Serie: TOS

Paarung: K/S

Code: NC-17

Summe: Spock und Kirk stellen sich auf Vulcan ihren Gefühlen

 

Disclaimer: Paramount/Viacom gehört Star Trek und alles, was ich mir hier borgte.

Die Story ist mein, "Fanfiction" - ich beabsichtige weder, damit Geld zu verdienen, noch irgendwelche Rechte zu verletzen. Wer unter 18 ist, bzw. ein Problem mit Homosexualität hat, bitte ich, diese Story  nicht zu lesen.

 

Erstveröffentlichung in der Amok Times Nr. 23, der Clubzeitschrift des ClassiKS-Clubs (http://www.geocities.com/classiks1701/index.html)

 

 

corbomite - Sprengstoff

 

Lady Charena A/R

 

 

Der alte, knorrige K'leste-Baum war eine kostbare Rarität auf dem Wüstenplaneten. Er spendete Schatten in der Hitze des Nachmittags. Doch nicht nur deshalb spielte er eine gewisse Bedeutung in seinem Leben. So bedrohlich der Baum auch aussah - mit krummen Zweigen, bewaffnet mit zentimeterlangen Dornen - er hatte für ihn immer eine Zuflucht bedeutet. Ein Ort, den er aufsuchte, wenn er nicht mehr weiter wusste. Er war schon lange kein Junge mehr. Aber wie in den vergangenen Zeiten seines Heranwachsens, hatte er hier Zuflucht gesucht, um Ordnung in seine Gedanken zu bringen. In zwei Tagen war sein Urlaub zu Ende und sie würden sich wiedersehen. Und noch immer war er sich nicht im Klaren darüber, wie es weitergehen sollte. Jim konnte seine Worte unmöglich ernst gemeint haben... nein, er...

"Es scheint mir, als würden sich manche Dinge nie ändern." Die leise Stimme schreckte ihn aus seinen Gedanken auf und er wandte sich von dem K'leste ab, um seine Mutter zu begrüßen.

Amanda trat neben ihn. "Ich frage mich, wie oft ich schon nach dir suchte, als du ein Kind warst - und dich hier fand, in Gedanken verloren."

"Ich bin kein Kind mehr, Mutter", erwiderte er automatisch. Doch ihr Blick belehrte ihn, dass er auf gewisse Weise immer ein Kind für sie sein würde. Und er wusste aus Erfahrung, dass es besser war, dies nicht zu hinterfragen. "Hast du mich aus einem bestimmten Grund gesucht?"

Ihr Blick musterte ihn - wie immer in den letzten Tagen - mit kaum verhüllter Besorgnis. "Du hast Besuch." Als sie nicht weitersprach, hob er fragend eine Augenbraue. "Captain Kirk. Er wartet in deinen Räumen." Ihre sanften Augen suchten sein Gesicht ab, als erwarte sie eine bestimmte Reaktion. Doch die blieb natürlich aus. Er nickte nur und wandte sich ab, um langsam in Richtung des Hauses zu gehen.

Keine zwei Tage Zeit mehr - aber machte das wirklich einen Unterschied?, dachte er, als er den Korridor entlangging, der in den Teil des Hauses führte, der seine Räume beherbergte. Vielleicht hätten das nicht einmal zwei Jahre bewirkt. Oder zweihundert. Ich hätte wissen müssen, dass er nicht einfach aufgibt. Noch hätte ich es mir gewünscht...

 

Jim Kirk stand am Fenster von Spocks Arbeitszimmer, in das ihn Amanda geführt hatte. Von hier aus konnte man ein gutes Stück des herrlichen Gartens überblicken. Es muss Jahre gedauert haben, allein Pflanzen zu finden, die mit dem harschen Klima Vulkans zurecht kommen...

