Title: Chiana

Author: Myra

Series: Farscape

Rating: NC - 13

Typ/Kategorie: het

Pairing: C/Ch

Summary: Chrichton will von Moya fliehen. Farscape 1. Season, kurz nach Folge 15

Archiv: ffp, FarscapeGermany

Disclaimer: Farscape is owned by The Jim Henson Company, Hallmark

Entertainment, Nine Network Australia and the Sci-Fi Channel.

Diese großartige Show gehört ihnen, und nur ihnen.

Beta: T´Len, REV

 

 

Chiana

 

"Chiana! Lass das."

John Crichton, der einzige Mensch auf dem halb organischen Raumschiff Moya versuchte vergeblich, sich aus der festen Umarmung der weißhäutigen Nebari zu befreien. "Ich muss sehen, ob Moya eine Möglichkeit entdeckt hat."

 

Aber Chiana schmiegte sich mit schlangenhaften Bewegungen noch enger an seinen Rücken.

"Ich weiß. Du willst dasselbe wie ich", flüsterte sie mit ihrer heiseren Stimme an seinem Ohr und er fühlte, wie sich seine Nackenhaare aufstellten.

 

"Chiana, die bringen dich doch sofort wieder in die Strafkolonie zurück, wenn du wirklich auf deinen Heimatplaneten zurückkehrst."

 

John ergriff ihren schlanken Arm und wollte ihn von seinem Hals lösen, aber sie fuhr mit ihrer anderen Hand von hinten weiter über seine dunkle, lederne Jacke.

 

Resigniert seufzte er auf und ließ sie gewähren. "Chiana, sag mir einfach, was du von mir willst und wir können darüber reden, okay?"

 

"Du willst auf diesen Planeten von dir zurück, richtig?"

 

"Stimmt."

 

"Und ich will bei der nächsten Gelegenheit von diesem Raumschiff runter. Ich ertrage es einfach nicht, gefangen zu sein."

 

"Du bist doch jetzt frei und kannst tun und lassen, was du willst. In einem gewissen Rahmen natürlich."

 

"Das reicht mir nicht. Und du bist der Einzige, dem ich hier traue."

 

In John stieg langsam ein mulmiges Gefühl auf. Zwei der ständig wie Ameisen hin und her huschenden gelben Hilfsroboter liefen über den organischen Schiffsboden. Er könnte die DRD`s benutzen um sich beim Piloten zu melden, aber im selben Moment kam ihm das auch wieder absolut lächerlich vor. Sie war doch eigentlich nur ein kleines, schmächtiges Mädchen, mit dem er alleine fertig werden sollte.

 

"Wo sind eigentlich Zhaan, D`Argo und Aeryn?", versuchte er, Chiana abzulenken.

 

"Aeryn nennst du sie? Und nicht Officer Sun? Du hast ein kurzes Gedächtnis für deinen Peiniger, wie mir scheint."

 

"Chiana, zum letzten Mal. Was willst du von mir?" John verlor langsam die Geduld. Er wollte so schnell wie möglich die Kontrollen seines Raumschiffs hochfahren und dann mit Moyas Hilfe den Kurs zur Erde berechnen. Das gerade entdeckte Wurmloch war vielleicht die letzte Chance für ihn.

 

"Hilf mir von Moya runter zukommen", forderte sie ihn mit einer verführerischen Kleinmädchenstimme auf und er spürte wieder ihre Körperwärme auf seinen Schultern.

Ihre Hände schienen überall gleichzeitig zu sein. Hatte er ihre Finger von seiner Brust entfernt glitten sie schon über seine Oberschenkel. John war dafür empfänglich, aber er kannte Chiana schon gut genug, um zu wissen, dass sie das nur tat, um ihn zu irgendetwas zu überreden. Die Crew der Moya hatte sie befreit und dafür sollte sie eigentlich dankbar sein. Aber sie war eine verurteilte Kriminelle, wenn nach menschlichen Maßstäben vielleicht auch nur eine aufsässige Rebellin. Und diese Nebari hatten die Fähigkeit der Gehirnwäsche, mit der sie jeglichen Ungehorsam in ihrem Volk unterdrückten. Das hatte jedenfalls Rygel behauptet. Und dann noch hinzugefügt, dass sie diese Fähigkeit auch auf andere Rassen anwenden konnten.

