Disclaimer: Teil 1

 

Brusca Teil 4


„Verdammter Mist ....", fluchte Scott, als er mit Garnes einen Träger hinter den Turbolifttüren zur Brücke wegdrücken wollte. „Los Junge, noch Mal...." Beide pressten sich mit ihrem ganzen Gewicht dagegen. Gemeinsam hoben und schoben sie schließlich den schweren Träger soweit an, dass sie ihn bewegen konnten und ließen ihn einen Meter weiter mit einem Krachen wieder fallen. Der Weg zur Brücke war frei.

„Junge, junge .... hier sieht es aber böse aus." Garnes trat vorsichtig auf die dunkle Brücke. Scott war dicht hinter ihm und leuchtete mit der Taschenlampe einige Meter in den Raum, Trümmer waren überall vor ihren Füßen zu sehen und Splitter knirschten unter den Stiefeln. Die Luft war mit Rauch und Qualm angereichert und waberte vor dem Lichtkegel in dichten Schwaden.

„Schicken sie den Lift wieder runter und sagen sie Dr. Chapel Bescheid ... es wird Verletzte geben befürchte ich." Scott versuchte etwas mehr in seinem Lichtkegel zu erfassen.

Garnes nickte und verschwand wieder im Lift. Scott hob seinen Kommunikator an den Mund. „Jungs, wir brauchen Licht auf der Brücke und eine Filteranlage, solange wir hier keine Energie haben." Der dichte Rauch ließ ihn husten und vorsichtig tastete er sich weiter. Er entdeckte Uhura im Kegel seiner Lampe. Sie lag über der Kommunikationskonsole, offensichtlich bewusstlos.

„Uhura, Mädchen ...", er rüttelte vorsichtig an ihrer Schulter und sie begann wach zu werden und zu husten. Sie schien nicht verletzt zu sein. „Scotty? ...."

„Ja Mädchen, aufwachen ...." zwei Meter weiter lag Chekov. Scott kniete sich zu ihm hinunter und ruckelte auch ihn vorsichtig. „Chekov ... wach auf ..."

Der Russe murmelte etwas unverständliches und schlug die Augen auf. „Was ist ....", stöhnend setzte sich der Russe auf und Scherben fielen klirrend von seinem Bauch auf den Boden.

„Alles okay?" Scott half ihm auf die Beine und der Russe nickte brummend.

Licht fiel aus dem zurückkehrenden Turbolift auf die Brücke und badete sie in einem düsteren Zwielicht. Chapel und einige Sanitäter strömten auf die Brücke, husteten und wedelten mit den Händen vor dem Gesicht. „Was ist denn hier passiert?", fragte Chapel entsetzt. Hinter ihnen begannen zwei Techniker eine Filteranlage und Licht aufzubauen.

„Ein fast direkter Treffer und kollabierende Schilde durch die Auswirkungen der Subraumwelle haben das angerichtet, Doktor.", antwortete Scott brummend.

Es wurde hell auf der Brücke und Scott sah sich um. Uhura und Chekov begannen andere Brückenmitglieder aufzuwecken und die Sanitäter versorgten sie sofort.

Der Rauch verzog sich zunehmend als die Filteranlage ihre Arbeit aufnahm. Überall lagen Splitter und Trümmer. Kabel hingen von einer Seite der Decke auf die Wissenschaftsstation. Chapel war dabei Kelley aus den Kabeln und Trümmern zu befreien.

„Das Bein sieht nicht gut aus... Jason, er muss in die Krankenstation. Holt die Trage.", rief sie.

Chekov ächzte plötzlich hinter Scott. „Doktor Chapel kommen sie schnell ... hier sind Sulu und ich glaube auch Mr. Spock."

Der Russe begann mühsam einen heruntergefallenen Deckenträger von der Steuereinheit fortzuziehen. Eine rote Blutlache erschien darunter und vermischte sich einige Zentimeter weiter mit einer dunkelgrünen. Menschliches und vulkanisches Blut.

Scotty stöhnte, als unter dem Träger Sulu zum Vorschein kam. Er hatte einige Schnittwunden und Armen und am Kopf. „Oh nein .... lebt er?" Scott hob mit Chekov den Träger ganz weg und Chapel kniete sich neben Sulu.

