Benjii

 

Autor: Stelenan
Paarung: K/S
Code: NC-17

*****
Antwort auf Vorschlag 2 von Martina -
http://tostwins.slashcity.net/vorschl.htm
 
Jim und Spock sind in einer geheimen Mission unterwegs. Ein  Gegenstand soll ihnen übergeben werden. Treffpunkt für die Übergabe ist eine Sauna, ein Lokal, ein Bad oder so. Erst als beide  die Örtlichkeit betreten haben, stellen sie fest, dass dort nur  Homosexuelle verkehren. Sie müssen sich anpassen, um nicht aufzufallen

*****

Disclaimer: Leider leider gehören die Jungs nicht mir. Spock und Kirk sind Eigentum von anderen hellen Geistern. Meine Geschichte ist  reine Fanfiction, ich verdiene damit kein Geld und möchte keine  Urheberrechte verletzen. Wenn jemand gleichgeschlechtliche Paarungen  nicht mag und/oder unter 18 ist dann sucht er sich bitte andere Literatur.
*****

Ich weiß, es ist nicht die vielleicht klassische "Huch, wo sind wir denn hier gelandet?" Geschichte, aber irgendwie ist das
auch nicht mein Stil, wenn ich denn einen habe. Schreiben ist bei mir ein Fluss und die Geschichten bewegen sich irgendwie immer. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen, so wie ich ihn beim Schreiben habe.
****


Teil 1

"Nun kommen sie schon, Spock." Kirk trat ungeduldig von einem Fuß auf den anderen, während er auf seinen Ersten Offizier wartete  und seine Umgebung musterte.

"2 Minuten, Sir. Es dauert diese Zeit, bis das System  heruntergefahren ist", klang es aus den Eingeweiden des kleinen
Shuttles.

Kirk blickte sich unbehaglich auf dem Raumhafen von Benjii um. Orangener Himmel überspannte ein etwa 500m² großes Areal mit den verschiedensten Schiffstypen inklusive ihrer verschiedensten Insassen. Ein ständiges Kommen und Gehen. Es war vergleichbar mit  einem altertümlichen Bahnhof.

Seufzend setzte sich Kirk auf die Warppylone ihres Shuttles und wartete. Sie hatten auf Sternenbasis 4 das Enterprise Shuttle gegen diesen kleinen Langstreckenflitzer ausgetauscht. Ein Sternenflottenshuttle wäre zu auffällig gewesen für ihre Mission.

Benjii war ein unabhängiger Planet, ein abgelegener Handelsposten und Umschlagplatz für alle Sorten und Typen von Waren. Er lag nahe dem klingonischen Reich und ihre Order war unmissverständlich. Absolute Geheimhaltung und von größter Wichtigkeit.

Nichts sollte auf Benjii darauf hinweisen das Starfleet sich hier aufhielt oder in etwas involviert war. Das wäre sowohl von den Benjii als auch von den Klingonen als kriegerischer Akt gewertet worden.

Warum gerieten sie immer an diese merkwürdigen Einsätze? Sie sollten sich hier mit einer Kontaktperson treffen und einen Gegenstand übergeben bekommen. Er war Captain eines Raumschiffes und kein Händler oder Geheimdienstler. Und Spock ... nun er war Wissenschaftler, er würde immer irgendetwas finden, was seine Neugierde reizte. 

Kirk seufzte wieder und beugte sich nach hinten um in das Shuttle zu blicken. "Spohoock?", drängelte er. Kirk konnte nur den verlängerten Rücken des Vulkaniers sehen, der über der Kontrolleinheit gebeugt stand. "1 Minute Captain!," rief der Vulkanier über die Schulter und beugte sich wieder über die Konsole.

Er sah gut aus, dachte Kirk. Sie hatten zivile Kleidung an. Gefälschte Papiere und die Uniform stand außer Frage bei dieser Mission. Spock hatte einen seiner vulkanischen Reiseumhänge gewählt. Ganz in schwarz, jedoch mit einigen satinartig glänzenden Streifen darauf und silbernen vulkanischen Zeichen auf der Brust. Der Umhang inklusive Kapuze fiel weit und reichte ihm bis zu den Oberschenkeln. Ab dort konnte man nur die muskulösen, aber dennoch dünnen Beine in den hautengen schwarzen Hosen erkennen. Die Füße steckten in leichten, bis zum Knöchel reichenden Stiefeln. Er sieht zum Anbeißen aus, dachte Kirk beiläufig und seufzte wieder.

"Schwarz steht ihnen gut Spock", sagte er schließlich laut.

"Sir?"

"Ich sagte, schwarz steht ihnen gut", wiederholte Kirk.

Spock drehte sich um und kam zur Tür, offensichtlich war er endlich fertig. "Ich habe gehört was sie gesagt haben, Sir.
Allerdings entschließt sich mir die tiefere Bedeutung ihrer Aussage."

"Hm, vielleicht ganz gut so Spock. Ach übrigens, sie sollten mich besser Jim nennen. Sir oder Captain klingt zu militärisch und wir sind dann auf Meilen als Starfleet Offiziere zu erkennen."

"Aye Sir ... Jim," Spock neigte den Kopf und blickte ihn einen Moment intensiv an, dann trat er aus dem Shuttle und
verriegelte die Tür. "Ich habe die Systeme so eingerichtet, dass sie nur auf ihre oder meine Stimme reagieren. Außerdem hielt ich es für sinnvoll das Shuttle für einen eventuell schnellen Start bereit zu halten. Daher habe ich die Systeme nur oberflächlich heruntergefahren und die wichtigen Prozesse in Betrieb gelassen. Der Notfalltransporter ist in Betrieb, hat allerdings aufgrund der Energieabschaltung im Stand By nur eine verringerte Reichweite von in etwa 2,46 Kilometern."

