Titel:                Eine Biene auf Abwegen

Serie:               Die Biene Maja

Autor:              Lady Charena / Feb. 2003

Pairing:             Willi / Maja

Rating:             G, Humor

Beta:                T‘Len

 

Summe:            Der Valentinstag macht auch vor dem Bienenstock nicht halt...

Disclaimer:       Bei dieser Story handelt sich um nicht-kommerzielle Fanfiction, es wird keine Verletzung von Urheberrechten beabsichtigt.

 

Antwort auf die Februarchallenge

 

Eine Biene auf Abwegen

* * * * * * * * * * * * * *

 

Wie war es doch kalt da draußen! Willi zitterte so heftig, dass er beinahe abstürzte.

 

Kassandra hatte in der Bienenschule vom Valentinstag erzählt, von den Geschenken, die sich die Menschen machten und wie sie sich darüber freuten. Und da hatte Willi beschlossen, dass er Maja ein Geschenk machen wollte. Doch wo sollte er um diese Zeit etwas finden, das er ihr schenken konnte? Draußen war alles kahl, nicht mal ein Schneeglöckchen oder ein paar Krokusse waren zu entdecken, so gab es keinen Nektar und keine Pollen.

 

Aber schließlich war er eine Biene... fast... und würde so lange suchen, bis er eine Blume fand. Darüber würde Maja sich bestimmt freuen. Entschlossen stemmte er sich gegen den eisigen Wind. Allerdings ging ihm bald die Puste aus und er landete auf einem dürren, zusammengerollten Blatt, dass sich irgendwie noch am Baum festklammerte, um erst einmal auszuruhen. Oh, wie war er müde. Und wie war ihm kalt.

 

Willi zitterte so vor sich hin und begann zu überlegen, ob es wirklich eine so gute Idee gewesen war, hinaus zu gehen, obwohl es ihnen streng verboten war. Da plötzlich stieg ihm ein süßer Geruch in die Nase. Wie lieblich es duftete. Das waren Rosen! Wie elektrisiert sprang Willi auf und folgte der duftenden Spur. Da – ein ganzer Strauß Rosen. Allerdings befand sich der in einem Korb. Und der Korb wiederum stand auf dem Gepäckträger eines Fahrrades, mit dem eine Menschenfrau fuhr.

 

Willi mobilisierte seine ganze Kraft, um sie einzuholen und plumpste schließlich in eine der Rosenblüten. So erschöpft war er, dass er sofort einschlief.

 

* * *

 

Als Willi erwachte, war es rund um ihn still. Und warm, wie er verwundert feststellte, als er aus der Rose kroch und sich umsah. Wo war er nur? War das... war das etwa ein Menschenhaus? Vor Erstauen beugte sich Willi zu weit vor, der Rosenkopf knickte nach unten und er landete äußerst unsanft auf dem Tisch, auf dem die Rosen in einer Vase standen. Benommen kam Willi auf die Beine – er musste sich verstecken, Kassandra hatte sie tausendmal vor den Menschen gewarnt – und torkelte ein paar Schritte vorwärts. Er stolperte und fiel – aber nicht auf den Tisch – sondern landete in etwas kühlem, süßem, weichem, das herrlich duftete und noch besser roch.

 

Willi befreite sich mühsam von der Sahnetorte, in die er gefallen war.

 

„Mama! Mama! Komm‘ schnell! Auf meiner Geburtstagstorte sitzt eine Biene! Darf ich sie behalten?“

 

Ein Menschenmädchen erhob sich gigantisch vor ihm – und zielte mit der Hand auf ihn. Willi wusste, dass er entdeckt war. Rasch schüttelte er die Sahnereste von seinen Flügeln und machte sich davon. In sicherer Entfernung landete er auf einem Schrank. Dort erholte er sich erst einmal von seiner überstürzten Flucht und putzte sich ausgiebig. Dann begann er seine Lage zu überdenken. Er war irgendwo weit weg von seinem heimatlichen Bienenstock, umgeben von gefährlichen Menschen. Sicher würden sich Zuhause alle Sorgen um ihn machen. Auf ein Donnerwetter von Kassandra und Wabenarrest konnte er sich auch schon mal gefasst machen. Und das schlimmste war, er hatte immer noch kein Geschenk für Maja!

 

Trübsinnig saß Willi da und überlegte, was er jetzt tun sollte. Da spürte er plötzlich einen mächtigen Luftzug, der ihm vom Schrank katapultierte. Die Menschenfrau schlug mit einer Zeitung nach ihm!! Willi flog so schnell er konnte – bis er gegen etwas Hartes, Kaltes prallte. Benommen rappelte er sich auf der Fensterbank auf. Wieso konnte er nicht weiter fliegen? Er drückte gegen das Glas.

 

Da verlor er plötzlich den Boden unter sich. Die Menschenfrau hob ihn mit der Zeitung hoch, öffnete das Fenster und warf ihn hinaus. Plumps, landete Willi in einem Haufen alter Blätter, die seinen Aufprall glücklicherweise dämpften. Trübselig wühlte er sich aus dem Laub, als er etwas funkeln und glitzern sah. Es lag neben den Mülltonnen auf dem Boden. Es war ein Stück Band, das Willi aufhob, vielleicht von einem Geschenk. Das würde Maja gefallen.

 

Es war zu lang, als dass er es einfach so hätte tragen können, also wickelte es Willi um seinen Körper. Es störte auch fast gar nicht beim Fliegen. Ihm fiel ein, dass das Fahrrad auf einem Weg hergefahren war – wenn er ihm folgte, musste er irgendwann bei seinem Stock ankommen. Und so machte sich Willi auf den Heimweg. Mit Rückenwind.

 

Als er fast Zuhause war, passierte es. Willi, der die ganze Zeit über damit hatte kämpfen müssen, die Augen auf zu behalten, so müde war er, schlief ein. Einfach so, während des Fliegens! Ganz langsam, wie ein Flugzeug, das zur Landung ansetzte, segelte er immer tiefer und ein paar Blätter, die sich ineinander verfangen hatten, fingen ihn schließlich auf. Willi schnarchte.

 

Und genauso fanden ihn dann Kassandra und die Wachdronen der Königin, die ausgeschwärmt waren, um ihn zu suchen. Er hatte recht behalten, dass Kassandra ihm gehörig die Leviten las und ihm dann für die Rest der Woche den Nachtisch strich. Außerdem hatte er Wabenarrest. Eine ganze Woche lang. Doch das nahm Willi gerne auf sich. Maja freute sich so sehr über das glitzernde Menschending.

 

 

 

Ende