Langgliedrige Finger streichelten
sacht über seinen haarlosen Oberkörper, betasteten erst die harten Muskeln,
wanderten danach gefühlvoll über seinen verschwitzten Bauch, bis sie dann
endlich tief in seinen Schritt glitten. Die Fingerspitzen hinterließen heiße
Spuren, die noch lange auf seinem Körper nachglühten und er stöhnte vor Lust
laut auf, als sein Geschlecht bei der ersten zärtlichen Berührung anschwoll.
Dann wurde der Griff der fremden Hand aber schnell fester und durch wenige,
kräftige Bewegungen spürte er seinen Penis unter dem zärtlichen Anschlag immer
härter werden. Wie in einem Nebel versuchte er nach dem anderen Körper zu
tasten, während gleichzeitig sein Glied sich wie von selbst immer tiefer in den
Tunnel aus Fingern trieb. Das Gefühl der Reibung auf seiner übersensiblen Haut
versetzte ihn in höchste Ekstase und er glaubte schon seinen nahenden Orgasmus
zu spüren, als plötzlich die Hand wieder weggenommen wurde. Enttäuscht keuchte
er laut auf.
Noch ganz atemlos wollte er wissen, wer für seine so intensiven Lustgefühle verantwortlich war. Bläuliches Leuchten umgab den Fremden. Er sah in dem diffusen Licht ein weit entferntes markantes Männergesicht, lange schwarze, glatte Haare... und dann... schoben sich spitz auslaufende Augenbrauen in sein Gesichtsfeld, seltsam vertraut.
„Wer bist du? Bist du das? Spock?
Aber das kann doch nicht sein, oder? Oh…“
Er wollte schon den Verführer an
sich ziehen, aber der Unbekannte wollte das nicht zulassen. Ohne eine Antwort
zu erhalten wurde er fest an den
Schulten gepackt und mit einer Bewegung auf den Bauch gedreht. Immer noch aufs
Höchste erregt und scheinbar völlig willenlos öffnete er sich dem was nun - wie
jede Nacht - unausweichlich kommen würde...
„Brücke an Captain Kirk, bitte melden“
„Jaaa... hier Kirk.“ Der Angesprochene stemmte sich in seinem
Quartier nur mit Mühe von seiner Matratze hoch. „Was gibt es so Dringendes? Oh,
Ah... “ Verzweifelt versuchte er währenddessen seine Beine aus der glitzernden,
orangefarbenen Bettdecke zu befreien.
Durch das Bordmikrofon war Kirks intensives Schnaufen zu hören.
Lieutenant Uhura blickte sich sichtlich verwirrt auf der Brücke um. Chekov und
Sulu sahen aus, als wollten sie vor unterdrücktem Lachen gleich unter ihre
Konsolen kriechen und zuckten verdächtig mit ihren Schultern.
Noch ganz benommen pulte Kirk das widerspenstige Laken mit einem
deutlich vernehmbaren Riss von seinem Körper. „Verdammt, das hängt so... fest!“
Auch Uhura lächelte jetzt und mit einem verschmitzten Grinsen
fragte sie scheinheilig: „Captain? Ist alles in Ordnung mit Ihnen? Soll ich Dr.
McCoy einen Notfall melden?“
„Unterstehen Sie sich, soweit kommt es noch. Mit mir ist alles in
bester Ordnung“, brummte Kirk. „Also, was ist so dringend?“
„Es ist eine Transmission vom Hauptquartier für Sie eingetroffen.
Soll ich die Botschaft auf Ihr Terminal legen?“
„Machen Sie das, aber lassen Sie mir noch einen Moment Zeit - wenn
Sie so freundlich wären - Lieutenant.“
Kirk versuchte in seiner Stimme
seinen Ärger über Uhuras verständlichen Scherz zu unterdrücken, aber er war
nicht glücklich. Seit Wochen träumte er in Variationen immer wieder diesen
Traum. Er musste vor sich selbst zugeben, dass er diese Szenarien sehr
stimulierend fand, aber in jedem quälte er sich mit dem Versuch herauszufinden,
von wem er eigentlich so intensiv träumte. Immer wieder hatte er das Gefühl, es
gleich herausgefunden zu haben, aber dann war dieser Moment wieder vorbei. Und
er wartete auf die nächste Nacht. Das Ganze wurde zu einer Obsession, aber was
sollte er machen, sich etwa Pille anvertrauen? So in etwa: ‚Hör mal, jede Nacht träume ich von diesem
fremden Vulkanier der mich – tja, was – verführt? Er sieht aus wie Spock, oder doch nicht?’
‚Also, das kommt
nicht in Frage! Ich habe mich in letzter Zeit schon genug lächerlich gemacht,’ dachte Kirk
bitter. Abgesehen davon konnte er sich ja schon denken, was Pille sagen würde:
„Ich bin zwar ein einfacher Landarzt, aber meiner Meinung nach solltest du dir
mal überlegen, wie es mit deinen Gefühlen zu deinem Wissenschaftsoffizier
steht.“ Das Ganze dann noch garniert mit einem gutgemeinten Lächeln. Nein
danke, das wollte er sich nicht auch noch antun. Vielleicht war ja sogar auch
noch etwas Wahres daran. ‚Mein Gott, in letzter
Zeit war ich eigentlich jeden Abend nach Dienstschluss mit Spock zusammen und
das sehr gern’, gestand sich Kirk ein. Heute abend waren sie wieder
verabredet und er freute sich schon darauf. ‚Also gut, ich suche Spocks Nähe, aber ist das die Ursache für diese
verwirrenden Träume? Vielleicht sollte ich doch mit Pille reden, ganz
vorsichtig’, redete Kirk sich gut zu, während er schnell in die letzten
Teile seiner Uniform schlüpfte.
„Uhura? Es kann losgehen.“
„Aye Sir, Transmission kommt.“
„Hier Sternenflotten - Hauptquartier, Commodore Barstow. Wir haben
wieder einen neuen Auftrag für die Enterprise.
Fliegen Sie so schnell wie möglich zum Planeten Omega. Sie kennen ja bereits
das System. Es ist es zu einem bewaffneten Konflikt gekommen, der jetzt aber
durch den dortigen Sonderbotschafter Sulwarek befriedet werden konnte. Ihre
Aufgabe ist es, noch eventuell bestehende Probleme im Sinne der Föderation zu
klären und danach den Botschafter wieder nach Vulkan zu bringen. Wir erbitten
Bestätigung. Die genauen technischen Daten folgen im Anschluss. Ach ja,
Captain, das mit der Lazarus-Geschichte haben Sie damals exzellent gelöst. Wir
hatten ja seit dem nicht mehr miteinander zu tun, aber ich wollte nicht
versäumen. Ihnen bei dieser Gelegenheit endlich noch mal persönlich zu
gratulieren. War aber auch verdammt verwirrend - das Ganze. Nachricht Ende.“
‚Also ein
Kurierdienst, na wunderbar, aber immerhin ein neuer Auftrag, wenn auch nicht
die erhoffte Abwechslung.’ Kirk freute sich zwar über die Anerkennung des Commodore,
war aber wenig begeistert über die Aufgabe. Dann straffte er sich innerlich,
wischte alle störenden Überlegungen beiseite und eilte auf die Brücke um den
neuen Kurs anzuordnen.
