"All Turns Into Yesterday"

 

von Jimaine

- die sich fühlt als ob sie gerade einen Geschichtsaufsatz geschrieben hat

 

Typ: 75% Gen, 25% Slash (quasi der Zucker im Kaffee) Pairing: Nichts genaues.

Archiv: Fanfiction Paradies und bei http://tostwins.slashcity.net/jimaine.htm

Disclaimer: Mir gehört keiner der Charaktere, weder historisch noch

fiktiv, und kein Geld wechselte den Besitzer. Zu schade, eigentlich.

 

Anmerkungen:

(1) Manche Details im persönlichen Hintergrund der MASH-Charaktere (die

mit freundlicher Nichtgenehmigung von 20th Century FOX erscheinen) sind

nicht Canon, sondern das Ergebnis meiner eigenen Versuche, in den vielen

(und manchmal widersprüchlichen) Informationen, die die Serie liefert, einen Sinn zu finden.

 

 

(2) Ich bin weder Amerikaner noch Geschichtsstudent. Ist nur ein Hobby. Ich hab' so gut es ging Nachforschungen betrieben und versucht, die korrekten Informationen zu finden, aber in manchen Fällen widersprechen sich die Quellen. Und manchmal wird nicht deutlich, ob die Angaben sich auf einen *Waffenstillstand* beziehen oder einen definitiven Vertrag oder gar den ersten gefallenen Schuß. Bitte nicht lynchen! Ist eh nicht relevant für die Aussage hinter der Story. Was ich sagen will, wird gesagt, und dabei bleibt's. Wenn jemand denkt, daß ich zu kritisch bin, fahrt ruhig alles verfügbare Geschütz auf - ich habe Ärzte und Feuerlöscher griffbereit.

Seid nur froh, daß ich nicht auch noch im Detail die Türkenkriege erwähne, den Dreißigjährigen Krieg, die Französische Revolution, die Napoleonischen Kriege, alles, was sich so in Rußland abspielte, oder gar etwas so Frühes wie den Trojanischen Krieg. Die Versuchung war groß...aber ich hatte nicht die Energie.

 

 

*********

 

 

Der 14. September, der 9. Juli, Neujahr und Weihnachten. Nur Spalten in einem Buch, numerierte Quadrate auf einem Kalender, graphische Darstellungen von 24-Stunden-Einheiten. Und Menschenleben.

 

 

***1339 - 1453***

 

Vor der Zeit der großen Weltumsegler, vor der Entdeckung der Neuen Wenngleich-Auch-Nicht-So-Schönen Welt, waren die Kriege von Bedeutung auf Europa beschränkt.

 

England und Frankreich kämpfen um Vorherrschaft und Territorium, während der hundert Jahre (und noch vierzehn mehr) Kampfhandlungen, die dem Krieg zu seinem Namen verhelfen, besteigen auf jeder Seite zwei Könige den Thron.

 

Jahrhunderte später wird ein gewisser William Shakespeare die Schlacht von Agincourt zum Thema einer seiner Historien machen. (("O now; who will behold/ The royal captain of this ruined band/ Walking from watch to watch, from tent to tent,/ Let him cry, 'Praise and glory on his head!'")) Auf der Bühne wird es vergleichsweise zahm und zivilisiert aussehen.

 

Sie kämpfen bei Crecy, Poitiers, in ganz Frankreich. Englische Bogenschützen kämpfen gegen die französische Kavallerie. Eine neue

Waffe, der Langbogen, richtet unter den französischen Rittern die gleiche Verheerung an wie in späteren Zeiten Maschinengewehre und Granatwerfer. Das Blutvergießen wird gelegentlich von Verträgen und kurzen Perioden des Friedens unterbrochen, während derer die beiden Parteien sich neu formieren, von der hungernden Bevölkerung noch mehr Geld erzwingen, in der Heimat Aufstände niederschlagen, oder - mit dem Segen der Kirche - ein Bauernmädchen auf dem Scheiterhaufen verbrennen.

