Blöße

T’Len

2006

 

 

 

Serie: SK Kölsch

Charaktere: Jupp Schatz, Klaus Taube

Hinweis: PG-15, POV

Feedback: tlen11@freenet.de

Summe: Jupp hat Klaus in peinlicher Situation erwischt, was ihn fast mehr durcheinanderbringt als Taube.

 

Disclaimer: Ich habe mir die Jungs nur für ein bisschen Spaß ausgeborgt. Keine Rechte sollen verletzt werden. Keine Kohle wird damit gescheffelt. Es ist nur "fanfiction" und wer zu jung ist, sollte wo anders spielen gehen. Vielen Dank an Lady Charena für ihre nie nachlassende Hilfe.

 

 

 

„Hau ab, du Wichser!“

 

Ich weiß, ich sollte Taube nicht so anschreien. Er kann ja wirklich nichts dafür. Ich meine, ehrlich gesagt, es war ja meine Schuld. Was muss ich auch in sein Zimmer latschen. Gerade dann, als er... also... verdammt, er ist ja auch nur ein Mann, nicht wahr? Ich weiß doch, wie es einem geht, wenn der Druck zu groß wird. Dann muss man halt ein bisschen Hand anlegen. Ist ja nicht so, als hätte ich noch nie...

 

Aber ausgerechnet er?

 

Er wäre echt der letzte, von dem ich es erwartet hätte. Er ist immer so kontrolliert. Da fragt man sich ja schon, kann der Mann sich überhaupt gehen lassen. Also ich habe ihn eigentlich noch nie so richtig austicken sehen. Weder vor Freude noch Ärger.

 

Ich wollte mir doch nur etwas zu trinken aus der Küche holen. Und nun sitze ich hier und grüble über Taube nach. Das hat man nun davon, wenn man helfen will. Ich hörte ihn stöhnen. Ich dachte doch, vielleicht hat er Kopfschmerzen. Oder irgend was anderes. Ich meine, die letzten Tage waren tough für uns beide. Und er hatte ganz schön was abgekriegt, als wir den Verdächtigen schnappten. Oder vielleicht hätte er ja auch ein Albtraum. Ich erinnere mich noch, wie er mir mal erzählt hat, dass ihn manchmal schlimme Träume quälen, wenn er versucht, sich in einen Täter hineinzuversetzen, um ein Profil zu erstellen. Ich versteh ja nicht viel von diesem ganzen Psychokram, aber einfach ist das sicher nicht.

 

„Jupp, bitte. Lass uns reden.“

 

Klaus steht noch immer vor meiner Tür. Er klingt flehend. Aber ich will ihn jetzt nicht sehen. Ich kann ihn nicht unter die Augen treten. Nicht nachdem, was passiert ist, was ich gerade gesehen habe.

„Lass mich allein! Verdammt!“

 

Ich wollte doch nur helfen. Ehrlich. Deshalb bin ich in sein Zimmer gegangen. Wer hätte denn gedacht, dass sein Stöhnen daher kommt, dass er es sich gerade selber macht. Klaus Taube, der sich einen runterholt! Also ich hätte das für etwa so unmöglich gehalten wie Palmen am Nordpol oder Pinguine in der Sahara.

 

Taube ist einfach so... asexuell. Ich konnte mir nie vorstellen, dass er... na ja... Sex hat halt. Ehrlich gesagt wollte ich mir auch nicht vorstellen, was er mit seinem Typen da so treibt. Ne, wirklich nicht. Aber nachdem der ihn abserviert hat, also ich glaube nicht, dass Taube seitdem wieder was am Laufen hatte. Nicht mal ne kurze Nummer zwischendurch. Irgendwie passt das nicht zu ihm. Der sucht bestimmt was festes, die große Liebe für die Ewigkeit.

 

Aber eigentlich sind wir ja dauernd zusammen, auch in der Freizeit. Gerade nach Ellens Tod. Gott, ich weiß echt nicht, was ich ohne ihn gemacht hätte. Nicht nur, dass er hier die ganze Bude geschmissen hat, vor allem war er für den Flo da. Einfach zuhören oder trösten. Ich bin da nicht so gut drin, weiß nie, was ich sagen soll. Mir kommt ja selber immer noch die Wut hoch, wenn ich an diesen Scheißunfall denke. Wenn ich nur die dämliche Konsole rechtzeitig...

