Titel: Brusca
Autor: Stelenan
Archiv: Tos-twins und hier natürlich, sonst fragt bitte.
Paarung: K/S
Code: in diesem Teil ungefährlich.

Disclaimer: Leider, leider gehören die Jungs nicht mir. Spock und
Kirk sind Eigentum von anderen hellen Geistern. Meine Geschichte ist
reine Fanfiction, ich verdiene damit kein Geld und möchte keine
Urheberrechte verletzen. Wenn jemand gleichgeschlechtliche Paarungen
nicht mag und/oder unter 18 ist dann sucht er sich bitte andere
Literatur.

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Ich musste mal eine etablierte Beziehung probieren. Naja, noch nicht
ganz etabliert. Aber dieses Mal nicht so First Timig .... mal gucken
ob ich das kann. Da ich im Moment ein wenig mehr um die Ohren habe,
kann es sein, das die Fortsetzungen mal etwas länger, als ein bis
zwei Tage dauern. Nicht böse sein dann – oder warten, bis es
komplett ist.
Feedback bekomme ich gerne
.....hier oder unter E-Mail

Accent@gmx.de


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Brusca 1


Leise verebbten die Töne des letzten Vortrages vor der Pause in  der großen Konzerthalle.

Kirk seufzte hörbar auf, bevor er es seinem Bordarzt und seinem ersten Offizier gleichtat und in den allgemeinen Applaus einstimmte. „Ich hoffe in der zweiten Hälfte sind die
Künstler ein wenig ...hm ...lebendiger.", raunte er McCoy zu. Der saß direkt neben ihm und schickte sich an aufzustehen und sich die Beine zu vertreten.

„Dein Wort in bruscischen Ohren, Jim. Müssen wir die zweite Hälfte noch ganz hören? Ich habe eben schon Albträume bekommen, dass ich mitten in einer leisen Stelle beginne zu schnarchen.", murrte McCoy und lehnte sich mit verschränkten Armen an die Rückenlehne der Reihe vor ihnen. Kirk stand ebenfalls auf und begann sich in dem
großen Konzertsaal umzusehen.

Spock, der bisher unbewegt sitzen geblieben war, blickte mit einer missbilligend hochgezogenen Augenbraue zu McCoy. „Doktor, da wir auf eine offizielle Einladung der bruscischen Regierung an dieser Veranstaltung teilnehmen, um kulturelle Traditionen kennen zu
lernen, wäre es mehr als nur unhöflich vorzeitig zu gehen. Außerdem ... "

McCoy winkte ab. Auf eine Diskussion mit dem stoischen Vulkanier hatte er momentan noch weit weniger Lust als auf das Konzert. „Ja, ja Spock. Schon gut." Er schob einen Finger zwischen den Kragen seiner Paradeuniform und seinen Hals und versuchte ergebnislos den Kragen etwas zu weiten. „Wenn diese Dinger nicht das ganze Blut
davon abhalten würden in meinen Kopf zu fließen, wäre ich vielleicht etwas aufnahmefähiger. Ich wünschte wir hätten noch die alten Uniformen, aber nein .... "

„Spock hat Recht, Bones.", unterbrach Kirk McCoys jammernden Monolog. „Und ... wir haben schon schlimmeres überstanden. Vielleicht bietet die zweite Hälfte ja etwas mehr
Abwechslung."

„Das glaubst auch nur du.", erwiderte McCoy ironisch. „Dem Programm nach zu urteilen wird es immens spannend, eine Sängerin, irgend jemand mit irgend einem exotischen Instrument..."

Spock, der bisher stoisch weggehört hatte unterbrach den Arzt, „Doktor McCoy, ein Seika ist ein Saiteninstrument, nicht unähnlich der irdischen Geige, und sie wird nicht von irgend jemandem gespielt, sondern von ...."

„Ach Spock, bitte ersparen sie mir weitere Details, es reicht wenn ich hier sitzen muss und meine Ohren es hören müssen ...ihren Ohren gefällt das vermutlich sogar ...na kein Wunder ...", konterte McCoy.