"Sehr gut Spock. Können wir jetzt?" Kirk stand auf, schwang sich die Tasche mit ihren Sachen über die Schulter und
blickte den Vulkanier fragend an. Spock nickte nur knapp, warf sich mit einer eleganten Bewegung den Umhang über die Schulter, so dass er nun geschlossen war und sprang von der Pylone.

Einen Moment gingen sie schweigend nebeneinander her, wichen kleinen Schiffen verschiedenster Bauart aus und bahnten sich einen Weg durch das Gewimmel von Menschen, Benjii und anderen Rassen sowie Technikern. Niemand nahm Notiz von ihnen. Das klappte schon einmal.

Spock steuerte ein kleineres Gebäude am Rande des Raumhafens an.

"Wohin Spock?"

"Das Gebäude der Raumhafenbehörde. Wir müssen für mindestes 4 Tage eine Standgebühr entrichten, Sir..."

"Jim!"

"Sir?"

"Jim, Spock!!!!" zischte Kirk.

"Natürlich Captain, entschuldigen Sie."

"Oh Spock!!!!!" Kirk hielt an. "Muss ich es Ihnen etwa befehlen?"

"Nein .... Jim." Spock blickte stur geradeaus und sie gingenwieder schweigend nebeneinander her. Kirk seufzte wieder. Sie hatten das Gebäude erreicht und Spock verschwand hinter den gläsernenTüren.

Kirk lehnte sich an die gegenüberliegende Mauer, ließ die Tasche neben sich fallen und beobachtete seinen Ersten Offizier durch das Glas, wie er mit einem Benjii sprach. Er war beinahe einen Kopf größer als der kleine untersetzte gelbhäutige Mann und standruhig und stoisch da, während der Benjii mit beiden Händen wild gestikulierte.

Spocks Hände waren im Umhang verschwunden und die Kapuze legte sich wie ein Schal um seinen Hals. Die helle Haut in seinem Gesicht bildete einen starken Kontrast zu dem Schwarz seiner Kleidung und seiner Haare und verlieh ihm ein fast anmutiges Äußeres. Die spitzen Ohren, die geschwungenen Augenbrauen und die feinen Gesichtszüge - ein Elfenkönig, dachte Kirk. Wie ein Elfenkönig.

Vielleicht hatten sie zumindest einige interessante Tage gemeinsam auf diesem Planeten. Benjii hatte neben der Ansammlung von Händlern auch eine ausgezeichnete Gastronomie. Er hatte Spock bisher nur selten, eigentlich nie in anderer Kleidung als in der Uniform gesehen und fing langsam an die Mission zu mögen.

Dieser Mann ist für dich unerreichbar, James T. Kirk, dachte er seufzend, vergiss es. Ein brillanter Wissenschaftler,
Computerexperte, Offizier, Freund und .... außerdem ein emotionsloser Vulkanier. Liebe war für ihn ein Fremdwort. War es das? Kirk wusste nicht zum wievielten Mal er sich das fragte.

Er unterbrach seine Träumereien und Gedanken, als Spock wieder aus dem Gebäude trat und auf ihn zuging. Wie eine Katze, geschmeidig und hoch aufgerichtet, nein doch eher wie ein Elfenkönig. ZumAnbeißen. Hör auf Jim, das ist dein erster Offizier!!

"Sir, wir haben 27,3 Benjii Credits bezahlt. Der Shuttleplatz ist für die nächsten 4 Tage damit abgegolten."

"JIM!!! Spock!!!" raunte Kirk mahnend.

"Ja, Si....", Spock verschränkte die Hände auf dem Rücken und blickte kurz zur Seite und dann zu Kirk, "Jim!"

"Was haben sie da solange geredet Spock?", fragte Kirk neugierig und schulterte die Tasche wieder. Sie schlugen die
Richtung zur Stadt ein.

"Ich habe gehandelt. Allerdings hat der Hafenaufseher wesentlich mehr Gesprächsanteile gehabt.....", Spocks Hände waren noch immer auf dem Rücken verschränkt und er blickte stur geradeaus.

".... Sir!", murmelte Kirk.

Spock blickte ihn mit fragend hochgezogener Augenbraue von der Seite an.

"Nun ich hab es gehört, auch wenn sie es nicht gesagt haben." Kirk grinste als die zweite Augenbraue sich zu der ersten
gesellte.

Spock kam nicht dazu etwas zu erwidern, da sie im nächsten Moment einen Stand mit einem Shuttletransfer in die Stadt
erreichten. "Spock müssen wir mit den Taxifahrern hier auch handeln?"

"Benjii ist ein Planet, auf dem der Handel und das <Feilschen> um einen Preis zum guten Ton gehört ... Jim. Vergleichbar mit den antiken persischen Märkten der Erde. Wenn wir nicht handeln,gelten wir als unhöflich und werden vermutlich einen überteuerten Preis bezahlen."

"Woher wissen sie das alles Spock?" Kirk war immer wieder verwundert, wie viel Wissen sein erster Offizier mit sich herumtrug.

"Aus den Berichten und Aufzeichnungen der Datenbanken der Enterprise, S ...Jim."

"So?" Kirk schüttelte den Kopf und ging auf einen der Fahrer zu. "Dann wollen wir mal."