*
„Kommen Sie herein Spock. Schön, dass Sie so pünktlich sind.“ Kirk
erhob sich von seinem Computerterminal und ging seinem Gast gut gelaunt
entgegen. Schon seit mehreren Wochen trafen sie sich nach Dienstschluss zu
einem Schachspiel in seinem Quartier, denn Kirk hatte sich fest vorgenommen
endlich seinen Wissenschaftsoffizier auch persönlich besser kennen zu lernen.
„Natürlich bin ich pünktlich, Captain.“
Forschend sah Kirk dem Vulkanier in die Augen und suchte in diesen
nach verborgenen Gefühlen zu lesen. Spock hielt zwar den Kontakt, aber
erwartungsgemäß ohne jede Regung. Leise aufseufzend, führte Kirk ihn an den bei
ihrem letzten Treffen üblicherweise benutzten Platz. ‚Vielleicht sehe ich in ihm auch nur meinen älteren Bruder Sam, so dass
ich jetzt jede Gelegenheit nutze, um mich mit ihm zu messen? Denn Spock ist
eine perfekte Herausforderung für mich’, hinterfragte Kirk nachdenklich
seine Motive, während er die Schachfiguren auf dem dreidimensionalen Brett
aufstellte.
Spock beobachtete ihn eine Weile dabei und sagte dann langsam: “Es
fehlt eine Spielfigur.“
„Tatsächlich? Ach ja, Sie haben
natürlich recht, Ihr König fehlt.“ Kirk überlegte fieberhaft. Er hatte die
Figur nach Spocks letztem Sieg an sich genommen und dann - wohin getan? Auf
seine Nachtkonsole! Spock folgte ihm mit seinen Blicken, als er in seinen Schlafbereich
eilte und dabei versuchte, sein Gesicht zu verbergen. ‚Wie peinlich’, dachte Jim. ‚Ich
wollte etwas von ihm in meiner Nähe haben, und habe es dann vergessen.’
„Oh nein, nein. Es sind Ihre. Wie immer.“ Kirk hatte wieder das
unheimliche Gefühl, dass Spock ihn irgendwie seltsam... anlächelte. ‚Was denkt er jetzt wohl von mir?‚
Das Spiel nahm seinen Lauf, aber Kirk konnte keinen endgültigen
Durchbruch erreichen. Spock verschloss ihm immer sofort alle offenen
Möglichkeiten, so als wäre er vor allem daran interessiert. Kirk wurde
zunehmend ärgerlicher, vor allem auf sich selbst, wollte endlich einen Sieg.
Vielleicht half es Spock abzulenken, indem er ihn in ein kleines Gespräch
verwickelte. „Was halten Sie denn von unserer nächsten Mission ?“, fragte Kirk
ihn scheinbar gleichgültig.
„Soweit mir bekannt ist, haben wir Order nach Omega zu fliegen und
einen Botschafter von dort abzuholen. Allerdings fehlen mir weitere
Informationen, um Ihnen eine ausreichende Einschätzung der Lage geben zu
können.“ Spock hob erst eine Augenbraue, verschob dann gelassen eine Figur und
blickte dann Kirk neugierig an. Dieser Zug würde seinen Captain wieder für eine
Weile beschäftigen.
„Tja, auf Omega war allerhand los, aber der Botschafter hat wohl
ganze Arbeit geleistet und will jetzt nach Hause.“ Kirk war jetzt am Zug. ‚Hoffnungslos’, seufzte er still in sich
hinein, als er auf das Brett schaute.
„Nach Hause?“, fragte Spock.
„Ja, nach Vulkan, er ist sozusagen ein Landsmann von Ihnen.“ Jetzt
hatte Kirk endlich Spocks volle Aufmerksamkeit, aber ob das reichte? Kirk
versuchte trotzdem einen riskanten Zug. „Er heißt Sulwarek“, erklärte er dabei
wie beiläufig.
Spock erstarrte in seiner Bewegung, als er den Namen hörte und
sein Gesicht wurde zu einer aschfahlen Maske.
„Was ist los Spock? Kennen Sie den Mann? Sie sind übrigens am
Zug“, fügte Kirk noch ungeduldig hinzu.
Geistesabwesend verschob Spock eine seiner Figuren und Kirk konnte
sein Glück kaum fassen. Spock hatte verloren, aber er schien es noch nicht
bemerkt zu haben. Der Captain war sehr verblüfft, dass seine kleine List
derartig erfolgreich war und hatte deshalb beinahe ein schlechtes Gewissen. So
leicht hatte er es sich eigentlich gar nicht machen wollen. Forschend blickte
er in das Gesicht seines Spielpartners und war erschrocken über die immer noch
verschlossene Miene. Alles Freundliche war daraus verschwunden und er wirkte
auf Kirk plötzlich sehr fremd.
„Was ist los, mein Freund ? Das verlorene Spiel kann es doch wohl
nicht sein?“
„Nein, Captain.“ Spock blickte noch mal flüchtig auf das Brett.
„Ich gratuliere Ihnen und möchte mich für heute abend verabschieden.“
„Moment, eine Erklärung zu Ihrem Verhalten möchte ich schon noch
haben. Und sonst sind wir nach dem Spiel doch auch immer noch etwas länger
zusammen geblieben.“ Kirk war über die abrupte Reaktion erschrocken und wollte
nicht, dass Spock schon ging. „Kennen Sie denn diesen Sulwarek? Ist etwas mit
ihm, dass ich wissen sollte?“
„Nein, Captain, dass heißt ja. Er ist ein sehr entfernter
Verwandter von mir. Aber das wird die Mission nicht beeinträchtigen.“
Spock war eindeutig durcheinander, befand Kirk, aber er wusste
auch, dass er nicht unter Zwang reden würde. „Ist das alles, was Sie mir dazu
sagen können, Spock?“
„Ja, Captain und ich bitte darum, gehen zu dürfen.“
„Sie brauchen nicht so förmlich zu sein.“ Das sagte Kirk zwar
immer zu ihm, wenn er gut Wetter machen wollte. Es klang ihm aber im Moment
etwas schal. Weich fügte er noch hinzu: „Natürlich, wenn Sie möchten. Es war
aber ein schöner Abend, auch wenn er etwas zu schnell zu Ende gegangen ist.“
*
Spock eilte so schnell wie möglich in sein Quartier, welches neben
dem von Kirk lag. So nah beieinander, aber jetzt hatte sich eine neue Wand aufgetan,
die ihm unüberwindbar erschien. Er kniete sich im Dämmerlicht in seine
vulkanische Meditationsecke und wies die Ambientenkontrolle an, die
Zimmertemperatur noch höher als üblich einzustellen.
