Disclaimer: Teil 1

 

 

 

Brusca Teil 9



Kirk tastete sich blind vor, fühlte die vertraute Präsenz und kam ihr doch nicht näher. Immer wenn er nach ihr greifen wollte, verschwand sie wieder aus seiner Reichweite, nur um ihn vage und diffus am Rande seiner Gedanken abermals zu locken.

//Spock, wo bist du? Ich fühle dich, du bist irgendwo. Dreh dich um. Sieh her. Sieh zu mir.//

Er musste vielleicht nur warten? Wenn er wartete, dann waren sie da, Spocks mentale Schwingungen – so vertraut, so entfernt und schwach. Er wartete und rührte sich nicht und richtete vorsichtig seine Aufmerksamkeit auf das schwache Band, das einzige was geblieben war. Eine Silhouette erschien vor seinen Augen, drehte ihm den Rücken zu. Spock. Er musste irgendwie zu ihm durchdringen. Ihn rufen. Als fühlte er über dicke Steine einer Mauer, hinter der ...

//Spock, öffne deine Schilde.... ich bin hier. Spock ... dreh dich um ...//

„Jim? Jim, wach auf .... na los .... JIHIM!!!"

Ein unsanftes Ruckeln an seiner Schulter riss Kirk in die Realität zurück. Er schlug vorsichtig die Augen auf und blickte in zwei blaue Augen, die ihn besorgt ansahen.

„Bones?"

Kirk blinzelte und richtete sich auf. Sein Kopf schmerzte und er lag auf einem Bett in einem großen und hellen Zimmer. Weich und angenehm warm.

„Was ist passiert?"

„Die Kopfschmerzen kommen von dem Zeug, was sie uns haben einatmen lassen. Es sollte gleich vergehen. Willkommen auf dem Südkontinent, Jim." McCoy grinste ihn schräg an und stand auf.

Kirk setzte sich weiter auf und schüttelte vorsichtig den Kopf. Er hatte geträumt, doch es war so realistisch.

„Er hat sich abgeschirmt ....", murmelte Kirk leise vor sich hin.

„Was?" McCoy kam wieder zu ihm und hatte nur den Rest gehört. Er reichte Kirk eine Tasse mit einem heißen Getränk. „Der Service hier ist jedenfalls gut. Was ist abgeschirmt?"

Kirk sah sich wieder um. Sie waren in einem großen Zimmer. An der Wand stand ein Tisch mit Getränken und Essen. Der Raum war reichhaltig dekoriert und sah nicht aus wie eine Gefängniszelle.
Eher wie ein königliches Gästezimmer.

„Wo sind wir, Bones? Auf dem Südkontinent sagst du? Aber es sieht nicht wie ein Gefängnis oder etwas ähnliches aus.", Kirk trank von seiner Tasse und fand, dass es ähnlich wie Kaffee schmeckte. Der Arzt saß bequem neben ihm am Bett und aß eine Frucht.

„Na, du wolltest doch hierher. Bitte, da sind wir. Gefängnis? Nein es sieht nicht so aus, aber die Türen sich abgeschlossen, es stehen Wachen draußen. Sei es, um uns an einer Flucht zu hindern oder eine weitere Spezialeinheit, die uns wieder verschleppt.", brummte McCoy.

„Ich bin seit etwa einer Stunde wach. Der Diener, der das Essen brachte sagte, dass der Regent und sein Berater in zwei Stunden mit uns sprechen werden. Bis dahin kannst du also auch genauso gut die Annehmlichkeiten genießen."

Kirk sah den Arzt an und nickte. „Nun gut. Warum diese merkwürdige Art und Weise uns hierher zu bringen?"

McCoy zuckte mit den Schultern. „Gute Frage. Was meintest du eben mit ...abgeschirmt. Hast du wieder ...von ihm ..... geträumt?"

Kirk sah den Arzt einen Moment fragend an, dann fiel ihm ein was er meinte und er nickte. „Ja geträumt. Oder vielleicht auch nicht. Spock, ich konnte ihn sehen, fühlen aber nicht erreichen. Als du mich geweckt hast, war er weg ... jetzt fühle ich nur noch einen Schatten."