Das Öffnen der Tür brachte ihn von diesem Gedankengang ab, der ohnehin nur ablenken sollte. Während er auf Spock wartete, war er mehr als einmal dicht daran, aufzugeben und zu verschwinden, so lange er das noch konnte.  Aber ob sie jetzt - oder in zwei Tagen aufeinander trafen... machte das wirklich einen Unterschied? Vielleicht, denn hier hatten sie beide noch etwas Raum und Zeit... um ihre Probleme zu lösen - während es auf dem Schiff wieder unzählige Möglichkeiten geben würde, einander auszuweichen, sich hinter der Pflicht zu verstecken.

Spock blieb direkt an der Tür stehen. Der dreiwöchige Aufenthalt auf seinem Heimatplaneten schien ihm gut getan zu haben. Zumindest wirkte er nicht mehr ganz so angespannt, wie die letzten Tage vor dem Landurlaub. "Hallo, Spock." Erstaunlich, dass seine Stimme so ruhig klingen konnte, wenn er innerlich zitterte.

"Captain." Diese Förmlichkeit - so typisch Spock. Wie ich dich vermisse...

"Was führt...", das Schlucken war deutlich vernehmbar - offensichtlich lag ihm das Sie auf der Zunge - doch zu seiner Überraschung entschloss Spock sich dagegen. "Was führt dich auf den Vulkan? Gibt es Schwierigkeiten mit dem Schiff?" Seltsam, dass eine solche Kleinigkeit, wie das Verwenden einer bestimmten Anrede anstelle einer anderen ein solches Gefühl von Wärme in ihm erzeugen konnte, dachte Jim abwesend. "Nein, keine Schwierigkeiten. Scotty hat alles im Griff. Ich dachte nur...", Kirk zuckte entschuldigend mit der Schulter. "Irgendwie hatte ich genug von der guten, alten Erde. Und da dachte ich an das, was du mir von Vulkan erzählt hast. Ich... ich dachte, du könntest mir das alles einmal zeigen, von dem wir gesprochen haben. Ich bin neugierig geworden..." Er lächelte schief, als er bemerkte, dass er etwas zusammenhanglos sprach und ließ den Satz ausklingen. Es war eine lahme Ausrede - und so klang sie auch. Nun komm schon Spock, hilf' mir doch...

"Das würde beträchtlich länger dauern, als die beiden Tage, die uns zur Verfügung stehen", erwiderte Spock leise. Das klang ja schon mal keineswegs so ablehnend, wie er halb gefürchtet hatte.

"Wenn Unannehmlichkeiten..." Spock hob eine Hand, unterbrach ihn damit. Einen Augenblick war es sehr still und sie wussten beide, dass vielleicht dies der entscheidende Moment sein konnte.

"Nein", erwiderte der Vulkanier schließlich ruhig. "Nein, ich würde mich sehr freuen, wenn du bleibst." Sehr freuen? Das war doch eine Menge mehr, als pure Höflichkeit. Und weit mehr, als er erwartet hatte, um ehrlich zu sein. Doch Jim dämpfte hastig die neu angefachte Hoffnung. So einfach würde das sicher nicht werden...

Wieder entstand ein langer Moment unbehaglichen Schweigens. "Deine Mutter sagte, diese Räume gehören dir ganz allein?", erkundigte sich Jim letztlich, als es unerträglich wurde. Spock nickte, ging bereitwillig auf den Wechsel zu einem unverfänglichen Thema ein. "Ja, sie stehen ausschließlich mir zur Verfügung, wann immer ich mich auf Vulkan aufhalte." Er wies auf die Tür. "Vielleicht zeige ich dir erst einmal dein Quartier. "

Spock blieb an der Tür stehen, um ihm den Vortritt zu lassen. Und als Jim seine Tasche aufnahm und an ihm vorbei ging, kam es zu... einer Art Unfall... Sie stießen zusammen. Im Grunde nichts bedeutsames, doch die flüchtige Berührung genügte, sie beide erschrocken auseinanderfahren zu lassen. Jim unterdrückte einen Schauer.