Sie ließ ihren Scanner summen und untersuchte den Asiaten. „Ja, er lebt. Peter? Krankenstation ... er hat offene Wunden." Sie sah zu Scott und nickte aufmunternd. „Sieht schlimmer aus als es ist. Gott sei dank." Dann fiel Chapels Blick auf die grüne Blutlache, die unter der Zentimeter dicken Platte neben ihr auf dem Boden war. „Chekov, Scotty die Platte weg dort, ....das ist Spocks Blut."

Chekov war bereits dabei und mit Scotts Hilfe hoben sie die schwere Deckenplatte ganz hoch. Spock lag fast zu einer Kugel zusammengerollt darunter. Von seinem Hinterkopf breitete sich eine grüne Blutlache aus. Beide Arme waren um seinen Kopf geschlungen und er keuchte zitternd bei jedem Atemzug. Durch seine grün verschmierten Finger stachen von Blut verklebte Haare.

Uhura hatte bisher neben Sulu gekniet und atmete erschrocken ein als sie ihn sah. „Oh nein ....Chris ... er lebt doch?"

„Mmmh ....verdammt." Chapel kniff die Augen zusammen und sah zu den beiden Offizieren, die entsetzt dreinblickten. „Okay ... langsam jetzt! Nicht anfassen. Ich weiß nicht ob seine mentalen Schilde intakt sind." Chapel kniete sich vorsichtig neben Spock und scannte ihn. Scott kniete sich neben sie. „Was hat er?"

„Auf jeden Fall eine Menge Blut verloren, aber weitaus schlimmer ist seine Kopfverletzung fürchte ich." Chapel holte einen Laser heraus und drehte sich zu ihrem Team um. „Jason, wenn sie Kelley transportfertig haben dann brauche ich sie hier.", sie sah zu Scott und Chekov. „Kommen sie her, es kann sein, dass sie ihn festhalten müssen."

Scott und Chekov hockten sich neben den Vulkanier, der noch immer rasselnd vor sich hinkeuchte und inzwischen etwas murmelte. Chapel legte vorsichtig ihre Hand auf eine von Spocks Händen die noch immer schützend den Hinterkopf hielten und sprach ihn leise an. „Mr. Spock?"

„Nein ..." zischte er durch zusammengebissene Zähne und zuckte zusammen. „Nein ..."

„Ich bin es, Christine. Sie sind verletzt. Mr. Spock sie müssen loslassen.", langsam löste sie Finger für Finger

Stimmen drangen dumpf an Spocks Bewusstsein und zwängten sich durch einen dröhnenden Kopfschmerz. Er roch Rauch und Chemikalien zum Feuerlöschen. Jemand berührte ihn. Nein. Jim.? Er war nicht da. Das Band schwieg. Tot. Warum war er nicht da? Nein.

„Nein...Jim ...", zischte er wieder und wich der Berührung aus. Nicht loslassen. Es war nicht Jim. Jim war fort. Er konnte ihn nicht mehr spüren. Er konnte keine fremde Berührung dulden jetzt. Schmerzen und Taubheit dröhnten in seinem Kopf.

„Spock, verdammt, lassen sie los. ..sie haben eine Kopfverletzung ..." Chapel schüttelte mit dem Kopf, als der Vulkanier seine Finger fester an den Kopf presste und weiter vor sich hinmurmelte und abwehrend zischte, als sie ihn berühren wollte.

Sie holte eine Injektion heraus und presste sie an den Oberarm des noch immer zitternd zusammengerollten Vulkaniers. Einen Moment später lockerten sich die Muskeln und sie löste vorsichtig die Finger vom durch Blut verklebten Hinterkopf. „Okay Mr. Spock, wir drehen sie jetzt herum." Chapel sah kurz zu Chekov und Scott, die besorgt zusahen und rollte mit den Augen. „Drehen sie ihn zur Seite, vorsichtig. Er ist noch so halb bei Bewusstsein ... müsste er zumindest."

Chekov und Scott nickten und drehten den leise keuchenden und murmelnden Vulkanier auf die Seite. Der Brustkorb des Vulkaniers war gespickt mit kleinen Splittern und das Uniformhemd grün, getränkt von vulkanischem Blut. Ein Sanitäter kniete sich neben sie und reichte Chapel ein Tuch.

Vorsichtig begann sie die Wunde am Hinterkopf zu säubern und vom Blut zu befreien. Dann versiegelte sie sie mit einem Laser. „Okay. ..... Mr. Spock? Hören sie mich? Ich bin es, Chapel. Sie sind verletzt." Sie drehte ihn sanft mit Scotts und Chekovs Hilfe auf den Rücken, um an die Wunden auf dem Brustkorb heran zu können.