 

Als der Frieden endlich kommt, können die meisten, die auf beiden Seiten mit dem Elend leben, den Unterschied nicht wirklich erkennen.

 

 

***16. Juni 1775 - 3. September 1783***

 

Wie bei so vielen Dingen im Leben ist Geld der Funke, der die Feindseligkeiten explodieren läßt, der ewige und bewiesenermaßen der

beste Antrieb. Der Konflikt zwischen Frankreich und England ist kaum vorbei, als schon neue Probleme für die Kolonien auftauchen.

Der Kolonialkrieg hat die englische Staatskasse stark belastet und so erläßt König George III. neue Steuergesetze, um seine Schulden zu bezahlen.

 

Die dreizehn Kolonien lassen sich das nicht gefallen.

 

Fünfzig Ballen Tee schwimmen im Bostoner Hafenbecken, und ein Jahr später, an einem Septembertag in Philadelphia, wird George Washington zum Befehlshaber der neuen Kontinentalarmee ernannt.

 

Als nach Monaten voller kleiner Scharmützel und Gefechte das Kriegsgeschehen richtig beginnt, werden die Reihen der Kolonisten von Tausenden von Freiwilligen verstärkt.

 

Die Unabhängigkeitserklärung am 4. Juli 1776 ist das letzte Zeichen für König George, diese Revolution mit allen Mitteln zu beenden, aber die Truppen, die er als Verstärkung schickt, stoßen auf heftigen Widerstand.

 

Der Winter 1777 im Valley Forge wird zur letzten und härtesten Prüfung für Washingtons Truppen. Während den sechs Monaten ihres Aufenthalts dort findet kein Gefecht statt, der einzige Kampf ist der gegen die Elemente, Krankheit und niedrige Moral. Mit Unterstützung der Franzosen erzwingen sie schließlich eine Kapitulation der Engländer bei Yorktown; die letzten Truppen Seiner

Majestät verlassen 1783 amerikanischen Boden.

 

Viele Jahre voller Nachkriegsprobleme folgen, die neue Nation kämpft um Anerkennung als ein eigenständiger Staat, und Washington warnt in seiner Abdankungsrede vor 'Verstrickung in fremde Angelegenheiten'; diese Haltung wird die Außen- wie Innenpolitik der Vereinigten Staaten für die nächsten zwei Jahrhunderte beeinflussen und noch bis ein drittes andauern...

 

'Verstrickung in fremde Angelegenheiten' - ein Begriff, der offen für vielerlei Interpretationen ist.

 

 

***12. April 1861 - 9. April 1865***

 

Eine der ersten Gelegenheiten von Nord gegen Süd, eine Nation, ein *Volk*, ist zerrissen im Kampf von Bruder gegen Bruder. Die Nation ist gespalten, an der Hüfte zertrennt, und wie die blauen Arme, Kopf und Oberkörper den grauen Unterleib samt den Beinen bekämpfen, schaut Gott verwirrt zu; er hört die Hilfeschreie auf beiden Seiten und weiß nicht ganz, zu wessen Gunsten er sich entscheiden soll.

 

Schon bald geht es in dem Krieg nicht mehr nur um die Abschaffung der Sklaverei oder unterschiedliche Lebensweisen.

 

Nach der Kapitulation der Konföderierten bei Appomattox muß eine Nation mit finanziellen Verlusten von mehr als acht Milliarden Dollar fertigwerden und einen verwüsteten Süden wiederaufbauen. Aber der Verlust an Leben wiegt noch viel schwerer. Die Endsumme ist überwältigend, die Zahl unterm Strich eine nüchterne Angabe von Verlusten, wie sie Amerika noch nie erlitten hat und nie wieder erleiden wird. Niemand weiß es, aber es wurde ein neuer Rekord aufgestellt, der bis ins nächste Jahrtausend bestehen bleibt: in diesen vier kurzen Jahren sind mehr Menschen getötet worden als in allen anderen amerikanischen Kriegen, Vergangenheit und Zukunft, zusammengenommen.