"Entschuldigung." Sie hatten gleichzeitig gesprochen. "Ich..." Wieder gleichzeitig. Jim lächelte schief - und streckte die Hand aus, legte einen Finger auf die schmalen Lippen des Vulkaniers, hieß ihn schweigen. "Nichts passiert", sagte er leise. Noch nicht... Dann zog er die Hand zurück und griff nach dem Türknauf. Spock beobachtete die Bewegung, sie erschien ihm wie in Zeitlupe und er widerstand nur mit Anstrengung dem Impuls, nach dem Menschen zu greifen. Sein Mund prickelte, wo ihn der kühle Finger berührt hatte. Was machst du nur mit mir...?

 

    

 

Spock hatte sich unter Hinweis auf die späte Stunde entschuldigt und ihn allein gelassen. Jim streckte sich auf dem harten Bett aus.

Es hatte ihn kaum mehr als ein paar Monate gekostet, beinahe zwanzig Jahre an selbstgeschaffener Isolation zu durchbrechen. Barrieren - so sorgfältig errichtet, gehegt und gepflegt (und für sicher erachtet) mit einem dieser speziellen Lächeln zu schmelzen, mit zufälligen Berührungen, gemeinsam verbrachten Stunden. Sicher, es war Freundschaft gewesen, anfangs zumindest. So verschieden sie auch waren, es hatte von Anfang an Dinge gegeben, die sie verband. Zum Beispiel die Enterprise - für beide eine Heimat, wenn auch aus unterschiedlichen Motiven. Die Sterne, die in ihrem Blut waren - egal, ob rot oder grün. Und der Wunsch, dort hinaus zu gehen und nachzusehen, was sie dort finden konnten... Brüder im Geiste.

Doch wann begannen sie, mehr als Brüder zu sein? Jim wusste es nicht. Wann war er das erste Mal atemlos aufgewacht, schweißgebadet, das Laken getränkt mit dem Ergebnis seiner Phantasie und Spocks Namen auf den Lippen? Wann begannen diese erotischen Träumereien, in denen der Vulkanier die Hauptrolle spielte? Er konnte keinen genauen Tag bestimmen. Es war einfach irgendwann passiert. Von einem Tag auf den anderen „knisterte“ es zwischen ihnen. Alles, was er wusste, war der Augenblick, in dem er es Spock gesagt hatte. Und dafür hatte er sich keinen denkbar schlechteren Moment aussuchen können, als mitten in einer Krise...

Ihr Zusammentreffen mit der Ersten Föderation: Baloks Ultimatum in den Ohren, hatte er sich ratsuchend an den Vulkanier gewandt. Und Spocks Vergleich ihrer Situation zu dem eines Schachspiels, hatte ihn schließlich auf die rettende Idee gebracht. Doch während sie darauf warteten, ob Balok seinen Bluff schlucken würde, hatte er irgendwann - verrückterweise - beschlossen, die Worte auszusprechen, die ihr Leben geändert hatten... Jeder war mehr oder weniger mit sich selbst und den Anzeigen beschäftigt, nur er hatte nichts zu tun. Nichts, außer nachzudenken. Er richtete den Blick auf die Wissenschaftsstation, wo Spock in eine Analyse vertieft war. Was denkst du, mein Freund? Wenn ich das nur wüsste... In diesem Moment drehte sich der Vulkanier um, als hätte er den Gedanken vernommen. Ihre Blicke begegneten sich und Jim brachte ein schwaches Grinsen zustande. In Spocks Augen blitzte ein Lächeln auf. Das war der Moment gewesen... Sag' es ihm. Jetzt, bevor es zu spät sein könnte, befahl eine Stimme in seinem Kopf. Und ohne lange nach zu denken, tat er das einfach. Stand auf und trat neben den Vulkanier.