Der Vulkanier zitterte am ganzen Leib und atmete schneller, als sie ihn gemeinsam herumdrehten. Er kämpfte offensichtlich mit Schmerzen, was seine zusammengepressten Augen und Lippen verrieten. „Nein...", keuchte er wieder, fast wimmernd.

Chapel rief ihn noch einmal, „Mr. Spock? Öffnen sie ihre Augen ...Spock!!!" Sie rüttelte ihn leicht.

Spock zwang seine Augen auf. Noch immer hämmerte es in seinem Kopf. Jim. Er war fort. Spock blinzelte um schärfer zu sehen. Rauch brannte in seinen Augen und er blinzelte wieder. Endlich erkannte er den weißen medizinischen Overall von Chapel. Kontrolle. Er musste den Schmerz unterdrücken.

„Dr. Chapel ...", keuchte er leise und bemühte sich seine Atmung zu regulieren. Irgend jemand schob sein Uniformhemd hoch und Chapel drückte ihm wieder eine Spritze in den Oberarm. Er fühlte sich schwach und die Schmerzen ... Jim. Was war passiert? Sein trüber Blick fand Scott, der ihn besorgt ansah.

„Mr. Scott ...was ist ...", ein stechender Schmerz in seiner Brust ließ ihn aufstöhnen.

„Sie haben einige unangenehme Splitter im Brustkorb Mr. Spock, bleiben sie liegen.", murmelte Chapel und fuhr fort mit einem Laser die größten Splitter zu beseitigen. Spock verzog das Gesicht und sah wieder zu Scott. Die Enterprise. Er war auf der Enterprise, auf der Brücke. Sein Kopf dröhnte weiterhin und er bekam noch immer keine Kontrolle über die Schmerzen.

„Mr. Scott? Status?", flüsterte er heiser.

„Aye Mr. Spock. Wir haben einen direkten Treffer auf der Kuppel bekommen, deswegen die Schäden auf der Brücke. Durch die Drift sind wir in die Subraumwelle des Asteroiden geraten und vermutlich einige Lichtjahre durch den Raum katapultiert worden ... und ... wir leben noch ... mehr kann ich ihnen noch nicht sagen."

„Der Asteroid ...", Spock schloss die Augen. Jim ... der Asteroid.

„Er schlägt in 5,2 Minuten ein Sir.", das kam von Kelley.

Scott sah verwundert hoch. Der junge Wissenschaftler hatte sich scheinbar aufgerappelt und war zu seiner Station gehumpelt und hatte sie wieder in Betrieb genommen. Ein Techniker stand neben ihm und begann die Stromkreise wieder zu verbinden.

„Dann müssen wir ..." Spock richtete sich etwas auf und verzog das Gesicht, als eine Kaskade von Schmerzen seinen Kopf zu zerreißen drohte.

„Langsam Mr. Spock. Sie gehören auf die Krankenstation." Chapel wollte ihn zurückdrücken, doch er zog sich störrisch weiter hoch und sah sich auf der Brücke um. Chapel seufzte und schaltete den Laser ab.

„Im Moment können wir gar nichts, Sir.", sagte Scott und half ihm vorsichtig auf die Beine, wohl wissend, dass es keinen Zweck hatte einen Vulkanier gegen seinen Willen auf dem Boden zu halten. Nicht einmal einen verletzten und insbesondere nicht diesen. „Wir müssen erst einmal aufräumen hier."

Spock hielt sich schwankend, eine Hand an den Hinterkopf gepresst, an den Resten der Steuerkonsole fest und sah sich um. „Ich sehe es ... die Klingonen?"

„...sind nicht mehr in der Nähe. Keine Anzeige auf den Scannern.", wieder Kelley. Spock nickte und sah zu Chekov, der bereits dabei war die Navigation wieder in Betrieb zu nehmen. „Status Mr. Chekov?"

"Wir treiben, Sir. 13,4 Lichtjahre von unserer letzten Position entfernt."

Spock blickte zum Hauptschirm. Er zeigte eine friedliche Sternenkonstellation Lichtjahre entfernt von Brusca. Der Asteroid. Er konnte Jim nicht fühlen. Er wusste ebenfalls nicht wie viel Zeit vergangen war, offensichtlich war seine Kopfverletzung schwerwiegender als angenommen. Das Dröhnen in seinem Kopf wurde stärker und er schloss einen Moment die Augen.

