Vater werden ist nicht schwer, heiraten dagegen sehr

T’Len

2006

 

 

 

Fandom: Bewegte Männer

Charaktere: Axel, Norbert, Waltraud, Frank, Doro, Rebecca, Margarete, Marlon, Onkel Jochen

Kategorie: G, Humor

Feedback: tlen11@freenet.de

Summe: Axels reicher Onkel kommt zu Besuch. Der notorisch klamme Axel hat Hoffnung auf Geldsegen, nur dumm, dass der Onkel erwartet eine nette, kleine Familie vorzufinden.

 

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen. Onkel Jochen ist meine Erfindung, alle anderen Jungs und Mädels gibt’s unbeschädigt – oder so – zurück. Vielen Dank an Lady Charena fürs Beta.

 

 

 

„Ja, ich freu mich auch. Ehrlich. Bis dann.“ Axel knallte den Telefonhörer auf. „So ein verdammter Mist“, fluchte er.

 

„Was ist los?“, fragte Norbert und wiegte seinen Sohn Marlon auf dem Arm. „Will deine neuste Eroberung dich in die Oper schleppen?“

 

„Wenn’s nur das wär’“, seufzte Axel. „Mein Onkel kommt zu Besuch.“

 

„Dein Onkel?“, wunderte sich Norbert. Er konnte sich nicht erinnern, dass Axel den schon mal erwähnt hatte.

 

„Onkel Joachim, der ältere Bruder von meinem Vater“, erklärte Axel. „Der ist schon vor Ewigkeiten nach Schweden ausgewandert, da war ich noch ein kleines Kind. Ich kann mich kaum erinnern, wie er aussieht. Hat in Kopenhagen mit einer Firma viel Kohle gemacht. Ich glaube was mit Textilien oder Mode.“

 

„Kopenhagen liegt in Dänemark“, korrigierte Norbert

 

Axel ignorierte das geflissentlich. „Jetzt ist er wegen einer Messe hier und will sich in zwei Stunden mit mir treffen:“

 

„Na ist doch nett“, meinte Norbert, der nicht ganz verstand, warum Axel so unwillig war, den Onkel zu treffen. „Gehst du halt mit ihm schön im ‚Rosenberg’ einen Kaffee trinken. Oder hast du schon ein Date?“ Wenn Axel mal wieder eine seiner Damenbekanntschaften aufgerissen hätte, würde das erklären, warum ihm der Onkel alles andere als willkommen war.


“Ne“, erklärte dieser jedoch. „Aber mein Onkel will mich hier besuchen und meine Frau und meinen Sohn kennen lernen.“

 

„Häh?“, wunderte sich Norbert. „Hab’ ich was verpasst, seit wann hast du Frau und Kind?“

 

„Na eben, hab’ ich ja nicht“, erklärte Axel.

 

„Und wieso erzählst du es deinem Onkel dann?“, wunderte sich Norbert, obwohl eigentlich wunderte ihn bei Axel ja nichts mehr.

 

„Schau, ich kenn ja meinen Onkel kaum, aber der hat mir immer Geld zum Geburtstag geschickt und mal geschrieben, er habe mich als seinen Erben eingesetzt. Naja, und irgendwann hat er mal gefragt, ob ich denn heiraten will. Dann würde er mir gern mehr Geld schenken.“

 

„Und da hast du ihm geschrieben, dass du heiratest“, schloss Norbert.


“Ich brauchte halt Geld“, erwiderte Axel.


“Wann brauchst du das nicht“, bemerkte Norbert trocken. „Und das Kind?“

“Da brauchte ich mal wieder was, vor einem halben Jahr, ich musste für Doro ein Versöhnungsgeschenk kaufen.“

 

„Also hast du ein Baby erfunden und er hat wieder gespendet. Hat er denn nie Bilder sehen wollen?“

 

„Ich hab’ eins von Marlon geschickt“, gestand Axel. „Und eins von ’ner Ex, die als Modell für Brautmode arbeitete.“

„Tja.“ Norbert legte Marlon wieder in seinen Kinderwagen. „Dann musst du deinem Onkel reinen Wein einschenken oder dir in zwei Stunden Frau und Kind suchen.“

