Antwort auf meinen eigenen, geburtstagsinspirierten "And you say that…" 5-min-Challenge auf der mash-slash-Liste. Der Titel ist Latein für "mit allen Mitteln/ was immer nötig ist"

 

"Omni ratione"

 

von Jimaine

 

Rating: PG

Pairing: Hawkeye/Trapper (in Erinnerung)

Archiv: Fanfiction Paradies und das Archiv von T'Len & Lady Charena – ich möchte wissen, daß meine Stories sicher sind, für den Fall, daß ich morgen von einem Bus überfahren werde oder mit der Ruhr-Uni den Berg runterrutsche.

Disclaimer: Nichts von M*A*S*H oder den Charakteren gehört mir, obwohl ich mir nichts Besseres vorstellen könnte, um mich für das Elend von RL zu entschädigen.

 

 

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Und du sagst, daß…nun, du *sagtest*, daß es in Ordnung wäre, wenn ich mich nach dem, was du mir zu sagen hättest, von dir abwenden sollte. Du konntest einfach nicht die Worte zurückhalten, die unser Leben auf ewig veränderten.

 

Du hast den ersten Schritt für uns gemacht und – etwas, wofür ich dir nie vergeben kann, aber vielleicht dachte eine höhere Macht mit einem seltsam-grausamen Sinn für Symmetrie, daß du das Recht dazu hättest – auch den letzten.

 

Ob ich es getan hätte, wenn ich gewußt hätte, wie es enden würde? Vielleicht. Wahrscheinlich. Höchstwahrscheinlich.

Definitiv, ja.

 

Hatte ja keine Wahl.

 

Ich habe mich nicht von dir abgewandt, als du sagtest, daß du mich liebst. Schließlich hatte ich es schon viel länger gewußt, als du zugeben wolltest. Jedes Mal, wenn wir tanzten...jedes Mal, wenn wir eine Verschwörung gegen Frank planten...jedes Mal, wenn wir einen bedauernden Blick über den Körper eines weiteren verwundeten Kindes hinweg wechselten, dessen Nummer leider bei der wöchentlichen Bingorunde seines freundlichen, örtlichen Einberufungsbüros gezogen worden war. Es war immer dagewesen. Dieses 'wir'...das 'uns'. Greifbar und doch nicht zu fassen bis zu jenem Moment der perfekten Klarheit.

 

Es erschien so unschuldig, ja, auf jeden Außenstehenden mußte die Illusion bestimmt perfekt wirken. Zunächst auch für uns, wenig verwunderlich, schließlich sahen wir alles durch einen ständigen Nebel aus Gin und Erschöpfung. Als der Blitz der Erkenntnis einschlug, steckten wir schon zu tief drin. Und trotzdem konnte ich nichts laut sagen.

 

Die ganze Zeit über wartete ich darauf, daß du es sagst. Ich hätte alles dafür gegeben, dich die Worte sagen zu hören, die unser Leben perfekt statt furchtbar machen und die Tür zum Schmerz schließen würden. Und dann... *Ich...ich liebe dich, Hawk.*

 

'Perfekt' heißt noch lange nicht 'gut'.

 

Das Schließen jener Tür öffnete ein anderes Herz. Meines.

 

Und meine Seele entkam mit einem geflüsterten *Trapper...*

 

Du bist in einer solchen Eile gegangen, daß die Tür offen blieb, vielleicht für immer, und der Nordwind ist eiskalt. Die übliche sibirische Kältefront, von der Korea seinen Anteil abbekommt. Die Kämpfe stoppt das allerdings nicht. Im Gegenteil, der Enthusiasmus der Truppen scheint dieser Tage sogar noch größer zu sein. Oktober 1951. Kann irgend etwas Ko-realer sein? Diese beißende Kälte, die mit zahllosen winzigen Zähnen an deinem Gesicht knabbert...und viel tiefer dringt, dich unaufhaltsam aushöhlt. Eine alles verschlingende Kälte.

 

Ich würde alles tun, was nötig ist, um mein Herz wieder zu schließen.

 

Langsam bewege ich mich zurück in Richtung Sumpf, jeder schleppende Schritt eine Qual. Ich ziehe meine Schultern noch ein paar Zentimeter höher und wünsche mir, eine Schildkröte zu sein, denn dann könnte ich meinen Kopf in den wollenen Schlingen des Schals verstecken. Parka, Schal und Handschuhe sind kein Schutz gegen die Kälte.

 

Was immer nötig ist...was auch immer... es wird nie genug sein.

Diese Kälte kommt von innen.

 

 

FINIS