"Captain?" Sag' doch Jim, bat er stumm... "Jim?" Ja, es ist doch gar nicht so schwer... "Ist alles in Ordnung mit Ihnen?" Spock berührte ihn tatsächlich am Arm! Ja, aus Besorgnis - weil du dastehst, ihn wie ein Idiot angaffst und keinen Ton sagst... "Ja", brachte er schließlich hervor. Er sah sich selbst ungläubig zu, wie er die Hand hob und zärtlich mit den Fingerspitzen über Spocks Wange strich. Es war etwas, was er schon sehr lange hatte tun wollen. Nein, dass kann ich doch nicht wirklich tun, nicht hier, auf der Brücke, vor allen... Er sah, dass der Vulkanier kurz die Augen schloss, sah einen Schatten über sein Gesicht huschen. "Captain?" Spocks Stimme war kaum zu vernehmen. "Kann ich mit dir sprechen?", fragte er, sich nicht daran störend, seinen Ersten Offizier gerade geduzt zu haben. "Nur einen Moment? Privat?" Mit angehaltenem Atem wartete er auf die Reaktion des Vulkaniers. Spock nickte, erhob sich. Seine Knie zitterten, als er ihm zum Lift folgte.

*       *       *       *

Es waren nur wenige Schritte bis zum nächsten Besprechungsraum. Kirk trat als erster ein - und als er sich umwandte, stand er direkt vor Spock. Sie sahen sich an. Und ohne den Blickkontakt auch nur für einen Moment zu unterbrechen, hob Jim die Hand und ließ sie in den Nacken des Vulkaniers gleiten. Er kam näher, seine zweite Hand fand ihren Weg in die seidenen, schwarzen Haare, als er Spocks Kopf sanft etwas nach vorne drückte, bis sich ihre Lippen berührten... Wie lange dauerte er? Dieser erste, süße Kuss? Eine Ewigkeit - verflogen in der Dauer eines Herzschlages. Die schmalen Lippen öffneten sich unter seinen - und es war ihm momentan egal, ob aus Überraschung... oder weil Spock vielleicht seine Gefühle erwiderte... Das Schrillen des Interkoms drang erst mit Verspätung in sein Bewusstsein. "Captain auf die Brücke."

"Jim, die Brücke...", hörte er Spock murmeln. Ohne seinen Blick loszulassen, trat Kirk zum nächsten Terminal und bestätigte den Ruf. Als er zu Spock zurückkehrte, hatte der den Blick gesenkt. "Es tut mir leid, dass ich dich so überrumpelt habe." Kirks Stimme war so sanft wie seine Berührung, als er die Hand unter das Kinn des Vulkaniers legte und seinen Kopf anhob. "Aber ich konnte nicht warten, bis es zu spät dafür sein würde. Ich muss es dir jetzt sagen - ich liebe dich." Er sah, dass Spock schluckte, zu einer Erwiderung ansetzte - und legte ihm die Finger auf die Lippen. "Schhh... jetzt nicht." Falls sein Bluff fehlschlug, wollte er wenigsten mit der Illusion sterben, was hätte sein können... "Wir müssen auf die Brücke." Der Vulkanier nickte nur und folgte ihm aus dem Raum. Im Lift wandte er sich an ihn. "Komm' heute Abend zu mir. Bitte?", fragte er leise. Er hielt den Atem an. Und gerade noch, bevor sich die Türen auf die Brücke öffneten, sah er Spock unsicher nicken.

*       *       *       *

Er war sich nicht sicher gewesen, ob der Vulkanier wirklich kommen würde. Und seine Zweifel wurden bestätigt. Spock teilte ihm über das Interkom knapp mit, dass er im Maschinenraum gebraucht würde und ihre Verabredung nicht einhalten konnte. Es war nicht das einzige Mal. Über die nächsten Tage hinweg wich ihm Spock systematisch aus. Und dann kam dieser Landurlaub und der Vulkanier befand sich außerhalb Reichweite... Diese drei Wochen hatten genügt, um ihn sicher zu machen.