 

„Der gibt mir doch nie wieder was“, jammerte Axel. „Und er enterbt mich glatt.“

 

„Dann frag halt Doro, ob sie deine Ehefrau spielt“, schlug Norbert vor. „Und sag, dass euer Kind in der Krippe ist oder bei der Oma oder was weiß ich.“

 

Axel seufzte erneut. „Doro ist gerade mal wieder sauer auf mich:“

 

„Warum diesmal?“, wollte Norbert wissen und beugte sich über Marlon. Er hatte eine ziemlich gute Vorstellung davon, was die Wirtin des „Rosenberg“ erzürnt haben könnte. Bei Axel gab es eigentlich nur einen Grund.

 

„Ich hab’ gestern mit einer Kundin geflirtet“, gestand Axel.

 

„Tja, dann hast du ein Problem, würde ich sagen“, erwiderte Norbert. „Kille, kille, kille.“

 

Axel sah ihm zu, wie er seinen Sohn zärtlich neckte. Plötzlich hatte er eine Idee. „Warum spielst du nicht meine Frau?“, fragte er.

 

„Was?“ Norbert richtete sich auf und sah ihn entgeistert an. „Ich bin ein Mann, falls du es nicht bemerkt hast.“

 

„Ein schwuler“, ergänzte Axel.


„Ach und die tragen deiner Meinung nach alle Fummel oder was?“, bemerkte Norbert sarkastisch.

 

„Nein“, versuchte Axel hastig, ihn zu beruhigen. „Ich dachte ja nur, du könntest mal... wie Waltraud halt. Und Marlon ist unser Sohn. Den kennt er doch eh schon.“

 

„Du spinnst“, sagte Norbert kategorisch. „Nicht mit mir.“

 

„Ach komm schon“, bettelte Axel. „Er ist doch in einer Stunde wieder weg. Spätestens. Und er hat am Telefon gesagt, er hätte auch eine große Überraschung mitgebracht. Bisher hat er mir noch nie was anderes als Geld geschenkt, also macht er das diesmal bestimmt auch. Ich könnte es wirklich dringend gebrauchen.“

 

Norbert schüttelte entschlossen den Kopf.


“Ich zahl’ auch die Miete für die letzten sechs Monate“, zog Axel seinen letzten Trumpf.

 

///

 

„So Schätzchen, du siehst gut aus, ich würde dich jedenfalls auf der Stelle heiraten, wenn ich ein Kerl wäre.“ Zufrieden betrachtete Waltraud ihr Werk. Unter Tonnen von Schminke, einer blonden Perücke und in einem geblümten Kleid mit ausgestopften Brüsten war Norbert kaum wiederzuerkennen.


“Ich finde man sieht drei Kilometer gegen den Wind, dass er ein Mann ist“, bemerkte ihr Freund Frank bissig.

 

Waltraud zog eine beleidigte Schnute. „Du bist ja nur eifersüchtig, weil du so was nicht tragen kannst“, konterte sie.

 

„Als würde ich je so etwas tragen wollen“, erwiderte Frank.


“Leute, könntet ihr euch bitte zur Abwechslung einmal um mein Problem kümmern“, mischte sich Norbert in den Streit seiner Freunde ein. „Das wird nie funktionieren.“

 

„Warum machst du es dann überhaupt?“, fragte Frank.

 

„Weil es noch Leute gibt, die für ihre Freunde da sind. Ganz im Gegensatz zu anderen“, mischte sich Waltraud erneut ein und warf Frank einen wütenden Blick zu.

 

„Was soll das denn nun wieder heißen?“, konterte der Polizist.

 

„Was war denn neulich als...“

Norbert beschloss, die Streithähne allein zu lassen.