Kirk sah sich weiter im Saal um und überließ seine Freunde ihrem üblichen Geplänkel. Außer ihnen waren noch etwa 200 weitere Personen in der Konzerthalle. Hauptsächlich Bruscer und mehrere Botschafter der Förderation. Doch seine Blicke galten mehr der
klingonischen Delegation, die etwa 4 Reihen hinter ihnen saß und sich mehr als nur offensichtlich ebenso langweilte.

Kirk wäre ebenfalls nichts lieber gewesen, als endlich wieder auf seinem Schiff zu sein, unterwegs zu unbekannten Territorien und nicht auf einer Milchmission. Vielleicht noch ein gemütlicher Umtrunk mit McCoy oder ein Spiel Schach mit Spock und normale
Geschäfte des Schiffes und sich dann schläfrig an den warmen Vulkanier anzuschmiegen. Das wäre ihm weitaus lieber gewesen. Er mochte diese gesellschaftlichen Missionen nicht sonderlich. Besonders nicht, wenn Klingonen involviert waren.

Brusca war ein Planet, der in absehbarer Zeit der Förderation beitreten wollte oder besser, konnte. Aufgrund der Nähe zum klingonischen Imperium gab es jedoch eine breite Basis im bruscischen Volk, die ebenfalls die Möglichkeit in Betracht ziehen wollte, sich dem klingonischen Imperium anzugliedern. Kriegerisches Potential war in diesem Volk sehr stark vorhanden und viele sympathisierten mit der klingonischen Lebensweise.

Brusca hatte einen sehr hohen wissenschaftlichen Standard und ein reichhaltiges Dilithium Vorkommen in den natürlichen Ressourcen des Planeten. Die Förderation und auch Starfleet waren offensichtlich nervös geworden, dass sich Brusca den Klingonen
anschließen konnte.

Starfleet hatte sie als Vertreter abkommandiert, da die große Anzahl an Botschaftern der Förderation, die sich auf dem Planeten befand, scheinbar mit der Enterprise im Orbit weitaus wohler fühlte, wenn sie mit Klingonen an einem Tisch saßen. Kirk war nicht wohl
bei dem Gedanken an einen klingonischen Kampfkreuzer im Orbit und ein Blick zu einem spöttisch grinsenden Klingonen, verstärkte sein unangenehmes Gefühl.

McCoy unterbrach plötzlich Kirks Grübeleien. „Ich denke ihr zwei kommt sicher für einen Moment ohne mich aus. Ich gehe mal schauen ob es etwas zu trinken gibt." McCoy schickte sich an zu gehen und drehte sich noch einmal um. „Soll ich etwas mitbringen?"

Kirk winkte ab und blickte zu Spock der ebenfalls verneinte. McCoy zuckte mit den Schultern und zwängte sich durch die engen Reihen und verschwand kurz darauf.

„Na, seid ihr fertig mit eurem Geplänkel?", fragte Kirk abwesend, als McCoy außer Hörweite war.

„Geplänkel?" Spock hob beide Augenbrauen, doch als er merkte, dass Kirk mit den Gedanken woanders war, folgte er seinem Blick und sah ebenfalls kurz zu den Klingonen, bevor er sich wieder herumdrehte.

„Klingonen in einem Konzertsaal ...... Botschafter .... Delegierte ... hohe Politiker und Würdenträger. Ich kann mir angenehmere Arten, den Abend zu verbringen vorstellen.", murmelte Kirk nur für Spocks Ohren und sah nun zu seinem Freund und Ersten Offizier.

„In der Tat, Jim." Spock setzte sich bequemer in seinem Sessel, die Arme auf den Lehnen aufgestützt und die Hände vor dem Gesicht gefaltet. Er sah ihn von unten herauf unter dichten Wimpern an. Die Augen dunkel und musternd. Das Gesicht ausdruckslos.

Einmal mehr wurde Kirk bewusst, was für ein gut aussehender Mann sein Freund war. Besonders wenn diese dunklen Augen voller Verlangen und Leidenschaft sanft glühten und die vollen Lippen von einem Kuss angeschwollen und leicht geöffnet seinen Namen flüsterten,
....

