Titel: Mal auf, mal ab…
Autor: Lady Charena
Fandom: Monk, Cpt. Stottlemeyer

Paarung: Adrian Monk
Rating: gen, Humor
Beta: T'Len
Archiv: ja

Summe/Hintergrund: Mr. Monks Top-8-Liste des Grauens. Heute: Nr. 8 – Aufzüge

In einer Folge stellte Monk eine Hitliste der Dinge auf, die ihm am meisten Angst machen.

 

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.

 

 

„...und dann sagte ich zum Bürgermeister, dass ich auf keinen Fall...“ Leland Stottlemeyer bemerkte, dass sein Gesprächspartner nicht nur nicht antwortete – nein, er war nicht mal mehr anwesend. „Monk?“ Er trat wieder aus der Liftkabine und sah sich um. Nicht, dass er sehr überrascht war. Es war durchaus nicht ungewöhnlich, Adrian Monk unterwegs zu verlieren. Aber auf den hundert Metern Flur zwischen dem Büro des Staatsanwaltes und dem nächstgelegenen Aufzug – das klang nach einem neuen monkschen Rekord. „Wo zum Kuckuck stecken Sie?“

 

Stottlemeyer stemmte die Hände in die Hüften und drehte sich ratlos einmal um sich selbst. Verdammt, es war alles zu glatt gegangen. Sie hatten den Raubüberfall in nur zwölf Stunden aufgeklärt – zugegeben, es war Monk, der den entscheidenden Hinweis aufstöberte. Randy hatte bei der Festnahme des Verdächtigen eine über den Schädel bekommen und lag für zwei Tage zur Beobachtung im Krankenhaus – hauptsächlich auf Wunsch seiner überfürsorglichen Mutter. Das bedeutete jedoch auch, dass Stottlemeyer zwei Tage lang von dem unablässigen Gejammer seines liebeskummergeplagten Lieutenants verschont blieb. Und da seine Frau verreist war, konnte man fast von so etwas wie Urlaub sprechen... Aber jetzt löste sich seine gute Laune, die während der Abschlussbesprechung mit dem Staatsanwalt stetig gewachsen war, in Luft auf. So wie Monk das offensichtlich getan hatte.

 

Seufzend setzte Stottlemeyer sich in Bewegung und ging den Flur zurück. „Monk? Adrian?“ Eine ihm entgegenkommende Sekretärin musterte ihn fragend, doch der Captain ignorierte sie. Er konnte sich auch nicht recht vorstellen, jemandem seine Situation zu erklären.

 

„Kann ich Ihnen helfen, Sir?“

 

Verdammt, wieso waren manche Leute so hilfsbereit? Hatten die noch nichts davon gehört, das man das heutzutage nicht mehr machte? „Ähem, ja, vielleicht.“ Stottlemeyer wandte sich der Frau zu. „Ich... ich war hier mit einem Kollegen. Aber wir scheinen uns irgendwie... verpasst... zu haben. Ist er vielleicht hier vorbei gekommen?“

 

„Vor etwa zwei Minuten ist jemand ins Treppenhaus gegangen. Möglicherweise war er es.“ Sie nickte ihm grüßend zu und verschwand hinter eine der zahlreichen Türen, die den Flur säumten.

 

Stottlemeyer folgte ahnungsvoll den Hinweispfeilen zum Treppenhaus. Sollte Monk tatsächlich...? Er öffnete die Tür und spähte über das Geländer, als er Schritte hörte. „Monk? Sind Sie das?“ Die Schritte stoppten. Der Captain lief die Stufen hinab.

 

Tatsächlich erschien, als er um die nächste Ecke trat, das zerknirschte Gesicht Monks. „Oh... Hallo, Captain.“

 

“Monk. Wissen Sie, ich habe diese kleine Eigenart – ich schätze es, wenn man mir Bescheid gibt, bevor man sich absetzt. Was machen Sie überhaupt hier?“

 

Adrian räusperte sich. „Aufzüge“, sagte er. „Ich kann nicht...“

 

„Aufzüge?“ Stottlemeyers Gesicht wurde länger. „Sie haben Angst vor dem Fahren mit einem Aufzug? Heißt das, Sie sind heute schon einmal 14 Stockwerke hochgeklettert?“ Monk hatte im Vorzimmer des Staatsanwaltes auf ihn gewartet, nicht verwunderlich, da Stottlemeyer aufgehalten worden war. Er seufzte und fragte sich, warum Sharona ausgerechnet heute ihren freien Tag hatte...

 

„Natürlich.“

 

Stottlemeyer verschränkte die Arme vor der Brust. „Ich werde das auf keinen Fall machen. Und wenn ich Sie nachher im Auto mitnehmen soll, dann müssen Sie mit mir im Aufzug nach unten fahren. Ich kann nicht warten, bis Sie ein paar hundert Treppen hinter sich gebracht haben.“

 

“Captain, Sie sollten das nicht auf die leichte Schulter nehmen.“ Monk hob die Schultern. „Wissen Sie, wie viele Aufzüge jedes Jahr abstürzen? Ich...“

 

„Nein! Das will ich nicht wissen, Monk.“ Stottlemeyer hob beide Hände. „Sie kommen jetzt mit mir oder Sie suchen sich ein Taxi, das Sie nach Hause fährt. Ich bin heute wirklich nicht in der Stimmung mich mit Ihnen herumzuärgern.“ Dahin war seine gute Laune. Sie waren hier im vierzehnten Stock, das konnte doch nicht sein ernst sein! Vierzehn Stockwerke zu Fuß!

 

„Captain. Sie sollten wirklich mit mir das Treppenhaus benutzen. Glauben Sie mir, Sie werden mir später danken“, beharrte Monk.

 

Bevor Stottlemeyer eine Antwort einfiel, wurde über ihm eine Tür aufgerissen. Gleich darauf erschien eine junge Frau. „Captain Stottlemeyer? Gut, dass Sie noch hier sind. Wir brauchen Ihre Hilfe. Sie müssen sofort kommen. Hier ist jemand mit einer Waffe, er hat sich mit zwei Mitarbeitern des Staatsanwaltes in der Liftkabine verschanzt.“

 

„Ich komme.“ Stottlemeyer setzte sich in Bewegung, mit einer Hand bereits nach dem Handy greifend, um Verstärkung zu rufen. Zu dumm, dass Randy nicht da war, um alles zu organisieren... Er drehte den Kopf nach Monk. „Wagen Sie ja nicht, es zu sagen!“, rief er, bevor er durch die Tür das Treppenhaus verließ und der Frau auf den Flur folgte.

 

Adrian lächelte. „Wie ich bereits sagte - das Benutzen von Aufzügen kann sehr gefährlich sein.“

 

 

Ende