Jims Gedanken kehrten in die Gegenwart zurück. So konnte es nicht weitergehen... Das Gästezimmer bot direkten Zugang zum Garten. Nach einer Weile stand er auf. An Schlaf war ohnehin nicht mehr zu denken.

Die Nacht war angenehm kühl, die Stille beruhigend. Die Sterne über ihm spendeten genug Licht, dass er sehen konnte, wohin er ging. Ein schmaler Pfad führte tiefer in den Garten und er folgte ihm. Doch nicht weit. Einer Krümmung nachgehend, stand er plötzlich vor Spock. "Ich bin wohl nicht der einzige, der heute Nacht nicht schlafen kann", sagte er leise. Der Vulkanier schwieg, den Blick auf den Boden gesenkt. "Hast du etwas dagegen, wenn ich dir ein wenig Gesellschaft leiste?" Endlich sah Spock auf, sein Blick flatterte zum Haus und dann zu dem Menschen. "Ich wollte gerade zurückkehren", meinte er unsicher, biss sich auf die Unterlippe. Eine so typisch menschliche Geste! Jim beobachtete ihn aufmerksam. Er ist mindestens so nervös wie ich. Ich frage mich, ob das ein gutes Zeichen ist.. "Denkst du nicht, wir sollten endlich miteinander reden?", fragte er sanft. "Diese Zeit ist dafür nicht schlechter, als jede andere." Er wies auf den Weg, den er gerade gekommen war. "Ich habe dahinten eine Bank gesehen." Doch Spock schüttelte den Kopf. "Nein", erwiderte er und wich einen Schritt zurück. "Bitte entschuldige, Jim - aber ich... es ist sehr spät..." Er wandte sich ab und verschwand in die Dunkelheit.

Aber Jim war zu entschlossen, um sich so leicht abspeisen zu lassen. Es stand zuviel auf dem Spiel, um einfach aufzugeben. Er musste Spock doch nur dazu bringen, seine Ansicht zu teilen...Er kehrte ins Gästezimmer zurück und trat von dort in den Korridor, legte die wenigen Schritte bis zu Spocks Schlafzimmer zurück (der Vulkanier hatte ihm früher am Abend eine kurze Führung gegeben) und trat leise ein. Ohne vorher anzuklopfen...

Spock lag auf seinem Bett, den Rücken der Tür zugewandt. Im matten Licht, dass durch große Fenster in den Raum sickerte, wirkte er unglaublich jung, fast schutzlos - das Gesicht in den Armen vergraben, zusammengekauert. "Spock. Ist es nicht unlogisch, vor einem Gespräch davon zu laufen? Vor mir? Wir können uns nicht ewig aus dem Weg gehen, weißt du."

"Ich...", der Vulkanier drehte sich langsam um. "Ich werde nicht auf die Enterprise zurückkehren. Starfleet stellt Ihnen sicher Ersatzpersonal zur Verfügung, Captain." Die Worte so sehr wie der förmliche Ton waren wie ein Schlag ins Gesicht. Damit hatte er nicht gerechnet. "Das kannst du nicht tun."

Spock setzte sich auf, sah ihn jedoch nicht an. "Bitte geh'." Jim schüttelte den Kopf - und kam statt dessen näher. Kein Ausweichen mehr. Er ging vor dem Bett in die Hocke und sah zu Spock auf. "Das kannst du nicht wirklich wollen. Du darfst das nicht tun. Niemand kann dich ersetzen. Nicht auf dem Schiff..." Er legte eine Hand unter das Kinn des Vulkaniers und hob seinen Kopf an, bis der Blick der dunklen Augen auf ihm ruhte. "... und schon gar nicht bei mir. Du darfst mich nicht verlassen."