Nach einigem Hin und Her hatten sie sich geeinigt und er und Spock saßen in einem Shuttle auf dem Weg in die Stadt. Kirk beugte sich zum Vulkanier rüber. "Na? Wie war ich?", fragte er herausfordernd.

Spock blickte ihn aus dunklen Augen an, zog eine Augenbraue hoch und antwortete mit der für ihn typischen Gleichmütigkeit. "Wenn sie sich weniger von seinen 3 angeblichen Kindern und der kranken Frau hätten beeindrucken lassen, dann hätten wir nur 5 Credits für diesen Transfer bezahlt."

"Ach," Kirk war ernüchtert und lehnte sich wieder zurück. "Betrachten wir es als Trinkgeld."

"Natürlich," antwortete Spock und blickte schweigend aus dem Fenster. Eine Weile betrachtete Kirk das Profil des Vulkaniers. Wohl zum 100sten Mal fragte er sich, was hinter den feinen Zügen vor sich ging. Spock blickte nicht einfach nur so aus einem Fenster. Sicher nahm er jedes Detail der Stadt in sich auf und erstellte im Kopf eine Karte in der jedes Haus und jede Straße die sie überquerten genauestens verzeichnet waren.

15 Minuten später standen sie in einer belebten Straße vor einem Hotel. Es war klein, aber genügte ihren Ansprüchen und sie nahmen ein kleines Zimmer. Außerdem war es nur 2 Straßenzüge vom Übergabeort entfernt.

***

Kirk blickte in dem kleinen Zimmer aus dem Fenster und beobachtete das Treiben auf der Straße, während Spock ihre Ausrüstung kontrollierte. Außer dem unregelmäßigen Zirpen des Tricorders war in dem kleinen Raum nichts zu hören.

"Sir?"

"Ja, Mr. Spock?"

"Darf ich Ihnen eine Frage stellen?"

Kirk drehte sich neugierig herum. "Natürlich Spock!"

"Was meinten sie vorhin mit <Schwarz steht ihnen gut>?" Spock blickte ihn nicht an, sondern werkelte weiter an einigen Geräten herum.

Kirk schluckte und fragte sich im gleichen Moment, wie lange sein Erster Offizier über diese Frage nachgedacht hatte. "Nun, so wie ich es sagte, Spock. Schwarz steht ihnen gut." Er wich aus, Spock würde es merken.

Wie auf Kommando blickte Spock ihn nun mit zwei hochgezogenen Augenbrauen an. Abwartend. Er würde diese simple Antwort nicht schlucken.

"Spock, sagen ihnen die Begriffe <Schönheit> und <Aussehen> etwas?", versuchte Kirk einen anderen Weg.

"Selbstverständlich Sir. Allerdings sehe ich nicht die Verbindung zu der Farbe meiner Kleidung."

"Nun ich schon," murmelte Kirk und drehte sich wieder zum Fenster und beobachtete den sich darin leicht spiegelnden Vulkanier.

Spock blickte an sich herunter. Offensichtlich irritiert und bemüht die merkwürdigen Äußerungen seines Captains zu
analysieren. Schließlich richtete er sich wieder auf, zog eine Augenbraue hoch und räusperte sich. "Sir? Ihre Jeans und die Farbe, sowie das Muster ihres Hemdes ist ebenfalls sehr kleidsam an ihnen." Er legte den Kopf schräg und beobachtete die Reaktionen Kirks.

Langsam drehte sich Kirk vom Fenster weg und lächelte Spock an. "Spock, ist das ein Kompliment?"

"War ihre Aussage über die Farbe meiner Kleidung eines?"

Seit wann stellte Spock Gegenfragen? "Ja Spock, das war eines."

Einen Moment lang sah Spock ihn nur an. "Dann trifft das auch auf meine Aussage zu, Jim." Spock hielt den Blick noch einige Sekunden, dann widmete er sich wieder der Ausrüstung.

Jim. Er hat Jim gesagt. Kirk betrachtete nachdenklich den schwarzen Hinterkopf mit den präzise geschnittenen und gekämmten Haaren. Wie gern würde er sie berühren, fühlen ob sie dicht oder fein waren. Sie in Unordnung bringen. Die Ohrspitzen ertasten und  ....  Jim Kirk, das ist dein erster Offizier. Er seufzte wieder und drehte sich zurück zum Fenster, um sich auf andere Gedanken zu bringen.

Eine Weile war wieder nur Schweigen im Raum und das Zirpen des Tricorders. Dann schließlich ...

"Jim?"

"Ja Spock?"

"Ich bin hier fertig mit der Ausrüstung und wenn wir nicht zu spät am Treffpunkt sein wollen, sollten wir in 5 Minuten gehen. Dann haben wir außerdem noch ein wenig Zeit, die Lokalität in Augenschein zu nehmen."

Spock hatte ihre Ausrüstung überprüft und sie sorgfältig in der Tasche verstaut. Nun stand er direkt hinter ihm und blickte ebenfalls über seine Schulter aus dem Fenster. Kirk konnte seine höhere Körperwärme fühlen und ein feiner Geruch von Zimt stieg ihm in die Nase. Spock, er war zu nah. Viel zu nah.

"Dann mal los. Labrador, hieß das Lokal, wenn ich mich nicht täusche." Kirk blickte in zwei amüsiert funkelnde dunkle
Augen.