 

John beschloss, auf die zentrale Brücke zurückzukehren. Chiana erschien ihm trotz ihrer zarten Gestalt immer bedrohlicher und er wollte sie sicherheitshalber von hier weglocken.

"Komm mit mir zum Piloten und wir fragen ihn, wohin du am besten gehen könntest", versuchte er sie zu überreden.

 

Langsam erhob er sich aus dem Pilotensitz seines in dieser Umgebung seltsam deplatzierten irdischen Raumschiffs und Chiana schien ihm auch ohne weiteren Einspruch folgen zu wollen. John erlaubte sich einen erleichterten Seufzer. Sobald er Chiana in die Obhut der anderen Crew-Mitglieder abgeliefert hatte, würde er sich wieder in Ruhe auf seine Heimreise konzentrieren können.

 

"Nein!"

 

Chiana war mitten in dem aus organischen Wülsten bestehenden Hangar stehen geblieben und ihre Stimme hatte in dem halbrunden, dämmrigen Saal unnatürlich laut geklungen.

 

Er drehte sich sofort zu ihr um, aber ohne dass er noch etwas dagegen tun konnte, legte sie plötzlich ihre Finger fest um seinen Hals. Sie wirkte viel kräftiger als noch vor ein paar Minuten. John schien es, als wenn im selben Moment ein leichter Nebel wie bei einem Nieselregen in der höhlenartigen Umgebung niederging. Ein kalter Schauer lief ihm über den Rücken. Verärgert versuchte er, sich sofort mit beiden Händen von ihrem Griff zu befreien, und sie ließ es zu seinem Erstaunen auch widerstandslos zu.

 

Er wollte sie schon wütend anfahren, aber er fühlte sich plötzlich wie gelähmt. Ihr neugieriger Augenausdruck wirkte auf ihn, als wenn sie seine Reaktion hatte testen wollte. Die Nebari wurde ihm immer unheimlicher.

 

"Hey, John. Ich bin es, Chi. Du weißt doch, dass ich dir nie etwas antun könnte." John konnte ihre leise, samtweiche Stimme kaum noch verstehen.

 

Sie legte ihren Kopf auf charakteristische Art schräg auf ihre rechte, angezogene Schulter. "Du hast mir geholfen." Ein verschämtes Lächeln huschte blitzschnell über ihr Gesicht und sie schaute von unten in sein Gesicht.

 

"Jetzt bitte ich dich nur noch um einen weiteren, winzig kleinen Gefallen. Ich muss mir für eine kurze Zeit dein Schiff ausleihen. Mehr nicht." Ihre geschmeidigen Beine und Arme wirkten auf ihn wie bei einer elastischen Puppe, die zu den ungewöhnlichsten Bewegungen in der Lage war.

 

John erschien ihre Forderung im ersten Moment vollkommen logisch, aber etwas stimmte nicht. Irritiert drehte er sich um und versuchte, eine Veränderung in dem Raum zu erkennen. Die Wände Moyas strahlten immer noch das gleiche warme, organische Pulsieren aus. Alles schien wie immer.

 

"Chiana, ich kann dir nicht ...", antwortete er mit aller Kraft, um Zeit zu gewinnen. Sein Kopf kam ihm wie leer geräumt vor."...mein Schiff ..."

 

"Sch…", flüsterte Chiana. "Ganz ruhig." Mit einer Bewegung schnellte ihr Kopf auf die andere Seite ihrer Schulter und sie strahlte ihn verführerisch an. Dann fasste sie mit einer plötzlichen Bewegung unter seine Lederweste und streichelte eindeutig über den nur noch mit einem dünnen, schwarzen T-Shirt bedeckten Oberkörper.

Erschrocken keuchte er auf. "Was zum Teufel ..."

 

Wie angewachsen blieb er stehen und ließ es sich gefallen. Aber ihre Berührung war seltsam sinnlich und zärtlich und er konnte nicht verhindern, dass sie immer wieder mit ihrer kleinen Hand über seiner Brust kreiste.

 

"Chiana, was tust du da ..."

 

"Das möchtest du doch jetzt auch. Denk nicht weiter darüber nach."

