Titel: Die Braut, die sich nicht traut

Autor: Lady Charena
Fandom: Bewegte Männer

Spoiler: Die Nacht vor der Hochzeit (12/1)

Paarung: Frank/Waltraud

Rating: Humor, m/m, PG

Beta: T'Len
Archiv: ja

Summe/Hintergrund: Nach der abgesagten Hochzeit von Waltraud und Frank. Ob ihre Beziehung auch diese Krise übersteht?

 

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.

 

 

Waltraud streichelte versonnen den Saum des Brautkleides, bevor sie es zurück in den Schrank stopfte. Nach den vielen Änderungen, die sie vorgenommen hatte, um es perfekt an ihre perfekte Figur anzupassen, nahm es der Laden, in dem sie es gekauft hatte, nicht mehr zurück. Na ja, es sah zwar nicht danach aus, aber vielleicht würde sie es ja irgendwann doch noch einmal tragen – so hinreißend, wie sie darin ausgesehen hatte, wäre es eine Schande, das Kleid für immer im Schrank einzumotten.

 

„Waltraud? Bist du da drin?“ Frank steckte den Kopf ins Schlafzimmer. „Ein Glück, du bist noch da.“ Er kam herein. „Du willst doch jetzt nicht wirklich ins Pimpernell, oder?“

 

„Und ob ich gehe“, erwiderte Waltraud dramatisch und knallte die Schranktür zu. „Du wirst mich nicht aufhalten. Und ich werfe mich dem erstbesten Kerl an den Hals, der mir begegnet. Obwohl ich nicht wüsste, was dich das noch angehen sollte, Frank Hilsmann, wir sind geschiedene Leute.“

 

„Wäre ja nix neues“, knurrte Frank. Und setzte dann beschwichtigend hinzu: „Aber willst du dir das nicht noch mal überlegen? Wir können doch in Ruhe über alles reden.“

 

„Reden?“, empörte sich Waltraud. „Worüber? Dass du mich vor meinen Eltern bis auf die Knochen blamiert hast? Und vor unseren Freunden? Darüber, dass du mich mit Norbert betrogen hast? In der Nacht vor unserer Hochzeit!“

 

Frank seufzte. „Ich hab’ mich doch schon tausendmal entschuldigt. Das ist doch nur passiert, weil ich.. weil ich so in Panik war, wegen der Hochzeit und so. Es hatte überhaupt keine Bedeutung. Du wirst doch jetzt nicht so mir-nichts-dir-nichts vier gemeinsame Jahre wegwerfen. Nur weil ich einmal... mit Norbert... Wenn ich nur daran denke, was du alles gebeichtet hast, als du dachtest, du hast Schlaftabletten genommen und würdest sterben.“

 

„Reden wir jetzt wieder von mir, ja?“, entgegnete Waltraud spitz. „Du willst nur von dir ablenken.“ Sie schlang einen Glitzerschal um ihren Hals und griff nach ihrer Handtasche. „Ich gehe jetzt, sonst komme ich zu spät zur Miss-Rotbäckchen-Wahl. Heute ist wieder Rohrstock-Nacht im Pimpernell.“

 

Sie wollte an Frank vorbei und den Raum verlassen, aber Frank hielt sie am Arm fest. „Du gehst jetzt nicht.“

 

„Wir sind nicht verheiratet, Frank Hilsmann“, zeterte Waltraud. „Also lass’ mich auf der Stelle los.“

 

„Jetzt hör’ mir doch einmal zu, Waltraud“, flehte Frank. „Ich liebe dich und ich will dich nicht verlieren. Können wir das ganze nicht vergessen und noch mal von vorne anfangen? Ich werde auch nie wieder einen Valentinstag vergessen.“ Oder Axel um einen Gefallen bitten, setzte er in Gedanken hinzu.

 

„Hast du das ernst gemeint?“, fragte Waltraud versonnen.

 

„Was meinst du?“, fragte Frank vorsichtig.

 

„Als du heute morgen sagtest, du würdest mich sogar heiraten, um mir zu beweisen, dass du mich liebst.“

 

Frank seufzte. „Auch das“, sagte er – wenn auch mit deutlich mangelnder Begeisterung in seinen Worten. „Nur... also... du wirst doch jetzt nicht ins Pimpernell gehen, oder? Und dich auch nicht mit deinem Brautschleier erhängen?“

 

„Nein, du Dummchen. Um einen Ring wirst du aber trotzdem nicht herumkommen.“ Waltraud kicherte und schlang die Arme um ihren Frank. „Und ich beiße nie in die Kissen.“

 

Frank sah sie einen Moment verständnislos an, bis er sich erinnerte, dass zu ihrem Vater gesagt zu haben, als der fragte, ob sein Walter die Frau in ihrer Beziehung wäre. Dann grinste er. Er hob Waltraud hoch. „Was hältst du davon, wenn ich versuche, dich dazu zu bringen? Das ist doch jetzt quasi unsere Hochzeitsnacht.“

 

Waltraud quietschte entzückt, als Frank sie aufs Bett und sich daneben warf. „Weißt du was?“, meinte sie, als sie nach Franks Gürtel griff. „Eigentlich fühle ich mich auch noch überhaupt nicht reif zum Heiraten. Ich bin noch viel zu jung, um...“

 

An der Stelle griff Frank zu einem bewährten Mittel, ihren Redefluss zu stoppen und küsste Waltraud, bis sie nach Luft schnappte.

 

Ganz offensichtlich war auch diese Katastrophe ohne bleibende Schäden an ihnen vorübergezogen...

 

Ende

 

 

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Episode 12 / Staffel 1: Die Nacht vor der Hochzeit: Da Frank mal wieder den Valentinstag verpennt hat, bitte er Axel um Hilfe und lässt ihn eine Karte für Waltraud besorgen. Leider erwischt Axel versehentlich eine Karte mit einem Heiratsantrag. Waltraud ist überglücklich. Und Frank bringt es nicht übers Herz, dieses Missverständnis aufzuklären, wodurch er immer näher vor den Traualtar gezogen wird. Waltraud läuft zu Höchstform auf und strapaziert die Nerven all ihrer Freunde, während sie ihr Hochzeits-Event bis ins kleinste Detail voll ausplant. Als auch noch Waltrauds Eltern sich wieder mit Waltraud versöhnen und Frank als Schwiegersohn akzeptieren, verliert Frank vollends die Nerven und landet in der Nacht vor der Hochzeit angetrunken mit Norbert im Bett. Wo ihn dann auch Waltraud samt Schwiegereltern-in-spe am nächsten Morgen erwischen...