Eine delikate Angelegenheit

T’Len

2006

 

 

 

Fandom: Magnum P.I.

Charaktere: Magnum/Higgins, Higgins/m, Rick, T.C.

Kategorie: PG-13, m/m-slash

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Summe: Higgins braucht Hilfe in einer delikaten Angelegenheit und wendet sich an Magnum – mit überraschenden Folgen.

 

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen. Vielen Dank an Lady Charena fürs Beta.

 

 

„Mr. Magnum.“

 

„Magnum!“ vergeblich bemühte sich Jonathan Higgins den Lärm zu übertönen, den der Fernseher verursachte. Er räusperte sich, um dann mit noch lauterer Stimme zu rufen: „Magnum!“

 

Der so Angesprochene fuhr auf dem Sofa erschrocken herum. „Himmel, Higgins, müssen Sie mich so erschrecken?“, sagte er.

 

Higgins trat auf die Treppe im Inneren des Gästehauses. „Verzeihen Sie, ich habe geklopft, aber...“

 

„Was?“, rief Thomas Magnum unterbrechend nach oben. „Was sagten Sie?“

 

„Schalten Sie doch endlich das verdammte Ding ab!“, schrie Higgins zurück.

 

Magnum schaltete daraufhin den Ton des Fernsehers ab, ließ aber das Bild drauf.

 

„Ich sagte, ich habe geklopft, aber Sie hörten es bei diesem Lärm nicht“, erwiderte Higgins während er die Treppe herunter stieg.

 

„Oh mein Gott“, entfuhr es ihm, als er das Chaos im Raum sah. Überall lagen Kleidungsstücke auf dem Boden. Auf dem Tisch stapelten sich leere Pizzaschachteln, Bierdosen und benutzte Teller, die offensichtlich schon seit Tagen darauf warteten von allein in die Küche zu laufen, um sich zu säubern. „Wann haben Sie zuletzt aufgeräumt?“, fragte Higgins entsetzt.


“Higgins, wenn Sie gekommen sind, um mir eine Predigt zu halten, verschieben Sie’s auf später. Ich möchte gern das Spiel sehen.“ Magnum wandte sich genervt wieder dem Fernseher zu.

 

„Ich brauche Ihre Hilfe“, sagte Higgins so leise, dass Thomas ihn kaum verstand.


“Sie brauchen was?“, fragte er zurück und blickte wieder den kleinen Hausverwalter an.

 

„Ihre Hilfe, genauer gesagt ein Freund von mir braucht sie.“ Mit spitzen Fingern entfernte Higgins ein Handtuch aus dem Sessel, warf es zu den anderen Sachen auf den Boden und setzte sich. Er räusperte sich. Vielleicht war es doch keine gute Idee gewesen, dachte er, sich ausgerechnet an Magnum zu wenden. Doch er brauchte Hilfe und Magnum war nun einmal der einzige Privatdetektiv, den er kannte. Von diesem unsäglichen Luther Gilles abgesehen, der hoffentlich weit, weit weg auf dem Festland war. Er konnte mit der ganzen Sache ja schlecht zur Polizei gehen.

 

Higgins räusperte sich erneut. „Es handelt sich dabei um eine sehr delikate Angelegenheit, die viel Fingerspitzengefühl erfordert. Ich weiß nicht, ob Sie...“

„Nun mal Butter bei die Fische, was ist los?“, unterbrach Magnum Higgins. „Wo drückt der Schuh?“

 

Jonathan räusperte sich erneut. „Mein Freund, er... er hatte eine Beziehung... eine unschickliche Affäre, vor etwa zehn Jahren.“

 

„Verstehe“, nickte Magnum. „Und nun sind plötzlich die angeblichen Folgen davon aufgetaucht und er möchte wissen, ob er zu Recht zahlen muss.“

 

„Nein, nein, keine Folgen, ich meine, kein Kind“, wehrte Higgins heftig ab. „Es geht um Briefe, Liebesbriefe, um genau zu sein, deren Inhalt in den falschen Händen sehr kompromittierend für mi... für meinen Freund wäre.“

 

„Die Dame erpresst ihn also“, stellte Magnum fest.


“Nicht direkt“, erwiderte Higgins.


“Higgins, nun rücken Sie endlich mit der Sprache raus“, sagte Thomas ungeduldig und schielte zum Fernseher. Dort bejubelte eines der Teams offensichtlich gerade einen Touch Down.

