Betreff: Neu: Der Vertrag, K/S, PG-13

Hallo an alle!

Ich hab' mal wieder was für euch zum lesen. Viel Spaß.

T'Sihek



Titel: Der Vertrag
Autor: T'Sihek
Serie: TOS
Paarung: K/S
Rating: PG-13
Zusammenfassung: Kirk und Spock müssen aus diplomatischen Gründen einen speziellen Vertrag unterzeichnen.
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Archiv: Für private Zwecke jederzeit.
Disclaimer: Spock und Kirk gehören Paramount/Viacom. Der Rest gehört
mir und ich beabsichtige nicht, einen Gewinn daraus zu erzielen -
außer Spaß zu haben.
Wer unter 18 ist oder homoerotische Erzählungen nicht mag, sollte
bitte nicht weiterlesen.






     Der Vertrag


Kirk starrte den Admiral entsetzt an. Er wagte es nicht Spock  anzusehen. Was mochte der Vulkanier denken?

"Sie meinen das jetzt nicht wirklich ernst, oder doch?"

"Es ist mein voller Ernst, Captain Kirk. Sie beide sind die Besten für diesen Auftrag und es ist dafür nun mal unumgänglich, dass sie die Illusion einer Partnerschaft erwecken. In der Kultur der Elamer werden nur verheiratete Personen als vollwertig anerkannt. Und sie beide wurden ausdrücklich zu diesen Beitrittsverhandlungen eingeladen."

"Aber warum müssen wir uns dann ausgerechnet als Paar ausgeben. Jeder von uns könnte doch genauso gut mit einem Partner verheiratet sein, der nicht mit an Bord ist."

Admiral Joney zuckte mit den Achseln. "So etwas halten die Elamer für ausgeschlossen. Ehepartner gehören für sie zusammen."

"Und was ist mit anderen Mitgliedern der Crew als potentielle Partner?", mischte sich nun auch Spock in die Diskussion. Er ignorierte Kirks irritierten Blick, als er so unauffällig wie möglich einige Einstellungen an seinem Tricorder vornahm, den er aus Gründen, die vermutlich nur er kannt, mit zu dieser ,privaten Unterredung`  genommen hatte. Sie hielten sich jetzt nun seit einigen Minuten beim Admiral auf und es war schon das zweite Mal, dass der Vulkanier an dem Gerät herumfingerte, doch er lieferte Kirk keine Erklärung.

"Nur Sie beide sind eingeladen. Zudem entspräche auch das nicht den Vorstellungen der Elamer von gleichgestellten Partnern. Ihre beider Ränge sind sich nahe genug um diese Vorstellung zu erfüllen. Glauben Sie mir, meine Herren. Der Admiralität gefällt dies genauso wenig wie Ihnen."
Er seufzte tief und schob ihnen ein Datenpad zu. "Werden Sie den Ehekontrakt unterzeichnen? Er ist ein halbes Jahr zurückdatiert. Sie
werden diese Farce also nur sechs Monate lang  ertragen müssen. Das ist jedoch unumgänglich, da sonst die Elamer misstrauisch werden könnten.
Zudem liegt Elam III in direkter Nachbarschaft zu den Raumgebieten der Romulaner und der Klingonen. Sie und Ihre Crew sind mit beiden Völkern vertraut. Etwas, was man nicht von allen Schiffen der Flotte sagen kann.

Kirk starrte auf die Daten, die im Sichtschirm lesbar waren. Es war ein einjähriger Ehevertrag, wie er inzwischen auf der Erde üblich
geworden war. Er würde sich automatisch verlängern, wenn sie ihn nicht offiziell beenden würden.
Sein Blick wanderte zu Spock. Der Vulkanier sah ebenfalls auf die Daten, die Mimik kühl und beherrscht. Nichts lies erahnen, was er dachte.