McCoy sah ihn ernst an. „Du sagtest – abgeschirmt – was meinst du damit?"

Kirk blickte in seine Tasse. „Es ist, als hätte er sich völlig abgeschottet. Alles was ihn mit mir verbunden hat, hat er ausgeschlossen, hinter dicken Mauern von Kontrollen verbarrikadiert. Er hat sich schon des Öfteren abgeschirmt, wenn er arbeitet oder sehr konzentriert ist oder meditiert.....aber nicht so, es ist anders. Stärker ... als hätte er die Verbindung von seiner Seite unterbrochen. Verstehst du was ich meine?"

McCoy schüttelte den Kopf. „Nicht wirklich, aber zumindest heißt es, dass er lebt, dass sie noch leben. Du kannst ihn nicht erreichen? ist das jemals vorgekommen?"

Kirk schüttelte den Kopf. „Vor Gol? Nein. Nach V´ger. Nein! Dazwischen, ja ..."

„Hm.." McCoy blickte an die Wand und dann wieder zu Kirk. „Vielleicht die Entfernung?"

„Nein."

„Jim, ich weiß es doch auch nicht. Diese vulkanischen mentalen Bindungen sind für mich ein Buch mit sieben Siegeln, abgesehen von dem bißchen medizinischem Wissen was ich darüber habe. Alle Antworten, mit denen ich jetzt noch dienen könnte, sind Antworten die mir nicht gefallen und dir noch weniger gefallen würden. Außerdem sind es zum Teil nicht mehr als Spekulationen ...."

„Welche Antworten, Bones?" Kirk sah ihn scharf an.

McCoy schluckte und schüttelte mit dem Kopf. „Nun, vulkanische Bindungen lösen sich nicht einfach so. Das zumindest weiß ich. Entweder ist er verletzt, vermutlich dann am Kopf, dort wo das telepathische Nervenzentrum sitzt, dann ist es sicher nur zeitweise oder aber ..."

„Oder?"

„Oder er blockiert selber eure Verbindung .... unterdrückt sie....aus irgendwelchen Gründen ... kann er das?" McCoy sah Kirk besorgt an als der langsam nickte.

„Ja, das kann er.", antwortete Kirk leise und nachdenklich. „Er hat es bereits einmal getan, als er auf Gol war. Aber da hatten wir noch nicht das feste Partnerband. Es würde ihn töten. Bones, warum sollte er das tun?"

Kirk sah ihn fragend an, doch McCoy zuckte wieder mit den Schultern. „Vielleicht ... nein .... Jim, vielleicht denkt er du bist nicht mehr da. Wenn deine Verbindung abgerissen war, dann muss auch seine .... ich meine ....vielleicht hat er alles abgeschottet."

Kirk starrte den Arzt einen Moment erschrocken an. Konnte er Recht haben. Hielt Spock ihn tatsächlich für tot? Er musste ihn erreichen, bevor es für Spock zu spät war. Eine kalte Hand schien sich um sein Herz zu klammern.

Einen Moment hingen sie schweigend ihren Gedanken nach, dann blickte McCoy wieder auf. „Dieser Regent des Südkontinents kommt in einer Stunde. Wenn du wach bist und satt, sollten wir uns vielleicht darauf vorbereiten?"

Kirk nickte nachdenklich und stand auf, um sich zu waschen.

***

Eine Stunde später schwangen die großen Flügeltüren zu ihrem Gefängnisappartement auf und mehrere Männer strömten in das Zimmer. In ihrer Mitte unverkennbar der Regent des Südkontinents. Ein großer blonder Mann, mit der typischen rötlichen Haut und den fast orangenen Augen der Bruscer.

Kirk musterte ihn interessiert, doch seine Aufmerksamkeit wurde abgelenkt von einer weiteren Gestalt die sich neben ihm aufbaute. Ebenfalls hoch gewachsen. Die grauen Haare verrieten ein hohes Alter und die geschwungenen Augenbrauen und spitzen Ohren, sowie der leicht grünliche Teint unverkennbar die vulkanoide Abstammung. Jedoch passten die Augen nicht ins Bild, hellbraun anstatt das übliche dunkle braun der Vulkanier oder Romulaner.

