Titel: Breakfast Impossible
Autor: Lady Charena
Fandom: The A-Team

Pairung: Face/Murdock

Rating: gen, Humor

Beta: T'Len
Archiv: ja

Summe: Face will mit einem Frühstück überraschen. Doch irgendwie ist heute überhaupt nicht sein Tag und es geht schief... oder auch nicht... je nach Sichtweise.

 

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.

 

 

„Faceman is as technically inclined as a cage full of hamsters.” Murdock (86. Hoffnung in Barcelona / Dishpan Man)

 

 

Nun gut, seine Künste reichten nicht im entferntesten an so etwas schwieriges heran, wie die Crepes, die Murdock damals im Cup’A’Joe’s gezaubert hatte, aber ein simples Frühstück für Zwei war nun doch wirklich keine Schwierigkeit. Dachte Face. Wenn er alleine war, nahm er für gewöhnlich sein Frühstück in flüssiger Form zu sich – schwarzer Kaffee, eventuell noch Orangensaft für die Gesundheit. Wenn er mit den Jungs zusammen war, frühstückten sie in einem Café oder Murdock oder BA kümmerten sich darum, dass es etwas nahrhaftes gab. Ansonsten sah er in der Regel eine Küche nur von innen, wenn jemand anderer darin kochte – oder wenn er eine Flasche Champagner aus dem Eisschrank holte.

 

Trotzdem ging er fest davon aus, dass er kein allzu schlechter Koch sein konnte – immerhin, wie schwer konnte Kochen schon sein, schließlich kochten jeden Tag Millionen Menschen, ohne sich und ihre Lieben dabei auszurotten. Sogar Hannibal klemmte sich jedes Weihnachten hinter die Kochtöpfe, wenn auch mit mehr oder minder großem Erfolg.

 

Dass er nicht kochte, lag eindeutig nur daran, dass er keine Zeit für so was hatte.

 

Zuerst hatte er an Rühreier und Schinken gedacht, doch sein noch unter den Nachwirkungen des gestrigen Abends leidender Magen hatte gegen die Vorstellung solch solider Nahrung energisch protestiert und er entschied sich für die einfachere, europäische Version des Frühstücks – das zudem den Vorteil hatte, dass wohl kaum etwas schief gehen konnte.

 

Er hatte diesen Morgen sorgfältig geplant und alles Notwendige eingekauft. Also begann er damit, Toastscheiben in den hypermodern aussehenden Toaster zu stecken, der eine überraschende Anzahl von Knöpfen aufwies. Er wählte zwei Tasten, drückte auf einen anderen Knopf und die Brotscheiben verschwanden in rotglühenden Tiefen. Bestimmt konnte man mit dem Ding auch heizen, sollte es notwendig werden. Der Kaffee gluckerte bereits in die Kanne – die Kaffeemaschine konnte er blind und einhändig bedienen und jetzt stöberte er in einem Schrank nach Tassen und Tellern, um den kleinen Tisch in der Ecke der sonnendurchfluteten Küche zu decken. Der eigentliche Besitzer des Apartments schien allerdings auch nicht sonderlich viel Zeit in diesem Raum zuzubringen, trotz der eleganten Einrichtung, als er hier eingezogen war, hatte alles ausgesehen wie in einem Möbelhaus, kein Stäubchen, kein Krümel, kein Anzeichen das hier jemals jemand gekocht oder gegessen hatte.

 

Nachdem er Tassen, Teller und Besteck zum Tisch balanciert und gerecht aufgeteilt hatte, holte er Honig, Butter und Marmelade aus dem Kühlschrank. Um gleich darauf noch mal zurück zu trotten, da er die Milch vergessen hatte. Der Karton war bereits geöffnet und ihm kam der Verdacht, dass sich da jemand in der Nacht daran vergriffen hatte. Er hoffte, dass genug da war, oder er musste rasch zu dem Laden um die Ecke laufen, um welche zu holen. Und eigentlich stand ihm danach im Moment gar nicht der Sinn.

 

Mit dem Milchkarton in der einen Hand und der Kaffeekanne in der anderen war er auf halbem Weg zum Tisch, als ihn ein schrilles Heulen aufschreckte. Fast landete das lebensrettende Getränk auf dem Fußboden. Er wirbelte herum und packte Kaffee und Milch auf die Küchentheke, während er sich nach der Lärmquelle umsah. Schließlich fiel sein Blick auf den Toaster und die dunklen Qualmwolken, die daraus aufstiegen. Und auf den Rauchmelder, der sich darüber an der Decke befand. Er fluchte. Wie zum Teufel schaltete man das Ding ab? Schließlich zog er sich einen der Stühle unter den Rauchmelder und riss die Kappe ab, darunter fand sich ein kleiner, schwarzer Kippschalter, mit dem er das verdammte Ding endlich zum Schweigen brachte.

 

Nachdem er wieder vom Stuhl geklettert war, holt er eine Gabel und stocherte damit im Toaster herum, um die verkohlten Toastscheiben heraus zu fischen.

 

„Versuchst du die Küche in Brand zu stecken?“

 

Das hausgemachte Stück Kohle rutschte von den Zinken, als er erschreckt herum wirbelte und zerbröselte auf dem weißen Fliesenboden.

 

Sein Liebhaber stand gegen den Türrahmen gelehnt, die Arme vor der Brust verschränkt, das Haar wirr und die Augen verschlafen. Murdock gähnte und rieb sich übers Gesicht, während er sich wunderte, was Face um diese Zeit an so einem unpassenden Ort wie der Küche suchte.