 

 

***28. Juni 1914 - 11. November 1918***

 

 

Wir schreiben die Goldenen Zwanziger. Der Große Krieg, der sogenannte Krieg, der alle Kriege beenden sollte, ist seit einigen Jahren vorbei (Johnny came marching home again, hurrah, hurrah.) und die letzten politischen Feuer werden gelöscht. Die Welt erholt sich allmählich. Während Völker ihre Toten beklagen, ihre Verwundeten versorgen und die Wirtschaft wieder aufbauen, schauen die Menschen wieder mit Hoffnung in die Zukunft, und in einem Bett in Crabapple Cove, Maine, schläft ein wenige Tage alter Junge in den Armen seiner Mutter ein. Seine kleine Welt besteht aus Stimmen, liebevollen Berührungen, Wärme und Geborgenheit; das Schlaflied, das seine Träume erfüllt, erwähnt niemals die Möglichkeit, daß es in den zukünftigen Tagen seines brandneuen Lebens außer Geburtstagen, Abschlußfeiern und seiner Hochzeit auch andere Daten geben könnte, um die er sich Sorgen machen muß.

 

Er ist nur Teil einer ganzen Generation, der ihre Illusionen noch früh genug genommen werden.

 

 

***1. September 1939 - 2. September 1945***

 

 

Im Offiziersclub der Anderson Air Force Base auf Guam übertönt das Knistern eines Radios die Musicbox, und der sanfte Gesang von Sinatra wird von der dringenden Meldung unterbrochen, daß soeben General Douglas MacArthur Japans bedingungslose Kapitulation unterzeichnet habe. An seinem Tisch in der Ecke schließt Lieutenant-Colonel Sherman Potter die Augen und seufzt vor Erleichterung. Es ist also vorbei, endlich ist es vorbei. Er hebt sein Glas in einem Trinkspruch auf den Frieden (die anderen Männer, Offiziere und einfache Soldaten, tun es ihm gleich, zum Wohl und alles Gute!) und seine Stimme zu einem Lied. Sie feiern den ganzen Tag lang und bis spät in die Nacht hinein, doch sein Herz ist schwer vor Gedanken an Zuhause und an seine Mildred und wie er es niemals schaffen wird, das Konto ihrer Ehe auszugleichen.

 

Die Jahre ihres Getrenntseins werden immer zahlreicher sein als ihre Jahre zusammen.

 

Als er ins Freie tritt, spürt er die Wirkung des einen Drinks zuviel, und schenkt der Sichel des zunehmenden Mondes ein müdes Lächeln. Einen Moment lang vergleicht er sie mit dem Handwerkszeug des Sensenmanns, der nun endlich nach jahrelangem Dauereinsatz eine Atempause bekommt. So wie sein Skalpell.

 

Anfang September ist es hier im Pazifik noch genauso warm wie im späten Juli, und in der schweren, feuchten Luft hängt der Geruch von Flugbenzin, Dieselöl und Steaks, mischt sich mit dem süßen Duft exotischer Blüten. Das Heute riecht nicht anders als das Gestern.

 

Sein zweiter Krieg, sein zweiter Frieden, aber da gibt es dieses Sprichwort, das besagt, daß aller guten Dinge -

Er führt diesen Gedanken nicht zu Ende.

 

Vielleicht, so überlegt er, sollte er die zwei Wochen Urlaub nehmen, die er seit Ostern immer wieder verschoben hat. Heimfliegen nach Hannibal, Missouri, und die Tür vom Gartenschuppen reparieren. Beim Ernten der Äpfel und Kirschen helfen...ein friedlicher Sonntag auf der Veranda, Kaffee und frischer Apfelkuchen und Mildred neben sich, sie beide vereint in der Zweisamkeit ihres Schweigens.

 

Ja, das klingt auf jeden Fall nach einer guten Idee.

 

Es herrscht wieder Frieden, ein Soldat denkt an die Heimat, und auf der anderen Seite der Welt, in Kalifornien, Maine und Massachusetts und jedem anderen Teil der Einen Nation Unter Gott, beenden junge Männer ihre medizinische Ausbildung und beginnen ihre Zeit als Assistenzärzte. Sie sind jung und idealistisch und denken, daß sie eines Tages die Welt verändern werden.