Ein Vulkanier oder ein Romulaner – hier? Kirk konnte nur starren und tauschte kurz einen Blick mit McCoy aus, der ebenso überrascht aussah.

Der Regent trat vor Kirk und musterte ihn unverhohlen. „Captain Kirk?"

Kirk nickte. „In Person, und sie sind ...."

„Legan, der Regent des Südkontinents. Ich habe sie herbringen lassen. Entschuldigen sie die Unannehmlichkeiten, aber es war der einzige Weg sie sicher auf den Südkontinent zu bringen. Das hier....," er drehte sich zu dem Vulkanier/Romulaner, „....ist Quus. Mein Berater und langjähriger Vertrauter."

Kirk nickte Quus neugierig zu. Ein Berater also? „Wir wären auch freiwillig gekommen, aber nun sind wir ja ohnehin hier. Auf dem Nordkontinent wurde uns gesagt das alles was ´Krenn´ ist nicht gern gesehen wird auf Brusca. Ich gehe davon aus, das diese Auffassung auf dem Südkontinent nicht geteilt wird, Mr. Quus oder sie kein Krenn sind?"

Legan zuckte zusammen doch Quus lächelte nur schräg und bedeutete ihm, dass er die Frage beantworten würde. Das Lächeln war ein eigenartiger Anblick auf den sonst so offensichtlich vulkanoiden stoischen Gesichtszügen.

„Ich bin das was im Norden ´Krenn´ genannt wird, doch von dem der Norden nicht mehr weiß, als ein Kind vom Universum."

Kirk war einen Moment froh, dass es nicht der erste Vulkanier war, den er lächeln sah. Spock lächelte oft in seiner Gegenwart und er genoss den Anblick, der die ausdruckslosen Gesichtzüge so sanft werden ließen. Die Gedanken an Spock ließen wieder Kälte in seinen Körper kriechen und er wandte den Blick ab.

Quus schien die plötzliche Anspannung in Kirks Gesicht zu bemerken. Er musterte ihn einen Moment, bevor er weiter sprach. „Ich denke wir haben einiges zu besprechen. Setzen wir uns." Quus deutete auf den Wohnbereich, in dem einige gemütliche Sessel um einen kleinen Tisch standen.

Legan nickte und bedeutete den Wachen den Raum zu verlassen. Schließlich saßen sie zu viert um den Couchtisch versammelt.

Quus beugte sich vor. „Wo ist der Vulkanier? Commander Spock, wenn ich nicht irre?"

Kirk sah den Mann interessiert an. „Woher kennen sie ..."

„Wir haben unsere Quellen Captain. Wo ist er?", drängte Quus.

„Nicht hier. Er ist kurz vor dem Einschlag des Asteroiden auf die Enterprise zurückgekehrt."

Quus schloss die Augen und seufzte kopfschüttelnd. „Dann ist kaum noch Hoffnung. Die Enterprise ist zerstört."

Kirk sah ihn scharf an. „Woher wissen sie dass?", zischte er und beugte sich vor.

Legan hob die Hand. „Kirk, kein Grund zum Misstrauen. Die Technologie des Nordkontinents stammt von hier und wir benutzen sie selbstverständlich auch. Wir haben mitverfolgt, was im Orbit kurz vor dem Einschlag passiert ist, Captain. Von ihrem Schiff ist nichts übrig geblieben, ebenso wenig wie von dem klingonischen Kreuzer."

„...und die Klingonischen Abgeordneten sollen sich hier versteckt halten.", konterte McCoy.

„Eine Lüge." Legan blickte von McCoy zu Kirk. „Nicht die einzige Lüge. Nicht der Südkontinent macht gemeinsame Sache mit den Klingonen meine Herren...."

Kirk schwieg einen Moment und sah den Regenten nur an, dann holte er tief Luft und richtete sich auf. „Am besten erzählen sie von Begin an. Warum sind wir hier und was wollen sie von uns?"

Quus und Legan sahen sich an, dann ergriff Legan das Wort. „Captain, wir brauchen ihre Hilfe."

