Titel: Girl’s Night out
Autor: Lady Charena
Fandom: Birds of Prey
Episode: 1.03 Prey for the hunter
Prompt: # 093. celebrate (100 Situations)
Charaktere: Barbara, Helena, Dinah
Pairing: Barbara/Helena
Rating: pg-13, femslash, oneshot
Beta: T'Len
Archiv: ja

Summe: Eine kleine Fortsetzung zur Episode.

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.


Barbara: He’s really gotten under your skin, hast’t he?
Helena: You know guys don’t get to me. (1.02 Slick)



Helena war schon während der “Siegesfeier” im Gibson’s aufgefallen, dass Barbara mit Fortschreiten der Nacht immer stiller und nachdenklicher wurde.

Sie eiste sich von Gibson los und sah sich Dinah um, doch die war dabei, den Laser-Pool-Tisch unsicher zu machen. Hier in der Gemeinde der Metas schien sie sich wohl zu fühlen; hier hatte sie keine Schwierigkeiten, sich einzufügen. Helena wusste, dass das Thema Highschool noch nicht erledigt war, doch das ernste Gespräch, das mit Dinah darüber geführt werden musste, überließ sie lieber Barbara - sie war eher der mütterliche Typ.

Als Helena sie an der Bar fand, klappte Barbara gerade ihr Handy zu. Sie schwang sich auf den nächsten freien Barhocker. “Wade?”, fragte sie.

“Die dritte Textnachricht in der letzten halben Stunde”, entgegnete Barbara nach einem Moment. “Ich habe sie nicht gelesen.”

“Wieso nicht?” Helena fuhr mit der Fingerspitze den Abdruck eines Glases auf der Theke nach und dachte daran, dass sie vor wenigen Stunden noch im No Man’s Land gesessen und Frosty ihr ein Glas zugeschoben hatte. Und jetzt war der Barkeeper tot. Eingefroren in einen riesigen Eisblock. Diese Ironie… Sie hob ein unsichtbares Glas zum stummen Salut. Wieso hatte sie ihren Drink bei Gibson gelassen, sie könnte noch eine Menge Alkohol mehr vertragen… “Ich hatte wirklich den Eindruck, du magst ihn. Und er dich. Und überhaupt ist es doch die Meinung seiner Mutter, dass du nicht gut genug für ihn bist. Definitiv nicht seine…” Sie zuckte mit den Schultern. “Vielleicht solltest du ihm die Wahrheit sagen.”

„Die Wahrheit? Du meinst über meine „kleinen“ Nebenjob… das Verbrechensbekämpfen… meine Vergangenheit… den gedankenlesenden Teenager, der in meinem Gästezimmer lebt… oder über die die Frau, halb-Katze, halb-Mensch, die gelegentlich mein Bett teilt?“

„Wir sind mehr als ein… gelegentlich geteiltes Bett.“ Helena sah weg. „Oder?“

„Ja. Ich… es tut mir leid. Was Wades Mutter gesagt hat, ich dachte, ich wäre vor langer Zeit darüber hinweg gekommen. Ich wollt das nicht an dir auslassen.“ Barbara nahm ihre Brille ab und massierte sich müde die Schläfen.

„Das war es übrigens nicht, was ich meinte. Ich dachte, du könntest ihm sagen, wie sehr dich das gekränkt hat und dass du verunsichert bist, wie er wirklich mit deiner Behinderung zurecht kommt. Nicht den ganzen anderen Kram…“

“Helena”, unterbrach Barbara sie. “Es ist okay. Ich möchte nur im Moment nicht darüber reden, ja?” Sie schwieg einen Augenblick. “Du warst bei Reese im Krankenhaus?”

Helena verzog das Gesicht. Eine Retourkutsche. “Er wird überleben. Sofern ich den Drang, ihn zu töten, sobald ich ihn sehe, unterdrücken kann.” Sie lächelte, doch das Lächeln erreichte ihre Augen nicht, als sie daran dachte, dass Reese sie als eine Art Ding angesehen hatte, nicht als Frau oder zumindest als menschliches Wesen. Er hatte sie genau so angesehen…. genau wie Morton sie angesehen hatte… wie Dreck an seiner Schuhsohle. Vielleicht hatte er es wirklich nicht so gemeint, doch das war eine der Wunden, die nicht so schnell heilten wie die Schürfwunden und Kratzer und Prellungen, die der Kampf mit Morton zurückgelassen hatte. “Vorausgesetzt er kann den Drang unterdrücken, hinter dem nächsten Müllcontainer in Deckung zu gehen, wenn er mich das nächste Mal sieht.”

