Titel: Be my valentine
Autor: Lady Charena
Fandom: The A-Team
Charaktere: Murdock, Face
Thema: #096. Freie Wahl: Valentinstag
Word Count: 800
Rating: gen
Anmerkung des Autoren: Vielen Dank an T’Len für’s betalesen.

Summe: Kleine Geschenke pflegen die Freundschaft.
Ich habe mir die Freiheit genommen, den Valentinstag direkt vor den Ereignissen in „Bad Day at the Border / Marias Mutter“ anzusiedeln.

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.



„Überraschung!“, sagte eine Stimme hinter ihm leise.

Murdock drehte sich um und ließ fast das Buch fallen, in das er bis eben so vertieft gewesen war, dass er kaum etwas von seiner Umgebung mitbekommen hatte. „Face. Was machst du hier?“, fragte er verblüfft. Er hatte keinen Besuch erwartet. „Ein neuer Job?“ Warum hatte Face dann nicht angerufen und ihn vorgewarnt?

„Nein.“ Face setzte sich neben den Piloten auf die niedrige Ziermauer, die eine Blumenrabatte eingrenzte. Er hatte sich gedacht, dass er ihn hier finden würde. Es war einer von Murdocks Lieblingsplätzen zum Lesen. Unter ein paar alten Eichen stand ein Picknicktisch mit Bänken, das Krankenhaus war kaum zu sehen, man konnte fast vergessen, wo man war. „Ich wollte dich einfach nur besuchen.“ Er zog mit einem Lächeln ein kleines, bunt verpacktes Geschenk hinter dem Rücken hervor. „Das ist für dich.“

Murdock zögerte, klappte sein Buch zu und legte es zur Seite. „Was ist das?“, fragte er. „Ich habe nicht Geburtstag.“

Face Lächeln wurde noch ein wenig breiter. „Ich weiß.“

Der Pilot nahm das Geschenk und hielt es in den Händen, drehte es einmal, dann sah er wieder auf. „Was ist das?“, fragte er erneut.

„Pack es einfach aus, dann siehst du es.“ Face verschränkte die Arme vor der Brust und blickte ihn erwartungsvoll an.

Schließlich machte der Pilot kurzen Prozess mit dem Geschenkpapier und hielt gleich darauf eine kleine Schachtel in den Händen. In ihr befand sich ein kleiner, roter Teddybär. Er lachte leise und zog ihn heraus.

„Ich weiß, es ist kein Bogey“, meinte Face. „Aber dafür passt er in deine Jackentasche.“

Murdock sah ihn an. „Wieso das Geschenk?“, fragte er. „Habe ich irgendetwas vergessen?“

Face zuckte mit den Schultern. „Es ist Valentinstag.“

„Valentinstag“, wiederholte der Pilot mit gerunzelter Stirn und sah den Bären an. „Aber das ist doch nur ein Tag für...“

„Liebespaare?“, beendete Face den Satz für ihn.

„Nun... ja.“

„Ich denke, es ist ein Tag für die Menschen, die einem am meisten bedeuten.“

Murdock sah auf. „Das wäre nicht nötig gewesen, Face.“

„Ich wollte dich nur daran erinnern. Manchmal... ich weiß, dass ich manchmal zu ungeduldig mit dir bin, wenn wir einen Job haben. Ich wollte, dass du weißt, dass ich es nicht so meine.“ Face sah ein wenig verlegen weg.

„Ich weiß das.“ Der Pilot drehte den kleinen Bären ein paar Mal, dann steckte er ihn in den Ärmel seiner Jacke. „Es tut mir leid, jetzt habe ich überhaupt nichts für dich.“

Face lachte. „Schon okay. Wie auch. Es war ein... spontaner Einfall von mir.“

Murdock sah zu ihm auf. „Danke.“

Face legte die Hand auf seine Schulter. „Nicht nötig.“ Er wies auf das Buch. „Was liest du da?“

„Herman Melville. Moby Dick.” Der Pilot lächelte und strich über den abgegriffenen Einband. “Eins meiner Lieblingsbücher. Hannibal hat es mir geschenkt. Erinnerst du dich? Das erste Weihnachten nach Vietnam. Ihr wart auf der Flucht, ich in der Klinik. Und er taucht auf, in diesem entsetzlichen, schäbigen Kostüm, das nach Mottenkugeln riecht und...“ Er lachte, als er die Grimasse sah, die Face schnitt. „...und mit diesem niedlichen Elf im Schlepptau. Ich fand immer schon, dass dir grün besonders gut steht.“

Face hob beide Hände. „Okay, könnten wir bitte darüber nicht mehr sprechen? Das habe ich Hannibal bis heute nicht verziehen. Aber wir haben dich rausgeholt.“

„Ja. Ihr habt mich rausgeholt. Und... wir hatten ne schöne Zeit.“ Murdock schob das Buch weg und stand auf. „Aber auf dich wartet heute doch sicherlich irgendwo eine hübsche Frau. Oder sind es immer noch die drei jungen, hilflosen Geschöpfe mit der Jacht?“

„Ich sitte noch immer die Jacht.“ Face zuckte mit den Schultern und grinste. „Und ich bin gerne hilfsbereit. Aber nein, ich habe heute kein Date. Ich verbringe den Tag lieber mit meinen Freunden. Mit dir.“

„Hier?“, fragte Murdock überrascht.

„Hier oder wo immer du willst.“

Das Gesicht des Piloten hellte ein kindergleiches Strahlen auf. „Gehen wir ins Einkaufszentrum?“

„Ich schätze, ich werde das bereuen.“ Face seufzte. „Aber klar. Wenn du das willst. Welches Szenario haben wir in den letzten sechs Monaten nicht benutzt?“

„Wie wäre es, wenn wir einfach die Abkürzung über die hintere Mauer nehmen?“ Murdock grinste und hielt Face den Teddy vor die Nase. „Wir helfen dir auch, wenn du es nicht alleine rüberschaffst, alter Mann.“

Empört sprang Face auf. „Hey, was heißt hier, alter Mann? Ich bin auf jeden Fall schneller als du.“

„Ach ja? Wirklich?“ Murdock schob seine Mütze zurecht. Dann wirbelte er herum und rannte los. Ein paar Schritte weiter sah er zurück. „Wo bleibst du?“, rief er. „Wer zuletzt bei der Mauer ist, ist ein faules Ei.“ Er winkte mit dem Teddy und ließ eins seiner Wolfsheulen los.

Lachend folgte ihm Face. Er war froh, dass er diesem spontanen Einfall nachgegeben hatte. Außerdem würden Cherise und ihre Freundinnen auch morgen noch da sein...

Ende