Titel: Seifenblasen
Autor: Lady Charena
Fandom: SK Kölsch
Paarung: Jupp Schatz/Klaus Taube
Rating: m/m, humor, R
Beta: T'Len
Archiv: ja

Summe/Hintergrund: Was so alles passieren kann, wenn man die Seife vergisst...

 

Nein, dies ist nicht mein neues Fandom. Ich kann nur ein hungriges Huhn nicht weinen sehen. Also Jupp, ab mit dir auf den Spielplatz zu den anderen Jungs. Sei’ ein braver Junge und benimm dich gut. Seufz. Ich muss bald ein größeres Freigelände suchen...

 

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.

 

 

„Verdammt, wer hat das Licht angemacht...“, knurrte Jupp und grub beide Hände ins Haar, um seinen Kopf vor dem Zerspringen zu bewahren, als er blinzelte - und jemand offenbar damit begann, glühende Eisennägel in seinen Schädel zu treiben. So viel hatte er doch gestern Abend gar nicht getrunken. Und wirklich spät war es auch nicht gewesen, als er so gegen halb drei nach Hause kam. Oder halb vier? Wie spät war es eigentlich? Er rieb sich die Augen mit den Handflächen und wälzte sich auf die Seite, um auf den Wecker zu spähen. Die Ziffern verschwammen und tanzten und wurden nur langsam sichtbar. 09:30. Halb zehn? Ungeachtet der Übelkeit, die in ihm hochstieg, setzte sich Jupp ruckartig auf.

 

„Verschlafen, verflucht, wir haben verschlafen... Flo!“ Er war bereits halb aus dem Bett und auf der Suche nach seiner Jeans, als ihm einfiel, dass Samstag war und Flo also nicht in die Schule musste. Und außerdem übernachtete Flo bei einem Schulkameraden und würde erst heute Abend nach Hause kommen.

 

Mit einem erleichterten Seufzen fiel Jupp wieder ins Bett. Sein Kopf hämmerte und sein Mund war mit einem Geschmack erfüllt, als hätte ihn irgendwas als Nachttopf benutzt. Mann, war das Scheiße mit so einem Kater aufzuwachen. Ein alter Kumpel auf der Durchreise, nur für eine Nacht in Köln, hatte ihn angerufen und sie hatten sich in seinem Hotel getroffen, über alte Zeiten gequatscht und getrunken. Was eigentlich? Er hatte keinen blassen Schimmer, litt aber an einem erstklassigen Blackout, der irgendwann im Hotellift begann und damit endete, wie er sich beim Aufschließen der Wohnungstür den Kopf anschlug. Wie war er bloß nach Hause gekommen?

 

Eigentlich hätte er jetzt wieder einschlafen können... wenn er nur könnte. Seine Lider waren bleischwer und kratzig, aber nachdem er sie nun schon einmal aufgekriegt hatte, bekam er sie nicht mehr zu. Außerdem hatte er Durst wie ein Kamel in der Wüste. Prompt meldete sich auch noch seine Blase. Ächzend stemmte er sich aus dem Bett und machte sich auf die lange und beschwerliche Reise ins Bad.

 

Mit dem Rauschen der Wasserspülung schien auch ein guter Teil des Drucks aus seinem Gehirn verschwunden zu sein. Jupp schnüffelte an seinen Achselhöhlen und fand, dass eine Dusche wohl nicht schaden könne.

 

Zufrieden stöhnend stand er kurz darauf unter dem heißen Wasser und legte den Kopf in den Nacken, ließ den Strahl direkt ins Gesicht und die Müdigkeit aus ihm vertreiben. Tatsächlich begann er sich besser zu fühlen – abgesehen von den Erinnerungslücken – um genau zu sein, sogar sehr gut. Der eine oder andere Teil von ihm war sogar wieder richtig lebendig, wie er mit einem kurzen Blick in tiefere Regionen feststellte. Tja, was gab’s schon schöneres, um einen Tag zu beginnen.