"Labrador ist eine Rasse einer tierischen Spezies der Erde. Das Lokal heißt Labandon." Spock zog amüsiert eine Augenbraue hoch und Kirk dachte einen Moment, das ihn diese dunklen Augen gleich verschluckten. Sein Körper jedenfalls reagierte und ihm wurde plötzlich warm. Wenn er noch länger hier so stand, würde sein Körper das Kommando übernehmen.

Spock legte den Kopf schräg und beobachtete ihn neugierig, dann drehte er sich zur Tür und Kirk folgte ihm. "Also los, schauen wir wer sich dort mit uns treffen will. Ab jetzt sind wir Zivilisten Spock."

"Ja Sir."

"Jim", brummte Kirk.

"Ja Jim.", wieder eine amüsierte Augenbraue. Neckte Spock ihn etwa? Nein, er bildete sich das sicher nur ein.

***

10 weitestgehend schweigsame Minuten und überfüllte Straßen später, standen sie vor einem Haus mit großen beleuchteten Buchstaben.

"LABANDOON", blinkte dort in rhythmischen Intervallen. Daneben eine kleinere Leuchttafel in der der Name auf Benjii stand. Die Benjii Schriftzeichen ähnelten den chinesischen Schriftzeichen und wurden ebenfalls von oben nach unten geschrieben. Kirk fiel auf, das auch die Benjii mit ihrer gelben Hauttönung durchaus Ähnlichkeiten mit Asiaten hatten. Vielleicht hätte Sulu besser hierher gepasst als ein Raumschiffcaptain.

Kirk schob den Gedanken beiseite, als er Spock anblickte, der still wie eine Statue neben ihm stand und im reflektierten bläulichen Licht der Reklame nun wirklich wie ein exotischer König aussah. Nein, einige Tage mit Spock auf Außenmission versprachen durchaus interessant zu werden.

"Sieht doch ganz nett aus das Lokal, oder was auch immer es ist. Hat der Name eine Bedeutung Spock?", fragte Kirk und bemerkte, dass er langsam hungrig wurde.

Spock legte den Kopf schräg, betrachtete die Schrift und dachte kurz nach, "Es ist die Standardschreibweise für die Benjii Aussprache. In Standard hat der Name keine Bedeutung."

"Ah," antwortete Kirk ungeduldig, "....aber in Benjii?"

"Laban", Spock artikulierte das Wort mit einem Klicklaut in der Mitte, "bedeutet in etwa Treue oder Loyalität und Doon ist
die Umschreibung für Freund - in der männlichen Form."

Kirk nickte langsam und blickte dann seinen Ersten Offizier verwundert an. "Spock sagen sie mir nicht, sie haben Benjii
gelernt?"

"Ich habe kein Benjii gelernt ..." erwiderte Spock, "allerdings habe ich in  Lt. Uhuras Daten ein wenig zur Benjii Linguistik gefunden und hielt es für sinnvoll einen gewissen Grundwortschatz zu besitzen."

"Und dann haben sie ihn auswendig gelernt?" Kirk starrte ihn fassungslos an.

"Natürlich Cap .. Jim." Spock blickte ihn verwundert an. "Es waren lediglich 2534 Worte und ...."

"Schon gut, schon gut" Kirk seufzte und schüttelte den Kopf. Spock hörte niemals auf ihn zu verblüffen. "Und die
Schriftzeichen? Können sie die auch lesen."

"Leider nur wenige, sie waren nicht in den Datenbanken verzeichnet, allerdings werde ich die Gelegenheit vielleicht nutzen können und die Datenbanken dahingehend aktualisieren können." Spock blickte wieder interessiert die Schriftzeichen an der Hauswand an und scannte sie unter seinem dicken weiten Reiseumhang mit dem Tricorder.

"Spock wir haben einen Auftrag, der geht vor." Kirk kannte seinen neugierigen Freund nur zu gut.

"Natürlich. Vielleicht sollten wir das Lokal betreten, wenn ich nicht irre, dann ist der Treffpunkt innen angesiedelt und nicht außerhalb des Gebäudes." Spock steckte den Tricorder in eine der Falten seines Umhanges, wo er unsichtbar verschwand. Vulkanische Kleidung war nicht nur warm und elegant, sondern zudem auch praktisch, stellte Kirk fest.

Kirk nickte knapp, "Ganz meine Meinung. Außerdem habe ich Hunger und Durst und ein wenig habe ich mich auch informiert. Die Gastronomie soll hier hervorragend sein. Kommen sie Spock."

Sie betraten das Lokal durch eine schwere massive Holztür. Warme und von Alkohol und Essensgerüchen angereicherte Luft schlug ihnen entgegen. Der Raum war nicht zu klein und bot an der Straßenseite einige abgedunkelte Nischen, die durch Pflanzen und Wände voneinander abgetrennt waren. In der Mitte befand sich eine kreisrunde glatte Fläche mit einer Stahlstange in der Mitte und etwas weiter hinten im Raum waren mehrere Türen, die bis auf die Örtlichkeiten nicht weiter bezeichnet waren. Eine lange Theke flankierte die andere Raumseite.

Das Lokal war mäßig gefüllt. Es war noch recht früh am Abend für Benjii Zeiteinheiten. Lediglich 4 der 9 Nischen waren besetzt und an der Bar hielten sich 7 Personen auf.

"Klingonen S... Jim." Spock hatte sich zu ihm herübergebeugt und leise gesprochen. Er deutete mit dem Kopf an
die Theke. Kirk folgte seinem Blick und sah sie. 4 Klingonen, in Zivil saßen dort und lachten lautstark. Zwischen ihnen einige Gläser.

