dem jungen Mann hinterher sah.

 

Klaus lächelte. Fast bedauerte er es, nicht mit Falk zusammen arbeiten zu können und das nicht nur, weil er wusste, dass der junge Mann eine erstklassige Ausbildung und bemerkenswerte Laufbahn vorzuweisen hatte. Er fand ihn durchaus auch attraktiv.

 

Der Kellner kam mit dem Wasser und Falk sagte hastig: „Das geht auf meine Rechnung.“

 

Dann wandte er sich an Klaus. „Noch mal vielen Dank, dass Sie gekommen sind. Ich hoffe, ich halte Sie nicht von etwas Wichtigem ab.“

 

Klaus schüttelte den Kopf. „Das tun Sie nicht.“ Er hob sein Glas. „Aber unter Kollegen, ich habe nichts gegen das du.“

 

„Gern“, erwiderte Falk und sie stießen mit ihrem Wasser an. „Ich wollte gern meinen Vorgänger kennen lernen und ein bisschen was über meine künftige Arbeit und die Kollegen erfahren, damit ich nicht ganz unvorbereitet hineinstolpere.“ Er lächelte verlegen. „Vorausgesetzt, ich habe den Job überhaupt. Bis jetzt weiß ich noch gar nichts.“

 

„Du hast ihn“, versicherte Klaus. Haupt hatte ihn an der Auswahl seines Nachfolgers beteiligt. Obwohl es einige Bewerber auch aus anderen Kölner Abteilungen gab, war die Entscheidung rasch auf den Kollegen vom BKA in Wiesbaden gefallen. Nicht nur, weil Falk generell die beste Qualifikation vorweisen konnte, sondern vor allem, weil er, wie Klaus, ausgebildeter Profiler war und über umfassende psychologische Kenntnisse verfügte. Damit war er die perfekte Ergänzung fürs Team und ein gutes Gegengewicht zu Jupp.

 

Falk strahle. „Das freut mich. Wirklich.“

 

„Wir können gern ins Präsidium gehen und ich stelle dir die Kollegen vor“, schlug Klaus vor.

 

Falk schüttelte den Kopf und sah auf seine Uhr. „In einer Stunde geht mein Zug nach Wiesbaden. Ich hatte beruflich in Bonn zu tun und musste hier umsteigen, da kam mir spontan die Idee, mich mit dir in Verbindung zu setzen. Ich wusste ja noch nicht, ob alles offiziell ist. Ich werde mich den Kollegen zu gegebener Zeit vorstellen. Aber ich dachte, dann ist mein Vorgänger vielleicht schon nicht mehr da und so nutze ich gleich heute die Gelegenheit.“

 

„Wir sind ein gutes Team“, begann Klaus seine Erklärung. „Kriminaloberrat Haupt leitet das Dezernat. Er ist ein strenger Chef, lässt uns aber auch viel Spielraum und hält uns, wenn nötig, den Rücken frei. Mit Problemen können wir jederzeit zu ihm kommen. Kommissar Schatz leitet die Mordkommission. Ich bin sicher, du wirst dich an ihn gewöhnen. Man muss ihn einfach nehmen, wie er ist.“

 

„Klingt nach einem schwierigen Charakter“, warf Falk ein.

 

„Jupp ist absolut in Ordnung“, erwiderte Klaus. „Nur neigt er dazu, mitunter mit dem Kopf durch die Wand zu wollen und erst zu handeln, dann zu denken. Allerdings hat er mit seinen Methoden auch häufig Erfolg.“

 

„Verstehe.“

 

„Achim Pohl ist unser Mann für die Recherche. Sehr zuverlässig und gewissenhaft. Dann gehört noch Gino Bruni zum Team. Mitunter muss man etwas auf sein italienisches Temperament und seine Jugend achten und ihn bremsen, aber er leistet ebenfalls sehr gute Arbeit. Frau Doktor Schwarz ist unsere Gerichtsmedizinerin. Eine sehr kompetente und nette Frau. Ich bin sicher, du wirst hier gut zurecht kommen.“

 

„Warum gehst du dann, wenn alles so prima ist?“, wollte Falk wissen.

 

„Oh, das hat nichts mit den Kollegen oder der Arbeit zu tun“, erwiderte Klaus. „Ich habe mich hier immer sehr wohl gefühlt. Aber ich habe ein Angebot von Interpol Brüssel und denke einfach, es ist an der Zeit, mich beruflich zu verändern.“

 

„Mein Glück“, lächelte Falk.


“Darf ich auch was fragen?“, sagte Klaus.

 

Falk nickte sein Einverständnis.

 

„Warum willst du weg vom BKA? Das ist nicht gerade ein Schritt nach oben auf der Karriereleiter. Ich habe gelesen, wie hoch angesehen deine Arbeit dort war.“ Er hatte sich auch bei ein paar ehemaligen Kollegen diskret umgehört und alle waren voll des Lobes über Falk gewesen. Man sah ihn nicht gerne gehen. Doch wie bei ihm selbst vor drei Jahren, als er sich für Köln und gegen Wiesbaden entschied, schien auch für Falk die Karriere nicht alles zu sein.

 

„Ja, aber das ist nicht alles im Leben“, bestätigte Falk seine Vermutung. „Ich war früher schon einmal in Köln, bin dann aus persönlichen Gründen weggegangen. Aber ich vermisse die Stadt einfach. Außerdem.“ Er lächelte. „Lebt mein Freund hier.“

 

Auch Klaus lächelte nun. „Dein Freund?“, fragte er. Dass Falk, wie er selbst, schwul war, hatte er ja bereits angenommen, aber nicht jeder Mann sprach offen darüber. Er hatte keine Ahnung, ob Falk seine Homosexualität ebenfalls spürte oder nicht.

 

„Ich bin offen schwul“, erklärte Falk. „Das ist doch hoffentlich kein Problem für die Kollegen.“

 

Klaus Lächeln wurde breiter. „Nein bestimmt nicht“, versicherte er.

 

Er war sich sicher, Jupp würde seine helle Freude an seinem Nachfolger haben.

 


Ende