Kirk seufzte leise.
"Mal abgesehen von der Notwendigkeit der diplomatischen Mission: Was ist mit den rechtlichen Bestimmungen innerhalb der Flotte. Ich meine dabei vor allem die Regelung, dass es keine Fraternisierung innerhalb des Kommandostabes eines Schiffes geben darf? Mit der Unterzeichnung diese Vertrages würden wir doch dagegen verstoßen."

"Im Prinzip ja. Doch trifft es sich auch hier gut, dass die Emaner ausgerechnet Sie beide angefordert haben. Bei jedem anderen Kommandoteam hätten wir Bedenken. Bei Ihnen beiden jedoch... Die enge Freundschaft, die Sie beide verbindet - verzeihen Sie mir meine Offenheit - ist auch der Admiralität nicht verborgen geblieben.
Dennoch geht aus ihren Berichten und den offensichtlichen Erfolgen bei den unterschiedlichsten Mission deutlich hervor, dass Sie sich
eben nicht gegenseitig beeinflussen, was eben durch genau die angesprochene Regel verhindert werden soll."

Er sah Spock direkt an, als er weitersprach. "Sie als Vulkanier sind zudem in diesem Fall über jeden Zweifel erhaben. Ihr Volk ist für
seine Integrität und Zuverlässigkeit bekannt."

"Ihnen dürfte jedoch auch bekannt sein, dass ich Mitglied eine einflussreichen Clans bin und als solches gewisse... Verpflichtungen
habe?" Eine schräge Braue wanderte millimeterweit nach oben und dunkle Augen fixierten den Admiral.
"T'Pau wird mit einer solchen Verbindung nicht einverstanden sein."

"Irrtum. T'Pau ist einverstanden. Das wurde bereits von der Admiralität geklärt. Sie meinte sogar, eine derartige Verbindung wäre
angesichts ... moment, wie drückte sie sich aus... Ihrer derzeitiger Lebensumstände mehr als logisch und entspräche in dieser Form sogar alten vulkanischen Traditionen." Admiral Joney zuckte mit den Schultern. "Was auch immer sie damit gemeint hat."

Spock und Kirk tauschten einen teils irritierten, teils überraschten Blick.

"So weit so gut", brummte Kirk.
"Und was ist mit der Tatsache, dass wir beide Männer sind. Sicher, das ist heutzutage im Prinzip kein Thema mehr. Aber wir sind beide im gesamten Föderationsraum bekannt. Würde es nicht ein wenig seltsam anmuten?"

Admiral Joney seufzte. "Sie suchen aber auch jede Ausrede, oder? Die Tatsache, dass Sie beide Männer sind, ist ebenfalls kein Problem. Homosexualität ist inzwischen völlig akzeptiert. Zudem sickert es allmählich durch, dass für Vulkanier das Geschlecht
des ...Bindungspartners heißt es wohl in diesem Fall, eine weitaus geringere Rolle spielt als die geistige Kompatibilität."

Spock nickte bestätigend. Diese Tatsache war in der Tat kein Geheimnis mehr.

Er warf einen Seitenblick auf Kirk, der vor sich hingrübelnd auf die Tischplatte starrte.
Doch bevor er etwas sagen konnte, zog der Admiral zwei Dokumente aus einem Fach seines Schreibtisches hervor. Er schob sie seinen Besuchern zu.

"Hier. Wenn Sie beide einverstanden sind, sollten wir die Sache hinter uns bringen. Sie müssen lediglich beide diese beiden Dokumente
mit Ihrem vollen Namen und Rang unterzeichnen. Das ist alles."

Kirk starrte mit zusammengezogenen Brauen auf den Stift, den ihm der Admiral unter die Nase hielt. Etwas zögerlich griff er danach.
"Was halten Sie davon, Spock?" Und mit einem halben Grinsen: "Wollen Sie mich heiraten?"

Der Vulkanier verzog keine Mine. Kirk hatte auch nichts anderes erwartet.
"Die Logik diktiert, dass wir uns den gegebenen Umständen fügen."