"Das fehlte mir noch, was machen die hier? Das sind doch keine Händler." raunte Kirk.

"Benjii ist ein freier Handelsplanet, weder der Förderation noch sonst einer Organisation angeschlossen. Das klingonische Reich ist nicht fern. Und hier ist kein Förderationsraum sondern eine freie Handelszone." Spock hatte sich wieder zu ihm hinübergebeugt und flüsterte.

"Könnten sie uns kennen Spock?" Kirk ließ die Klingonen nicht aus den Augen.

"Unwahrscheinlich, es sind offensichtlich Zivilisten oder Händler, sie haben keine Uniform oder Rangabzeichen."

"Wir auch nicht Spock!!", warf Kirk ein und bekam als Antwort nur eine hochgezogene Augenbraue. "Das gefällt mir nicht, das gefällt mir ganz und gar nicht."

"S...Jim. Klingonen haben ein hohes Ehrgefühl und Stolz als Krieger. Ich bezweifle, dass sie ihre Uniformen für ein
Geheimkommando ablegen würden. Sie halten das für Feigheit und Ehrlosigkeit.", flüsterte Spock ihm zu.

"Ihre Kenntnis von klingonischen Moralvorstellungen in allen Ehren Spock, aber ..." Kirk kam nicht weiter.

Ein kleiner untersetzter Benjii eilte auf sie zu und strahlte sie an. "Welch ein schönes Paar ihr seid. Ein Mensch und ein
Vulkanier. Was kann ich für euch tun ihr beiden hübschen. Wirklich, das sei mir gestattet, euer Geschmack ist ausgezeichnet. Ein dunkler König und ein heller Prinz. Ach wo wart ihr bis jetzt oder seit ihr erst heute hier angekommen? Ich habe selten eine solch exquisite Mischung gesehen. Willkommen im Labandoon, willkommen in meiner Stätte."

Spocks Augenbrauen waren bei dem überfallartigen Redeschwall und der eigentümlichen Wortwahl des Benjii augenblicklich unter dem Pony verloren gegangen. Kirk war der erste der seine Sprache wiederfand. "Ähm ... Mr. ..."

"Ohh, ich heiße Tindoon, man nennt mich einfach Tin.", beeilte sich der untersetzte Benjii zu ergänzen.
"Entschuldigt, wo hatte ich meinen Kopf. Du bist der Mensch, ah offensichtlich führst du eure Bindung an. Außergewöhnlich, wo doch dein Vulkanier eine so stattliche Gestalt ist.", der Benjii streckte eine Hand nach
Spock aus, der einen Schritt zurück wich.

Tin musterte Spock unverhohlen und bewundernd von oben bis unten. Kirk ertappte sich dabei das er es ihm gleichtat und rief sich zur Ordnung. Spocks Augenbrauen klebten unter dem Pony und die dunklen Augen blickten Kirk irritiert an.

"Er ist scheu. Kann er nicht sprechen?", flüsterte der Benjii aufgeregt in Kirks Ohr.

"Ich kann sprechen, Mr. Tin." antwortete Spock und bemühte sich sichtlich um seine Fassung.

"Und gut hören," flüsterte Kirk dem erschrockenen Benjii in das Ohr und grinste Spock an.

Plötzlich lachte Tin und klopfte beiden auf die Schulter. "Na bei den ästhetischen Ohren, wie könnte es anders sein. Verzeiht, aber ich habe hier selten einen Vulkanier gesehen und es sind doch so edle Geschöpfe in diesem Universum. Und die ich sah, waren in keinster Weise vergleichbar mit dir. Ohh, das muss ich Lan erzählen, er wird außer sich sein, wenn er dich sieht Mr. Vulkanier. Ich hoffe ihr bleibt ein wenig."

Kirk konnte nur mühsam ein Grinsen unterdrücken, als er Spocks gequälten Gesichtsausdruck sah. Es war offensichtlich das dieser Tin das gleiche Geschlecht bevorzugte und mehr als nur ein Auge auf Spock geworfen hatte. Aber hatte Kirk das nicht selber auch?  Er stellte sich ein wenig vor Spock und nickte dem Benjii zu. "Mr. Tin, diesen Wunsch können wir sicher erfüllen. Wir haben Hunger, Durst und würden uns gerne ein wenig setzen, wenn möglich ein wenig ....."

"Ahh, ich weiß schon Mensch, ich weiß schon. Ihr teilt nicht gerne, hm? Nun gut. Ich würde diesen Mann auch  nicht teilen  wollen. Dort drüben ist ein schönes Plätzchen, ich bringe euch." Tin schob sie mit diesen Worten in die Richtung einer der Nischen, vorbei an den Klingonen, die sie neugierig musterten. Nicht neugierig, dachte Kirk, anzüglich.

Erleichtert über die kleine Privatsphäre ließen sich Kirk und Spock in die kleine Nische sinken. Ein kleiner runder Holztisch, um den eine weiche gepolsterte Bank herumlief. 4 Männer konnten dort Platz finden, für 2 war es bequem und die Pflanzen und Trennwände ließen lediglich den Blick auf die Fläche in der Mitte und einen Teil der Bar frei. Die Klingonen waren außerhalb des Blickfeldes.


"Wie nennt ihr euch, ich denke nicht das ich euch Mensch und  Vulkanier nennen sollte? Was führ euch nach Benjii?" Tin zündete eine Kerze auf dem kleinen Holztisch an und betrachtete sie wieder, wobei jedoch sein Blick an Spock haften blieb. Spock ließ es geduldig über sich ergehen, doch Kirk kannte ihn gut genug um die innere Anspannung in seinem Freund zu sehen.