//Jim! Dafür ist später Zeit ....//

Kirk lächelte spitzbübisch in die dunklen Augen. Seit einem halben Jahr war er mit diesem wunderbaren Mann, seinem langjährigen Freund und erstem Offizier gebunden und genoss immer wieder erneut die Nähe und Wärme, die Spocks Präsenz in ihm auslöste.

//Ist das ein Versprechen?//, schickte er über das mentale Band zurück und setzte sich wieder neben Spock in seinen Sessel.

//Eines, was ich schon vor einiger Zeit gegeben habe ...//

 

Spock sah ihn nun von der Seite aus den Augenwinkeln an und zog leicht eine Augenbraue hoch. Kirk seufzte. Ein Blick dem er noch nie widerstehen konnte. Wie gern hätte er sich die fehlenden Zentimeter hinübergebeugt und einen sanften Kuss auf die vollen Lippen gehaucht.

„Jim! Bitte!", flüsterte Spock leise und deutete mit dem Kopf in Richtung der einige Reihen hinter ihnen sitzenden Klingonen. Einen Moment befürchtete er, Kirk würde seinen Wunsch wahr machen, was natürlich vollkommen indiskutabel war in einer derart
öffentlichen Veranstaltung.

„Keine Sorge mein Freund," schmunzelte Kirk. „Aber wenn die zweite Hälfte ebenso langweilig wird, ...."

In dem Moment summte Kirks Kommunikator und unterbrach den privaten Moment. Nachdem er einen irritierten Blick mit Spock getauscht hatte ließ er den Kommunikator aufschnappen. Die Enterprise hatte Order, dass sie nicht gestört werden sollten, außer in einer Notsituation.

„Kirk hier. Scotty, wir sind mitten in einer Konzertveranstaltung. Ich hoffe es ist wichtig?", murmelte er leise in das Gerät.

„Aye," kam sofort die Stimme des Schotten. „Ist Mr. Spock bei ihnen Sir?"

Kirk reichte wortlos den Kommunikator an Spock weiter. Die einzige sichtbare Reaktion des Vulkaniers war eine neugierig hochgezogene Augenbraue. Typisch für ihn, dachte Kirk und lehnte sich wieder zurück, während er dem Gespräch zuhörte.

„Spock hier, sprechen sie Mr. Scott."

Eine andere Stimme als Scotts antwortete. „Kelley hier, Sir. Wir haben hier einige merkwürdige Daten hereinbekommen, die sie sich besser sofort ansehen sollten."

Kelley war ein junger Mann, der in Spocks wissenschaftlichem Stab arbeitete und vermutlich gerade die Brückenschicht hatte. Der Vulkanier war es nicht gewohnt, dass seine Mitarbeiter Wissen zurückhielten und sich unpräzise ausdrückten. Beide Augenbrauen zogen sich über der Nase zusammen. „Was für Daten Lt. Kelley? Spezifizieren sie das."

„Nun besser sie sehen sie sich selber an, Sir. Es sei denn sie möchten, dass ich spekuliere. Wenn es das ist, was ich denke, das es ist, dann duldet es keine Stunde Aufschub und es besteht unmittelbare Gefahr für den Planeten in den nächsten 70
Minuten."

Spocks Augenbrauen wanderten beide unter den Pony und er sah kurz zu Kirk, der ihn überrascht ansah und bestätigend nickte. „Mr.
Kelley, ich bin in 5 Minuten bei ihnen. Spock aus."

Spock ließ den Kommunikator zuschnappen und reichte ihn an Kirk zurück. Dabei berührte er wie zufällig Kirks Hand und ein feines Kribbeln wanderte Kirks Arm hinauf. Kirk lächelte. Er wusste, dass die Berührung keineswegs zufällig gewesen war. Es war Spocks sanfte Art sein Bedauern mitzuteilen.

„Was für eine Gefahr kann das sein, Spock?", fragte Kirk besorgt.