Statt der erhofften Ruhe wurde Spock jedoch von Verzweiflung
überrollt. War das ein grausamer Zufall oder eine Fügung des Schicksals, die er
selbst verursacht hatte? Sulwarek war wirklich ein entfernter Verwandter von
ihm, aber er hatte Kirk nicht die ganze Wahrheit gesagt, konnte es nicht - noch
nicht. Mit Sulwarek war er damals in den Ritualhallen zusammengekommen und
Sulwarek war natürlich auch derjenige, der Kirk in seiner Mentalverschmelzung
mit ihm erschienen war. Es war ein ganz und gar erfüllendes Erlebnis mit Jim
gewesen und Spock hatte sich seinem heimlichen Geliebten noch nie so nahe
gefühlt. Die Erinnerung daran verschönte ihm jeden Tag, und manchmal keimte
sogar die Hoffnung auf, auch in der Realität ein Stück davon wiederzufinden. So
oft das möglich war, beobachtete er Kirk heimlich. Dennoch wollte ein Teil von
ihm alles vergessen, fürchtete Verachtung und Ablehnung, sollte Jim alles
erfahren. Aber Spocks Gefühle für ihn waren seit diesem Erlebnis sehr viel
stärker geworden. Er hatte die grundsätzliche Toleranz, ja die Bereitwilligkeit
von Jim, sich auf Derartiges einzulassen, erlebt. Galt das auch für die
Realität mit ihren ganz anderen Zwängen? Er hatte auch erlebt, wie der Mensch
immer wieder seine Nähe suchte und war glücklich darüber gewesen. Eines Tages
hatte er die ganze Wahrheit erzählen wollen - wenn die Gelegenheit günstig sein
würde. Aber vielleicht war es Feigheit gewesen, die ihn bisher immer wieder
davon abgehalten hatte, sich Jim zu öffnen; ja die sogar bewirkt hatte, dass er
sich mehr als üblich ihm gegenüber zurückhielt. Er freute sich über jede
Einladung, wusste wie gern der Captain ihn um sich hatte. Aber waren das auch wirklich Jims wahre Gefühle, oder waren sie nur
durch die Mentalverschmelzung hervorgerufen? Und jedes Mal nahm er sich
vor, jetzt Jim alles zu erzählen. Aber es ging nicht, so wie auch heute abend.
Er hatte wieder versucht, das Schachspiel so lange wie möglich auszudehnen.
Wollte in seiner Nähe sein. Aber was würde werden, wenn der Captain Sulwarek
von Angesicht zu Angesicht gegenüber trat? Würde er ihn wiedererkennen? Was
würde passieren, wenn öffentlich bekannt wurde, dass er aus ganz persönlichen
Motiven bei Jim eine Mentalverschmelzung erst durchgeführt und dann wieder
gelöscht hatte? War dann alles zu Ende? Seine Karriere? Womöglich sein Ansehen
auf Vulkan, wenn sein Verhalten öffentlich wurde? Und noch schlimmer: Was wurde
dann aus seiner Freundschaft zu Jim?
Eine Träne der Verzweiflung rollte über sein Gesicht.
*
Kirk fühlte sich leer, als Spock sein Quartier verließ.
Schrecklich leer. So sollte der Abend eigentlich nicht enden. Die letzten
Wochen hatte er versucht, den Anschein von Normalität zu wahren, auch gerade
gegenüber Spock. Das war ihm zunehmend schwerer gefallen. Die Träume schienen
ihn emotional aufzuweichen und er fühlte eine Sehnsucht nach körperlicher Nähe,
die schmerzhaft wurde. Insbesondere, wenn er seinem Wissenschaftsoffizier
begegnete. Dann war der Drang, Spock zu berühren, zu umarmen, zu küssen immer
intensiver geworden. Viele Abende hatte er sich derartig in seine Fantasien
fallen lassen, dass er sich danach immer selbst befriedigen musste, um
einschlafen zu können. Das half für eine Weile - bis zu den nächsten Träumen,
der nächsten Begegnung.
Aber heute abend gab es nicht einmal diesen Ausweg. Irgendetwas
war los gewesen, etwas Gravierendes. Kirk kannte diesen Gesichtsausdruck von
Spock, als er das Pon Farr bei ihm erlebt hatte. War es etwas ähnlich
Geheimnisvolles, um das es hier ging? In welcher Beziehung stand Spock zu
diesem Vulkanier? Was war los, zum
Teufel! Immer diese Geheimniskrämerei bei Spock! Aber er war ja auch nicht
offen zu ihm, musste Kirk sich eingestehen. Es war alles so verwirrend.
Sollte er sich Spock offenbaren? Sollte er ihm sagen, dass er sich nichts
Sehnlicheres wünschte, als ihn bei sich im Bett zu wissen?
Das klang absurd - aber vielleicht war er ja auch einfach zu
feige. Und er wollte Spock nicht durch eine unbedachte Äußerung vertreiben,
lieber auf Distanz zu ihm stehen, als ihn leichtfertig ganz zu verlieren. Aber
diesen Sulwarek würde er sich genau ansehen. Ja, und vielleicht sollte er doch
mit Pille mal unverbindlich reden. Vielleicht wusste er ja sogar in diesem Fall
einen Rat.
Kirk schlüpfte in seinen Schlafdress, nahm noch einen kräftigen
Schluck und hoffte auf eine ruhige Nacht.
*
Die nächsten Tage bestanden aus einer Art Waffenstillstand. Kirk
und Spock behandelten einander so freundlich wie immer, aber es lag eine
gewisse Anspannung zwischen ihnen, die auch den Crew-Mitgliedern nicht
verborgen blieb. Die Stimmung auf der Brücke war allgemein gedrückt.
„Was ist denn hier los?“, fragte McCoy munter bei einer seiner
Stippvisiten auf der Brücke. „Macht euch die nächste Mission schon so fertig?“,
fügte er hinzu, aber keiner wollte so recht über seinen Scherz lachen. Dem
Bordarzt fiel gleich auf, dass Kirk heute besonders grimmig wirkte, und er gab
sich einen Ruck. „Jim, ich muss dich bitten, zu einer Untersuchung zu kommen.
Und wie ich das sehe, könntest du gleich mitkommen. Es sind ja noch 24 Stunden
bis Omega, oder?“
„Muss das sein?“ Kirk zierte sich etwas, aber insgeheim war er
froh, dass Pille ihm die Entscheidung, ob er den Arzt aufsuchen sollte,
abgenommen hatte. Er fühlte sich reichlich unwohl beim dauernden Anblick seines
jetzt besonders verschlossenen Ersten Offiziers und war froh, von der Brücke zu
kommen. „Na gut Pille, du gibst ja doch keine Ruhe. Spock, Sie haben das
Kommando!“
*
Auf der Krankenstation ging McCoy erst mal an seinen
Medizinschrank und schenkte sich und seinem Patienten reichlich von seiner
Spezial-Medizin ein. Kirk ließ sich Zeit, denn seine Gedanken rasten. Was
sollte er Pille auch sagen? Eigentlich war doch gar nichts Konkretes passiert.
McCoy betrachtete seinen in sich gekehrten Captain und stöhnte
unterdrückt. “Na gut, wenn du so gar nichts zu unserem Gespräch beitragen willst,
fange ich mal an. Irgendetwas ist los
mit dir und wenn ich mich nicht irre, seit der Holberg-Mission. Seitdem
scheinst du einen besonderen Narren an unserem Ober-Logiker gefressen zu haben.
Er wohl auch an dir. Jedenfalls habt ihr euch wie ein altes Ehepaar aufgeführt,
bis vorgestern. Jetzt scheint es aber mit der großen Liebe vorbei zu sein. Und
das geht auch eindeutig auf Kosten der allgemeinen Stimmung auf der Brücke. Man
sieht ja förmlich die Rauchwölkchen. Also, mal im ernst, was ist passiert?“
Kirk krümmte sich bei diesen
Worten innerlich, aber er fühlte sich total hilflos. „Wenn ich das bloß selber
wüsste. Ich habe keine Ahnung was los ist. Nachts habe ich so verrückte Träume.
Manchmal denke ich, dass die was mit Spock zu tun haben. Dann wieder nicht. Ich
weiß nicht. Dann reagiert Spock total abweisend, seit ich den Botschafter
Sulwarek erwähnt habe. Er will mir nichts dazu sagen. Na ja, du kennst ihn ja.
Sag ihm also bitte nichts. Er wird schon selber mit der Sprache rausrücken.
Aber das ist eigentlich auch alles, was ich dir im Moment dazu sagen kann.“
Kirk lächelte schief.