Quus reichte McCoy seinen medizinischen Scanner. „Untersuchen sie mich Doktor, sie werden feststellen, dass ich 183 ihrer Standardjahre alt bin und nur zum Teil vulkanischer Abstammung. Es bestehen in der Tat mehr Ähnlichkeiten zwischen mir und ihrem Commander Spock, als zwischen mir und Romulanern oder Vulkaniern."

McCoy nahm zögernd den Scanner und schaltete ihn ein. Kurz darauf nickte er erstaunt zu Kirk. „Vulkanoid, zweifellos, aber da ist noch etwas anderes. Ähnlich wie bei Spock. Eine andere Komponente im Blut und im Metabolismus, nur ... " McCoy blickte wieder zu Quus. „...etwa Bruscisch? Sie sind ein ... Mischling ... ein Hybrid ...oder .... "

Quus nickte und Kirk kniff irritiert die Augen zusammen. „Sie sind der, der vor 150 Jahren vom Nordkontinent geflohen ist. Tark hat uns die Geschichte erzählt. Was davon ist wahr?"

Der grauhaarige Mann seufzte. „Das kommt darauf an, was ihnen erzählt wurde und was sie mir glauben wollen. Vermutlich ist nicht viel davon wahr."

„Wenn sie es sind .... sie sind in einer Rückkehrdrohne eines Asteroiden abgeschossen worden und haben mehrere Bruscer getötet, den damaligen Regenten und sind dann geflohen, einfach verschwunden....das wurde uns erzählt." Kirk musterte den vermeintlichen ´Vulkanier´ intensiv.

Quus schloss die Augen und verzog sein Gesicht. „Wir wurden niedergemetzelt.", sagte er leise und machte eine kurze Pause. Es schien als wären die Erinnerungen schmerzhaft. Dann sah er wieder zu Kirk und straffte sich wieder.

„Captain, Doktor. Ich bin auf Qu´tgh geboren. Ein kleiner Planet versteckt im Asteroidengürtel dieses Systems. Ich bin aufgewachsen mit der ständigen Sorge um die Energiereserven unseres Volkes und der stetigen Gefahr, die von den Asteroiden im Gürtel um unseren Planeten ausging."

„Wir haben keinen Planeten entdeckt, das wäre Spock nicht entgangen.", warf McCoy ein, doch Quus schüttelte den Kopf.

„Er ist getarnt. Unsere Ahnen haben sich bei der großen Wanderung getrennt, hatten eigene Lebenswege. Qu´tgh bot ihnen eine Zuflucht."

„Getarnt?" Kirk machte große Augen und sah McCoy an, der ihm bestätigend zu nickte wie ´hab ich es nicht gesagt?´.

„Aus Schutz. Hauptsächlich vor unseren genetisch Verwandten, die uns suchten."

„Romulaner? Oder Vulkanier? Welche große Wanderung?", hakte Kirk nach.

„Rihannsu. Die Getrennten. Vermutlich nennen sie sie Romulaner. Ja. Sie suchten nach uns, schon bald, doch ihre Lebenswege waren nicht die unsrigen." Quus machte wieder eine kurze Pause und sah Kirk an.

„Vor mehr als 1000 Jahren strandete dann ein Raumschiff im Asteroidengürtel. Ein bruscisches Raumschiff. Die Überlebenden mischten sich mit meinem Volk. Es waren nicht wenige, doch auch mein Volk ist nicht sehr zahlreich. Daher die gemischte Abstammung Doktor." Quus nickte kurz zu McCoy und Legan sprach weiter.

„Brusca hat danach niemals wieder Raumflüge unternommen, als das erste Schiff vor etwa 1000 Jahren verloren ging. Später waren beide Kontinente in Kriege verwickelt und die Technik der Raumfahrt ging verloren. Das erste Schiff war in Vergessenheit geraten und Aufzeichnungen waren vernichtet worden. Zumindest auf dem Nordkontinent."