“Warum geben wir uns eigentlich mit ihnen ab?” Barbara richtete sich auf. “Hör’ zu, ich habe keine Lust mehr zu feiern und Dinah hat genug Freundschaften für eine Nacht geschlossen. Sie wird zurück auf die Highschool gehen, ob es ihr gefällt oder nicht. Aber das hat Zeit bis morgen…” Sie warf einen Blick auf ihre Armbanduhr. “…oder bis später. Was hältst du davon, wenn wir sie nach Hause bringen, ins Bett stecken und du kommst mit zu mir?”

Helena sah auf und lächelte. “Klingt nach einer guten Idee.” Sie deutete mit dem Kopf auf Dinah. “Aber du sagst ihr, dass es Zeit ist, zu gehen. Ich meine, du hast ihr Hausarrest erteilt, also bist du bereits die Böse. Das reicht völlig.”

“Das ist… ausgesprochen nett von dir”, erwiderte Barbara trocken. Sie manövrierte den Rollstuhl um einen der Tische des No Man’s Land und sah über die Schulter zurück. “Du kannst sicher sein, dass ich bei passender Gelegenheit mindestens ebenso nett zu dir sein werde.”

Helena lachte und sah ihr nach. “Ich warte im Penthouse auf dich.”

* * *

Dinah war im Bett - hoffentlich. Barbara dachte darüber nach, ob es sinnvoll war, den Code der Alarmanlage zu ändern, doch welchen Nutzen würde es wirklich mit einem gedankenlesenden Teenager im Haus bringen? Sie schüttelte den Kopf über sich selbst, als sie ins Schlafzimmer kam. Sie klang wirklich bereits wie eine Mutter.

Der Raum war mit dem silberweißen Licht einer Nacht in New Gotham erfüllt, von den vielen Lichtern, die man manchmal fast für Sterne halten konnte. Helena war ein langer, dunkler, elegant hingestreckter Schatten auf dem Bett.

Barbara schaltete eine kleine Lampe an, ihr Schein reichte gerade so weit, dass Helenas Gesicht davon beleuchtet wurde und für einen Moment kam sie in den Genuss, ihre Freundin völlig entspannt und frei zu sehen; ohne die Linien von Trotz und Wut und Schmerz, die sich so oft in ihre Züge gruben. Sie erkannte sie von ihrem eigenen Spiegelbild wieder.

Dann kickten die Katzen-Reflexe ein und Helena schlug die Augen auf. “Das hat aber lange gedauert”, murmelte sie schläfrig.

Barbara lächelte. Wenn Helena wollte, dann war in sie Sekundenbruchteilen hellwach, doch das war im Moment nicht nötig. Vielleicht suchte sie nach der Kränkung durch Jesse Reese auch Trost in ihrer menschlichen Seite. Für Barbara spielte es keine Rolle. Sie liebte Helena genau so, wie sie war. “Dinah war völlig aufgekratzt. Ich dachte schon, ich müsste sie an ihrem Bett festbinden, damit sie endlich drin bleibt.”

Helena rollte sich auf den Rücken und kickte dabei das Laken weg, mit dem sie zugedeckt gewesen war. Wo das Licht der Lampe ihre bloße Haut berührte, schien sie fast golden zu schimmern - während der Rest ihres Körpers in silberweißem Schein gebadet wurde. Sie streckte sich und gab einen Laut fast einem Schnurren ähnlich von sich.

Barbara versteckte ihr Lächeln hinter dem Top, das sie über den Kopf zog. Helena hasste es, wenn sie Katzeneigenschaften an den Tag legte.

Einen Moment später wurde der Stoff vor ihrem Gesicht weggezogen. “Ich weiß, was du tust”, meinte Helena.

“Ich wusste nicht, dass du ebenfalls Gedankenlesen kannst”, entgegnete Barbara unschuldig. „Nimmst du Unterricht bei Dinah?“

Helena fauchte und grinste. “Komm’ ins Bett. Oder ich denke noch einmal darüber nach, wer an eines gebunden werden sollte.”

Barbara schlüpfte aus dem Rest ihrer Kleidung und glitt aus dem Rollstuhl auf das Bett, direkt in Helenas Arme.


Ende