"Jim, bitte..." Zu mehr kam er nicht. "Scchhh..." Ein kühler Mund verschloss seine Lippen, erstickte jeden weiteren Protest im Keim. Es war, wie... wie bei ihrem ersten Kuss. Jeder rationale Gedanke war verloren, als sich kühle Lippen über seine senkten. Oh, Vulkanier träumten nicht... und doch hatte dieser hier jede Nacht in den vergangenen drei Wochen davon geträumt... Jims Arme glitten um seine Taille und zogen ihn mit sich auf, als er sich erhob - ohne den Kuss auch nur für einen Moment zu unterbrechen. Und wie aus eigenem Entschluss, hoben sich seine Arme, glitten um die Schultern des Menschen, seine Finger in sein Haar. Sein Mund öffnete sich willig - begierig sogar - als eine kühle Zunge sanft probte.

Er ertrank in einem Taumel aus Empfindungen, Sinneseindrücken... der Geruch von Jims Haut, sein Geschmack... das Trommelfeuer seines Herzschlages... Dann löste sich der Mensch plötzlich von ihm, wich einen Schritt zurück. Nein, nicht... Doch als Jims Hände nach dem Verschluss am oberen Saum seiner Tunika griffen, hielt er still. Und als das Kleidungsstück auf den Boden fiel, gefolgt von Kirks Hemd, schloss er die Augen...

Ein kühler Mund an seinem Ohr, nippte, flüsterte Worte, die ohne Sinn blieben, aber wie Feuer durch ihn strömten. Volle Lippen glitten liebkosend über seine Wange, seine Kehle entlang, bis sie seine Schulter erreichten. Doch dann verließ ihn plötzlich jede Berührung und er stöhnte auf. Nein, bitte nicht... Jim... Hatte er die Worte tatsächlich laut ausgesprochen - oder nur gedacht? Er öffnete die Lider. Jim kauerte vor ihm, seine Augen glühten im matten Licht - sie stellten stumm eine Frage. Und was immer er auch in diesem Moment in seinem Gesicht fand, es schien die Antwort darauf zu sein...

Jims Hände ruhten einen Moment auf den Oberschenkeln des Vulkaniers, dann glitt eine davon zum Verschluss der Hose.

Augenblicke später war diese Barriere entfernt - und Spock schloss die Augen, ließ sich von Jim vom Rest seiner Kleidung befreien. Er griff blind nach den Schultern des Menschen, als seine Knie weich zu werden drohten und folgte willig dem sanften Druck, der ihn zurück auf das Bett leitete. Er hörte das Rascheln von Kleidung, die sich zu der auf dem Boden gesellte...

Und schnappte nach Luft, als Jim sich über ihn kniete. Kühle Hände glitten sanft über seine Haut, besänftigten sein Zittern, lockerten verkrampfte Muskeln. Spock öffnete die Lider und griff nach dem Mann, der seine Gedanken (und seine Träume) schon seit geraumer Zeit beschäftigte. Er spürte, wie sich Jims Lippen an seinen zu einem Lächeln verzogen und ließ seine Hände eine langsame, ausführliche Erkundung des glatten Brustkorbs beginnen, während er die Tiefen eines menschlichen Mundes erforschte.

Seine Fingerspitzen streiften die verhärteten Brustwarzen nur, bevor sie tiefer glitten, Schauer erzeugten und neugierig in den Bauchnabel tauchten. Seine Hände glitten um die Taille des Menschen, bedeckten das feste Gesäß. Wie oft hatte er heimlich Jims Figur bewundert, sich vorgestellt, wie sich seine Haut anfühlen würde. Verbotene Gedanken? Vielleicht... Doch jetzt wurden sie wahr...

Plötzlich ungeduldig, wölbte er die Hüften, brachte ihre Unterköper in Berührung. Sein hartes Glied traf auf eine antwortende Härte und er warf mit einem unterdrückten Schrei den Kopf in den Nacken. Jim folgte seiner Bewegung, rieb sich aufreizend an ihm. Seine Zungenspitze umkreiste die schmalen Lippen, bevor er sie einmal mehr mit seinen bedeckte.