Quus nickte „Lange Zeit war Qu´tgh eine friedliche Welt, reich an Nahrung und Bodenschätzen. Doch ständig drohte die Gefahr der sie umgebenden Asteroiden des Gürtels. Wir entwickelten eine Technik, sie zu steuern und die Möglichkeit unseren Planeten besser zu verbergen, vor denen die uns suchten. Jedoch ... als ich noch ein
junger Mann war, gingen unsere Energiereserven zur Neige. Das Tarnsystem verschlang viel. Da wir jedoch die Asteroiden steuern konnten, schickten wir einen nach Brusca um mit dem Volk hier Verhandlungen aufzunehmen."

„Indem sie einen Asteroiden einschlagen lassen?", fragte McCoy verständnislos.

Quus schüttelte den Kopf. „Das war nicht vorgesehen. Er ging in den Orbit. Wir landeten mit den Drohnen auf dem Nordkontinent, wollten Kontakt aufnehmen, doch man schoss sofort auf uns. Viele sind getötet worden – ein Gemetzel." Quus senkte einen Moment den Blick bevor er weiter sprach.

„Der Asteroid war danach steuerlos, da sie die Aufbauten zerstört hatten und stürzte auf den Kontinent. Ich überlebte und versuchte mit dem Regenten eine Einigung zu erzielen. Doch man wollte mich hinrichten. Hass und Misstrauen regierte den Kontinent des Nordens auf dem das Dillithium gefördert wurde. Der damalige Regent des Südkontinents, Legans Vater, hat mich befreit. Der Regent des Nordkontinents wurde von seinen eigenen Leuten getötet und man hat es mir angehängt."

Kirk nickte langsam, bisher klang es zwar abenteuerlich, aber logischer als alles andere bisher. „Erzählen sie weiter Quus.", bat er.

„Der Südkontinent war offener eingestellt und es gab ein Abkommen. Sie lieferten dem Norden Technik, die gegen Dilithium getauscht wurde, welches wir mit den Drohnen auf einen ´geparkten´ Asteroiden und von dort nach Qu´tgh schicken konnten, unsere Künste der Raumfahrt sind nur wenig entwickelt. Es ging eine Weile gut, bis ... die, die sie Romulaner nennen und uns so ähnlich sind, die uns noch immer suchten, ...erstmals wieder auftauchten. Sie überfielen einen Asteroiden und stahlen die Technik der Tarnung und zerstörten die Steuerung. Sie lenkten ihn auf Brusca und stahlen das Dillithium, was beim Einschlag frei wurde."

Kirk sah entsetzt zu McCoy. Romulaner waren ebenfalls in die Sache verwickelt? War das bruscische Sonnensystem, das Volk Quus´ der Ursprung ihrer Tarnvorrichtung, die sie vor einigen Jahren unter großen Gefahren gestohlen hatten? Er wollte eine Frage stellen, doch Quus redete weiter.

„Es schlugen weitere Asteroiden ein. Alle die, die damals unterwegs waren, wurden von den Romulanern gestohlen und missbraucht. Wir hatten keine Möglichkeit Qu´tgh zu informieren, durch die Tarnung war eine Kommunikation nicht möglich."

Quus stand auf und sah aus dem Fenster. „Ich war gezwungen über Legan dem Nordkontinent die Möglichkeit zu geben, sich zu schützen. Zu viele haben ihr Leben gelassen. Vor den Romulanern zu schützen, die unsere schwachen Handelswege zur Zerstörung und zum Töten nutzten. Das durfte ich nicht zulassen. Ich gab Legans Vater die Frequenzen mit denen die Selbstzerstörung der Asteroiden eingeleitet werden kann. Er verkaufte es getarnt als Technik an den Nordkontinent. Mein eigenes Volk, so viele starben ohne zu wissen .... ich musste es tun." Quus holte tief Luft und straffte sich.

„Wie groß ist die Besatzung eines Asteroiden, Quus?", fragte McCoy leise.

„Etwa 20 – 30 zu meiner Zeit, Doktor. Wir schafften es später eine Nachricht mit einer sehr langsamen Drohne an Qu´tgh zu senden. Sie muss angekommen sein, denn lange Zeit gab es keinen Kontakt mehr, keine Asteroiden mehr. Dennoch blieb ich und half dem Süden weiter in technischen Entwicklungen, ich empfand es als meine Pflicht. Der letzte ..... er war der erste seit langer Zeit."