 

 

***25. Juni 1950 - 27. Juli 1953***

 

 

Sonnenlicht strömt durch die bunten Glasfenster der Kirche, zaubert bunte Muster auf Holz und Stein und die elfenbeinfarbene Leinwand eines Brautkleides. Es ist ein wunderschöner Morgen im späten Mai, und in den Augen des Bräutigams ist das einzige, was noch schöner ist, seine zukünftige Frau.

 

Sie haben lange genug auf diesen nächsten Schritt in ihrer langen Beziehung gewartet.

 

Wie er das Gelöbnis wiederholt, wird sein Glück von Freunden und Familienmitgliedern geteilt, die gekommen sind, um Zeugen dieser

Verbindung zu sein. Es sind nicht viele Leute, vielleicht dreißig, höchstens vierzig, und das schließt den Priester und die Brautjungfern

und den unmöglichen Scherzkeks von Trauzeugen ein.

 

Es ist eine kleine und einfache Hochzeit - Peggy Hayden und Dr. B.J. Hunnicutt, der kurz vor Beginn seines nächsten und hoffentlich letzten Jahres als Assistenzarzt steht, können sich nicht mehr leisten.

 

Sie tauschen die Ringe, Goldreifen so leicht wie Luft - es soll in einem anderen Land sein, Tausende von Meilen entfernt, daß das edle Metall schwer werden wird mit Schuld, Zweifeln und deplazierten (sind sie das wirklich, ja?) Gefühlen - sprechen die auf ewig bindenden Worte ("Ich will." - "Ich will.") und er hebt den Schleier, um seinen Schwur mit einem Kuß zu besiegeln.

 

In Gesundheit und in Krankheit, in guten wie in schlechten Zeiten...und die Definition hiervon liegt bei den Politikern.

 

Es ist das Debüt der Vereinigten Staaten als 'Weltpolizei', der erste Kreuzzug (um mal das richtige falsche Wort zu gebrauchen), und die Aufgabe stellt sich als komplizierter heraus als erwartet, denn der Feind ist kein einzelnes Volk mit einem Namen. Es ist eine Idee, die sie an der Ausbreitung hindern wollen ("...die Unterstützung freier Völker, die sich gegen die versuchte Unterdrückung

durch bewaffnete Minderheiten oder Einfluß von außen zur Wehr setzen", schön gesagt, Mr. Truman), doch in der Realität besteht die Idee aus Gesichtern, die genauso menschlich und genauso verängstigt sind. Diese Idee blutet in derselben Farbe wie Demokratie, kann genauso von Kugeln und Granaten verletzt und getötet werden.

 

Sie nähren damit eine Xenophobie, die ein halbes Jahrhundert andauern wird; wie's der Zufall will ist Namensgeber Griechenland (ebenfalls Empfänger von Trumans antikommunistischen Geld- und Militärmitteln) auch unter den vielen xenoí Nationen, die sich in Korea als 'Polizisten' betätigen.

 

In Korea wird mit Gewehren und schwerer Artillerie gekämpft.

 

Währendessen tobt in den Staaten (trautes Heim, bittersüßes Glück allein) ein anderer Krieg. Hier tragen die Soldaten Anzüge und ihre

Waffen sind Stift und Papier, wie sie die Befehle ihres Oberbefehlshabers McCarthy befolgen.

 

In Korea werden die Verwundeten so schnell wie möglich von der Front in die fünf MASH-Einheiten gebracht, wo junge Ärzte, denen es an Alter, Erfahrung und Training mangelt, ihr Bestes geben, sie mit dem Wenigen, das sie haben und wissen, zu retten. Fleischklopschirurgie nennen sie es, schnelle Stiche, nichts Extravagantes, auf diesem ihrem besonderen Fließband bauen sie Model-T-Patienten in 24/48/72-Stunden-Schichten.