"Ich bin Jim und das ist Spock, Mr. Tin. Es wäre uns aber angenehmer, wenn sie dieses Wissen privat behandeln würden. Und unser Anliegen hier ist im Moment physicher Natur. Nun was bietet ihre Küche und ihr Haus an." Kirk wurde hungriger und hoffte das dieser Tin bald von ihnen abließ.

Tin strahlte, "Ohhh, sie fragen den richtigen. Wir haben frisches Bier von der Erde, und wenn sie möchten ein schönes Omelette.Das wird immer gern genommen, und ..." er verneigte sich mehrmals in Spocks Richtung, " .... gestern erst haben wir eine Lieferung Ta´lh bekommen außerdem bieten wir eine sehr gute Keh Suppe an und servieren dazu Matya Brot und Obst aus den südlichen vulkanischen Gebirgen. Na was sagst du dazu, schöner Spock?"

Spocks Augenbrauen befanden für einen kurzen Moment sich wieder unter dem Pony, als ob sie dort festgewachsen wären. Er legte den Kopf schräg und bevor Kirk etwas sagen konnte beugte sich der Vulkanier vor und winkte den Benjii dichter an sich heran. Tin kam aufgeregt näher und beugte sich nervös zu dem nun sehr ernst dreinblickenden Vulkanier.

"Wie ist der Preis, Tin?", fragte er mit einer Stimme die Kirk das Blut in den Adern gefrieren ließ. Der Tonfall war auf der
Enterprise reserviert für seltene Momente in denen sogar Spocks stoisches Nervenkostüm an seine Grenzen kam oder ein Juniorkadett ein wichtiges Experiment ruinierte.

Tin zappelte und trat von einem Bein aufs andere, "Nun, es sind Importe, lange Wege und ..."

"Wie hoch?", unterbrach Spock und seine Stimme sackte um eine weitere Frequenz ab.

"Die Miete ist hoch und ... und  .... nun ..... 55 Credits. Ein guter Preis, ein guter Preis," Tin blickte den Vulkanier scheu an.

Spock zog nur eine Augenbraue hoch, ließ Tin nicht aus seinem starren Blick und wartete. Kirk wollte etwas sagen doch plötzlich fühlte er eine warme Hand auf seinem Oberschenkel und seine Worte blieben im Hals stecken.

Tin wand sich unter dem Blick des Vulkaniers, "Nun, vielleicht könnte ich, da sie so ein schönes Paar sind und so selten
Vulkanier hierher ... also vielleicht könnten wir uns mit 50 Credits treffen. Das wäre ein guter Preis Herr Schönohr. Ah diese Augen
...."

Spocks zweite Augenbraue wanderte unter den Pony, wieder sagte er nichts und sein Blick bekam einen sanften und etwas mitleidigen Ausdruck als er Tin weiter fixierte.

Tin hielt den Blick eine Weile schnaufte schließlich, "Na gut .... 45 Credits! Nicht weniger. Ihr macht mich arm. Doch was tut man nicht für eine Zierde meines kleinen Etablissements. Herr wie soll ich nur meine nächsten Einkäufe tätigen. Oh diese Augen, sie blicken und lassen mich nicht los. Warte nur bis Lan das hört und bis er dich sieht."

Spocks Augenbrauen wanderten wieder an ihren Ausgangspunkt. Er legte den Kopf schräg, "Mr. Tin. Für 45 Credits werden wir Essen und Trinken und anschließend wieder gehen."

Tin nickte heftig, doch Spock sprach leise mit einem süffisanten Unterton weiter, der normalerweise für Debatten mit McCoy reserviert war. "Für 40 Credits, jedoch, können sie sich gewiss sein, dass wir ihre Dienste weiterempfehlen werden, wie es ihren Künsten angemessen ist. Sicher wird es uns hervorragend schmecken und auch der Ta´lh wird nicht allzu schnell verköstigt, wenn die Flasche voll ist."

Tin starrte den Vulkanier einen Moment an. Kirk starrte ihn ebenfalls erstaunt an und dann zu Tin,  dachte er würde ihn gleich anschreien und von Familie und Frauen und Kindern anfangen zu jammern, doch plötzlich machte sich ein Lächeln auf dem gelblichen vollen Gesicht breit. "Ja Herr Spock, ja ... so werden wir es machen. Was ist schon ein kleiner Gefallen, wenn ich mein Lokal heute mit einer solch beeindruckenden Gesellschaft teile. Ein sehr guter Preis. Ich eile ... "

Damit verschwand Tin vom Tisch. Kirk und Spock waren endlich allein. Kirk starrte seinen Ersten Offizier sprachlos an, die warme Hand auf seinem Oberschenkel schien einen Abdruck wie ein Bügeleisen zu machen inzwischen. Langsam nahm der Vulkanier seine Hand weg, lehnte sich zurück, schloss die Augen und atmete langsam aus.

"Was war das jetzt Spock?", flüsterte Kirk mehr überrascht als verwirrt. Spock antwortete nicht sofort und blickte
Kirk nur fragend an. Kirk hörte das <Sir?> obwohl er es nicht sagte.

"Erst dachte ich ihre Augenbrauen würden vermutlich in ihren Haaren verloren gehen und sie würden sie nie wieder finden, und  dann .... DAS!!!! Spock?" Kirk schüttelte den Kopf.

