Titel: Falscher Hase nach Art des Hauses
Autor: Lady Charena (Dezember 2006)
Fandom: The A-Team (Serie)
Charakter: Das Team
Rating: gen, Humor
Beta: T'Len
Worte: 900

Summe: Face hat so seine Probleme mit einem bestimmten Teil von Hannibals Plan. Eigentlich wie immer.

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.


„Ich habe überhaupt nichts Passendes zum drunter anziehen“, protestierte Face. „Colonel, jetzt mal im Ernst. Warum ich? Warum steckst du nicht Murdock da rein, das ist doch viel eher sein Stil. Ich könnte uns in der Zwischenzeit...“

Der Rest seiner Worte ging in einem Bündel ausgeblichenem, hellblauen Plüsch unter, der ihm direkt ins Gesicht flog, als er sich umdrehte. Murdock feixte und schien sich suchend nach dem nächsten Wurfgeschoss umzusehen.

„Spinnst du? Murdock! Das ist nicht witzig!“ Face schoss einen wütenden Blick auf den kichernden Piloten ab und spuckte Plüschfasern aus. „Verdammt, Hannibal – das erinnert mich an einen deiner Filme. Ein junges hübsches Mädchen wird von einem scheußlichen Monster verschleppt.“ Er warf das Kostüm zurück zu seinem Freund.

„Also ich sehe da ja keine Ähnlichkeit. Aber wenn du unbedingt willst, kannst du dir gerne jederzeit vorstellen, ein hübsches junges Mädchen zu sein, Facey.“ Murdock grinste und zwinkerte ihm kokett zu, während er ihm das Kostümunterteil so hinhielt, das Peck nur hineinsteigen musste.

Aus dem Hintergrund kam ein dumpfes Grollen, dann trat BA zu ihnen. „Worauf wartet ihr beiden Idioten noch? Lasst den Quatsch gefälligst. Wir haben nicht viel Zeit.“ Er nahm den zweiten Teil des Kostüms vom Boden hoch, musterte es abfällig.

„Aber in diesem Ding sehe ich eher aus wie das Monster!“ Face ließ sich widerwillig – aber ohne Gegenwehr - von BA auch das Oberteil überstreifen. „Und das ist schließlich nicht meine Rolle!“ Peck schnüffelte und verzog angewidert das Gesicht. „Woher hast du das Ding überhaupt, Murdock? Das stinkt ja zum Fürchten...“ Er zerrte am Reißverschluss, der Ober- und Unterteil miteinander verband.

„Oh, ich habe es nicht besorgt, Muchacho“, kam Murdocks Stimme dumpf aus dem Inneren des überdimensionalen Kopfes, der ebenfalls zum Kostüm gehörte. „Der Colonel hat es vom Set seines neuen Films mitgebracht. Aber du hast recht, es riecht merkwürdig. Irgendwie mach BAs Socken... Aua!“ Murdock grinste und duckte sich, als Baracus ihm den Kopf abnahm und ihn böse ansah. Dann zog er seine Mütze tief in die Stirn und lehnte sich neben Hannibal an die Wand, wie Smith die Arme vor der Brust verschränkt.

Hannibal warf ihm einen amüsierten Blick zu, dann trat er zu Face, dem BA inzwischen auch den Kostümkopf aufgesetzt hatte und der darunter anklagend nieste.

„Es war das einzig verfügbare Kostüm. Und wir hatten Glück, dass ich es überhaupt bekommen habe. In zwei Tagen beginnt der Dreh von „Aquamaniac gegen Das Wehrkaninchen“. Und das Aquamaniac-Kostüm ist für einen Märchenpark etwas zu auffällig. Außerdem braucht man einen gewissen Flair, um es zu tragen.“ E

r klopfte ihm auf die Schulter. „Lieutenant, Kopf hoch!“ Kleine Staubwölkchen stiegen auf. „Du schaffst das schon. Es ist ganz einfach Pech, dass wir das Treffen im Freizeitpark mit dem Informanten im Perkins-Fall nicht absagen konnten, obwohl die Militärpolizei sich hier herumtreibt. Sieh es doch mal von der positiven Seite.“ Er zündete seine Zigarre an. „Du bist der allerletzte, von dem Decker erwarten würde, dass du in einem hellblauen Häschen-Kostüm steckst.“

„Ich bin auch der allerletzte, der das von mir erwartet. Ehrlich, Hannibal. Dieser Plan stinkt“, klagte Face. „Er stinkt gewaltig. Er stinkt zum Himmel!“

„Du hättest ja ein besseres Kostüm finden können, anstatt mit dieser Blondine auszugehen...“, begann Hannibal. „Jetzt zeig’ mal, was du kannst. Geh’ ein paar Schritte. Beweg’ dich ganz natürlich. Ganz locker in den Schultern und Hüften.“

„Beweg’ dich ganz natürlich“, kam es dumpf aus dem Häschenkopf. „Weiß ich, wie sich so ein Karnickel bewegt?“ Face machte probeweise einen Hopser, stolperte, trat auf seine eigenen – nun überdimensionalen - Füße, verlor das Gleichgewicht und landete endlich auf seinen vier Buchstaben. Beziehungsweise auf dem vergilbten, leicht räudig aussehenden Püschel, der an seinem Hinterteil befestigt war.

BA packte ihn kurzerhand am Kragen und stellte ihn ohne großes Federlesen wieder auf die Beine. „Mach’ das vor Decker auch, Dummkopf, und es gibt falschen Hasen zum Abendessen. Im Knast.“

„Ganz richtig, mein Großer“, mischte sich Murdock ein und blieb vorsichtshalber hinter dem Colonel in Deckung. „Es handelt sich hier nämlich um einen Hasen, nicht ein Kaninchen, wie man ganz genau an der Länge der Ohren erkennen kann...“

Zu allem Überfluss fiel jetzt auch noch der Hasenpuschel ab.

„Dafür schuldest du mir was, Colonel.“ Face klemmte sich das nach Freiheit strebende Körperteil unter den Arm und bewegte sich vorsichtig in Richtung der Tür des auf dem Gelände des Märchenparks etwas abseits liegenden Lagerhauses. „Dafür schuldet ihr mir alle etwas – und zwar eine Menge davon.“

Hinter ihm begann Murdock „Häschen in der Grube“ zu singen, nur um von BA harsch zum Schweigen gebracht zu werden. Der Pilot seufzte enttäuscht und schlug einen Bogen um ihn.

Er stellte sich neben seinen kommandierenden Offizier. „Findet ihr nicht, dass Face in seinem Kostüm irgendwie niedlich aussieht?“, meinte er verträumt. „Er hat bestimmt großen Hunger, wenn er zurück kommt. Ich werde schon mal vorgehen und ihm ein paar Möhren besorgen, Colonel.“

„Großartige Idee, Murdock. Mach das.“ Hannibal grinste und verschränkte die Arme vor der Brust. Er liebte es, wenn ein Plan funktionierte.


Ende