Titel: They shot Bogey!
Autor: Lady Charena
Fandom: The A-Team

Episode: Diamonds ’n Dust

Pairung: Das Team
Rating: gen, Humor

Beta: T'Len
Archiv: ja

Summe: Nach der Rückkehrt aus Afrika ist Murdock noch immer tief betrübt über das unerwartete Hinscheiden seines neuen Freundes Bogey. Also lassen sich seine Freunde etwas einfallen, um ihn aufzumuntern.

 

In loving memory of Bogey, the Bear.

 

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.

 

 

Face holte tief Luft und streckte sich – so gut das ging, auf dem Rücksitz von Amys Wagen, eingeklemmt zwischen B.A. auf der einen und Murdock auf der anderen Seite. „Ah, es geht doch nichts über Zuhause, nicht wahr?“

 

„Genieße es, solange du kannst, Face.“ Hannibal, der auf dem Beifahrersitz saß, drehte sich zu ihm um und grinste. „Wenn Godzilla hier neben dir aufwacht, könnte es passieren, dass du dich ganz rasch nach Afrika zurück wünschst.“ Er schob die kalte Zigarre von einem Mundwinkel in den anderen – Amy hatte sich das Rauchen in ihrem neuen Wagen verboten.

 

Face betrachtete den schlafenden B.A. argwöhnisch. Seine gute Laune hatte sich damit soeben in Luft aufgelöst. Zwar hatten sie die Dosis des Betäubungsmittels großzügig bemessen, damit B.A. nicht im Flugzeug erwachte, aber langsam musste die Wirkung nachlassen. Und B.As übliche schlechte Laune würde sich zu mörderisch schlechter Laune auswachsen, wenn er dahinter kam, dass er erneut gegen seinen Willen in ein Flugzeug verfrachtet worden war. Er seufzte und wandte sich Murdock zu, der während des Fluges ungewöhnlich still gewesen war. Vielleicht war er einfach nur müde – anstrengende Tage lagen hinter ihnen.

 

Murdock hatte den Kopf ans Fenster gelehnt und starrte nach draußen, wo nichts zu sehen war, als die Scheinwerfer der Autos, die auf dem Highway nebenan in die andere Richtung fuhren.

 

„Du weißt, dir wird schwindlig werden, wenn du zu lange die Lichter ansiehst.“ Face legte den Arm um Murdocks Schulter. „Alles okay mit dir?“

 

Der Pilot sah auf und nickte. Seine Augen glänzten verdächtig.

 

„Was hast du da unter der Jacke?“, fragte Face weiter; bemüht, eine Unterhaltung in Gang zu bringen. Außerdem wölbte sich die Lederjacke des Piloten tatsächlich merkwürdig. Neugierig griff Face in den Ausschnitt – und hielt ein Bein in der Hand. Nicht irgendein Bein, sondern das von Bogey, dem Teddy, der sie nach Afrika begleitet hatte. „Oh.“ Er schob das Stück Plüschfell zurück. „Tut mir leid.“

 

Murdocks große, braune Kinderaugen füllten sich mit Tränen. „Es ist meine Schuld, Facey. Ich hätte ihn nicht mitnehmen dürfen. Er war noch viel zu jung.“

 

Amy warf einen Blick in den Rückspiegel und seufzte. Sie liebte Murdock und normalerweise war er sehr unterhaltsam – aber nach dem hinter ihnen liegenden Trip hätte sie jetzt etwas Ruhe und Stille vorgezogen.

 

Hannibal wandte sich erneut um. „Captain, Bogey ist in Erfüllung seiner Pflicht gestorben“, sagte er ernst.

 

Murdock schnüffelte und nickte. „Ja. Er hat sich vor mich geworfen und die Kugeln abgehalten.“ Dicke Tränen kullerten über seine Wange.

 

Eine leicht verzerrte Darstellung, aber nun gut. Face zog ein Taschentuch aus seiner Jacke und wischte ihm wie einem Kind das Gesicht ab. „Jetzt beruhige dich, Murdock. Weißt du was, du schläfst heute Nacht bei mir. Ich bringe dich erst morgen früh ins Krankenhaus zurück. Und auf dem Weg dorthin halten wir an einem Spielwarengeschäft und du suchst dir einen neuen Bären aus.“

 

Murdock legte den Kopf an Face Schulter, kuschelte sich an ihn. „Ich glaube nicht, dass ich schon wieder einen anderen Bären haben kann. Es ist viel zu früh.“

 

Face sah kurz zur Decke hoch – dann auf B.A. der leise schnarchte – und seufzte. „Das kommt dir jetzt vielleicht so vor. Aber ich bin sicher, dass die Gesellschaft eines neuen Teddys dir helfen wird, über den Verlust von Bogey hinweg zu kommen.“ Er strich ihm durchs Haar.