„Also gut, ich werde Spock gegenüber nichts erwähnen, obwohl mir
das nicht so recht passt. Aber für das Spitzohr gelten ja sowieso andere
Maßstäbe. Wenn ihr aber nach dieser Mission immer noch nicht eure Differenzen
geklärt habt, muss ich sozusagen als medizinische Autorität zum Wohle des
Schiffes offiziell werden... Na, du weißt schon.“ McCoy nahm einen Schluck und
fuhr grinsend fort. “Für deine Schlafprobleme gebe ich dir ein Mittel, speziell
für verwirrte Sternflotten-Captains. Wollen hoffen, dass es wirkt.
Einverstanden, Jim?“
„Danke, Pille. Vielleicht klärt sich alles auf Omega auf. Ich
hoffe es jedenfalls. So geht es jedenfalls nicht weiter. Hoffendlich helfen
deine Pillen auch gegen verstärkten Sexualtrieb.“ Im selben Moment hätte Kirk
sich am liebsten auf die Zunge gebissen: immer dieser saurianische Brandy, ein
Teufelszeug!
McCoy lachte hell auf. „Das ist ja interessant. Erzähl mir doch
bitte mehr davon. Mit diesem Problem hatte ich schon länger nichts zu tun,
jedenfalls hat sich bei mir keiner beklagt.“ Der Arzt beugte sich sehr
interessiert vor.
Aber Kirk wollte jetzt nur so schnell wie möglich wieder weg von
diesem Thema. „Ach, hör’ auf Pille. Lass uns von etwas anderem reden. Ich bin
jetzt nicht in der Stimmung dafür, okay?“
“Schade - schade. Versprich mir aber, dass du mir später noch mal
davon erzählst.“ McCoy zeigte sich zwar immer noch amüsiert, aber er machte
sich auch seine eigenen Gedanken und beobachtete seinen Freund genau.
Aber bald waren beide in andere Themen vertieft und Kirk fühlte
sich so wohl, wie schon länger nicht mehr.
*
„Die Landegruppe ist vollzählig angetreten? Sehr schön, dann kann
es ja losgehen. Scotty? Auf mein Zeichen kannst du uns runterbeamen.“
Kirk schaute sich zufrieden um. Alle hatten Galauniformen angelegt
und waren auf ihre Aufgaben konzentriert. Spock gefiel ihm heute wieder
besonders gut. ‚Hör sofort auf mit diesem
Unsinn’, musste Jim sich selbst zur Ordnung zu rufen.
Uhura sollte die Kommunikation protokollieren, Chekov war
eingesetzt für eventuelle Schwierigkeiten und Spock sollte natürlich den
vulkanischen Botschafter begrüßen. Und darauf war Kirk besonders neugierig.
Alle nahmen ihre Plätze auf der Plattform ein, dann lösten sich
ihre Körper auf, um Sekunden später auf einem freien Platz wieder zu
erscheinen. Der Treffpunkt lag in einer Gebirgsstadt, die sich über mehrere
Ebenen den Hang herunterzog. Sie selbst standen in der höchsten Region und
hatten nach links einen weiten Blick in das Tal und auf weitere Berge. Rechts
vom großen Vorplatz waren massive, tragende Säulen in den Stein getrieben,
hinter denen es durch weitere Säulen in die inneren Bereiche der Anlage ging.
Ein sehr helles Sonnenlicht hatte allen sichtbaren Stein weiß gebleicht und die
Crew brauchte einige Minuten, um sich an das grelle Licht zu gewöhnen. Fünf
Personen in langen Roben bewegten sich auf sie zu. Kirk erkannte in der Mitte
sofort den Botschafter an seiner charakteristischen Ohrenform und an der, im
Vergleich zu den Einheimischen, helleren Haut. Beim Näherkommen wurden die
unterschiedlichen Abzeichen auf der Kleidung des Begrüßungskomitees sichtbar.
Der Leiter der Gruppe wandte sich gleich an Kirk, um ihn zu begrüßen.
„Im Namen des Planeten Omega - wie Sie ihn zu nennen pflegen -
bedanken wir uns für die großzügige Unterstützung durch die Föderation. Durch
die Vermittlung von Botschafter Sulwarek sind wir endlich zu einer für alle
Beteiligten befriedigenden Einigung gekommen. Aber ab jetzt sollten wir unsere
zukünftigen Differenzen alleine bewältigen können. Wir würden Sie gerne noch zu
einem längeren Aufenthalt einladen, aber der Botschafter hat uns mitgeteilt,
dass er leider wegen dringender Angelegenheiten sofort nach Vulkan zurückkehren
muss.“
Kirk nickte äußerst erfreut, denn das bedeutete, dass hier erst
mal mit keinen weiteren Schwierigkeiten zu rechnen war und die Enterprise
das System sofort wieder verlassen konnte. Als der vulkanische Botschafter aber
näher zu ihnen trat, fiel ihm eine bemerkenswerte Ähnlichkeit zu seinem
Wissenschaftsoffizier auf. Der Mann erschien ihm seltsam vertraut und er konnte
er es kaum unterdrücken, den Mann offen anzustarren. Aber es war doch eine
andere Person. Die längeren Haare und besonders seine Augen waren anders als
bei Spock, und er war älter.
‚Also, ich kenne ihn nicht
persönlich, aber wieso bin ich bei seinem Anblick so gebannt?’ Kirk
schauderte, trotz der Hitze. ‚Er kommt
mir so bekannt vor, aber woher?’ Vorsichtig schaute er sich zu Spock um, der
neben ihm stand. Dessen Gesicht war bleich und abweisend. ‚Was soll das,’ wunderte sich Kirk. Freute er sich nicht, einen
Verwandten zu sehen? Plötzlich bekam Kirk einen deutlichen Schubs von hinten
und konnte gerade noch realisieren, dass jetzt etwas von ihm erwartet wurde.
„Wir bedanken uns für den freundlichen Empfang und bedauern
genauso wie Sie, dass wir leider nicht länger bleiben können. Wenn Sie es denn
wünschen, werden unsere Abgesandten Sie sicherlich gerne wieder kontaktieren.“
Alle Beteiligten verneigten sich, und die Crew mit dem Botschafter
stellte sich bereit, um sich hochbeamen zu lassen.
*
„Lt. Uhura, wenn Sie mich noch einmal so hart in den Rücken stupsen, gibt es einen Verweis,
verstanden?“, sagte Kirk mit einem erhobenen Zeigefinger, aber auch einem
Lächeln im Auge, nachdem sie wieder im Transporterraum materialisiert waren.
„Und übrigens, danke.“
„Aye, Captain“, antwortete sie lächelnd und stieg mit Chekov von
der Plattform. In Gedanken war sie schon dabei, den Bericht für das
Missionslogbuch zu erstellen.
Der vulkanische Botschafter hatte die beinahe familiäre Szene im
Transporterraum neugierig betrachtet und wandte sich dann an Kirk. „Captain,
ich danke Ihnen, dass Sie mich nach Vulkan bringen. Sicher haben Sie in der
Regel wichtigere Aufgaben zu bewältigen. Ich bitte, mich zurückziehen zu
dürfen.“
Kirk war angenehm überrascht über das unerwartete Verständnis des
Botschafters und antwortete mit einem strahlenden Lächeln sofort: “Nein, nein,
es ist uns eine Ehre. Sie werden auch sicher einiges mit meinem Ersten Offizier
zu besprechen haben. Spock, wären Sie so freundlich und bringen unseren Gast
auf sein Quartier? Ihre Kultur liegt mir nämlich sehr am Herzen.“
Die Augenbrauen beider Vulkanier gingen gleichzeitig in die Höhe.
