Titel: Hundstage
Autor: Lady Charena (April 2007)
Fandom: The A-Team (Serie)


Charaktere: John „Hannibal“ Smith, HM „Howling Mad“ Murdock
Rating: gen, Humor

Beta: T'Len
Worte: 1013

Summe: Hannibal und Murdock sind unterwegs, um sich ein paar Dinge... „auszuleihen“. Dabei werden sie erwischt. Von einem Wachhund...



Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.



Der Pilot warf einen Blick über die Schulter, sah sich nervös um. „Hannibal, ich höre irgendwas“, zischte er und wechselte unruhig die Kiste mit den geliehenen Werkzeug von einer Hand in die andere. Wieso hatte er sich nur für diese Sache freiwillig gemeldet? BA kannte sich mit Werkzeugen viel besser aus. Und ehrlich gesagt, Face war so viel besser darin Schlösser zu knacken, als der Colonel. Sie standen seit einer Ewigkeit hier.

Hannibal sah von dem Vorhängeschloss auf, das er versuchte, mit einem Dietrich auf zu bekommen. „Bist du sicher? Es sah nicht so aus, als hätten die hier eine Art von Wachdienst.“

Murdock gab ein atemloses Japsen von sich. „Ich weiß nicht, ob sie einen Wachdienst haben“, flüsterte er panisch. „Aber einen Wachhund und er hat verdammte Ähnlichkeit mit dem Höllenhund von Baskerville, wenn du mich fragst.“

Hannibal erinnerte sich plötzlich an das „Warnung vor dem Hund“-Schild, dass er kurz im Schein seiner Taschenlampe hatte aufblitzen sehen, als sie über den Zaun der Baustelle kletterten. Möglicherweise war das keine leere Warnung gewesen. „Ein Wachhund?“

„Hannibal - wenn du dieses Tor in den nächsten fünf Sekunden nicht offen hast, klettere ich über den Zaun.“ Murdock presste sich gegen das Drahtgeflecht, als könne er direkt durch die Maschen schlüpfen.

Ein bedrohliches Knurren aus den Schatten hinter ihnen hielt Hannibal von einer beruhigenden Antwort ab. Er fühlte sich plötzlich selbst sehr beunruhigt. „Wie willst du über den Zaun klettern, mit einer Kiste voll Werkzeug in den Händen?“

„Vergiss’ das Werkzeug. Hannibal!“ Es lag echte Panik in Murdocks Stimme. Mit einem dumpfen Klatschen landete die Kiste auf dem Boden und das Tor begann zu wackeln, als sich der Pilot daran hochzog.

Der Colonel drehte sich langsam um. Vielleicht knappe zwei Meter von ihm entfernt stand ein sehr großer, sehr schwarzer Hund. Ein Dobermann. Hannibal holte tief Luft. “Aus! Hinlegen!”, befahl er.

Überraschenderweise stoppte der Dobermann und legte sich hin.

Es lag solche Autorität und all die Jahre des Kommandos in seiner Stimme, dass Murdock sich fast neben dem Tier auf den Boden geworfen hätte. Er glitt vorsichtig wieder herunter.

„Murdock“, sagte Hannibal, den Hund anstarrend. „Du musst das Schloss knacken. Wir haben nicht die Zeit, nach einer anderen Baustelle zu suchen. Wenn ich jetzt wegsehe, springt mir dieses Biest an die Kehle.“

Der Pilot nickte nervös und nahm langsam die Dietriche aus Hannibals Hand.

„Ganz ruhig“, murmelte der Colonel.

Murdock hatte nicht vor, irgendwelche hastigen Bewegungen zu machen, bevor das Tor offen war.

Der Dobermann gab ein leises Knurren von sich, legte dann aber den Kopf zurück auf die Vorderpfoten.

Es schien eine Ewigkeit zu dauern, bis das Schloss aufging und Murdock schwor sich, bei Face Nachhilfe zu nehmen. Die schwere Kette, die das Vorhängeschloss gesichert hatte, glitt aus seinen verschwitzten Händen und landete klirrend auf dem Boden zu seinen Füßen.

Der Wachhund hob erneut den Kopf und knurrte.

Der Pilot hob hastig die Kette auf und schlang sie so um die Torflügel, dass sie sie von außen wieder schließen konnten. Dann bückte er sich nach der Kiste und hob sie vorsichtig hoch. „Okay“, flüsterte er. „Auf drei, Hannibal.“

Die Torflügel öffneten sich nach außen und er begann sie auf zu schieben. „Eins.“

Murdock schob sich durch den Spalt, so bald er groß genug für sich und die Kiste war. „Zwei.“ Er trat zur Seite und stellte die Kiste ab. „Rückwärts und dann nach links, Colonel.“

„Verstanden.“

„Drei!“

Hannibal warf sich zurück, durch die Torflügel und tauchte sofort nach links weg. Murdock schlug seinen Torflügel zu, eine Sekunde später kam auch der andere.

Der Hund warf sich gegen den Drahtzaun der Torflügel, eine wütende, fellbedeckte Kanonenkugel mit blitzenden Zähnen, knurrend und kläffend und geifernd.

Glücklicherweise war die Kette hängen geblieben, als sie das Tor zuknallten und Murdock brachte es trotz flatternder Hände fertig, das Schloss einzuklinken, als der Hund für einen Moment zurückwich. Nur um Anlauf zu holen.

Atemlos und zitternd setzte sich der Pilot auf die Kiste. Er hob den Kopf, als Hannibal ihm eine Hand auf die Schulter legte. Im schwachen Schein der Taschenlampe, die er in seine Jackentasche gesteckt hatte, konnte er die Schweißperlen auf dem Gesicht seines Colonels sehen.

„Was ist nur mit deinem guten Draht zu Hunden passiert, Murdock?“, sagte Hannibal und begann zu grinsen. In seinen Augen funkelte der Jazz. Er zog den Piloten auf die Beine. Gemeinsam trugen sie die Kiste zu ihrem Wagen. „Du hattest doch diese ganz bestimmte Art, mit ihnen umzugehen.“

„Mir gefällt deine Art besser.“ Murdock lehnte sich gegen den Wagen, nachdem er den Kofferraumdeckel geschlossen hatte. Das Abebben des Adrenalins ließ seine Knie weich werden. „Außerdem kann ich nur mit normalen, menschlichen Hunden umgehen.“

„Menschlichen Hunden?“, wiederholte der Colonel amüsiert.

„Du weißt schon, was ich meine. Hunde von der Erde, keine Höllenhunde wie der da. Sieh’ ihn dir nur an! Das Vieh versucht den Draht durchzubeißen! Womit wird es gefüttert? Stacheldraht?“

Hannibal grinste und schlug ihm auf die Schulter. „Los, es wird bald hell. Lass uns von hier verschwinden. Ich denke... vielleicht... erzählen wir Face und BA nichts von dieser... Begegnung“, schlug er vor.

„Darauf kannst du wetten“, erwiderte der Pilot sofort. Ohne den Blick von dem wütenden Hund zu nehmen, lief er um den Wagen herum und kletterte hastig auf die Beifahrerseite.

Und gleich morgen, wenn sie mit dem Job fertig waren, würde er Face bitten, ihm mehr von seinen Schlossknackertricks zu verraten...


Ende



Hannibals Bemerkung über Murdocks Art, mit Hunden umzugehen, bezieht sich auf die Folge „Garbers letzter Fang / There’s always a catch“. Da versucht Murdock einen Rottweiler zu besänftigen, indem er beruhigende, telepathische Welle aussendet (er nennt das: animal vibe therapy) – natürlich erfolglos.