Titel:                Rote Rosen und blaue Bohnen

Serie:               Der Schuh des Manitu

Autor:              Lady Charena / Feb. 2003

Pairing:             Abahachi, Ranger/Uschi

Rating:             G, Humor

Beta:                T‘Len

 

Summe:            Raues Land, raue Sitten

Disclaimer:       Bei dieser Story handelt sich um nicht-kommerzielle Fanfiction, es wird keine Verletzung von Urheberrechten beabsichtigt.

 

Antwort auf die Februarchallenge

 

Rote Rosen und blaue Bohnen

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„Sackerl’Zement noch amal“, fluchte Abahachi, als vor ihnen plötzlich vier maskierte und bewaffnete Männer aus dem Gebüsch auftauchten. „Schon wieder! Es ist doch immer das gleiche an diesen Tagen wimmelt es nur so von Räubern. Ausgrechnet dann, wenn i keine Zeit hab.“

 

„Halt! Das ist ein Überfall!“, schrie einer der Banditen und feuerte in die Luft.

 

„Ich dacht‘ schon ihr sammelt fürs Rote Kreuz“, entgegnete Ranger spöttisch.

 

„Keine langen Diskussionen“, mahnte Abahachi. „Ich will vor meinem Geburtstag wieder Zuhause sein.“

 

„Aber du hast doch erst im Juli.“ Ranger blickte ihn verwundert an.

 

„Heh! Könntet ihr mit dem Gequassel aufhören?“, beklagte sich einer der Räuber. „Wir haben heute noch fünf Überfälle auf dem Terminplan.“

 

„Eben“, sagte Abahachi und ignorierte den Zwischenruf.

 

„Eben, eben“, äffte ihn Ranger nach. „Was soll das denn wieder heißen?“

 

„Das du dich gefälligst beeilen sollst, damit wir endlich weiter reiten können. Und damit du’s weißt, das ist das letzte Mal, das ich mit dir zum Einkaufen gegangen bin.“ Abahachi verschränkte die Arme vor der Brust.

 

„Weil mer du auch schon a große Hilf‘ warst“, entgegnete Ranger beleidigt. „An allem hatte der Herr was auszusetzen. Des rote Negligé hät‘ der Uschi sicherlich gefallen.“

 

„Heh!!! Könnt‘ ihr nicht mal fünf Minuten ruhig sein!“, schrie einer der Räuber aufgebracht und fuchtelte mit seinem Revolver. „Das ist ein Überfall. Her mit dem Geld, aber ein bisschen plötzlich.“ Er warf aus lauter Wut seinen Hut auf den Boden und trampelte darauf herum.

 

Die beiden Streithanseln hörten ihn gar nicht.

 

„Ach, weil du schon an Geschmack hast“, erklärte Abahachi abschätzig. „Dieser billige Fetzn mit den paar Federn dran is doch nichts für eine Frau mit Stil wie die Uschi.“

 

„Immerhin ist die Uschi meine Frau“, ‘schoss‘ Ranger zurück. „Du hast ja nicht mal eine.“

 

Empört schnappte Abahachi nach Luft. „Zehn“, rief er und streckte die Hand in die Luft. „Zehn an jedem Finger könnt’ ich haben. Wenn ich wollt‘. Zehn.“

 

„Ach und warum willst nachher nicht?“, fragte Ranger schlau.

 

Die Banditen steckten kurz die Köpfe zusammen und trollten sich dann entnervt wieder ins Gebüsch, um auf den oder die nächsten Reiter zu warten.

 

„Ich bin einfach noch nicht reif für eine Beziehung.“ Abahachi sah sich um. „Na bitte, jetzt bist du mit deinem ewigen Gemecker Schuld, dass uns die Räuber entkomm’n sind. Ja, wie soll denn da irgendwann mal a Ordnung herschn?“

 

„Was kann ich dafür, wenn du immer gleich eingschnappt bist“, meckerte Ranger.

 

Einer der Räuber sprang wieder aus dem Gebüsch. Er hielt in jeder Hand einen Revolver und feuerte damit in die Luft. „Weiter reiten – los!!“, brüllte er. „Das ist eine Hauptverkehrsstraße. Wie solln wir denn den nächsten Überfall durchziehen, wenn ihr hier steht und ratscht.“ Dicht vor ihm schlug auf dem Boden ein Geier ein, den der Bandit aus Versehen bei seinen Schüssen in die Luft getroffen hatte.

 

„Pah!“ Abahachi und Ranger ritten an dem sprachlosen Räuber vorbei. „Also weißst, ich hab da neulich im Pub „Zur bissigen Laus“ ein großartiges Geiergulasch gegessen...“ Während sie langsam weiter ritten, verhallten ihre Stimmen allmählich.

 

* * *

 

Ranger hielt seiner Uschi stolz den Blumenstrauß hin, den er gegen sämtliche Überfälle verteidigt hatte. „Rosen für meine Rose“, sagte er.

 

Uschi runzelte die Stirn. „Aber ich heiß‘ doch Uschi, nicht Rose, mein Dummerle. Aber trotzdem - Danke, mein Schatz.“ Sie küsste ihn auf die Wange.

 

„Und da hab ich noch ein Geschenk für dich.“ Ranger zog eine Schachtel hinter dem Rücken hervor.

 

Mit einem Freudenschrei machte sich Uschi ans Auspacken. Etwas Rotes, Flauschiges, Fedriges lugte aus der Schachtel, als sie das Papier weggerissen hatte. „Oh, was ist das denn?“, fragte sie verblüfft.

 

„Was zum Anziehn“, erklärte Ranger stolz.

 

Zögernd hielt sich Uschi das bisschen durchsichtigen Stoff hin und schaute an sich herunter. „Das ist ja sehr nett“, meinte sie – allerdings ohne rechte Begeisterung. „Vielleicht ein bisserl zu klein für mich.“

 

Abahachi hatte recht, dachte Ranger. Frauen konnte man wirklich nie etwas recht machen...

 

Ende