 

Der Pilot schnüffelte wieder. „Du meinst so, wie einen Welpen zu kaufen, wenn dein alter Hund überfahren wurde?“

 

„Ähem... ja.“ Face warf einen hilfesuchenden Blick auf seinen Colonel - doch Hannibal verschränkte nur die Arme vor der Brust, lehnte sich entspannt in seinen Sitz zurück und überließ es seinem XO mit der emotionalen Krise ihres Piloten fertig zu werden. „So etwas in der Art“, sagte er. „Du wirst Bogey weiterhin vermissen, aber der neue Teddy braucht deine Aufmerksamkeit und Liebe und das macht alles ein wenig leichter.“

 

Murdock sah zu ihm auf und lächelte zum ersten Mal seit ihrem Abflug. „Das klingt gut, Facey.“ Er gähnte. „Wir haben morgen viel zu tun“, murmelte er schläfrig.

 

„Haben wir?“, fragte Face.

 

„Mmmhm.“ Der Pilot kuschelte sich wieder an ihn. „Bogey braucht ein Begräbnis. Und wir müssen einen neuen Teddy aussuchen...“ Er gähnte erneut. „Ich will einen wirklich niedlichen“, murmelte er.

 

„Ein Begräbnis?“, fragte Face ungläubig. „Hannibal!“

 

„Also das ist keine schlechte Idee.“ Hannibal grinste, als er im Rückspiegel den unglücklichen Ausdruck auf dem Gesicht seines Lieutenants sah. „Warum halten wir nicht eine private, kleine Zeremonie ab – im Krankenhauspark. Dann kann Murdock Bogeys Grab immer besuchen. Ich denke, ich kann B.A. dazu überreden, dass er ihm sogar einen kleinen Sarg baut.“

 

Murdock lächelte im Schlaf.

 

Face stöhnte. „Hannibal, du bist noch verrückter als Murdock.“

 

„Du hast damit angefangen, Face“, erinnerte ihn Hannibal. „Und...“

 

Weiter kam er nicht, denn ein wütender Schrei vom Rücksitz unterbrach ihn. „Ich war in einem Flugzeug, Hannibal! In einem Flugzeug!“

 

Smith grinste und zündete seine Zigarre an, den giftigen Blick ignorierend, den Amy ihm zuwarf. Es war wieder alles in Ordnung mit seiner kleinen Familie...

 

* * *

 

Die Zeremonie, die am nächsten Tag in einem abgelegenen Winkel des Krankenhausparks stattfand, war kurz, aber würdevoll – zumindest so würdevoll, wie man ein Stofftier beerdigen konnte.

 

Murdock berichtete von der Tapferkeit Bogeys und wie furchtlos er sie nach Afrika begleitet hatte, um sich dort den Verbrechern in den Weg zu stellen.

 

B.A. grummelte und knurrte und fragte sich, wie ihn Face und Hannibal hatten überreden können, einen kleinen Sarg für ein paar Stofffetzen und Füllwatte zu bauen.

 

Amy hatte einen kleinen Blumenstrauß mitgebracht und versteckte ihr Lächeln hinter einem Taschentuch.

 

Face flirtete mit einer jungen Schwester, die neu im psychiatrischen Flügel des Krankenhauses sein musste und die offenbar die Aufgabe hatte, sie aus einiger Entfernung diskret zu beobachten. Bis Hannibal ihm einen recht unsanften Stoß in die Rippen verpasste.

 

Der Colonel selbst versuchte eine ernsthafte Miene beizubehalten, als Murdock mit trauriger Stimme schilderte, wie der Teddy von Kugeln zerrissen wurde.

 

Als die Zeremonie vorbei war, versammelten sie sich um einen Tisch und Face zog unter großem Getue einen Karton aus einer Tasche. Er war mit einer großen, roten Schleife geschmückt – und hatte Luftlöcher.

 

Murdocks Augen leuchteten auf. „Was ist da drin, Facey?“, fragte er aufgeregt.

 

Face schob ihm den Karton zu. „Öffne ihn.“

 

„Luftlöcher?“, meinte Hannibal zu seinem XO. „Ich bin beeindruckt, Face. Du denkst wirklich an alles.“ Er grinste und klopfte ihm auf die Schulter. „Wirklich beeindruckend.“

 

Murdock öffnete die Schleife und nahm den Kartondeckel ab. Ein weißer Teddy mit einer winzigen Zigarre im Mundwinkel und schwarzen Handschuhen starrte sie mit seinen Knopfaugen an. Einen Moment war es sehr still, dann zog ihn Murdock mit einem Freudenschrei heraus. Er umarmte Face stürmisch, während Hannibal seinen Lieutenant drohend anblickte. Face grinste entschuldigend – aber keineswegs eingeschüchtert.

 

B.A. verdrehte die Augen und schüttelte den Kopf, während Amy nicht mehr länger an sich halten konnte, und lauthals loslachte.

 

 

 

Ende