 

///

 

Axel erwartete ihn bereits ungeduldig. „Wie steckst du denn, mein Onkel kann jeden Moment kommen?“

 

„Du hättest wenigstens etwas aufräumen können“, erwiderte Norbert und sah sich im Wohnzimmer um. „Was soll er denn von mir denken.“

 

Hastig raffte er die Unterlagen, an denen er gearbeitet hatte, bevor Axel mit seinem verrückten Plan anfing, zusammen und brachte sie in sein Zimmer. Dann rückte er die Sofakissen zurecht, warf noch schnell einen BH, den er hinter einem Kissen fand und den Axel mit einem entschuldigenden Schulterzucken quittierte, in dessen Zimmer. Dann klingelte es auch schon an der Tür.

 

„Wir hätten noch etwas Kuchen besorgen sollen“, flüsterte Norbert Axel zu, als sie zur Tür gingen. Axel öffnete und vor der Tür stand ein Herr, etwa Ende 50, im vornehmen, aber durchaus sportlich-geschnittenen, dunklen Anzug.

 

„Onkel Joachim?“, fragte Axel und als der Fremde nickte, umarmte er ihn. „Schön, dich endlich persönlich kennen zu lernen.“

 

„Die Freude ist ganz meinerseits“, erwiderte der Onkel und wandte sich Norbert zu. „Und das ist also deine reizende Frau.“

 

Norbert hielt kurz die Luft an, atmete dann aber tief durch, als dem Onkel offensichtlich nichts Verdächtiges an ihm auffiel. „Ich freue mich, Sie kennen zu lernen, Herr Feldheim“, sagte Norbert und bemühte sich, so hoch wie möglich zu sprechen.

 

„Bitte sag doch du und Joachim zu mir“, erwiderte der Onkel.

 

„Gern, ich bin Norb... Nora“, erwiderte Norbert.


Onkel Jochim blickte zu Axel. „Ich dachte, deine Frau heißt Jasmin:“

„Äh... Nora-Jasmin“, erklärte der hastig.


“Aber Nora ist mir lieber, als Rufname, meine ich“, fügte Norbert hinzu.

 

In dem Moment ertönte Kindergeschrei.


“Entschuldigt mich.“ Er eilte ins Nebenzimmer und kam mit Marlon auf dem Arm zurück.

 

„Darf ich ihn kurz halten?“, bat der Onkel.

 

Norbert reichte ihm das Baby. „Gutschigutschigu“, machte der und Marlon hörte auf der Stelle auf zu schreien.

 

„Warum müssen sich nur alle Erwachsenen in Anwesenheit eines Babys selbst wie eines aufführen?“, wunderte sich Axel laut.


„Also ein bisschen sensibler könntest du schon sein“, tadelte sein Onkel. „Da fällt mir ein, ich habe doch etwas mitgebracht.“


Er gab Marlon zurück an Norbert, verschwand kurz hinter der Tür und kam dann mit einem Plüschelefanten zurück, der so groß war, dass man ihn dahinter kaum noch sah: „Für euren kleinen Schatz“, erklärte er.


Axel und Norbert starrten einander an. „Das ist deine Riesenüberraschung?“, fragte Axel entgeistert. „Ich dachte du hast...“


“Sei doch nicht so ungeduldig“, unterbrach ihn der Onkel mit leicht tadelnder Stimme.


“Vielleicht setzt ihr euch“, schlug Norbert hastig vor, bevor es zu Unstimmigkeiten zwischen Onkel und Neffe kommen konnte. Warum musste Axel auch immer mit der Tür ins Haus fallen?

 

„Also irgendwie sieht deine Frau ganz anders aus als auf dem Bild“, wunderte sich der Onkel während er mit Axel zum Sofa ging.

 

„Sie hatte eine OP, ein paar“, erklärte Axel.

 

Norbert wollte gerade die Tür schließen, als Rebecca, Marlons Mutter, auftauchte. „Wie siehst du denn aus?“, wunderte die sich. „Nur schwul reicht dir wohl nicht, jetzt musst du auch noch zur Transe werden.“

 

„Pscht“, machte Norbert. „Das ist jetzt ganz schlecht. Lass Marlon noch ein bisschen bei mir.“

 

„Nene, das kommt nicht in die Tüte“, wehrte Rebecca entschieden ab. „Wer weiß, was ihr hier wieder für eine Nummer abzieht.“

 

Sie nahm Norbert Marlon ab, schnappte sich den Kinderwagen und zog von dannen.