 

Und spät des Nachts, mit müden, zitternden Fingern, bauen sie einander wieder zusammen, flicken die Löcher mit zärtlichen Berührungen und geflüsterten Worten. Der Kitt - das flüssige Äquivalent zu Drei-Null-Seide - ist hochprozentiger, selbstgebrannter Alkohol.

 

In den Staaten werden die Opfer in Gefängnisse gesperrt, und selbst wenn sie es schaffen, wieder rauszukommen, erholt sich ihr Ruf nur sehr selten.

 

Drei Jahre lang bewegen sich die Kämpfe vor und zurück über den 38. Breitengrad und der einzige Unterschied zwischen Hügel (Bitte, wählen Sie eine Nummer! 'G' für Golgotha, G 35...Bingo!) und Hölle sind zwei Buchstaben.

 

Junge Männer und Frauen treffen sich, und auf dem Amboß des Leidens werden dauerhafte Freundschaften geschmiedet. Mitunter wird sogar Liebe gefunden und verloren und, in seltenen Fällen, wiedergefunden.

 

Für manche sind es schlechte Tage, für andere sind es (trotz aller Häßlichkeiten und Entbehrungen) die besten. Und es sind goldene Ringe, Fotos, Briefe und Erinnerungen, sorgsam in Armeekisten unter Feldbetten vergraben, die manche Siegel ("Ich will, ja, ich will...oder nicht?") zum Brechen bringen.

 

Viele von denen, die heimkehren, sind körperlich und seelisch zerbrochen, und viele kehren gar nicht heim.

 

 

***7. August 1964 (eigentlich schon viel früher, aber wen kümmern Details?) - 1973***

 

Wie es bei so vielen bewaffneten Konflikten der Fall ist, gibt es keine spezifischen Daten für Anfang und Ende, man kann nur sagen, daß sich eine bestehende Situation plötzlich aufheizt und im nächsten Moment bereits offener Krieg tobt. Später wird es nicht einfach enden, sondern zu einem unsicheren 'Etwas' abebben, im Nebel verschwinden, der vom Dschungel Südostasiens aufsteigt. Was als Hintergrundgeräusch zu Korea begann (denn schließlich hatten die Franzosen die Situation in Indochina gut im Griff - das behaupten sie zumindest bis zum Tag ihres Abzugs), wird zu einer ausgewachsenen, eigenständigen Krise.

 

Jetzt kämpfen andere Kinder und andere Ärzte behandeln sie. Vietcong, Agent Orange und Bombenattentate von Terroristen, My Lai und andere 'Fehler'...

 

Ihre Vorgänger lesen in den Zeitungen davon, schütteln in entsetzter Verwirrung ihre ergrauten Köpfe - lernt die Welt denn nie dazu? Und bei Nacht, wenn die Dämonen aus Blut und nackten Knochen an die Tore der Erinnerung hämmern und versuchen, sich mit scharfen Klauen einen Weg nach innen zu bahnen (Oder nach 'außen'?), halten sie ihre Geliebten fest, sei es Mann, Frau oder eine Gottheit, und führen den Kampf fort, der für sie nie wirklich aufgehört hat.

 

Dien Bien Phu, die Tet-Offensive...gnadenlose Kämpfe vom Delta bis in die DMZ, politische Verstrickungen (Vietnam ist die heiße Kartoffel, die niemand anfassen will) und die Hippie-Bewegung...alles überschattet von dem Feuer im Dschungel, das brennt und brennt und brennt... Achtundfünfzigtausend Leben später ist es vorbei.

 

Sie stehen vor einer schwarzen Steinwand in Washington, D.C. und lesen die Namen derer, die in dieser neuen 'Polizeiaktion' (zumindest hatten sie nach einer Weile den Anstand, es offiziell einen Krieg zu nennen) umgekommen sind, nachdem sie die vorhergegangene gerade kaum überlebt hatten. Manche Namen erkennen sie als die von Leuten, die sie zusammengeflickt haben, und die nun (*bitte den Sarkasmus anschalten*) zu einem günstigeren Zeitpunkt getötet worden sind.