„Mr. Scott wir brauchen den Warp Antrieb, wir müssen zurück nach Brusca.", sagte er leise. „Dr. Chapel wie viele Verletzte?"

Chapel sah sich auf der Brücke um. „Einige, Mr. Spock. Doch soweit wir es bisher wissen keine ernsthaften. Schnittwunden, Prelllungen, Gehirnerschütterungen und dergleichen, sie eingeschlossen.", fügte sie mit einem mahnenden Blick hinzu.

Spock nickte langsam und schwankte kurz. Scott hielt ihn sofort fest und steuerte ihn zu einem freien Stuhl an der Steuerkonsole. Der Vulkanier ließ sich schwer darauf niedersinken, unsicher ob seine Beine ihn noch weiter getragen hätten. „Schadensmeldungen Mr. Scott. Was haben wir noch?"

„Impuls im Moment. Bestenfalls. Den Warp Antrieb müssen wir neu kalibrieren. Drei Tage brauchen wir sicher, vielleicht zwei. Wir werden uns beeilen. Ich muss da unten ebenfalls erst einmal aufräumen."

„Tun sie das Mr. Scott. Wir müssen ... "

„Sir?" Kelley drehte sich zu ihnen um und schluckte nervös. „Der Asteroid ist soeben eingeschlagen, laut unserer Zeitmessung."

Spock schloss kurz die Augen und sammelte seine Gedanken. 4 Millionen Lebewesen und Jim. Was war mit Jim? Der Kopfschmerz wurde wieder stärker und mehrere noch vorhandene Splitter in seinem Brustkorb erschwerten seine Atmung. Als er die Augen wieder öffnete sah er, das auch Uhura und Chekov besorgt zu ihm sahen.

"Der Captain … und der Doktor ….?", flüsterte Uhura.

Was sollte er ihnen sagen? Er wusste nicht warum er Jims Präsenz nicht mehr spürte. Seine Instinkte sagten ihm das es nur einen Grund geben konnte und forderten mit dröhnenden Kopfschmerzen nach ihrem Recht. Er verdrängte den Gedanken und seine jahrelange Kontrolle über diesen Teil seines Verstandes leistete ihm nun wertvolle Dienste. Die Enterprise ging nun vor.

„Ich hatte kurz bevor wir in die Subraumwelle gerieten, 45 Minuten vor dem Zeitpunkt des erwarteten Einschlages mentalen Kontakt mit Admiral Kirk und konnte ihn warnen. Danach brach der Kontakt ab.....", antwortete er sachlich in die fragenden besorgten Gesichter.

„Dann haben sie eine Chance. Vielleicht konnten sie die anderen warnen. Der Captain wird einen Weg gefunden haben."

Die Senioroffiziere redeten weiter und spekulierten. Er nutzte die Gelegenheit um das Chaos in seinen Gedanken ansatzweise unter Kontrolle zu bringen. Einen kurzen Moment hatte er Blickkontakt mit Chapel.

Die Ärztin schwieg und musterte ihn intensiv und die Sorge war deutlich in ihren Augen abzulesen. Sie hatte 2 Jahre an der vulkanischen Akademie Medizin studiert und wusste was es bedeutete, wenn er keinen Kontakt mehr zum Captain hatte. Sie wusste, was ein so unvorbereitet gerissenes Partnerband für den überlebenden Partner bedeutete. Er hatte nicht mehr viel Zeit, bevor sein vulkanisches Erbe den Tribut fordern würde.

Die Enterprise ging vor, er konnte sich den Luxus nicht gönnen seinen vulkanischen Instinkten nachzugeben. Er würde die Enterprise nach Brusca zurückbringen. Solange musste er durchhalten, es war Jims Schiff. Er war es den Menschen schuldig, die seine Freunde waren. Erst dann konnte er seiner Katra erlauben seinem Partner zu folgen.

Schließlich hob Spock eine Hand und beendete die besorgte Diskussion der Brückenoffiziere. Sie sahen ihn schweigend an. „Ich schlage vor wir richten unsere primäre Aufmerksamkeit darauf die Enterprise wieder nach Brusca zu bekommen, bis dahin bringen uns Spekulationen nicht viel weiter. Lt. Uhura notieren sie eine Besprechung in 5 Stunden, sobald wir die Ausmaße der Schäden vollständig untersucht haben. Bis dahin ...Mr. Chekov Kurs auf Brusca und die Scanner auf Maximum. Ich möchte wissen wo die Klingonen sind."