"Jim ...." Spock sprach leise und beugte sich zu ihm, "In Anbetracht des Etablissements und dessen für das uns Mr. Tin
offensichtlich hält, wäre es eventuell von Vorteil wenn wir an diesem Ort die persönliche Anrede nutzen. Natürlich nur, um
nicht mehr als nötig aufzufallen."

"Persönliche Anrede, natürlich Spock. Sie meinen ich soll Du zu Ihnen sagen? Zu  dir? Also ... " Kirk bemerkte das er stammelte und zwang seine Gedanken in eine wackelige Ordnung.

Hatte Spock ihm gerade das <Du> angeboten? Er blickte wieder in zwei dunkle Augen, die ihn fragend und abwartend anblickten. "Gut, Spock. Vielleicht hätten wir das ohnehin schon eher machen sollen."

Spock nickte langsam und bedächtig, sah ihn weiter abwartend an.

Kirk versuchte weiter Ordnung in die Ereignisse zu bringen. Immerhin waren sie auf einer Mission. " Spock, Lassen Sie uns, lass uns die Fakten zusammentragen. Mir schwirrt der Kopf ein wenig. Was war das da eben mit diesem Tin und was ist das hier für ein Lokal und .... du liebe Güte, er scheint einen Narren an uns gefressen zu haben. Ich sagte ja, schwarz steht ihnen gut, steht dir gut." Kirk stolperte über die richtigen Formulierungen.

Spocks Augenbraue ging wieder auf Wanderschaft und er faltete die Hände vor dem Mund, musterte Kirk, "Wir sind offensichtlich in einem Etablissement, welches von gleichgeschlechtlichen Paaren männlicher Seite bevorzugt wird, Jim. Auch der Name  bzw. dessen Bedeutung legt diesen Schluss nahe. Es sind weiterhin keine Frauen  anwesend und Mr. Tin hat sowohl den ihren als auch meinen Körperbau eingehend gemustert und uns sofort als ein <Paar> bezeichnet.
Außerdem scheint er sie als führende Rolle unserer .... " er schluckte und räusperte sich unbehaglich, "... angeblichen
Bindung zu sehen. Wenn wir nicht auffallen wollen, sollten wir das <Spiel> mitspielen und Mr. Tin und damit alle Anwesenden hier in dem Glauben lassen, das wir mehr als nur vertraute Freunde sind."

 Natürlich, er hätte es sofort erkennen müssen. Es lag auf der Hand. Er war mit Spock, mit seinem sehr männlichen gut
aussehenden Ersten Offizier inmitten einer Lokalität für Männer gelandet, die gleichgeschlechtliche Paarungen bevorzugten. Und offensichtlich hatte Spock nach seiner anfänglichen Überraschung weitaus weniger Probleme damit als er selber. Kirk schluckte nervös.

"Sie meinen ... wir sind .... in einer ...." Kirk stammelte wieder doch kam nicht weit.

"Jim ....," unterbrach Spock ihn leise und legte wieder eine warme Hand auf seinen Oberschenkel und brachte ihn damit zum  Schweigen. Zufall? Naivität? Absicht? Kirks Gefühle fuhren Achterbahn und er blickte Spock verwundert an.

Spocks Blick hatte sich jedoch an die Fersen zweier Andorianer geheftet, die das Lokal offensichtlich suchend durchquerten. Einer von normaler Statur und der andere auffallend groß und kräftig gebaut. War das etwa ihr Kontakt? Die beiden Andorianer trafen kurz ihre Blicke, verharrten einen Moment und wählten schließlich eine Nische außerhalb ihrer Sicht. Tin eilte sofort zu ihnen und Kirk fiel auf, das er wesentlich reservierter schien, als noch vor wenigen Minuten und schnell wieder ging.

"Spock?" flüsterte Kirk noch immer verwirrt. "Sind sie das? Sollte es nicht nur einer sein?"

Die Hand war wieder verschwunden. "Klath ist ein Name, der zwar Ähnlichkeiten zu andorianischen Namen aufweist, aber nicht zwingend einer sein muss. Es wäre durchaus möglich. Allerdings benehmen sich die beiden sehr auffällig. Wir sollten abwarten."

Kirk nickte und sah das Tin mit einem übervollen Tablett den inzwischen volleren Raum durchquerte und auf sie zusteuerte. "Da, ihr beiden Hübschen - schnell und vollständig." Kirk beobachtete aus den Augenwinkeln, wie Spock für einen  Sekundenbruchteil das Gesicht verzog, als der Benjii sie zum wiederholten Mal mit " die beiden hübschen" anredete. Zumindest hatte er damit ein auch Problem, tröstete sich Kirk.

Tin stellte das Essen vor sie auf den Tisch, und goss Spock einen Viertel Liter hellgrüne Flüssigkeit in ein kleines rundes Glas, aus einer Flasche, die fast wie eine Kugel aussah. Dann nickte er beiden zu und verschwand wieder, nicht ohne den Vulkanier wiederholt mit leuchtenden Augen anzustrahlen.

Kirk sah das Unbehagen in Spocks Gesicht und beschloss ihn lieber nicht darauf anzusprechen. Gut das McCoy nicht hier war. Allerdings wäre das sicher interessant geworden. Er machte sich eine gedankliche Notiz, sollten sie jemals wieder hier her kommen....

Der Duft von Omelette erreichte Kirks Nase und er bemerkte das er inzwischen wirklich hungrig war. Sie begannen schweigend zu essen.