Das sah komisch aus, befand Kirk und musste innerlich lächeln, ‚Aber ich rede heute ja auch ziemlich
seltsam.’ Er beobachtete, wie sich Sulwarek verneigte und mit einem sehr
förmlichen Spock den Transporterraum verließ.
Für ihn ganz ungewohnt zitterten seine Knie und er fühlte sich ganz
benommen, als er nach ihnen den Raum verließ und dabei die sich entfernenden
Vulkanier mit seinen Blicken verfolgte.
Uhura schaute besorgt in das bleiche Gesicht von Kirk: „Kann ich
etwas für Sie tun, Captain?“
„Nein, nein, gehen wir auf die Brücke, wo wir hingehören.“ ‚Abgesehen davon gibt es da meinen
Lieblingsstuhl’, fügte Kirk noch in Gedanken hinzu.
Und der ganze Tross marschierte hinter ihm her, wie eine
Entenschar, Richtung Brücke.
*
„Wie ist es dir bei der Sternenflotte ergangen? Wir haben uns sehr
viele Jahre nicht gesehen, aber ich habe deine Karriere mit Interesse verfolgt
und fand es immer schade, dass dein Vater keine Logik in deinen Entscheidungen
erkennen konnte.“ Sulwarek hatte sich mit Spocks Hilfe in seiner Kabine
eingerichtet und danach gewünscht, dass Spock noch zu einem Gespräch blieb.
„Ich bin sicher, dass ich die richtige Wahl getroffen habe. Aber
bitte erzähle mir zuerst von dir und unseren Verwandten, denn ich sehe sie selten.
Wie ist es dir seit deiner Jugend ergangen?“, entgegnete Spock steif.
Sulwarek erzählte seinen Lebensweg, der ihn bis zu diesem Planeten
geführt hatte. Hinzu kamen Berichte von Vulkan, und Spock schien sich zunehmend
zu entspannen. Sulwarek beobachtete Spock und sprach ihn dann erneut an: “Wie
ist es dir unter all diesen Menschen ergangen? Ich weiß natürlich, dass du
ihnen durch deine Herkunft näher stehst als ich. Aber es ist doch sicher nicht
leicht, mit Menschen, die derart offen ihre Emotionen zur Schau stellen,
zusammen zu arbeiten?“ Sulwarek dachte an die Szene zwischen dem Captain und
Lieutenant Uhura.
„Du hast recht, aber ich betrachte mich als Botschafter unserer
vulkanischen Werte. Sicher ist es aber auch ein gegenseitiger Austausch, der für
beide Völker von Nutzen sein kann.“
„Deinen Vater würde sicher freuen, dies von dir zu hören. Ich habe
auch von eurer produktiven Zusammenarbeit gehört. Du und dein Captain – ihr
sollt ein legendäres Team sein, erzählt man sich. Stimmt das? Was ist er für
ein Mensch, dieser James T. Kirk?“
Spock wurde blass, als Sulwarek ihn so direkt auf Jim ansprach.
Zuviel war in letzter Zeit durcheinandergeraten. Hinzu kam der Anblick seines
entfernt verwandten Jugendfreundes und auch Jims Reaktion bei dessen Anblick,
die ihn sich schuldig fühlen ließ. Trotz der Hitze in dem Raum schüttelte es
ihn und er konnte nicht antworten. Seine Selbstbeherrschung begann zu bröckeln
und er wusste nicht, wie er das noch verhindern konnte. Nur noch unartikulierte
Laute kamen aus seinem Mund und er sackte in sich zusammen.
„Was ist mit dir? Soll ich diesen menschlichen Schiffsarzt rufen?“
„Nein, bitte nicht “, kam es gequält aus Spocks Mund.
„Was wäre dir eine Hilfe? Ich werde versuchen, dich mental zu
stützen, um zu sehen, was dir fehlt. Wir haben noch eine dünne Verbindung, wie
du weißt.“ Trotz des Ernstes der Lage huschte kurz ein verträumter Ausdruck
über Sulwareks Gesicht. Er half Spock auf die Liege. „Ich war einmal für ganz
kurze Zeit dein T`hy`la. Es ist nur logisch, dass ich dir jetzt als einziger
anwesender Vulkanier helfe“, flüsterte er.
Spock krümmte sich, aber er war so überwältigt von seinen
widersprechenden Empfinden, dass er keine Kraft mehr zu einer Gegenwehr hatte.
Langsam senkten sich die Fingerkuppen in Spocks Gesicht.
„Was hast du getan, Spock!“
Spock erhob sich und schaute mit einer Mischung aus Verzweiflung
und Ergebenheit in Sulwareks Gesicht. „Du hast jetzt alles gesehen und das
Recht mich zu verurteilen. Ich gebe mein Schicksal in deine Hände.“
Sulwarek war wieder Willen amüsiert: „Diesen Hang zum Melodramatischen - es gibt dafür zu
Recht kein Wort im Vulkanischen - musst du von den Menschen übernommen haben. Wir sind Vulkanier und lösen unsere
Probleme mit kühlem Verstand.“
„Du hast natürlich recht, aber ich sah keine akzeptable Lösung.“
Spock fühlte sich gestärkt durch den Hinweis auf sein vulkanisches Erbe und
straffte seine Schultern.
„Du liebst deinen Captain und wünscht ihn dir als Bindungspartner!
Du wolltest ihm aus einer Verstimmung helfen und bist aus eigennützigen Motiven
zu weit gegangen. Dass du unsere gemeinsame Erinnerung benutzt hast, um seine
Gefühle zu prüfen, finde ich - verwirrend. Da du auch eine menschliche Seite
hast, kann ich aber dein Verhalten nicht wirklich beurteilen. Du solltest
vulkanischen Priestern deinen Fall vortragen, um Klarheit in diesem Punkt zu
gewinnen. Aber das Wichtigste ist es, deinem Captain die Wahrheit zu sagen. Mir
scheint, dass er bereits bewusste Erinnerungen an dieses Erlebnis zurückgewinnt
und deine Gedächtnislöschung nicht wirklich vollständig war. Ich gewinne diesen
Eindruck, weil er mich ansah, als würde er mich kennen. Ich habe gesehen, dass
du dir diese Aussprache wünschst, aber deine Bedenken bisher stärker waren.
Besinne dich auf dein vulkanisches Erbe und verbinde es mit deinem
menschlichen. Das wird dir den Weg zeigen.“
Sulwarek hielt einen Moment inne, reichte Spock ein vulkanisches
Getränk, das dieser dankbar annahm und fügte hinzu: „Nun, es ist mir eine Ehre,
dich einmal so gut gekannt zu haben. In gewisser Weise ehrt es mich auch, dass
gerade unsere Begegnung dich in dieser Art beeinflusst hat. Derartige Bindungen
zwischen erwachsenen Männern sind auch auf Vulkan selten, aber nicht ganz
unbekannt, wie du weißt. Aber du bist, bis jetzt, immer erfolgreich deinen
eigenen Weg gegangen. So wünsche ich dir eine förderliche Zukunft.“
Spock erhob sich und verneigte sich: „Ich danke dir für deine
klaren Worte.“
„Das ist nicht nötig.“
„Ich weiß.“
*
„Wir haben den Orbit von Vulkan erreicht, Sir“, meldete Sulu in
Kirks Richtung.