Uhura und Chekov nickten und machten sich wieder an die Arbeit ihre Konsolen zu reparieren und die befehle auszuführen. Chapel baute sich drohend vor Spock auf und fixierte ihn mit zwei hellblauen Augen.

Spock seufzte und sah zu Scott. „Mr. Scott, die Reparatur des Warpantriebes hat Priorität, sie werden im Maschinenraum benötigt. Ich werde mich für den Moment in die Krankenstation begeben müssen, wenn ich Dr. Chapels Blick richtig deute.", fügte er murmelnd hinzu und stand mit wackeligen Knien auf.

„Aye Sir, ....", tönte es aus mehreren Kehlen und die Offiziere machten sich an die Arbeit.

Chapel nickte mahnend und drehte sich zu Kelley. „Und sie, Mr. Kelley, lassen sich ebenfalls ablösen und kommen nach.", dann sah sie wieder zu Spock. „Können sie laufen?"

Spock nickte und bereute es im nächsten Moment als der nagende Kopfschmerz sich vervielfachte. Langsam drehte er sich zu Uhura. „Lt. Uhura, sie haben die Brücke"

 

Langsam wankte er hinter Chapel zum Turbolift und lehnte sich mit geschlossenen Augen an die Wand, als die Türen zischend zuschnappten. Beiläufig bemerkte er, dass der Lift langsamer war als normal.

Suchend tastete er zum wiederholten Mal in seinem Bewusstsein nach dem mentalen Band. Nur Schmerz und Leere antworteten ihm. Die Benommenheit wurde wieder stärker und Spock bemerkte, wie schleichend Panik in ihm hoch kroch. Er benötigte seine gesamte Kraft, um seinen aufgewühlten Verstand wieder unter Kontrolle zu bekommen. Er würde es nicht mehr lange unter Kontrolle behalten können, wusste er.

„Mr. Spock?"

Er öffnete die Augen wieder. Chapel sah ihn besorgt an. Spock war froh, dass sie allein im Lift waren. Noch lieber wäre es ihm allerdings gewesen völlig allein zu sein, bis er seine mentales durcheinander wieder im Griff hatte. Er wusste, dass sein Körper unter Schock stand, sein Verstand nur automatisch funktionierte. Seine Seele jedoch schrie in Agonie, suchte die so vertraute Präsenz Jims.

„Sie wissen, dass sie eine Kopfverletzung haben. Es könnte damit zusammenhängen, dass sie keine Verbindung mit dem Captain haben.", sagte sie leise.

„Ja.", antwortete Spock und schloss die Augen wieder. Dr. Chapels Gegenwart bereitete ihm häufig mehr Unbehagen als die Dr. McCoys. Er wusste das sie auf menschliche Art versuchte eine Erklärung zu finden, für das was in ihm vorging. Doch es konnte nur eine logische Erklärung geben.

„Sie glauben mir nicht ..."

„Nein!", presste der Vulkanier leise heraus.

„Mr. Spock," sagte Chapel beschwörend. „Denken sie rational – logisch von mir aus. Der Asteroid ist erst 40 Minuten später eingeschlagen. Sie haben den Kontakt jedoch bereits verloren, als ihnen offensichtlich die Deckenplatte auf den Kopf gefallen ist. Es wäre eine Möglichkeit."

Spock holte einige Male schwer Luft und presste die Lippen aufeinander. Er fragte sich zum wiederholten Mal, warum es ihm nicht möglich war, die einfachsten Gedankenregeln anzuwenden, um die Schmerzen in seinem Körper unter Kontrolle zu bekommen. Zumindest das sollte ihm möglich sein. Dann sah er Chapel aus zusammengekniffenen Augen an.

„Doktor Chapel. Selbst bei Vulkaniern gibt es Dinge, die nicht von der Rationalität oder Logik beeinflussbar sind. Mein rationaler Verstand versteht sie, doch die Instinkte ....", er brach ab als eine weitere Woge an Schmerzen seine geschwächten Kontrollen durchbrach und ihn benommen in die Knie gehen ließen.

„Spock..." Chapel fing ihn auf. Als der Turbolift anhielt stützte sie ihn die letzten Meter bis zur Krankenstation.


(...wird fortgesetzt in Teil 5)