 

Jupp summte vor sich hin und griff nach dem Duschgel auf der Ablage. Bloß da war nix. Er blinzelte das Wasser aus den Augen und sah genauer hin. Außer einer armseligen Flasche Shampoo war nichts da. Wozu war er eigentlich noch gestern kurz vor Ladenschluss durch einen Supermarkt gehetzt? Zumindest da ließ ihn sein Gedächtnis nicht im Stich und ihm fiel ein, dass er die Tüten in der Küche hatte stehen lassen. Eigentlich fühlte er sich zu gut, um sich darüber zu ärgern, außerdem hieß es doch, dass ein bisschen Warten die Belohung um so süßer machte... oder irgendwie so ähnlich.

 

Er trat aus der Dusche, griff nach einem Handtuch – und ließ es dann hängen, keine Notwendigkeit, es jetzt schon nass zu machen und sich hinterher an dem feuchten Tuch abzutrocknen. Die anderen waren alle gerade in der Wäsche. Die paar Wassertropfen, die er auf dem Weg in die Küche verlor, die trockneten schnell wieder.

 

Inzwischen zum Pfeifen übergegangen, eilte Jupp Richtung Küche – als... als sich hinter ihm jemand räusperte. Er drehte sich langsam um. „Guten Morgen.“

 

„Morgen?“, wiederholte Klaus Taube ironisch und musterte Jupp von Kopf bis Fuß. „Ich störe dich doch hoffentlich nicht bei irgendetwas?“ Sein Blick hielt bei Jupps Körpermitte inne.

 

Zu seinem Entsetzen spürte Jupp doch glatt, dass er einen roten Kopf bekam. „Ich... sagtest du nicht, du bist erst heute Abend wieder da?“ Es war vielleicht ein wenig spät, sich prüde aufzuführen und so widerstand er dem Verlangen, seine Blöße mit Händen zu bedecken. Außerdem war es nicht das erste Mal, dass Klaus ihn nackt sah. Obwohl vermutlich das erste Mal nackt mit einer Erektion. Aber gerade der musste doch Verständnis für so was haben. So was passierte eben, dass man erwischt wurde...

 

„Ah, ich dachte nur. Ist das eine neue Art von Frühsport?“ Taube verschränkte die Arme vor der Brust und lächelte sarkastisch.

 

„Ich habe... das Duschgel vergessen. Duschen macht... nicht so viel Spaß ohne Duschgel.“

 

Taube grinste. „Aber natürlich.“

 

Das Lachen seines Partners folgte Jupp in die Küche. Er schnappte sich das Duschgel aus der Tüte, verstreute dabei ungefähr die Hälfte der Einkäufe auf dem Fußboden und wäre fast auf einen Eierkarton getreten. Als er auf den Flur zurückkehrte, war glücklicherweise Taube in sein Zimmer verschwunden.

 

Jupp trat den Rückzug unter die Dusche an. Endlich wieder mit sich allein und dem keineswegs verschwundenen... Problem... bei der Hand, quetschte Jupp eine ordentliche Portion Duschgel auf seine Brust und begann es zu verreiben.

 

Ein kühler Luftzug ließ ihn sich umdrehen – und hinter ihm stand Klaus, nackt und ebenfalls in einem kaum zu übersehenden Zustand der Erregung. „Soll ich dir den Rücken waschen?“

 

„Was?“

 

Jupp blinzelte und grub beide Hände ins Haar, um seinen Kopf vor dem Zerspringen zu bewahren, als er die Augen öffnete und das durchs Fenster hereinströmende Sonnenlicht damit begann, glühende Eisennägel in seinen verkaterten Schädel zu treiben. Was zum Teufel hatte ihn dazu gebracht, so etwas zu träumen? Er rollte sich auf den Rücken und stieß die Decke von sich. Zwischen seinen Beinen erhob sich auch etwas, um den Morgen zu begrüßen. Er schoss einen bösen Blick in Richtung seiner tieferen Regionen. „Vergiss’ es“, zischte er und rollte sich wieder auf den Bauch, um weiter zu schlafen. Dieses Mal hoffentlich ohne komische Träume...

 

Ende