„Sehr gut. Schwenken Sie ein. Ltn. Uhura, fragen Sie nach, wann
wir uns runter beamen lassen können.“
Hektische Aktivität auf allen
Stationen setzte ein, die vom Captain aufmerksam beobachtet wurde. ‚Das ist nun mal meine Aufgabe’, sagte
sich Kirk und sein Blick blieb zum wiederholten Male auf dem Rücken von Spock
hängen. Er wirkte wieder etwas zugänglicher, aber was nun eigentlich los war,
wusste Kirk immer noch nicht zu sagen. Dass er diese speziellen Träume jetzt
jede Nacht träumte, machte die Sache nicht besser. War es Spock, oder hatte
sogar dieser Sulwarek sich in diese Träume eingeschlichen? Es wurde zum
Albtraum. McCoy hatte ihm inzwischen zu einem Gespräch mit Spock geraten. Und
als er sich gerade dazu durchgerungen hatte, kam diese mysteriöse Einladung von
Spock: Er wolle ihm ein vulkanisches Heiligtum zeigen. Typisch Spock! Kirk hatte nicht das Gefühl in der richtigen
Stimmung für eine archäologische Exkursion zu sein. Aber er hatte eine stille
Hoffnung, dass dieser Besuch vielleicht Klärung in seine Beziehung zu seinem
Ersten Offizier brachte. ‚Vielleicht wird es ja ein schöner Tag, mit ihm
allein, auf seinem Heimatplaneten.’
*
Nachdem die Landung, die Begrüßung durch die vulkanischen
Würdenträger und die Verabschiedung des Sonderbotschafters erfolgreich
abgeschlossen waren, bereiteten sich der Captain und sein Erster Offizier auf
ihren Ausflug vor. Auch die Mannschaft hatte 24 solare Stunden Zeit für einen
Landurlaub. So waren alle in guter Stimmung. Nur sie beide waren jeder auf
seine Art angespannt. Heimlich versuchte Kirk immer wieder einen Blick auf
seinen Schiffskameraden zu werfen. Normalerweise
kannte er Unsicherheit nicht. Normalerweise
hatte er das Sagen, wusste, wo es lang ging, war der Captain. Normalerweise. Aber mit diesem Spock war
nie etwas normal. Bei jedem anderen hätte er Spocks Verhalten als Abweisung
verstanden, hätte sich sofort abgewendet. Aber bei seinem Ersten Offizier
steckte hinter der unbewegten Fassade oft auch etwas anderes. Das war Kirk
klar. Aber was?
Spock belud mit ihrem Gepäck einen für den Ausflug gemieteten
kleinen vulkanischen Flieger und Kirk ertappte sich dabei, wie er ihn heimlich
dabei beobachtete. Doch schnell fühlte er wieder ein inzwischen aus den Träumen
vertrautes Sehnen und er zwang sich, den Blick wieder zu senken.
„Möchten Sie nicht mitkommen, Captain?“
„Doch, natürlich Spock, sofort, ich komme.“ Von Spocks Frage
aufgeschreckt, beeilte sich Kirk schnell auf seiner Seite einzusteigen. „Wie
kann man es nur auf einem so heißen Planeten aushalten?“ Es war ein nur
halbherziger Versuch von ihm eine leichte Konversation anzufangen.
„Das ist meine Heimat, Captain“, antwortete Spock ruhig und mit
einem angedeuteten Lächeln.
„Natürlich, verzeihen Sie, Spock.“ Kirk fühlte leichte
Verzweiflung in sich aufsteigen und er biss sich verärgert über seine taktlose
Bemerkung auf die Lippe. „Ich freue mich schon auf das, was Sie mir zeigen
werden.“
Spock warf einen besorgten Blick auf den Captain und brauchte
seine ganze Kraft, um seine innere Unruhe zu verbergen. Der irrationale
Gedanke, jetzt zurückzukehren, schoss ihm durch den Kopf. Er war sich nicht
sicher, ob er noch lange den Mut haben würde, sein Vorhaben durchzuführen.
Nach einer Weile, die Kirk endlos vorkam, zeigte Spock auf ein
Gebirge: “Das ist der Mount Seleya. Da fliegen wir hin.“
„Gut Spock, ich könnte langsam eine Pause gebrauchen“, antwortete
der Captain, dem inzwischen in dem kleinen Flieger - vor allem die Nähe zu
Spock - zu heiß wurde. Sie näherten
sich den Felsen, landeten und stiegen aus. Dann folgte Kirk seinem Kameraden zu
einem kurvigen und leicht abfallenden Pfad, der direkt in den Berg
hineinführte. Am Ende des Weges angekommen, blickte er von oben auf eine
riesige Halle hinab. Ein grünlich leuchtendes Bassin in der Mitte verbreitete
ein sanftes Dämmerlicht.
„Oh, was ist das? Das kenne ich! Aber ich war doch noch nie hier,
Spock“ Kirk war total irritiert.
„Bitte komm, Jim. Ich werde dir alles erklären.“
Kirk war verblüfft über die vertraute, aber eher selten benutzte
persönliche Anrede und folgte langsam Spock, der ihm voraus in die
menschenleere Halle schritt und sich dann in einen Seitenraum begab. Er
verdrehte sich fast den Hals, um alle Einzelheiten in der dunklen Halle
wahrzunehmen und das Gefühl eines Déjà-vu-Erlebnisses wurde immer intensiver.
Dann betraten sie eine kleine Kammer.
Spock ließ durch einen verborgenen Mechanismen kleine Leuchten ein
diffuses Licht auf eine Lagerstatt werfen.
Kirk wurde es zunehmend unheimlicher. “Spock, irgendwie erkenne
ich das alles wieder. Es ist wie in einem Traum, den ich in letzter Zeit öfter
hatte.“ Er blickte weg, weil er über seinen Traum eigentlich nicht reden
wollte.
„Captain! Jim! Es ist auch sozusagen ein Traum. Ein Traum, den wir
bereits gemeinsam geträumt haben.“
Kirk schaute verblüfft in Spocks Gesicht, welches ihm in dem
schummrigen Licht noch dunkler erschien.
„Jim, ist dir in letzter Zeit etwas Ungewöhnliches an dir
aufgefallen?“
Kirk wollte eigentlich nicht über etwas so Intimes, wie seine sexuellen
Träume, mit seinem Wissenschaftsoffizier reden, andererseits hatte er das
Gefühl, dass Spock vielleicht mehr wusste, als er bisher zugab. Nach einem
forschenden Blick in die dunklen Augen, die ihn zu durchdringen schienen,
lächelte Kirk schief und erzählte mit kurzen, knappen Worten seine nächtlichen
Erlebnisse. Er hatte das Gefühl, ein hochrotes Gesicht dabei zu haben.
„Und der Vulkanier erinnerte dich auch an... mich?“
„Es könnte sogar ein jüngerer Sulwarek gewesen sein, aber das kann
nicht sein, weil ich ihn ja jetzt zum ersten Mal gesehen habe. Ich weiß einfach
nicht, was das alles zu bedeuten hat.“ Kirk registrierte plötzlich besonders
intensiv die körperliche Nähe zu Spock und schwieg verlegen.
„Jim, bevor ich weiterrede...“, Spock holte tief Luft. „...sag mir
bitte, wie du den Gedanken empfunden hast, in dieser Form mit mir... intim zu
sein?“ Kirk wollte ausweichen, aber Spock schien das zu spüren, versuchte Jims
Augen mit den seinigen festzuhalten.