 

„Jupp, es tut mir leid. Ich hätte abschließen sollen.“

Oh man, das ist so typisch Taube. Ich weiß nicht, wie oft er mich schon gedeckt hat, seinen Kopf hingehalten hat, wenn Haupt mir mal wieder eine Standpauke halten wollte, weil ich mich nicht an die Vorschriften hielt. Er denkt bestimmt, ich weiß das nicht zu schätzen, merk es nicht mal. Ich weiß einfach nicht, wie ich ihm danken soll. Da war ich nie gut drin, im Danksagen, mein ich, oder überhaupt in all dem Gefühlskram.

 

„Es wird nicht wieder vorkommen. Ich werde nicht wieder...“

 

„Vergiss es einfach. Es war ja meine Schuld. Okay? Ich hätte nicht einfach reinkommen dürfen. Ist doch okay, wenn du dir mal... ich meine... ach vergiss es, bitte.“

 

Gott, meine Gedanken kommen irgendwie auch vom Hundertstens ins Tausendste. Aber dann muss ich wenigstens nicht dran denken, was ich eben gesehen habe. Zu spät. Da ist es wieder.

 

Taube, wie er da auf seinem Bett liegt. Die Jacke seines Pyjamas geöffnet, die Hose nach unten geschoben. Wie er sich selbst streichelt. Mit der einen Hand über seine kräftige Brust, mit der anderen seinen... seinen... na ja.

 

Ich weiß, ich hätte sofort gehen sollen. Aber irgendwie stand ich einfach nur da und starrte ihn an  Er war so... so... ich weiß auch nicht... so schön. So erregt und doch gelöst. So anders, als ich ihn kannte. Er hatte die Augen geschlossen, den Kopf leicht zurück geworfen, den Mund geöffnet, leise stöhnend, voller Erregung. Er wirkte so verletzlich, so ... nackt, nicht nur optisch. So... ach ich weiß auch nicht, wie ich es beschreiben soll. Es war einfach... einfach.... anziehend.

 

Man, ich habe noch nie einem Kerl beim Wichsen zugesehen. Früher, nach dem Sport, klar unter der Dusche, da haben wir manchmal... aber das war doch etwas ganz anderes. Klaus ist mein Kollege, mein Freund – und ich war wie gelähmt, starrte ihn einfach nur an.

 

Gott, sah er scharf aus.

 

Plötzlich öffnete er die Augen und sah mich an und sagte: „Jupp, entweder kommst du her und machst mit oder du lässt mich allein.“

 

Erst dann kam ich in Bewegung. Irgendwie. Aber eigentlich weiß ich gar nicht so genau, wie ich aus seinem Zimmer und in meines gekommen bin. Nur, dass ich hinter mir die Tür abgeschlossen habe. Und jetzt steht er davor und bittet im Verzeihung, wo ich mich doch entschuldigen sollte. Und ich sitze hier auf dem Bett und weiß nicht was ich sagen, was ich denken soll..

 

„Jupp, bist du in Ordnung?“

 

Er klingt ungeheuer besorgt. Ich frag’ mich ja ob er zum Höhepunkt... aber so schnell, wie er hier war? Bestimmt habe ich ihm die Stimmung versaut. Wenn er doch nur endlich Ruhe geben würde. Ich will jetzt nicht reden. Und ich will ihn jetzt nicht sehen. Ich kann nicht.

 

Wie sollte ich ihm erklären, dass ich für einen kurzen Augenblick fast versucht war, tatsächlich zu ihm zu gehen, ihn anzufassen? Und dass ich noch immer eine Erektion habe? Verdammt, wir sind doch beide Kerle. Und ich bin nicht schwul!

 

„Hör zu, es ist nichts passiert, Klaus. Okay? Alles paletti. Vergiss das Ganze einfach und geh wieder ins Bett. Gute Nacht.”

 

„Gute Nacht, Jupp.“

 

Ich höre, wie sich seine Schritte entfernen.

 

Endlich allein!

 

Und immer noch geil.

 

Verdammt!

 

Ende