“Was ist denn los?“, wunderte sich der Onkel.


“Das Kindermädchen“, erklärte Norbert. „Sie hat den Kleinen zum Spaziergang abgeholt.“

 

„Ach schade, ich hätte ihn gern noch ein bisschen bei mir gehabt“, bedauerte der Onkel. „Wann kommt sie denn wieder?“

„Nicht so bald“, erwiderte Axel hastig.

 

In dem Moment wurde die Tür wieder geöffnet und Margaretes Stimme erschien. „Huhu, Norbert“; rief sie.


Der zuckte zusammen und winkte hastig Axel, er solle seine Mutter auf der Stelle loswerden. Nicht auszudenken, wenn sie hin so sah. Nur gut, dass Paul diese Woche auf Dienstreise war. Wenigstens der würde ihn nicht in diesem unmöglichen Aufzug sehen.

 

Axel stürmte zu Tür. „Hallo, Frau Brommer“, sagte er. „Norbert ist nicht da.“

 

„Dann warte ich hier.“ Margarete wollte an Axel vorbei, doch der versperrte ihr rasch den Weg. „Das ist jetzt schlecht. Ich habe Besuch... äh Damenbesuch, Sie verstehen“, stotterte er. „Ich glaube, Norbert wollte ins ‚Rosenberg’, warum suchen Sie ihn nicht da.“

 

Er schob Margarete zur Tür hinaus und schloss sie hastig hinter ihr.

 

„Die Mutter eines Freundes“, erklärte Norbert Onkel Joachim.


“Tut mir leid, dass ich dir nichts anbieten kann“, wechselte er dann rasch das Thema. „Dein Besuch kam so überraschend. Wie wäre es denn, wenn du mit Axel irgendwo einen trinken gehst, während ich hier noch etwas für Ordnung sorge? Du musst mich ja für eine schlechte Hausfrau halten bei all dem Chaos.“

 

„Aber bestimmt nicht, meine Liebe.“ Er tätschelte Norberts Hand. „Ich weiß doch, dass ein Baby Arbeit macht. Ich will euch auc wirklich keine Mühe machen“, versicherte Joachim. „Ich bin gleich wieder weg:“

„Aber was ist denn nun mit deinem Geschenk, Onkel?“, wollte Axel wissen. „Bleib ruhig noch ein paar Stunden da. Und falls du ein Zimmer brauchst?“

 

Norbert trat ihn kräftig vors Schienbein. „Aua!“, rief Axel.

 

„Nein, nein, ich will nicht stören, muss auch noch einiges erledigen“, erwiderte Joachim. „Aber ich würde gern noch eine paar Fotos zur Erinnerung von euch zwei Turteltäubchen machen. Vielleicht kommt ja in der Zwischenzeit auch das Mädchen mit dem Kleinen wieder.“ Mit diesen Worten zog er eine kleine Digitalkamera aus der Tasche.

 

Axel und Norbert posierten für ihn, zunächst auf dem Sofa, dann stehend. „Und jetzt küsst euch“, forderte der Onkel.

 

Axel starrte abwehrend auf Norbert, doch der nutzte die günstige Gelegenheit und gab den Freund, in dem er schließlich eine Weile ziemlich hoffnungslos verliebt gewesen war und für den er noch immer viel empfand obwohl er jetzt seinen Paul hatte, einen dicken Schmatz auf den Mund. Axel wischte sich anschließend hastig über selbigen.

“Und noch eine Umarmung“, forderte Onkel Joachim.

 

Widerwillig umarmte Axel Norbert - in diesem Moment ging die Tür auf und Doro kam herein.

 

„Axel Feldheim, du Schuft!“, rief sie, als sie Axel in inniger Umarmung mit einer, wie sie glaubte, anderen Frau sah. „Gerade wollte ich dir noch einmal verzeihen, aber was zu viel ist, ist zu viel.“ Mit diesen Worten stürmte sie wieder hinaus.