Mit einer geschmeidigen Bewegung glitten ihr weißen Finger durch die Schlaufen seiner glatten Jacke und öffneten die vorderen Verschlüsse. Dann schob sie ihren weißen Arm unter sein dunkles T-Shirt und fuhr die menschliche Haut hoch. Ihre kleine, schlanke Gestalt schmiegte sich näher an ihn heran und ihre dunkel geschminkten Lippen spitzten sich um ihn zu küssen. Mit ihrer anderen Hand umfasste sie seinen Nacken und versuchte ihn zu sich herunter zuziehen.

 

John wollte sich wehren, aber sie schien ein schweres, unbekanntes und leicht bitteres Parfüm zu verströmen, dem er sich nicht entziehen konnte. Ohne weiter nachzudenken, bückte er sich und umfasste sie mit seinen starken Armen.

 

"Wie lautet der Code?", fragte Chiana mit leicht geöffnetem Mund.

 

"Welcher Code?", fragte John etwas verwirrt von der unerwarteten Unterbrechung. Sie jetzt zu küssen, musste der Himmel auf Erden sein.

 

"Der Startcode von deinem Schiff natürlich. Du kannst es mir ruhig anvertrauen."

 

Chiana näherte ihren Mund noch mehr und John konnte ihre kleine rosa Zunge sehen, die ihre Lippen befeuchtete. Chianas hübsches Gesicht und ihr weißes, mit dunklen Strähnen akzentuiertes Haar erschienen ihm unwiderstehlich und er hätte es zu gerne jetzt berührt. Er hatte schon viel zu lange keine Frau mehr gehabt und er fühlte sich von ihrer sinnlichen Art in den Bann gezogen.

 

"Das weiß ich doch. Der Code lautet F43 A90 R und ... und ... ich weiß nicht mehr weiter. Ist das denn so wichtig?", fragte er unkonzentriert. Ihre Körperwärme machte ihm zu schaffen. Er wollte sie nackt auf seiner Haut spüren und nicht weiter darüber nachdenken, so wie sie es ihm gesagt hatte.

 

Deshalb waren sie doch jetzt hier. Er legte seinen Kopf auf ihre Schulter und küsste ihre auffällig weiße Schulter. Außer ein paar DRD´s, die auf dem Boden Hin und Her liefen, schienen sie ganz ungestört zu sein.

 

Chiana runzelte kurz die Stirn, aber sie hatte in ihrem Leben schon bereits weitaus schwierigere Situationen gemeistert. Und John war ein Mann, der ihr schon rein äußerlich sehr gut gefiel. Also gab es keinen Grund ärgerlich zu werden. Sie strich durch sein kurzes, schwarzes Haar und lächelte ihn unschuldig an.

"Chi möchte es nur gerne wissen. Das ist alles. Das verstehst du doch, John, oder?"

 

"Kein Problem. Es fällt mir sicher gleich wieder ein", antwortete er leichthin. Mit seiner Zunge fuhr er ihren Schulterknochen entlang und löste bei Chiana einen wohligen Schauer aus.

 

"Oh, du bist so schön.", flüsterte er heiser und suchte ihren Mund. Die Situation ließ in seinem Körper die Nervenbahnen verrückt spielen. Chiana erschien ihm im Moment als die begehrenswerteste Frau des ganzen Universums. Er dachte nur noch daran, gleich ihren schlanken Körper besitzen zu können.

 

Angelehnt an die weichen Bögen ließ Chiana es sich gefallen, dass er versuchte, ihre lederne Leibweste zu öffnen. Sie hätte nicht vermutet, dass der Mensch so leidenschaftlich sein konnte und sie bedauerte fast, ihn auf diese Art zu hintergehen. Aber sie wusste nicht, wie sie anders an die lebensnotwendigen Informationen kommen sollte.

 

John wollte sich bücken und ihre kleinen Brüste küssen, aber das wollte sie nicht mehr zulassen. Sie musste unbedingt die Kontrolle behalten. Entschlossen zog sie ihn mit sich auf den Boden und setzte sich dann breitbeinig auf seinen Unterleib. Als sie zwischen ihren Beinen seine eindeutigen Bewegungen spürte, rieb sie sich unwillkürlich auf dem harten, ausgebeulten Leder seiner Hose. Ganz unerwünscht spürte sie Wellen der Erregung in sich hochsteigen und das Brennen in ihrem Unterleib ließ sie aufstöhnen. Mit beiden Händen an Johns Jacke festgekrallt warf sie ihren Oberkörper weit nach hinten.