„Spock, ich weiß nicht... was für eine Frage... ja, also... ich
habe es genossen, wenn du es wissen willst... egal, was du jetzt sagst... es
war ja nur ein Traum“, stotterte ein sehr verlegener Kirk mit einem leicht
trotzigen Tonfall.
„Dann war da schon etwas in dir“, sagte Spock leise, wie zu sich
selbst.
„Was? Was sollte denn in mir gewesen sein? Jetzt aber raus mit der
Sprache! Hast du etwas damit zu tun?“ Kirk starrte ungeduldig auf Spock.
„Jim, ich muss dir etwas sagen.“
„Ich glaube auch“, erwiderte Kirk und setzte sich auf das Bett.
Aber Spock blieb vor ihm stehen, sichtbar nervös. „Jim, ich habe
mit dir eine Mentalverschmelzung durchgeführt.“
„Mentalverschmelzung? Das weiß ich doch.“ Auf dem Gesicht des
Captains entstand Verwirrung.
„Ja, Jim. Aber da ist etwas, was du nicht weißt. Ich bin während
einer dieser Verschmelzungen mit dir hier gewesen. Und du hast eine Erinnerung
von mir nacherlebt. Danach habe ich deine Erinnerung daran aber gleich wieder
gelöscht. Doch daher kommen deine Träume“, sagte Spock mit unbewegter Miene,
die Hände auf dem Rücken verschränkt.
„Du hast was
gemacht? Warum? Was sollte das?“, rief ein aufgebrachter Kirk und sprang von
seinem Sitz hoch. „Was für eine Erinnerung? Wovon redest du überhaupt, zum
Teufel?“ Kirk funkelte Spock wütend an und stand bebend vor ihm. Er fühlte sich
von ihm hintergangen und missbraucht.
Spock war innerlich tief erschüttert von der heftigen Reaktion.
Sein bisheriger Mut hatte ihn verlassen und seine Schultern sackten zusammen.
Er senkte den Kopf, konnte auf einmal nicht mehr ertragen, dem anderen in die
Augen zu schauen. „Das war ein unverzeihlicher Fehler von mir. Das hätte mir
als Vulkanier auch nicht passieren dürfen. Ich werde mich verantworten müssen“,
sagte er leise.
Als Kirk den zerknirschten Spock vor sich sah, atmete er tief
durch und versuchte, seine Hand beruhigend auszustrecken, aber Spock wich
instinktiv zurück. „Bitte nicht! Du weißt nicht, was das für Folgen für dich
haben könnte. Ich weiß es ja selber nicht.“
„Was soll denn das nun schon wieder? Wovon sprichst du, verdammt
noch mal! Bin ich nicht immer auf deiner Seite gewesen? Bitte Spock, sag mir
endlich was los ist.“ Langsam ließ Kirk sich wieder auf das seltsam vertraute
Bett niedersinken.
„Wenn du einverstanden bist, könnte ich noch einmal einen mentalen
Kontakt durchführen und deine Erinnerung wieder vollständig herstellen. Aber
falls die letzte Mentalverschmelzung vielleicht unbeabsichtigte Folgen hatte,
wäre es besser, wir würden danach zu einem vulkanischen Heiler gehen. Ich würde
dann natürlich sofort meinen Abschied von der Sternenflotte nehmen.“ Spocks
Stimme wurde immer leiser.
„Spock, bitte! Lass uns diese Verschmelzung erneut durchführen,
damit ich endlich weiß, vor was du dich so fürchtest. Über die Folgen reden wir
später.“ Kirk blickte sanft auf die gekrümmte Gestalt vor sich.
Der Vulkanier fühlte sich schwach und zerrissen. Eigentlich hatte
er geplant gehabt, Jim seine Erinnerung wieder zurück zu geben und dann die
Folgen für sein unerlaubtes Tun stoisch zu ertragen. Aber da waren noch seine eigenen
triebhaften, und für ihn selbst kaum zu kontrollierenden Bedürfnisse. Er wollte
Jim immer noch. Das war ihm in den letzten Tagen und Nächten klargeworden. Er
würde das vor Jim jetzt nicht mehr verbergen können. Ein erneute mentaler
Kontakt könnte sogar vielleicht zwischen ihnen... ‚Aber er ist ein Mensch... Wenn ich doch nur besser in diesen Dingen
Bescheid wüsste... Zwischen reinrassigen Vulkaniern wäre das alles viel
einfacher...’
„Spock!! Jetzt sofort!“, sagte Kirk in seinem besten Kommandoton,
und dem konnte Spock sich nicht mehr entziehen. Er nickte ergeben und setzte
sich neben ihn auf die Lagerstatt, beugte sich zu ihm und stellte dann mit
zittrigen Fingern den Kontakt her.
Wie aus einem Nebel tauchten plötzlich Bilder in Kirk auf.
Das war Sulwarek!
Ja, Jim, und du
warst an meiner Stelle.
Jetzt weiß ich
wieder alles. Es war - sehr - ungewöhnlich - sehr aufregend.
Ja, das ist es
sicher für dich gewesen.
In meiner
Erinnerung war es mir, als wenn du und ich...
Wenn da nichts
in deinem Geist gewesen wäre, an das dieses Erlebnis sich in deinem gesamten
Gedanken und Gefühlen hätte knüpfen können, dann wäre meine Löschung
erfolgreich gewesen. Aber es muss bereits eine Entsprechung für derartiges in
dir gewesen sein. Ein früherer Wunschgedanke - über mich. So ist alles in
deinen Träumen wieder aufgetaucht.
In einer plötzlichen Eingebung legte Kirk ganz leicht seine Hand
auf Spocks Oberschenkel und spürte, verstärkt durch den mentalen Kontakt, bei
dieser Berührung ein Erbeben unter seinen Fingern.
Jim!
Das hast du dir
gewünscht, Spock! Kirk war tief erstaunt. Und
du hast mich hierher geführt, um...
Spock löste so schnell seine Finger von Kirks Schläfen, als hätte
er sich auf der menschlichen Haut verbrannt. „Es geht nicht. Es darf nicht sein.“
Durch den plötzlichen Abbruch der mentalen Verbindung verwirrt,
verlor Kirk kurz die Orientierung. Er schüttelte seinen Kopf und schaute dann
vorsichtig zu seinem Nachbarn.
Spock hielt sein Gesicht mit seinen Händen bedeckt und schien wie
erstarrt. Aber etwas ganz anderes erregte die Aufmerksamkeit des Captains.
Spock hatte eine sich unter dem schwarzen Stoff deutlich abzeichnende Erektion.
‚Oh’, dachte er, er will mich wirklich, aber er hat
offensichtlich ein riesiges Problem damit.’
Er legte seine Hand wieder vorsichtig auf Spocks Oberschenkel
zurück. Diesmal ein Stückchen höher. Der Vulkanier zitterte wieder unter der
Berührung, aber es kam nur ein Stöhnen aus seinem Mund.
„Spock, warum hast du mir nie etwas davon gesagt?“
„Ich konnte nicht. Und ich weiß nicht, ob wir das wirklich tun
sollten und ich wollte keine Zurückweisung. Ich muss sicher sein... Bei
Vulkaniern ist das anders... Du bist ein Mensch...“, flüsterte er gequält und
fast unverständlich.
In dem dämmrigen Licht versuchte Kirk, den Gesichtsaudruck von
Spock zu deuten und sah tiefschwarze, brennende Augen, die ihn gleichzeitig
traurig und sehnsüchtig musterten. Er wollte es jetzt aber endlich wissen und
ließ seine Hand höher wandern, umfasste dann mit einer entschlossenen Bewegung die
Wölbung in Spocks Schritt.