 

„Mein Freund bekam einen dieser alten Briefe zugesandt. Zusammen mit einem Schreiben, dass man sich gern mit ihm zu treffen wünsche“, erklärte Higgins.


“Seine Ex wünscht sich mit ihm zu treffen?“

 

„Absender war ein Herr“, antwortete Higgins.

 

„Wie viel verlangt er und wann soll die Übergabe stattfinden?“, fragte Thomas.

 

„Keine Forderungen“, erklärte Higgins.

 

„Wahrscheinlich sondiert der Erpresser erst mal das Terrain und wird während des Treffens seine Forderungen stellen“, erwiderte Thomas. „Was möchte Ihr Freund, dass ich für ihn tue? Ihn begleiten? Ich würde vorschlagen, wir warten erst mal ab, welche Forderungen der Typ stellt und entscheiden dann, wie wir handeln.“

 

„Ich dachte, vielleicht könnten Sie ihn einmal unter die Lupe nehmen.“ Higgins reichte Magnum einen Zettel. „Das ist sein Hotelzimmer“, sagte er. „Ich werde ihn morgen um vier Uhr Nachmittag in den Club bestellen, dann können Sie in Ruhe sein Gepäck durchsuchen. Ob er weitere Briefe mit sich führt.“

 

Thomas las den Zettel. „Sie wissen schon, dass das illegal ist, Higgins“, sagte er.

 

„Ich werde selbstverständlich Ihr übliches Honorar begleichen“, versicherte ihm Higgins hastig.

 

Magnum schüttelte den Kopf. „Das ist nicht nötig. Wozu hat man schließlich Freunde. Ich wollte nur sicher gehen, dass hinterher keine Beschwerden kommen.“

 

„Ich bin Ihnen sehr zu Dank verpflichtet.“ Higgins erhob sich. „Ich sehe Sie dann anschließend im Club.“

 

„Higgins, warten Sie. Ich habe noch einige Fragen.“ Doch der Verwalter war bereits geradezu aus dem Gästehaus gestürmt.

 

///

 

„Sind Sie zum ersten Mal auf den Inseln?“ Rick stellte dem Mann an der Theke einen Mai-Tai hin. „Geht auf Kosten des Hauses, Willkommensdrink“, erklärte er. Higgins hatte ihm gesagt, er solle alle Getränke dieses Mannes auf seine Rechnung setzen, ihn außerdem ein bisschen aushorchen. Eine Begründung warum hatte er allerdings nicht geliefert.

 

Rick ließ sich auf den nächsten Barhocker gleiten und musterte den anderen unaufdringlich. Er schein etwas älter als er zu sein, sah mit seinen kurzen, blonden Haaren und seiner legeren Kleidung sehr sportlich und jugendlich aus. „Warten Sie auf jemanden?“, fragte er.

 

„Ich warte auf meinen Freund“, erwiderte der andere und lächelte Rick an.

 

„Er kommt sicher gleich“, meinte Rick. „Ich leiste Ihnen solange gern Gesellschaft, wenn Sie mögen:“

 

„Gern.“ Der andere lächelte ihn an und legte ihm die Hand auf den Oberschenkel.

 

Rick schluckte.

 

///

 

„Irgendwas ist hier faul“, sagte T.C., als er am nächsten Tag mit Thomas das Hotelzimmer betrat. „Welcher Erpresser gibt denn dem Opfer seine tatsächliche Adresse an?“

 

„Wir wissen noch nicht, ob es tatsächlich auf Erpressung hinaus läuft“, erinnerte ihn Thomas.

 

„Was sollte man denn sonst mit alten, kompromittierenden Liebesbriefen wollen?“, hielt ihm T.C. entgegen. „Sie dem historischen Museum spenden?“

 

Mit geübter Routine begann Thomas, nachdem er sich Handschuhe übergezogen hatte, um keine Fingerabdrücke zu hinterlassen, das Zimmer zu durchsuchen.

 

„Der hat die doch bestimmt irgendwo sicher in einem Safe deponiert“, meinte T.C:, der durch die leicht geöffnete Tür spähte, ob sie auch ungestört blieben.

 

Doch schon kurze Zeit später zog Thomas einen Packen Briefe aus der Nachttischschublade. Sie wurden durch ein rotes Band zusammen gehalten. Magnum zog vorsichtig einen Brief hervor und begann zu lesen. Gleich darauf pfiff er leise. „Das musst du dir anhören, T.C.“, sagte er.