 

„Aber Doro, so warte doch, das ist doch nur Norbert“, rief Axel ihr hinterher und rannte ihr nach, einen ziemlich verdutzt dreinblickenden Onkel samt Norbert zurücklassend.

 

///

 

Als er eine Stunde später zurückkam, wollte sich sein Onkel gerade von Norbert, der wieder wie er selbst aussah, verabschieden.

 

„Onkel Joachim, es tut mir so...“ begann Axel, doch Joachim unterbrach ihn. „Du musst mir nichts erklären, dein Freund hat mir alles berichtet.“

 

Er tätschelte Axels Wange. „Du Dummerchen, haben dir deine Eltern denn nie erzählt, warum ich Deutschland verließ? Gerade mir musst du doch nichts vormachen.“

 

Er schüttelte Norbert die Hand. „Ich komme bald mal wieder. Versprochen. Werdet glücklich und lasst euch ja nicht von irgendwelchen Spießern verbiegen.“

 

 „Bestimmt nicht, Onkel Joachim“, versicherte Norbert ihm.

 

„Und vielleicht gibt’s’ ja doch bald eine Hochzeit.“ Er zwinkerte Norbert verschwörerisch zu.

 

Axel blickte seinem Onkel erstaunt hinterher. „Ist er jetzt nicht sauer?“, fragte er.

 

„Nope“, erwiderte Norbert zufrieden lächelnd. „Dank mir. Du schuldest mir was.“

 

„Was hast du ihm erzählt?“, wollte Axel alarmiert wissen.

 

„Nur dass du gar nicht verheiratet bist und Marlon mein Sohn ist:“

 

„Na prima“, erwiderte Axel. „Jetzt enterbt er mich bestimmt.“

„Im Gegenteil“, erklärte Norbert und schloss die Tür. „Du bist in seinem Ansehen sogar gestiegen. Die Sache hat allerdings einen Haken.“

 

„Welchen?“ Axel ahnte nichts Gutes.

 

„Er hält uns jetzt für ein Paar – ein schwules Paar.“

 

„Was?“, kreischte Axel entsetzt.

 

„Dein Onkel ist nach Dänemark ausgewandert, weil er schwul ist und dort offener leben konnte“, erklärte Norbert. „Er denkt jetzt, du hättest ihm das alles nur vorgespielt, weil du dachtest, er würde dich als Schwulen nicht akzeptieren.“

 

Axel ließ sich aufs Sofa fallen und schlug die Hände vors Gesicht. „Was wenn er nun meinen Eltern erzählt, ich sei schwul.“

 

„Keine Bange, ich habe ihm gesagt, dass das keiner weiß. Er wird es nicht weiter erzählen. Sie waren wohl damals ihm gegenüber wenig tolerant, wie seine Eltern auch. Er denkt, das ist noch genauso. Aber natürlich...“ Norbert konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. „Erwartet er, wenn er uns das nächste Mal besucht, ein glückliches, schwules Paar vorzufinden.“

 

Axel stöhnte. Wie hatte er bloß da hinein geraten können? Am Ende musste er womöglich noch Norbert heiraten, um zu erben. „Was ist mit dem Geschenk? War das nun nur der dämliche Elefant oder hat er wenigstens noch etwas Geld dagelassen?“

 

„Er hat ein Treuhandkonto für Marlon eingerichtet, was dieser an seinem 18. Geburtstag bekommen wird. Auch jetzt noch, schließlich ist er, wenn auch nicht dein Sohn, der deines Freundes.“

 

„Und nichts für mich?“, wollte Axel resignierend wissen. Dabei könnte er doch so dringend eine Geldspritze gebrauchen, um für Doro ein teures Versöhnungsgeschenk zu kaufen, nachdem sie ihn vorhin hatte abblitzen lassen. Sie hatte mehr als deutlich gemacht, was sie von seiner Scharade mit Norbert und den Lügen gegenüber seinem Onkel hielt – nämlich rein gar nichts.

 

„Doch, diesen Scheck.“ Norbert wedelte mit einem Stück Papier, doch als Axel danach greifen wollte, zog er es hastig weg. „Nein, nein, den behalt’ ich schön, für die Miete.“

 

Ende