Kirk seufzte abermals und setzte dann seine Unterschrift an die dafür vorgesehene Stelle auf beide Dokumente. Dann schob er sie dem
Vulkanier zu.
Spock fügte seinen Rang und Namen hinzu, vervollständigte die Unterschrift zusätzlich noch mit seinem vollen vulkanischen Namen und Clanbezeichnung in vulkanischen Schriftzeichen.

Admiral Joney lehnte sich aufatmend zurück. Es war wirklich nicht leicht, diese beiden für ihre Sturheit bekannten Männer von etwas zu überzeugen. Nun, es war geschafft.
"War doch gar nicht so schwer, oder?", bemerkte er fast gönnerhaft.
Er entfernte die Durchschläge von den Dokumenten, etwas, was es nur noch bei diesen Verträgen gab und schob den beiden die Originale zu.

"Wenn Sie den Vertrag lösen wollen, genügt es, wenn Sie beide die umseitige Erklärung unterschrieben an die Admiralität senden. Sie
können dies jedoch frühestens in sechs Monaten tun. Tun Sie es nicht, verlängert sich der Vertrag automatisch. Vergessen Sie es also nicht!"

Er zögerte kurz, dann holte er eine kleine unscheinbare Schachtel aus einem anderen Fach.
"Eine kleine Aufmerksamkeit der Admiralität und Geste der Dankbarkeit für Ihre Mitwirkung."
Er schob die Schachtel über den Tisch.

Kirk und Spock sahen sich kurz an, dann griff Kirk danach und öffnete sie. Etwas verdutzt sah er auf zwei goldene Ringe, die unschuldig darin lagen.
Wieder tauschte er einen Blick mit Spock. Der Vulkanier hob lediglich eine Braue. Wortlos griff er nach dem etwas kleineren Ring und schob ihn auf den Ringfinger seiner rechten Hand. Er passte genau.

Kirk tat es ihm mit seinem Ring gleich. Er schluckte trocken und stand dann auf.
"Ich nehme an, die ,private Unterredung` ist hiermit beendet?"

Admrial Joney erhob sich ebenfalls und reichte ihm die Hand. "Ja. Und ich danke Ihnen beiden nochmals für Ihre Kooperation." Er nickte Spock zu.

Damit waren sie entlassen.


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Spock starrte in Gedanken versunken auf das Dokument. Eher unbewusst registrierte er das Material: echtes Papier, wie archaisch...

Sein Blick wanderte zu dem schmalen Goldreif, den er an der rechten Hand trug. Das Empfinden, das der Ring an seinem Finger auslöste war noch immer ungewohnt. Er zog ihn vom Finger und spielte damit. Das rötliche Licht in seiner Kabine ließ das blanke Metall aufglühen.

Er war jetzt also ganz offiziell mit Kirk verheiratet. Ohne Zeremonie, ohne das bei den Menschen übliche Tamtam. Nur eine
Unterschrift, zwei, um genau zu sein...
Was würden seine Eltern sagen? Beide rechneten noch immer damit, dass er in absehbarer Zeit nach Vulkan zurückkehrte um nach einer potentiellen Bindungspartnerin zu suchen. Was sich hiermit erledigt hatte, dachte er in einem Anflug von Ironie.

So schlecht gefiel ihm die Idee eigentlich gar nicht. Er hatte kein Interesse daran das Schiff zu verlassen um auf Vulkan eine Familie zu gründen. Eigentlich wollte er überhaupt nicht nach Vulkan zurück.
Sein Zuhause war allein hier, auf dem Schiff.

Aber wie dachte Kirk darüber? Wie gefiel es ihm, dem Don Juan aller Raumschiffcaptains, mit seinem männlichen Ersten Offizier, der zudem noch Vulkanier war, ganz offiziell und mit allen Rechten und Pflichten verheiratet zu sein?

Das Geräusch einer sich öffnenden Tür riss ihn aus seinen Gedanken. Er musste sich nicht umdrehen, um den Besucher zu erkennen, der durch die Tür ihres gemeinsamen Badezimmers kam. Er kannte die Schritte.