 

"Chiana komm, liebe mich. Du willst es doch auch", flüsterte er ihr rau zu. Er drückte seinen Unterleib noch fester gegen ihre gespreizten Beine und versuchte, sie mit seinen Armen näher an sich heranzuziehen. Er wollte sie am liebsten gleichzeitig küssen, umarmen und tief in sie eindringen.

 

"Oh, bitte Chiana."

 

"John. Wie lautet der Code? Ich muss das wissen." Chiana schwankte und zitterte am ganzen Leib. Auch sie fühlte sich plötzlich unerklärlich stark von diesem Menschen angezogen. Aber sie hatte eine Entscheidung getroffen.

 

"Chiana, ich weiß es nicht mehr. Ich weiß es einfach nicht mehr! Komm, ich will dich! Jetzt!"

 

Mit seinen halbgeschlossenen, grünen Augen und den sinnlichen Lippen wirkte er auf Chiana beinahe unwiderstehlich. Für einen flüchtigen Moment dachte sie daran, John zu ihrem Lebenspartner zu machen. Aber sie hatte ihre eigene Mission zu erfüllen.

Entschlossen umfasste sie erneut seinen Hals und verstärkte ihren geistigen Einfluss. John musste ihr unbedingt sofort den Code geben, sonst würde sie niemals Moya verlassen können. Auch wenn das bedeutete, dass sie ihn damit vielleicht tötete.

 

"John, sag mir den Code!"

 

Aber die Nebari hatte aus Unachtsamkeit viel zuviel Druck ausgeübt. Er fiel in eine tiefe Ohnmacht. Wütend schüttelte sie ihn und hatte dabei überhört, dass inzwischen jemand den Raum betreten hatte.

 

"John? Wo bist du? Moya hat etwas entdeckt. Das könnte die Möglichkeit für dich sein, wieder in deine Heimat zurückzukehren. Die DRD´s haben gesagt, dass du hier bist."

 

Aeryn blieb wie angewurzelt stehen, als sie die beiden ineinander verschlungen Körper auf dem Boden sah.

 

"Verdammt noch mal! Du Mistkerl! Ich habe wirklich gedacht, dass du anders bist", fluchte sie leise, aber keiner der Beiden schien Notiz von ihr zu nehmen.

Langsam holte sie ihre Waffe aus dem Holster und warf dabei ihre lange, schwarze Mähne zurück. Mit dem Sucher nahm sie Maß und richtete den Suchstrahl zuerst auf Chianas Rücken. Aber das Ziel ließ sie kühl. Das war nur ein kleines, seltsames Mädchen. Nicht ernst zu nehmen.

 

Langsam wanderte sie mit dem Sucher auf Johns blasse Stirn.

 

Das rote Laserlicht bohrte sich durch seine Haut. Eine irrsinnige Wut schoss ihr durch die Adern. Seine geschlossenen Wimpern warfen tiefe Schatten auf das kantige, männliche Gesicht. Ihre Finger zitterten. Aber sie wollte nicht aus Versehen einen Schuss abgeben, nur weil sie ihre eigenen Nerven nicht unter Kontrolle hatte. Sie war eine Peacekeeperin und zwang sich deshalb die Waffe wieder zu senken und zurückzustecken. Abrupt wandte sie sich ab und wischte sich die schweißnasse Hand an ihrer schwarzen Lederhose ab.

Diesem Menschen zu vertrauen war ein Fehler gewesen, der ihr so schnell nicht wieder passieren würde.

 

Als Aeryn schon längst wieder in den Eingeweiden Moyas verschwunden war, öffnete John mit übermenschlicher Anstrengung seine Augen und versuchte verzweifelt aus dem Albtraum zu erwachen. Allein auf dem harten Boden Moyas liegend, fühlte er sich nur noch zerschlagen, missbraucht und unendlich einsam in diesem feindlichen Universum.

 

"Aeryn, hilf mir. Bitte", flehte er verzweifelt, aber es kam kein einziges hörbares Wort über seine Lippen.

 

Ende