Mai Nacht

 

Es ist spät, als ich die letzte Ladung Wäsche in die Maschine packe. Durch das offene Fenster im Bad höre ich die Vögel, die draußen noch vom Frühling singen, selbst nach Sonnenuntergang.

 

Ich bin müde und bin es doch nicht. Ich fühle mich träge und rastlos zugleich in dieser Mainacht. Stehe vor dem Spiegel und finde mich nicht darin...

 

Ich lehne mich gegen die Waschmaschine, spüre das Vibrieren, das von ihr ausgeht. Sie erzeugt ein köstliches Kribbeln, das durch meinen ganzen Körper strahlt.

 

Ich schließe die Augen, genieße ganz einfach, was ich empfinde. Ich berühre mit den Fingerspitzen meine Wange, ganz leicht und spüre das Zittern. Es ist, als hätte sich meine Wahrnehmung geändert. Meine Hand gleitet ein wenig tiefer und meine Lippen vibrieren gegen meine Fingerspitzen, lösen ein begehrliches Kribbeln in ganz anderen Körperregionen aus...

 

Plötzlich stoppt die Waschmaschine, während sie spült, dann in das nächste Programm weiterschaltet.

 

Ich schüttele die Benommenheit ab und lasse eiskaltes Wasser in einen Zahnputzbecher laufen. Mir ist heiß. Viel heißer, als es die laue Luft, die von draußen in den Raum kommt, ist.

 

Mit dem Becher setze ich mich auf die Maschine, trinke den ersten Schluck. Das Wasser ist kalt genug, dass meine Lippen prickeln und ich das Gefühl habe, es schneidet mir in den Mund.

 

Ein Tropfen löst sich vom Becherrand und fällt... fällt... gleitet an meinem Halsansatz entlang, tiefer in meinen Ausschnitt.

 

Ich spüre ihn, so kalt, auf meiner heißen Haut. Ich stelle den Becher hastig ab.

 

Unter mir fängt die Waschmaschine wieder an zu vibrieren und mein Kopf fällt in den Nacken, als ich mich von der Erregung davontragen lasse, die in mir aufsteigt.

 

Ohne bewussten Gedanken beginne ich, meine Brüste zu streicheln. Unter dem dünnen Shirtstoff sind meine Brustwarzen kleine, harte, heiße Punkte. Ich reibe über sie und spüre einen süßen, stechenden Schmerz tiefer in mir entspringend, durch den ganzen Körper rasend.

 

Ich schiebe mein Shirt hoch, lasse die Nachtluft über meine Haut streichen.

 

Ich schließe die Augen und denke an dich. Und es ist dein Mund, nicht der Maiwind, der mich berührt...

 

Meine Hose ist mit einer Handbewegung geöffnet und ich tauche den ersten Finger in das dunkle Dreieck meiner Lust. In meiner Phantasie ist es deine Zunge...

 

Das Vibrieren der Waschmaschine wird stärker, als sie beginnt, zu schleudern und reißt mich mit sich in die Mainacht.

 

Ende