„Aber dieser Asteroid ist eingeschlagen ...", begann Kirk.

Quus drehte sich um. „Ja Captain. Vergessen sie nicht, die Föderation ist im System. Auf Qu´tgh hat man sicher beobachtet was im System vor sich ging und einen weiteren Versuch gestartet Kontakt aufzunehmen, mehr als nur den vagen Austausch von Waren. Noch immer weiß Qu´tgh kaum etwas vom heutigen Brusca und umgekehrt noch weniger."

„Aber ..dieser Asteroid ist eingeschlagen UND hat mein Schiff angegriffen ....sie haben dieses Mal nicht die Frequenzen ..."

Quus antwortete rasch, „Wir haben einen Fehler gemacht. Weil wir Hoffnung hatten. Wir dachten nicht, dass die Rihannsu es wagen würden, wenn die Föderation hier ist, ihn wieder anzugreifen. Doch er wurde wieder von den Romulanern gekapert, im Schutze ihrer von uns gestohlenen Tarnung. Sie wollen verhindern, dass die Förderation oder die Klingonen hier Fuß fassen. Sie wollen das Dilithium und sie suchen noch immer Qu´tgh, sie wollen an unsere Technik und an unsere Gene. Es war schließlich zu spät ihn zu zerstören."

Kirk sah ihn sprachlos an und dann zu McCoy, der ebenso sprachlos war.

„An die Gene?", frage der Arzt verwundert. „Warum um alles in der Welt ...?"

„Wir sind Telepathen Doktor. Als unsere Ahnen Vulkan verließen galten wir als gefürchtete Telepathen. Deswegen wurden wir ... gemieden und ...." Quus sah zu Boden und schwieg.

McCoy nickte. „Ich kann mir gut vorstellen, dass die Romulaner daran Interesse haben. Sie sind nicht telepathisch veranlagt oder nur sehr schwach.", murmelte McCoy beiläufig, dann wurden seine Augen groß. „Ihre Ahnen haben VULKAN verlassen?"

Kirk sah verwirrt zu McCoy, dann zu Legan und schließlich zu Quus. „Und die Klingonen?"

Quus winkte ab und schwieg weiter. Legan ergriff das Wort.

„Sie wollen nur an das Dilithium des Nordkontinents. Und sie schüren natürlich den Hass auf ´Krenn´ weil es gut gegen die Förderation zu verwenden ist, gegen die Romulaner und gegen den Südkontinent.", antwortete Legan müde.

„Sie haben sich im Untergrund vor langen Jahren mit dem Nordkontinent zusammengeschlossen, doch solange sie keine Antwort auf die stetige Gefahr der Asteroiden haben und solange die Förderation hier ist, sind sie nicht mehr als ein bitterer Beigeschmack."

Eine Weile sagte niemand etwas im Raum, dann räusperte sich McCoy. „Mein Gott, das muss aufhören. Zwei Völker und Klingonen und Romulaner und die Förderation weiß bisher von nichts, ganz zu schweigen von Vulkan. Ist ein vulkanischer Vertreter hier? Jim, das wird im Desaster enden. Wir müssen etwas tun."

Kirk nickte langsam. „Nur wie? Alle Kommunikation scheint gestört, die Enterprise ist irgendwo, vermutlich unterwegs zurück hierher. Derzeit ist ein weiterer Asteroid von Qu´tgh, spricht man es so aus, unterwegs. Er wird in wenigen Tagen hier sein. Quus, was wissen sie darüber?"

Quus starrte den Captain plötzlich intensiv an. „Die Enterprise ist unterwegs? Captain, ihr Schiff ist zerstört, ich habe es selbst gesehen."

Kirk schluckte. Nein, zu deutlich fühlte er die faserigen Reste des Bandes. Spock lebte, er musste leben, sonst würde er etwas anderes fühlen. „Quus, ich habe Grund zu der Annahme das die Enterprise noch intakt ist und auf dem Weg hierher."