"Jim."

"Spock. Was ist los? So nachdenklich?"

Langsam hob Spock den Blick, betrachtete seinen "Ehepartner" als sähe er ihn zum ersten Mal. Schließlich seufzte er leise. Nur in Kirks Gegenwart erlaubte er es sich, Teile seiner vulkanischen Selbstdisziplin aufzugeben. Kirk würde ihn niemals deswegen aufziehen
oder bloßstellen. Etwas, was er beim Bordarzt mit Sicherheit erleben würde. Er genoss dieses Privileg bei Kirk völlig offen sein zu können...

Kirk setzte sich halb auf den Schreibtisch, ließ ein Bein dicht neben Spock locker herunterhängen. Sie berührten sich fast.

Spocks Blick fixierte das Bein, wanderte dann langsam höher, bis er den besorgten Blick des Captains erreichte.
Langsam schob er den Ring wieder an den Finger und griff dann nach einer Datenkassette, die neben dem Ehevertrag auf der Tischplatte lag. Wortlos reichte er sie an Kirk weiter.

Dieser sah einen Moment lang verständnislos darauf. Dann bemerkte er das fast übermütige Funkeln in den dunklen Augen, dass sich langsam über das noch sorgsam kontrollierte Gesicht ausbreitete.

Bis Spock schließlich offen lächelte. Nein, verbesserte sich Kirk sofort. Er lächelte nicht - er grinste wie ein übermütiger Waldelf!

Er sah auf die Datenkassette, dann wieder in Spocks Gesicht. Langsam dämmerte es ihm...

"Sag bloß, du hast das Gespräch aufgezeichnet?"

Spocks Grinsen schien noch breiter zu werden und er stand langsam auf, zog Kirk mit sich.

"Was dachtest du denn, was für Einstellungen ich während eines offiziellen Gespräches mit einem Admiral an meinem Tricorder
vornehmen würde?"

"Du hast die Aufnahmeregelung eingestellt?!" Kirk konnte es immer noch nicht glauben. Er wusste ja, dass Spock es faustdick hinter den Ohren hatte, aber dass er das wirklich gewagt hatte...

"Dann ist das gesamte Gespräch aufgezeichnet worden? Alle Bedenken, alle Gegenargumente, die wir geäußert haben? Wir haben damit den Beweis, dass es der ausdrückliche Wunsch der Admiralität war, dass wir ... heiraten!"

"Das, und ja - es sind alle Argumente aufgeführt, die der Admiral dagegen geführt hatte, um uns zu ,überreden`."
Spocks Stimme war beherrscht. Beherrschter als seine Mimik.

"Aber warum um Himmel willen? Ich meine, wie bist du auf diese Idee gekommen? Und sag jetzt bitte nicht, dass du einen logischen Grund hattest."

"Weshalb wundert du dich? Du bist doch immer derjenige, der mich dazu auffordert, mehr auf meine Intuition zu vertrauen. Ich habe nichts anderes getan, als deinem Rat zu folgen, als ich den Tricorder mitnahm. Es war durchaus logisch, so zu handeln."

Kirk konnte nicht mehr anders. Er begann ebenfalls breit zu grinsen und zog Spock übermütig an sich.
Der Vulkanier sträubte sich nicht. Im Gegenteil: Er küsste Kirk hungrig und umarmte ihn besitzergreifend.

Schließlich lösten sie sich voneinander und Kirk umfasste das geliebte Gesicht mit den Händen. Er grinste noch immer.

"Damit haben wir den Freibrief bekommen! Und alles ganz offiziell!"

"In der Tat. Allerdings wäre es durchaus interessant die Reaktion des Admirals zu sehen, wenn er jemals erfährt, dass wir seit über einem Jahr Bindungspartner sind."

Dann unterbrach er Kirks schallendes Gelächter mit einem weiteren Kuss.

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Ende