 

„Lieber Frederic“, begann er. „Es ist kaum zu glauben, wie subjektiv die Zeit einem manchmal erscheint. Schon zwei Wochen sind vergangen, seit wir uns das letzte Mal sahen. Doch mir kommt es wie gestern vor, dass ich deine starken Arme um mich spürte. Ich kann noch immer deine harten Lenden in mir fühlen, als unsere Leidenschaft uns übermannte. Ich zähle die Tage, bis wir unsere Körper wieder in Ekstase vereinigen können. Und sie können nicht schnell genug vergehen. In Liebe, Jonathan:“

 

„Jonathan? Higgins!“ T.C. fuhr herum und starrte Magnum an. „Unser Higgins?“

 

Thomas löste das Band und blätterte die anderen Briefe durch. „Das ist eindeutig seine Handschrift“, erklärte er. „Und der Inhalt der anderen ist ähnlich.“

 

T.C. pfiff leise. „Higgy-Baby steht also auf Typen“, stellte er fest. „Wer hätte das gedacht.“

 

Thomas zuckte mit den Schultern. „Warum auch nicht, ist doch nichts dabei“, sagte er leichthin. Er band die Briefe wieder zu und legte sie in die Schublade zurück.


“Nimmst du sie nicht mit?“, wunderte sich T.C.

 

Magnum schüttelte den Kopf. „Higgins wollte nur wissen, ob dieser Frederic die Briefe bei sich hat. Er hat mir ausdrücklich eingeschärft, sie nicht an mich zu nehmen:“

 

///

 

„Endlich.“ Higgins sprang vom Stuhl auf, als Magnum und T.C. das Büro des King Kamehameha Clubs betraten. „Haben Sie etwas herausgefunden?“

 

„Warum haben Sie mir nicht gesagt, dass Sie der mysteriöse Freund sind und es sich nicht um einen unbekannten Erpresser, sondern um ihren Ex-Liebhaber handelt?“, fragte Magnum zurück.

 

Higgins schluckte, räusperte sich dann. Es war ja zu erwarten gewesen, dass Magnum die Wahrheit herausfinden würde, vor allem wenn er die Briefe tatsächlich fand. “Es war mir unangenehm“, gestand er. „Und ich war mir nicht sicher, ob Sie mir unter diesen Umständen helfen würden.“

 

„Ist doch nichts dabei“, erwiderte Magnum und bediente sich erst mal an der kleinen Bar des Büros.

 

„Was haben Sie nun herausgefunden?“, drängte Higgins.


“Er hat die Briefe bei sich“, antwortete Thomas. „Und offensichtlich will er Sie zurück:“

 

„Was?“, fragte Higgins entsetzt.


“Wir fanden auch ein Tagebuch“, erklärte Magnum. „In dem schreibt er, dass es der größte Fehler seines Lebens war, Sie zu verlassen. Er würde sich über eine zweite Chance mit Ihnen freuen:“

 

Die Tür öffnete sich und Rick kam herein. „Ich glaube mit Ihrem Freund stimmt etwas nicht, Higgins“, sagte er. „Ich hatte das Gefühl, er will mich anbaggern:“

 

„Ich... gehe wohl besser zu ihm“, sagte Higgins zögernd.


“Wollen Sie, dass ich mitkomme?“, fragte Thomas.


“Würden Sie das tun?“

 

„Sicher.“

 

///

 

„Johnny!“ Frederic erhob sich sofort, als Higgins sich ihm näherte. „Du hast dich überhaupt nicht verändert.“

 

„Frederic, schön dich wieder zu sehen“, sagte Higgins steif und wich hastig aus, als Frederic versuchte, ihn zu umarmen.


“Hallo“, machte Thomas und trat zu ihnen.

 

„Hallo“, erwiderte Frederic und musterte ihn neugierig.


“Das ist Mr. Magnum“, stellte Higgins vor. „Mr. Jameson:“

 

„Thomas“, sagte Magnum und schüttelte die dargebotene Hand.

 

„Frederic, für Freunde Freddie“, erwiderte der andere.

 

Higgins deutete auf einen Tisch. „Setzen wir uns doch:“

 

Thomas gestikulierte dem Kellner Keoki, ihnen allen etwas zu Trinken zu bringen.

