Titel: Backen ist Liebe
Autor: Lady Charena
Fandom: Die 2

Paarung: Danny, Brett
Rating: Humor, PG
Beta: T'Len
Archiv: ja

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Summe/Hintergrund: Fortsetzung zu „Heiliger Teppichschaum“. Danny stürzt sich in das gefährliche Abenteuer, Teegebäck für den anstehenden Besuch seiner Tante zu produzieren.

 

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„Sag’ mal, du kommst da drin wirklich alleine klar?“, fragte Brett, dem es nicht gelingen wollte, sich in den äußerst faszinierenden Bericht über die Außenhandelsbilanz des Commonwelth im Innenteil der Times zu konzentrieren. Ständig lauschte er mit mindestens eineinhalb Ohren auf die Geräusche, die seit einer guten Stunde aus der Küche ins Wohnzimmer drangen.

 

„Absoluto kein Problemo“, rief Danny und er hatte die Worte kaum ausgesprochen, als ein dumpfer Schlag ertönte.

 

Brett fuhr aus seinem Sessel hoch und warf die Times zu Boden, eine Behandlung, die dieses ehrwürdige Blatt sicher nicht verdient hatte. „Ist etwas passiert? Daniel?“

 

„Mir ist nur ein Ei geplatzt.“ Danny erschien mit mehlbestäubtem Gesicht und Teigspritzern auf dem Hemd (die Schürze war irgendwie verschwunden, was möglicherweise an Bretts Bemerkung lag). Er grinste. „Ich meine natürlich, dass ich eines hab fallen lassen. Keine Sorge, ich feg’ das gleich auf.“ Er leckte einen Teigklecks von seiner Nase und schielte dabei, um ihn auch zu erwischen. „Sag’ mal, hast du irgendwo Rosinen?“

 

„Woher soll ich das wissen?“ Mit bemüht beherrschter Miene setzte sich Brett wieder und hob die so schmählich behandelte Zeitung auf, um sie glatt zu streichen. „Ich betrete die Küche eigentlich nur um eine Flasche Champagner aus dem Eisschrank zu holen.“

 

Daniel verschwand wieder in der Küche. Es klapperten diverse Schranktüren und Schubladen wurden aufgezogen und mit viel Schwung wieder zugedonnert. Dann tauchte er wieder im Wohnzimmer auf, die Arme vor der Brust verschränkt. „Es sind keine Rosinen da“, verkündete er mit Leidensmiene. „Aber ich habe jede Menge toter Fliegen auf dem Eckschrank gefunden. Meinst du, der Unterschied fällt auf? Ich meine, vom Aussehen her ist da fast...“

 

„Daniel!“, unterbrach ihn Brett angewidert. „Wolltest du nicht Gebäck herstellen? Oder waren es doch Angelköder?“

 

Danny nickte mit nachdenklichem Gesicht. „Gute Idee für unseren nächsten Angeltrip nach Schottland. Die Fische werden nur so drauf fliegen.“ Er grinste. „Fliegen, verstanden?“

 

Brett rollte die Augen und blickte demonstrativ auf seine Zeitung, gab vor, in den Leitartikel vertieft zu sein. Als er aufsah, hatte Danny sich wieder in die Küche getrollt, und pfiff dort schräg, sehr laut und unglaublich falsch vor sich hin. Dieser Besuch von Tante Klara nahm sich langsam wie ein Alptraum aus, und dabei war die Teure noch nicht mal angekommen. Wie sollte das erst werden, wenn sie sich hier einquartierte? Brett legte die Zeitung erneut zur Seite und stand auf, um sich an der Bar erst mal einen großen Whiskey einzugießen. Er hatte das Gefühl, dass er noch allen Nerv brauchen würde, den er aufbieten konnte.

 

~ ~ ~

 

Etwa eine Stunde später hatte Brett seine strapazierten Nerven mit so viel Alkohol wieder gerade gebogen, dass er die Artikel in der Times äußerst amüsant fand. Er hatte nie zuvor gedacht, dass sie sich so gut dazu eigneten, um Schiffchen daraus zu basteln.

 

„Hey, willst du Admiral deiner eigenen unsinkbaren Flotte werden?“

 

Brett sah auf. „In meiner Badewanne bin ich Kapitän...“, sang er laut und falsch.

 

Danny presste mit einem entsetzten Gesichtsausdruck beide Hände auf die Ohren. „Gnade, Euro durchlauchtige Minnesängerheit. Meine Trommelfelle winseln um Gnade. Hör’ auf zu singen, bevor meine Ohren bluten.“

 

Mit beleidigter Miene verstummte Brett und schob seine Schiffchen mit dem Fuß auf ein ordentliches Häufchen.

 

Danny stellte einen Teller auf das Tischchen neben Bretts Sessel. Glücklicherweise hatte er es vor Schreck nicht fallen lassen, sondern geistesgegenwärtig auf eine Kommode gestellt, als Brett seinen Schwanengesang anstimmte. „Meine ersten Kekse“, verkündete er strahlend. „Und du darfst sie zuerst probieren, schließlich bist du mein bester Kumpel. Ich verzeihe dir sogar, dass du Engländer bist.“

 

„Sehr verbunden.“ Zu seinem Bedauern bemerkte Brett, dass er wieder nüchtern wurde. Und mit noch mehr Bedauern betrachtete er den Teller mit den teils angekokelten, teils blassen, teils grünstichigen, runden Keksen, die nicht nach Gebäck aussahen, wie er es bisher gekannt hatte. Und er war sich auf keinen Fall sicher, ob er sie wirklich probieren wollte. Zögernd nahm er einen Keks und schnupperte daran. So weit so gut, es roch süß und leicht nach Zitronen. Mutig biss er hinein... oder genauer gesagt, er versuchte ein Stück abzubeißen. Er gab einen gedämpften Aufschrei von sich, als seine Zähne an dem steinharten Gebäck schmerzhaft aufschlugen. „Verdammt, das ist ja... au... Daniel! Hast du die aus der Wand gemeißelt, oder was?“

 

Danny kratzte sich am Kopf. „Hm. Hab ich... ich werd doch nicht... Verflixt, Mehl und Zement sehen sich aber auch zum Verwechseln ähnlich.“ Er rollte mit den Augen, als ihn Brett entsetzt ansah. „Kuck’ nicht wie ein Reh wenn’s blitzt. Natürlich habe ich Mehl verwendet. Was kann ich dafür, wenn dein lordschaftliches Gebeiß keine Hausmannskost vertragen kann.“

 

Brett rieb sich den Kiefer, in den der Schmerz von seinen malträtieren Kauwerkzeugen ausstrahlte. „Man sollte dich wegen der Anwendung tödlicher Backwaren verhaften“, murrte er.

 

 

Ende