 

 

***Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft***

 

 

Im Lauf der Geschichte ist jeder zu irgendeinem Zeitpunkt mal der Aggressor. Italien, Frankreich, Großbritannien, Deutschland, die

Sowjets....China, Japan, die U.S.A... Imperialismus und Expansion (sei der Grund der Erwerb von Territorium, die Verbreitung von Ideologien, oder einfache, schiere Profitgier) führen in Versuchung und zur Korruption, niemand wird davon ausgeschlossen, und die politische Weltkarte bleibt im einem Zustand ständigen Wandels.

 

Diktatoren, unbeliebte Regime und Unterdrückung von Minderheiten bleiben ein Grund für das gesunde Wachstums des Verteidigungssektors und für Schlagzeilen von "Bürgerkriegen, Aufständen und Terrorismus". Irgendwo wird immer eine Waffe abgefeuert, explodiert eine Granate, steigt jemand mit sechs Pfund C-4 im Rucksack in einen Bus.

 

 

Bosnien, Kosovo, Tschetschenien.

Somalia, Ruanda, Äthiopien.

Liberia, Kongo, Sudan.

Das Pulverfaß von Israel und Palästina.

Nordirland, das Baskenland, Algerien.

Pakistan, Indien, Ost-Timor.

Und bitte Kolumbien nicht vergessen!

Kuwait, Irak, Afghanistan...

 

Und dann ist da natürlich, na*tür*lich, der vieldiskutierte 'Krieg gegen den Terror', der Kampf gegen die Achse des Bösen.

Eine seltsame Terminologie, wenn man bedenkt, daß Krieg - in jeder Form, in jeder Größenordnung - per Definition böse ist und es keinen größeren Terror als ihn gibt. Keine größere Bedrohung für alles Leben. Zweimal 'negativ' ergibt in diesem Fall nicht 'positiv'. Krieg hat nichts mit Mathematik zu tun.

 

Eine körperlose Stimme schwebt wie Rauch über den Schlachtfeldern, Grabsteinen und Massengräbern, die Worte eine Totenglocke für Millionen.

 

//Aber der Krieg hört nicht auf. Er geht immer weiter. Wenn er hier aufhört, gehen sie damit auf Tournee. Ich kann ihn mir jederzeit und überall ansehen.//

 

Und zwischendrin, nicht ganz so offensichtlich und aggressiv, sind da Doktrinen und Pakte und Pläne von "Unterstützung", in der Öffentlichkeit oder im Geheimen getroffene Vereinbarungen zwischen Verbündeten und Gegnern - manchmal sind diese beiden Begriffe austauschbar und ändern sich täglich. Krieg ist eine verläßliche Einrichtung, eine Konstante in allen politischen und wirtschaftlichen Gleichungen.

 

Der Hundertjährige Krieg

Der Dreißigjährige Krieg.

Der Sechs-Tage-Krieg.

Der Hundert-Stunden-Krieg, auch Operation Wüstensturm genannt.

 

Man könnte versucht sein zu glauben, daß eine Tendenz zu kürzeren, effizienteren und "saubereren" (man entschuldige vielmals die Schönrede) Kriegen bestünde. Aber der Schleier moderner Technologie und Taktik können das Endergebnis nicht tarnen, und das ist immer noch dasselbe wie vor Tausenden vor Jahren, wenn sich zwei Gruppen Neandertaler um eine besonders gemütliche Höhle stritten und einander mit Stöcken und Steinen niedermachten - Waffen, die ebenso leicht Knochen brachen wie eine Smartbomb, die aus einer F-14 abgeworfen wird. Das Endergebnis ist Blut und Schmerz, und daran ist nichts modern oder zivilisiert.

 

Es geht immer um Einfluß und Macht. Immer.

 

Niemals einfach nur um "leben des Lebens willen".

 

Daten von Geburt und Tod, von Anfängen und Schlußkapiteln, dem immer wiederkehrenden Alpha und Omega - jedoch nie vom Krieg, immer nur vom Frieden

 

 

FINIS