 

Eine peinliche Stille entstand zwischen ihnen. Schließlich brach Magnum sie. „Was führt Sie denn hier her, Freddie?“, fragte er.


“Ich wollte gern Johnny wiedersehen“, gestand der. „Wir sind alte Freunde. Sehr enge Freunde.“

 

„Bitte, Frederic“, räusperte sich Higgins. „Nicht hier. Nicht...“

 

„Oh.“ Frederic musterte Magnum. „Ihr seid... zusammen?“

 

„Magnum ist... ein Freund“, sagte Higgins zweideutig.

 

Thomas blickte ihn von der Seite überrascht an.


“Verstehe“, erwiderte Frederic und ein Schatten fiel über sein freundliches Gesicht. „Wie töricht von mir, anzunehmen, du hättest nicht längst wieder jemanden.“ 

 

„Was soll das?“, zischte Magnum Higgins zu. „Ich bin doch nicht Ihr..:“

 

„Spielen Sie mit, bitte“, bat Higgins leise. „Ich werde mich auch erkenntlich zeigen.“

 

„Also gut, weil Sie es sind, Higgins.“

 

Ihre Drinks kamen. „Trinken wir doch auf die Freundschaft“, sagte Magnum. „Auf ganz spezielle Freundschaften.“ Er lächelte Higgins an und prostete ihm zu. „Nicht wahr, Johnny?“ Er küsste Higgins auf die Wange.

 

Higgins verschluckte sich an seinem Drink.

 

///

 

„Das werde ich bestimmt nicht!“ Thomas funkelte Higgins wütend an. „Ich habe kein Problem damit, im Club Ihren Liebhaber zu spielen, aber jetzt auch noch mit Ihnen zusammen zu ziehen, ist zu viel verlangt.“

 

„Bitte, Magnum, es ist doch nur für ein paar Tage“, erwiderte Higgins.

 

„Warum haben Sie ihn überhaupt eingeladen, seinen Urlaub auf dem Anwesen zu verbringen?“, fragte Magnum.

 

„Weil das die Höflichkeit gebietet und es das Mindeste ist, was ich für ihn tun kann“, antwortete Higgins. „Das verstehen Sie natürlich nicht.“

„Ich verstehe aber, dass Sie hier eine riesige Charade abziehen“, sagte Thomas. „Und das passt überhaupt nicht zu Ihnen.“


“Magnum, bitte“, flehte Higgins. „Ich mache Ihnen auch nie wieder Schwierigkeiten wegen dem Ferrari und Sie können den Weinkeller und die Tennisplätze so oft nutzen, wie Sie wollen.“

 

„Sie müssen wirklich verzweifelt sein“, grinste Magnum. „Also gut, weil Sie es sind... Johnny.“

 

///

 

„Ich verstehe nicht, warum Sie nicht einfach zu Ihrem Freddi gehen und ihm sagen, dass Sie nicht mehr interessiert sind. Er macht doch einen vernünftigen Eindruck, wirkt nicht wie ein verrückter Stalker, der ein Nein nicht akzeptiert“, sagte Magnum und zog sein Shirt aus. Dabei reckte und streckte er seine Muskeln, fast so, als wollte er eine Schau abziehen.

 

Higgins starrte ihn an.

 

„Sie verstehen das nicht“, sagte Higgins. Seine Stimme klang belegt.

 

Thomas streifte langsam seine Jeans nach unten. Higgins starrte noch immer. „War das was Längeres zwischen Ihnen?“, fragte er neugierig.

 

„Wir waren fast drei Jahre zusammen“, erwiderte Higgins.


“Und dann hat er Sie verlassen?“

 

Thomas bückte sich, um seine Turnschuhe zu öffnen, präsentierte dabei einen guten Blick auf seinen straffen Hintern in einer engen Badehose. 

 

Higgins schluckte nervös. „Ich habe ihn dazu ermutigt“, sagte er mit rauer Stimme.

 

Thomas kickte seine Schuhe von den Füßen, dann die Jeans. Danach ließ er sich aufs Bett fallen, kreuzte die Arme hinter dem Kopf. Higgins kroch unter seine Decke.

