Titel: Denn der prüfe
Autor: Lady Charena
Fandom: SK Kölsch

Pairung: Jupp, Klaus
Rating: gen

Beta: T'Len
Archiv: ja

Summe: Jupp ist mal wieder schwer verliebt. Natürlich in eine Dame mit Haken.

Die Idee ist aus „Immer wieder Jim“ ge...borgt. J

 

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.

 

„Sag’ mal, du willst den Bericht hier doch nicht so an Haupt geben?“ Klaus runzelte die Stirn und blätterte in einer Akte.

 

„Häh? Was?“ Jupp schreckte aus einem Tagtraum hoch. Er nahm die Füße vom Fensterbrett, drehte sich mit dem Stuhl herum und blickte seinen Partner verständnislos an. „Was is los?“

 

“Hier.” Klaus hielt ihm einen Bogen Papier hin. „Du hast hier geschrieben: Der Tatverdächtige war mit einer Geisel bewaffnet.“

 

Jupp verschränkte die Arme hinter dem Kopf und gähnte. „Tja, da war ich wohl ein bisschen abgelenkt“, meinte er leichthin.

 

Klaus setzte sich auf die Schreibtischkante. „Soll ich raten, was deine Gedanken so fesselt?“, fragte er ironisch.

 

„Nur kein Neid.“

 

„Du träumst wohl.“ Klaus verschränkte die Arme vor der Brust. „Du kannst doch nicht im Ernst denken, dass du bei einer 25jährigen amerikanischen Austauschstudentin landest?“

 

Jupp grinste breit und hob die Schultern. „Hey, ihre Augen sagten Yes – nur ihr Knie nein.“

 

Taube gab ein gespielt-schmerzliches Stöhnen von sich. „Ich fühle mit dir“, erwiderte er trocken. Dann griff er nach der Akte und warf sie nach Jupp. „Kümmere dich lieber darum. Haupt wollte den Bericht schon vor einer halben Stunde.“

 

Grienend griff sich Schatz die Mappe . „Ich treff’ mich heute Abend mit Brianna. Soll ich sie fragen, ob sie einen schwulen Bruder hat?“

 

Klaus streckte ihm die Zunge raus, glitt vom Schreibtisch und ging sich einen Kaffee holen.

 

* * *

 

„Sag’ mal, Jupp, willst du uns nicht vorstellen?“

 

Jupp drehte sich um, als er hinter sich die Stimme seines Kollegen Gino hörte. Er fluchte lautlos. Da stand nicht nur Gino, sondern auch Achim und hinter ihnen ein grinsender Taube. Er warf Klaus einen bitterbösen Blick zu, doch der zuckte nur mit den Schultern und paffte an seiner Zigarre. „Brianna – darf ich dir meine Kollegen vorstellen. Sie müssen leider gleich wieder gehen.“

 

„Hi.“ Brianna beäugte interessiert Gino, streifte die anderen aber nur mit einem kurzen Blick. Sie fuhr sich lächelnd durch die kurzen, brünetten Haare und schlug die Beine, die in Overknee-Stiefeln steckten, anders übereinander. Ginos Augen klebten am Saum ihres Jeans-Minis, der bei dieser Bewegung noch weiter nach oben rutschte, fest. Jupps ebenfalls.

 

Achim dagegen verdrehte die Augen und schüttelte den Kopf. Und Klaus Grinsen wurde noch eine Spur schadenfroher, denn es war Jupp eindeutig anzusehen, dass er sauer wurde. Er gab sich schuldlos und lehnte sich neben seinem Partner an die Theke, um etwas zu trinken zu ordern.

 

Gino schnappte sich den gerade freiwerdenden Barhocker neben Brianna.

 

* * *

 

„Jetzt hör’ doch wieder auf mit Schmollen“, meinte Klaus ein paar Stunden später und legte leutselig den Arm um Jupps Schulter.

 

Der schüttelte ihn sauer ab und griff nach einem weiteren Kölsch.

 

„Hey, konnte doch keiner wissen, dass Brianna es vorziehen würde, mit Gino durch die Diskos zu ziehen, als mit dir...“, stichelte Klaus.

 

Jupp hielt ihm den Zeigefinger vor die Nase, wozu er allerdings zwei Anläufe brauchte. „Halt! Den! Mund!“, zischte er – ein wenig undeutlich, denn er hatte seinen Frust schon reichlich ertränkt. „Das is alles deine Schuld. Du hast diesen Möchte-gern-Don-Don-Don-Jan-Jun... diesen Itaker eben... angeschleppt.“

 

„Ich hab dir gleich gesagt, dass sie nichts für dich ist.“ Klaus nahm ihm das Glas aus der Hand und stand auf. Er klopfte Jupp auf die Schulter. „Du hast genug. Na los, komm. Ich bring dich nach Hause.“ Er half seinem Partner hoch. „Ich lass uns ein Taxi rufen.“

 

„Ich will nicht nach Hause.“ Jupp gab sich bockig und schüttelte Taubes Hand ab – und ziemlich rasch nach der Theke zu greifen, als er das Gleichgewicht verlor. „Und mit dir... mit dir rede ich nicht mehr. Du... du Verräter.“ Gleichzeitig sackte er schwer gegen seinen Partner.

 

Klaus legte einen Arm um Jupps Taille und stützte ihn. „Also weißt du“, meinte er tröstend. „Eigentlich wollte ich dir das ja erst morgen sagen, wenn sich wieder ein wenig Blut in deinem Alkoholkreislauf befindet – aber Brianna ist nicht so ganz dein Typ.“

 

„Häh?“ Jupp sah ihn verständnislos an und blinzelte. Warum war es hier so verdammt hell.

 

„Als Brianna auf die Welt kam, tauften ihn seine Eltern Patrick.“ Klaus tätschelte mitfühlend Jupps Schulter. „Du hättest dich halt eben mal auch mit dem einen oder anderen Studenten im Austauschprogramm unterhalten sollen, anstatt nur in Briannas Ausschnitt zu starren.“

 

„Das ist nicht war“, nuschelte Jupp. „Das hast du erfunden. Ich erkenn doch eine Frau, wenn ich eine sehe.“

 

„Wie du meinst, Jupp.“ Klaus drängte seinen Partner Richtung Ausgang, nachdem er einen Geldschein über die Theke geschoben hatte. Er warf einen Blick auf Achim, der ein Stück von ihnen entfernt mit dem Kopf auf dem Tresen lag und bereits entschlummert war. „Ich glaube, mir ist schlecht“, murmelte Jupp neben ihm. Klaus grinste. Jupp würde es schon überleben – den Liebeskummer und den Kater. Er hatte doch mit beidem reichlich Erfahrung. Und dann konnten sie hoffentlich wieder zur Normalität übergehen...

 

Ende