Zwei Finger drängten sich zu der kühlen Zunge in seinen Mund und er sog gierig daran. Als Jim sich zurücksetzte, folgte Spocks Blick ihm.

Ja...  "Ja", zischte er. "Ja." Als Jim sich zwischen seine gespreizten Beine kniete, ihn vorsichtig vorbereitete, öffnete. Die Knie hochgezogen, sich geistesabwesend selbst streichelnd, beobachtete er aus geschlitzten Augen, wie Jim die Feuchtigkeit über sein Glied verteilte. In einer einzigen, fließenden Bewegung stieß der Mensch seine Hand beiseite und drang in ihn ein. Kühle Finger schlossen sich um seine Erektion, als sich seine Finger in Jims Schultern gruben und er sich seinen Mund nahm, seine Zunge in die Mundhöhle seines Menschen drang...

Sie fanden sich mit einer Leichtigkeit, als wären sie bereits seit Jahren Liebhaber...

Der Weg zurück in die Realität schien unendlich lang. Er wurde von starken Armen gehalten, soviel war sicher... Er öffnete die Augen und sah in die blitzenden seines Vulkaniers. Ein Lächeln krümmte die schmalen Lippen, unterstrich die Offenheit der sonst so strengen Züge. "Du bist wunderschön, weißt du das?", flüsterte er und kostete das Lächeln...

Spock rollte sie herum, bis er sich über ihn erhob, sein Mund verließ den des Menschen und glitt über seine Kehle. Jim warf aufstöhnend den Kopf in den Nacken, als sich heiße Lippen aufreizend langsam tiefer, über seinen Oberkörper bewegten. Seine Hand streifte an Spock entlang, durch die abkühlende Feuchtigkeit auf dem flachen Bauch, bis seine Finger eine bereits wieder beachtliche Erektion umschlossen. Er dachte an die Gerüchte, die er über vulkanische Ausdauer gehört hatte. Nun, wie viel davon wahr ist, würde sich wohl durch intensive Nachforschungen herausfinden lassen... Er lachte, als zwei starke Hände ihn ungeduldig, aber sanft auf den Bauch drehten.

 

    

 

Jim öffnete die Augen und streckte sich leicht. Er grinste schief, als gewisse Bereiche seines Körpers sich bemerkbar machten, sein letztes Mal mit einem Mann lag etwas länger zurück. Es war schon erstaunlich, wie viel Enthusiasmus so ein angeblich gefühlloser Vulkanier aufbringen konnte, wenn er erst einmal überredet war...

Spock lag neben ihm, noch schlafend. Doch er konnte nicht widerstehen, beugte sich über ihn und stahl sich einen Kuss von dem halb geöffneten Mund. Die schmalen Lippen bewegten sich antwortend gegen seine - und was als sanfte Begrüßung gedacht gewesen war, wuchs sich rasch in einen leidenschaftlichen Kuss aus.

"Kein Wort mehr davon, dass du hier bleiben willst...", flüsterte Jim, als sie sich voneinander lösten. Spock schüttelte den Kopf. "Selbst wenn ich es wollte, ich könnte es nicht", erwiderte er. Bevor Jim fragen konnte, wie er das meinte, verschloss er ihm den Mund. Es gab noch so vieles, dass zwischen ihnen nicht ausgesprochen worden war... die Zweifel, die noch immer irgendwo im Hintergrund seines Bewusstseins lauerten und die ihn in erster Linie fortgetrieben hatten. Doch das konnte sicher noch ein wenig warten.

Aber etwas anderes war noch nicht gesagt worden und das konnte nicht warten. Er hatte Jim schon viel zu lange darauf warten lassen. Er griff nach Jims Hand, zog sie an die Lippen. "Ich liebe dich, t'hy'la."

 

Ende....