„Nun, da Mr. Kelley sich nicht genauer ausdrücken konnte, kann ich das erst spezifizieren, wenn ich die Daten gesehen habe. Ich werde sofort auf die Enterprise zurück beamen."

Spock schien offensichtlich gleichzeitig verärgert über die vage Aussage seines Mitarbeiters und ungeduldig die Daten zu sichten. Kirk brauchte nicht die sanfte Schwingung im Band zu spüren, er konnte es deutlich an dem irritierten Blick des Vulkaniers erkennen. Spock stand auf und zog seine Jacke glatt.

„Dann solltest du besser gleich gehen. Wenn es sich herausstellt, dass die Gefahr .... ", begann Kirk.

„Verstanden, Sir." Spock nickte leicht und hob seinen Kommunikator zum Mund. „Mr. Scott? Bereit zum Beamen."

//Das Versprechen gilt Jim ...//, schickte der Vulkanier nur für Kirk hinterher. Kirk beobachtete wie ein feines kaum merkbares Lächeln die Mundwinkel in dem sonst ausdruckslosen Gesicht umspielte und Augenblicke später wurde Spock vom Transporterstrahl erfasst.

„Hey ho .... er findet aber auch immer wieder eine Möglichkeit sich aus der Affäre zu ziehen, während wir hier in unseren unbequemen Uniformen den zweiten Teil dieses endlos langweiligen Konzertes ertragen müssen. Es muss an den Ohren liegen.....", schimpfte McCoy plötzlich hinter ihm.

„Bones...", beschwichtigte Kirk.

„Ach Bones mich nicht, was ist nun schon wieder?" McCoy ließ sich seufzend in den Sitz fallen und sah Kirk mürrisch an. „Was ist los? Es muss ernst sein, wenn sie ihn hochholen."

„Er ist auf die Enterprise zurück. Offensichtlich haben sie Daten aufgefangen, die er sich ansehen soll und die laut Mr. Kelley nichts gutes verheißen."

McCoy stand auf. „Dann sollte ich besser die Krankenstation vorbereiten. Ich wusste, dass etwas passiert, wenn Klingonen ... "

Kirk winkte ab und forderte ihn zum sitzen auf. „Ich bin sicher, dass die Krankenstation bestens vorbereitet ist. Er sagt Bescheid, wenn es ernst ist. Keine Chance zu verschwinden. Zumindest nicht im Moment."

Kirk sah sich um und traf die Blicke eines Förderationsbotschafters. „Ich werde schon alle Argumente brauchen um dem Bruscischen Regenten und vor allem unseren eigenen Botschaftern zu erklären, warum sich mein Erster Offizier mitten aus dem Konzertsaal beamen lässt!", fügte Kirk hinzu, nachdem er einen ebenso fragenden Blick von der bruscischen Delegation aufgefangen hatte.

Die Lichter in dem Saal verdunkelten sich und das Publikum hatte sich bereits wieder auf die Plätze begeben. McCoy schnaufte, setzte sich wieder und sah an die Decke. „Wer auch immer mir zuhört, möge verhindern das ich meinem Schlafbedürfnis in aller Öffentlichkeit nachgebe."

„Bones!", mahnte Kirk.

„Ach ... ich bin Arzt und kein Theaterkritiker.", murmelte der Arzt leise und ihre Aufmerksamkeit wurde zurück auf die Bühne gelenkt, auf der ein einzelner Künstler mit einem exotischen Instrument Platz genommen hatte.

Kirk schloss für einen Moment die Augen und forschte in seinem Geist nach Spocks Präsenz. Er spürte sie vage am Rande seines Bewusstseins. Spock hatte sich wieder abgeschirmt und offensichtlich war er beschäftigt. Er würde sie warnen und benachrichtigen, wenn ernsthafte Gefahr bestand. Dennoch wuchs die Sorge in Kirk und machte einem unguten Gefühl im Magen Platz.

Kirk widmete seine Aufmerksamkeit wieder der Bühne, auf der der Bruscische Künstler begonnen hatte eine langsame Melodie zu spielen.


.....wird in Teil 2 fortgesetzt.