Quus starrte ihn noch intensiver an und für eine kurzen Augenblick hatte Kirk das Gefühl, dass eine fremde Präsenz ihn berührte. Quus? Kirk zuckte zurück und errichtete die mentale Abschirmung, die ihn Spock gelehrt hatte. Er sah Quus wütend an, doch der lächelte plötzlich wieder.

McCoy sah von einem zum anderen. „Was geht hier vor?"

„Ich kann ihnen vielleicht helfen Captain.", sagte Quus leise und senkte den Blick.

Legan hatte während der ganzen Zeit geschwiegen und beugte sich nun vor. „Quus?"

„Ein Band," flüsterte Quus. „Er teilt ein Partnerband mit dem Vulkanier. Sie sind ..."

Kirk sprang auf und hatte die Hände zu Fäusten geballt. McCoy hielt ihn am Unterarm fest. „Jim ... Jim .... höre ihm wenigstens zu."

Kirk holte tief Luft und sah Quus an. „Es ist eine grobe Verletzung der Privatsphäre, bei Vulkaniern sogar ein Verbrechen ungefragt in den Geist anderer Lebenwesen einzudringen. Das gilt auch für mich. Sie haben ..."

Quus unterbrach ihn. „Captain. Entschuldigen sie, aber .... das Band ist gerissen. Ich spüre es, das es schwach ist und nur noch ein Schatten. Ihr Freund, Commander Spock, ist in großer Gefahr, er wird es nicht lange überleben, wenn das Partnerband so abrupt reißt .... vielleicht kann ich ihnen helfen und vielleicht kann ich damit auch uns helfen. Vielleicht können sie helfen ..."

„Langsam, langsam ..... wie? ..... der Asteroid. Eine getarnte Welt. Romulaner und Klingonen...das ist alles etwas viel und ...."

Quus stellte sich vor Kirk. „Erlauben sie mir mich mit ihrem Geist zu verbinden. Wir werden Commander Spock suchen müssen um Kontakt mit der Enterprise aufzunehmen. Wenn sie noch da draußen ist, wenn sie sicher sind, dass er lebt, dann haben wir eine Chance. Und ..... es wird ihrem Partner das Leben retten. Sie wissen was ein gerissenes Band bedeutet?"

„Es ist nicht gerissen.", erwiderte Kirk störrisch. „Ich spüre ihn noch."

Quus schüttelte mit dem Kopf. „Die Reste, ihre Überreste. Seines ist zerstört, er hat es abgeschirmt, ich sah es deutlich ...."

Kirk ging einige Meter in den Raum, drehte sich abrupt um und kam wieder zurück, baute sich drohend vor dem älteren Mann auf. „Ich vertraue ihnen nicht."

„Dann wird ihr Freund sterben. Und Brusca ist verloren ....und ebenso mein Volk ..."

McCoy sah von einem zum anderen. „Jim, er hat Recht. Wenn es wirklich ein gerissenes Partnerschaftsband ist .... denk an deine Kopfschmerzen.....dann wird Spock sich so lange abgeschirmt auf den Beinen halten bis die Enterprise sicher ist und .....dann ..... Jim!"

Kirk drehte sich wütend zu McCoy um, der ihn besorgt ansah.

„Und wenn du Spock warnen kannst, oder wenn er," McCoy deutete mit dem Kopf zu Quus, „wenn er es kann. Jim,? Der Asteroid wird in weniger als 4 Tagen einschlagen. Einige Tage vorher wird nichts mehr ihn aufhalten können."

Kirk starrte auf den Boden. Seine Gedanken rasten. Konnte er Quus vertrauen? Er hatte seine telepathischen Kräfte gespürt. Er könnte sich einfach nehmen was er wollte. Doch er tat es nicht. Kirk fasste einen Entschluss. Zu viel stand auf dem Spiel. Ein möglicher Krieg.

„Also gut. Was muss ich tun?"

Quus lächelte und nickte Legan zu. „Du hattest Recht mit diesen Männern Legan. Nun besteht Hoffnung."

Legan nickte nur, doch in seinen Augen standen Zweifel. „Versuche es Quus, doch viel Zeit ist nicht mehr."


(....wird in Teil 10 fortgesetzt ....... )