Der Vulkanier schrie unterdrückt auf und musste sich auf dem Bett
festkrallen, um nicht umzusinken.
Der Captain beugte sich mit einem wissenden Lächeln näher zu ihm
hin. „Ich verstehe zwar nichts von diesen vulkanischen Dingen, aber das hier, das verstehe ich“, raunte er
und spürte, dass die starke Resonanz ihn selbst sehr erregt hatte. Er musste
unwillkürlich seine Beine spreizen, um sich etwas Erleichterung zu verschaffen.
Spock konnte seinen Blick nicht
mehr von Kirk lösen.
Jim nahm vorsichtig seine Hand wieder zurück und zog dann, ohne
das Objekt seiner Begierde aus den Augen zu lassen, sein Uniformhemd aus. Dann
begann er an seiner Hose den Reißverschluss zu öffnen.
Spock öffnete schwer atmend den Mund.
„Jim... nein. Ich... “
„Ich kann nicht mehr warten. Ich will auch nicht. Diese ganzen
Träume... Wir können meinetwegen danach zu einem Heiler gehen, oder was immer
das Problem ist. Aber lass` mich nicht länger warten. Du willst es doch auch.
Bitte Spock... “
Die hellen, nun entblößten, Muskeln tanzten vor Spocks Augen und
Jims Appell hallte immer wieder in ihm nach. Er spürte wie sein logischer
Verstand und seine letzten Barrieren weggespült wurden. Wie unter Zwang stand
er auf und vor Kirks aufmerksamen Blicken befreite er sich selbst mit wenigen
Bewegungen von seinen Kleidern und Stiefeln.
Die vielen kleinen Lichter ließen den blassen Teint der vulkanisch
getönten Haut deutlicher hervortreten. Kirk ließ seinen Blick über den
entblößten, männlichen Körper wandern und dieser Anblick und die
offensichtliche Begierde, die er bei seinem Offizier ausgelöst hatte,
steigerten nur noch seinen Wunsch ihm endlich auch in Wirklichkeit körperlich
ganz nahe sein zu können. Schnell versuchte er sich selbst noch vom Rest seiner
eigenen Kleidung zu befreien.
„Wir haben schon viel zu
viel Zeit vergeudet, meinst du nicht auch?“ stellte Kirk mit rauem Ton leise
fest.
Spock nickte nur stumm, denn er traute seiner eigenen Stimme nicht
mehr.
Kirk drehte sich ganz zu ihm hin und mit tiefen, glücklichen
Seufzern umarmten sie sich zum ersten Mal in ihrem Leben richtig. Wie in
Zeitlupe ließen sie sich langsam auf das Bett fallen und Kirk genoss zuerst nur
das Gefühl endlich Spocks nackte Brust auf seinem Körper spüren zu können. Er
streichelte den samtweichen Rücken entlang und wanderte dann mit seinen Händen
tiefer zu den festen Hinterbacken. Zärtlich umkreiste er sie mit den
Fingerspitzen und bewegte dann auch seinen Unterleib mit einem tiefen Ah...
immer näher heran.
Spock ließ seine Lippen über die Wangen und den Hals seines
Liebhabers gleiten und auch er versuchte mit seinen Händen überall gleichzeitig
zu sein. Dann berührten sich ihre Bäuche und Kirks hartes Glied berührte Spocks
Penis. Beide stöhnten bei dieser Berührung laut auf und pressten sich mit
rhythmischen Bewegungen aneinander.
Immer fieberhafter wurden ihre Zärtlichkeiten und bald lag Kirk
mit einem seligen Lächeln ganz auf dem Rücken. Er fühlte sich in seinen Traum
zurückversetzt, nur waren die körperlichen Empfindungen diesmal bedeutend
intensiver, ließen ihn um Luft ringen. Es war das erste Mal, dass er Spock
derartig körperlich nah war und doch hatte er gleichzeitig das Gefühl, etwas
ganz Vertrautes mit ihm zu tun. Und als hätte Spock seine Gedanken gelesen,
befreite sein vulkanischer Liebhaber sich wieder aus seinen Armen und schob
sich am Rand des Bettes zwischen seine gespreizten Beine.
Kirk spürte eine erotisierende Hitze, die von Spocks Körper
ausging und auf seine inneren Oberschenkel ausstrahlte. „Oh, Spock, es ist so
schön mit dir... “, stöhnte er.
Spock legte als Antwort seine ganze Hand besitzergreifend auf Jims
Geschlecht.
Sensible Finger umfassten und rieben das harte Glied und
streichelten gleichzeitig die Hoden. Kirk ließ sich ganz in seine erregten
Gefühle fallen. Aber viel zu schnell spürte er, dass er kam und laut
aufstöhnend ergoss er sich weit über seinen Bauch.
Minuten später endlich wieder zu Atem gekommen sah Kirk, dass sich
Spock inzwischen an seine Seite gekuschelt hatte und dabei eine feuchte Hand
auf die Brust gedrückt hielt.
„Liebster“, flüsterte Kirk zärtlich und drehte sich ganz zu ihm
hin.
Ein angedeutetes Lächeln erschien kurz auf den schmalen Lippen.
Kirk ließ den Blick an seinem Liebhaber entlang gleiten, und blieb
an dessen Erektion hängen. „Und du, was kann ich für dich tun?“, fragte er
liebevoll.
„Ich habe eine größere Selbstbeherrschung als die Menschen.“
Aber Kirk sah den sehnsüchtigen Blick in den dunklen Augen und
lächelte in sich hinein. Er begann mit seinen Händen die dunkel-behaarte Brust
entlang zu fahren. Dann umfasste er zart die bis auf die Doppelringe ganz
ähnlich geformten Geschlechtsteile und Spock legte sich tief aufseufzend ganz
auf den Rücken.
„Jim, was tust du... “
Kirk lächelte und beugte sich über den Unterleib, der ihm entgegen
gestreckt wurde. „Was ich schon längst hätte tun sollen“, antwortete er leise.
Dann senkte er seine Lippen und umfasste mit seinem Mund so viel von Spocks
Glied wie seine Kehle zuließ.
Spock begann immer lauter zu stöhnen und Kirk versuchte dem
anderen mit seinen Bewegungen soviel Lust wie möglich zu verschaffen.
Mit einem lauten Aufschrei entlud sich Spock in Jims Mund, der
neugierig auf den Geschmack von dem nussartig schmeckenden vulkanischem Sperma
gewesen war.
„Spock, alles okay?“ fragte Kirk ihn danach.
Ein weicher Ausdruck stahl sich auf dessen Gesicht. „Ja, Jim. Ich
fühle mich nur etwas... anders.“
„Vielleicht glücklich?“
Spocks Gesicht bekam eine Intensität, die Kirk vorher noch nie an
ihm gesehen hatte, aber er antwortete nicht.
„Ich bin es auf alle Fälle und wünsche mir, dass es mit uns ewig
so weitergeht. Es gibt da noch so viel, was ich mit dir und du mit mir... “
Kirk lachte leise auf und räkelte sich dann verträumt auf dem Bett, betrachtete
bewundernd den Körper seines Geliebten.
„Aber wie kann es weitergehen, Jim?“
Kirk blickte erstaunt hoch, überlegte erst und sagte dann ernst.
„Mach dir keine Sorgen, Spock. Wir sind außergewöhnliche Leute. Und
außergewöhnliche Leute finden immer einen Weg.“