 

„Musst du dich so anschleichen und mich erschrecken?“, antwortete Face mit einer Gegenfrage.

 

„Und ich habe mich nicht erschreckt? Es war immer mein sehnlichster Wunsch im Morgengrauen von den lieblichen Klängen eines Rauchmelders aus dem Schlaf gerissen zu werden“, entgegnete Murdock grinsend. „Was machst du überhaupt schon auf? Normalerweise schleppst du dich erst Stunden nach mir aus dem Bett, wenn dich niemand zum Aufstehen zwingt.“ Der Pilot musterte den immer noch qualmenden Toaster, dann die dekorativ über den Fußboden verstreuten Toast-Kohle-Stückchen und pfiff bewundernd.

 

„Ich wollte Frühstück für uns machen“, meinte Face seufzend.

 

„Du meinst, du wolltest das Frühstück verbrennen“, korrigierte ihn der Pilot.

 

Face zuckte mit den Schultern. „Hast du nicht darauf bestanden, dieses süße Zeug einzubunkern? Lucky Charms?“ Zwar meldete sein Magen Bedenken an, dass er um diese Zeit die mit klebrigen Marshmellow-Stückchen gemischten Frühstücksflocken, vertrug – aber er schob das beiseite.

 

„Okay.“ Murdock war sich immer noch nicht sicher, wie er Face Bemühungen auffassen sollte. Er trat in die Küche, holte sich eine Tasse und goss sich Kaffee ein. Während er Zucker in die Tasse löffelte, sah er zu, wie Face zwei Schüsseln aus dem Schrank nahm und die eigentlich für Kinder gedachten süßen Frühstücksflocken, die in bunte, alberne Formen wie Hufeisen und Glückskleeblätter gepresst waren, darauf verteilte.

 

Face rettete die Kaffeekanne aus Murdocks Reichweite und trug sie zusammen mit dem Rest der Milch zum Tisch. Er wartete, bis der Pilot ihm gegenüber Platz genommen hatte, dann schob er ihm eine der Schalen hin.

 

„Was ist denn der Grund für deine plötzlichen, häuslichen Anwandlungen?“, fragte Murdock und rührte in den Lucky Charms. „Ich weiß, dass ich nicht Geburtstag habe.“ Er musterte Face. Sein Liebhaber hatte sicherlich viele Talente, doch Kochen gehörte sicherlich nicht dazu. Doch dann lächelte er, als ihm klar wurde, dass Face ihm einfach nur eine Freude hatte machen wollen. Und vor allem erkannte er, was hinter der simplen Geste steckte. Er legte den Löffel weg. „Hey“, sagte er leise und wartete, bis Face seine Versuche, die Zukunft aus der Kaffeetasse zu lesen, aufgab und ihn ansah. „Ich liebe dich auch“, fuhr er fort. „Aber bitte versuch’ nie wieder für mich Frühstück zu machen.“

 

Face senkte den Blick. „Du könntest es mir beibringen“, schlug er vor, beiläufig, ohne auf Murdocks Worte einzugehen.

 

„Das halte ich für keine gute Idee.“ Der Pilot setzte eine übertriebene Schreckensmiene auf und Face begann zu lachen.

 

Er beugte sich vor. “Ich schlage dir ein Geschäft vor“, meinte er im Verschwörerton. „Ich verspreche, ich versuche nie wieder meine verborgenen, kulinarischen Fähigkeiten zu entdecken, wenn du die gleichen sagenhaften Crepes machst, wie damals im Cup’A’Joe’s.“

 

„Wenn das alles ist?“ Murdock pickte ein paar Marshmellow-Stückchen aus seiner Schale. „Einverstanden.“

 

„Und zwar wann immer ich will“, setzte Face hinzu.

 

„Auf keinen Fall. Ich bin doch nicht deine Haushälterin.“ Der Pilot seufzte innerlich, bereits wissend, dass er nachgeben würde – wie immer.

 

Face stand auf. „In diesem Fall gehe ich in die zweite Runde mit dem Toaster“, drohte er.

 

“Okay, okay!” Murdock hob die Hände. “Ich bin einverstanden.” Er schob seine Schale zur Seite und stand auf, um im Vorratsschrank nach den Zutaten zu suchen. Der Pilot öffnete die Tür und ihn purzelte eine blaue Baseballkappe entgegen. Überrascht fing Murdock sie auf und drehte sich mit ihr in der Hand zu seinem Freund um.

 

Face zuckte mit den Schultern. „Ich dachte, du brauchst eine neue, nachdem du deine bei unserem letzten Job verloren hast.“

 

„Danke!“ Begeistert stülpte der Pilot die Mütze auf den Kopf und grinste zufrieden, bevor er sich wieder umwandte, um eine Pfanne auf den Herd zu stellen.

 

Face lehnte sich zurück und verschränkte die Arme vor der Brust, während er Murdock beobachtete, wie der mit geradezu schlafwandlerischer Sicherheit die Zutaten für den Teig zusammen suchte. Die vergessenen Lucky Charms lösten sich in unappetitlichen, grauen Brei auf, der Kaffee wurde kalt.

 

Das war nun wirklich nicht, was er für diesen Morgen geplant hatte. Aber als er Murdock vor sich hinsingen hörte, während er in einer Schüssel rührte und Butter in der Pfanne schmelzen ließ, wusste er, dass dies noch viel besser war.

 

 

ende