 

„Ich verstehe nicht, warum Sie um das ganze so ein Theater machen“, sagte Magnum. „Sie sind schwul, na und? Ist doch nichts mehr dabei. Wir leben im 20. Jahrhundert und jeder kann nach seiner Facon glücklich werden.“

 

„Sie verstehen das nicht, Magnum“, erwiderte Higgins. „In meinen Kreisen kommt so eine Beziehung nicht in Frage und beim Militär schon gar nicht. Deshalb beendete ich unsere Beziehung.“

 

„Okay.“ Magnum streckte seine Muskeln erneut. „Bei der Army gebe ich Ihnen recht. Aber sonst. Ihre Eltern sind tot und waren ja wohl auch keine Kinder von Traurigkeit. Ich sage nur Elmo und Pater Paddy. Wen sollte es also scheren?“ Thomas rollte sich auf die Seite und sah Higgins an.

 

„Meine Bekanntschaften hier, sie würden es nicht akzeptieren.“ Higgins hielt es plötzlich nicht mehr im Bett aus. Er stand auf und trat zum Fenster, starrte hinaus in die Dunkelheit. „Sie können das wirklich nicht verstehen, Magnum. Wissen Sie, wie schwer es für mich war zu akzeptieren, dass meine Begierden gegen jede Norm verstießen? Gegen alles, an das ich glaubte, was man mir anerzog. Erst Frederic lehrte mich, zumindest einigermaßen mit mir im Reinen zu sein, meine Gefühle zu akzeptieren. Aber ständig die Angst vor Entdeckung und den Konsequenzen, ich konnte auf Dauer nicht damit leben. Er war jung, er wollte offen mit unserer Liebe umgehen, doch ich stieß ihn von mir.“

 

„Sie können ihn wiederhaben“, sagte Thomas und stand ebenfalls auf.

 

Higgins schüttelte den Kopf. „Das ist vorbei:“

 

„Aber Sie müssen trotzdem nicht leben wie ein Mönch.“ Higgins schluckte nervös, als Thomas ganz eng von hinten an ihn trat. Higgins schluckte erneut. Was hatte Magnum bloß vor? Was für ein Spiel spielte er plötzlich mit ihm? Fast hatte er das Gefühl, Magnum wollte ihn provozieren, ja verführen. Was sollte das Ganze? Vorhin hatte Magnum doch noch heftigst gegen die Idee, ein paar Tage mit ihm das Schlafzimmer zu teilen, protestiert. Von seinen ganzen Frauengeschichten ganz zu schweigen.

 

„Sie sind nicht der einzige, der Männer interessant findet, Higgins“, flüsterte Magnum an Higgins Ohr.

 

Der wagte nicht, sich herumzudrehen. „Sie?“, fragte er heiser. An der Reflektion im Fenster sah er, wie Magnum nickte.

 

Higgins spürte, wie sein Herz raste. Ob als Resultat dieser unerwarteten Wendung oder durch Magnums Nähe ausgelöst oder durch beides, vermochte er nicht zu sagen. „Aber Sie... Sie haben doch ständig Frauen.“

 

„Ich mag auch Frauen“, sagte Magnum. „Aber ich finde, nur ein Mann weiß wirklich, was einem anderen Mann Freude bereitet.“

 

„Rick oder T.C.?“, fragte Higgins, sich seiner eigenen Indiskretion wohl bewusst.

 

„Sind nur gute Freunde“, antwortete Thomas. „Erinnern Sie sich an meinen ersten Fall hier, an den Freund mit den geplatzten Drogenpäckchen im Bauch?“

 

„Der tote Marine“, sagte Higgins leise.


“Dan war da, als Michelle starb. Als ich glaubte, sie sei gestorben. Damals in Vietnam. Er fing mich auf und irgendwann...“ Magnum brach ab. „Wie auch immer, es war schon länger vorbei zwischen uns, als er starb. Aber seitdem gab es niemanden mehr.“

 

„Wenn Sie entdeckt worden wären“, sagte Higgins

 

„Ich weiß“, erwiderte Magnum. „Aber wir sind beide nicht mehr beim Militär.“

 

Er stand noch immer eng hinter Higgins. Der schluckte nervös. War sich Magnum bewusst, wie sexy er war, wie sehr auf ihn wirkte? Jetzt nach seiner Enthüllung mehr denn je. 


“Sie wollen Frederic wirklich nicht zurück?“

 

Higgins schüttelte stumm den Kopf.

 

„Na dann, Jonathan“, sagte Magnum und legte seine Hände auf Higgins Schultern. „Schlage ich vor, wir gehen zurück ins Bett.“

 

Ende