"Was ist das für ein Getränk Spock, Ta´lh, wenn ich richtig gehört habe?"

"Ich habe lange keinen Ta´lh mehr getrunken. Es ist ein ...," Spock legte wieder den Kopf schräg, wie immer wenn er über passende Begriffe oder Formulierungen nachdachte. " .... Wein - nach irdischen Maßstäben. Er wird aus einer Frucht gewonnen, die an Sträuchern in den südlichen Bergen Vulkans wächst. Man sagt ihm eine leicht .... anregende Wirkung nach. Möchtest du etwas probieren? Er ist in der Tat sehr gut und für den menschlichen Organismus nicht schädlich." Spock hielt ihm sein Glas hin.

"Anregend? Alkohol Spock?" Kirk musste grinsen als die Augenbraue wieder hoch wanderte. "Nichts für ungut Spock, von mir erfährt McCoy nichts." Da, die zweite Augenbraue. Man konnte mit ihnen spielen wie mit einem Instrument. "Da fällt mir etwas ein Spock - ah Moment."

Kirk winkte Tin, der sie nicht aus den Augen gelassen hatte und dieser eilte eifrig herbei. "Mr. Tin, würde es ihnen etwas
ausmachen uns ein zweites Glas zu bringen, damit wir den Wein teilen können?"

"Selbstverständlich, das ist kein Problem Jim, der Mensch." Tin eilte davon und kam innerhalb von Sekunden mit einem
zweiten Glas wieder, verneigte sich und huschte wieder hinter die Bar, wo er sie weiter beobachtete. Nein, nicht sie beide, er beobachtete nur Spock, stellte Kirk fest.

"Spock, das ist ein irdischer Brauch! Wenn 2 Freunde miteinander das Getränk teilen, auf eine gewisse Art natürlich, dann nennt man das <Brüderschaft trinken> und besiegelt damit die Freundschaft."

"Brüderschaft trinken?" fragte Spock und blickte ihn nun interessiert an.

"Ja, etwas von dem Wein bitte in mein Glas Spock."

Spock goss ihm ein wenig des Weines in das Glas und stellte langsam die Flasche wieder ab, sah ihn weiter neugierig an.

"Ich bezeichne dich als meinen Freund. Natürlich will ich sie zu nichts zwingen, aber es ist ...." erklärte Kirk weiter bis
ihn Spock unterbrach.

"Jim," war Spocks Stimme tiefer geworden? "Auch ich sehe dich als Freund."

Kirk lächelte, "Nun, wenn wir dazu übergehen das <Du> dem <Sie> vorzuziehen, dann ist es ein Brauch auf der Erde
<Brüderschaft zu trinken> und damit zu besiegeln, dass die Freundschaft enger geworden ist und ....na ja .... es ist halt ein Brauch. Vielleicht sollten wir ihn nicht ganz detailgetreu ausführen."

"Jim?" Spock sah ihn ratlos und dennoch neugierig an.


"Was sind die Details?"

Da! Er hätte wissen müssen das Spock bei dem magischen Wort Details nicht locker lassen würde, bis er sie alle wusste.
Vielleicht war es doch keine so gute Idee.

"Jim?" Spocks Blick war weiterhin auf ihn geheftet. Also gut.

"Nun, ....wir müssen die Arme ineinander verschränken, mit dem Glas. So!" Kirk bog Spocks Arm durch seinen. "Dann
müssen wir das Glas leer trinken, uns dabei in die Augen schauen ....."

"Und anschließend?" Spock war nun sehr nahe und die braunen Augen fast nur noch zwei schwarze Pupillen, die ihn intensiv fixierten. Das ist dein Erster Offizier, sprach wieder die mahnende Stimme in Kirks Kopf. Er ist Vulkanier, Vulkanier küssen nicht.

"Es wird dir vermutlich nicht gefallen Spock," flüsterte er. "Machen wir es einfach bis dahin, das ist auf jeden Fall
ausreichend."

"Jim, woher soll ich wissen ob es mir gefällt oder nicht, wenn ich nicht weiß was du mir verschweigst. Außerdem gehe ich sicher richtig in der Annahme das der Brauch dann unvollständig ist?"

Kirk wand sich, "Naja, er ist dann nicht richtig unvollständig, nur etwas. Vielleicht sollten wir den zweiten Teil
zumindest nicht ausgerechnet hier durchführen." Vielleicht gab es auch keinen besseren Platz als diesen? Kirks Verstand fuhr Karussell. Er hatte sich die Suppe selber eingebrockt.

"Wie Sie meinen. Was ist der zweite Teil?" Spock ließ nicht locker. Kirk schluckte nervös. Schluckte noch einmal. Die beiden Augen schienen ihn zu durchbohren. Hatte Tin sich vorhin auch so gefühlt?

"Ähm .... ein Kuss, ....Spock." krächzte Kirk, dessen Stimme ihm den Dienst verweigerte.

Kein Antwort. Nicht einmal eine Augenbraue. In Spocks Gesicht bewegte sich sekundenlang nichts. Kirk schloss panisch die Augen, als er merkte das allein der Gedanke daran Spock zu küssen ihn hochgradig erregt hatte. Das hatte er von seiner großen Klappe. Beruhig dich Jim, das ist dein Erster Offizier, dein Freund, ein Vulkanier. Ruhig. Er öffnete vorsichtig wieder die Augen.

(....wird fortgesetzt in Teil 2/4)
(Feedback - oh ja gerne an Accent@gmx.de)

 

Teil 2