Titel: Weihnachtslicht

Autor: T’Len (2006)

Fandom: TOS

Charaktere: Kirk/Spock, McCoy/Scott

Kategorie: PG

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Summe: Weihnachten auf der Brücke der Enterprise.

 

 

 

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„Du gehst schon, Jim?“ Leonard McCoy hielt seinen Freund und Captain auf, als der gerade die Weihnachtsfeier der Enterprise verlassen wollte.

 

„Ich bin müde, Pille“, erwiderte Kirk. „Gute Nacht.“

 

Leonard blickte ihm nach, als sich die Tür der Messe hinter ihm schloss. Dann runzelte er sorgenvoll die Stirn. Es war so gar nicht Jims Art, eine Feier frühzeitig zu verlassen. Schon gar nicht die Weihnachtsfeier, deren legendärer Ruf längst weit über das Schiff hinaus reichte. Doch in letzter Zeit wirkte Jim seltsam verändert, fast in sich gekehrt. Der Womanizer, der kaum einer schönen Frau widerstehen konnte, schien verschwunden.


„Du machst dir Sorgen um den Captain?“ Scotty trat an McCoys Seite und legte zärtlich einen Arm um seien Schulter.


Der Arzt nickte. „Er ist in letzter Zeit so komisch“, sagte er.


„Er ist verliebt“, meinte Scotty.

 

McCoy sah ihn überrascht an. „In Mr. Spock“, ergänzte der Chefingenieur.

 

Ein Lächeln stahl sich auf Leonards Gesicht. „Und ich dachte, nur ich habe das bemerkt“, erwiderte er.

 

Scotty schüttelte lächelnd den Kopf. „Ich glaube, das ganze Schiff weiß es. Es ist ja kaum zu übersehen.“

 

„Nur die beiden wissen es nicht“, ergänzte McCoy.

 

„Ich weiß nicht, ich wäre mir da nicht so sicher“, meinte Scotty.

 

///

 

Spock blickte von seinem Scanner auf, als sich der Turbolift zur Brücke öffnete und Jim Kirk heraus trat.

 

„Ist die Party schon zu Ende?“, fragte er.

 

Jim schüttelte den Kopf und ließ sich in seinen Sessel fallen. „Ich hatte keine Lust mehr darauf. Ohne dich.“

 

„Es war nur fair, dass ich die Schicht übernahm“, erwiderte Spock.

 

Die Enterprise befand sich auf einer Forschungsmission mitten im Förderationsgebiet. So bestand keine Gefahr und die Untersuchung des Pulsars, mit der sie gerade beschäftigt waren, konnten die Computer, einmal mit den entsprechenden Parametern programmiert, selbständig tätigen. Aber natürlich konnten die Brücke und andere wichtige Positionen auf dem Schiff nicht gänzlich unbemannt gelassen werden. Für Spock, der sich nichts aus Feiern machte und für den Weihnachten nicht die Bedeutung hatte, wie für die Menschen, war es nur logisch gewesen, sich freiwillig für den Brückendienst zu melden.

 

„Ich mache dir doch keine Vorwürfe“, erwiderte Jim. „Ich bin nur lieber hier mit dir auf der Brücke als mit den anderen auf der Party.“

 

Spock trat hinter ihm und berührte ihn zärtlich an der Schulter. Jim lächelte. Dann veränderte er die Einstellung des Bildschirms, so dass er einen größeren Ausschnitt des Sternenhimmels zeigte.

 

„Als ich klein war“, begann Jim mit leiser Stimme zu erzählen. „Gingen wir am Weihnachtsabend immer in die Kirche. Meine Mutter, mein Bruder und ich. Mein Vater war ja meist unterwegs. Nicht, dass wir irgendwie religiös gewesen wären. Die wenigsten Menschen in Riverside waren das wohl noch. Aber es gehörte irgendwie einfach dazu, dass sich alle in der alten Kirche trafen und gemeinsam Weihnachtslieder sangen. Wenn wir dann nach Hause liefen, knirschte der Schnee unter unseren Füßen und alles glitzerte geheimnisvoll. Es war wie ein Traum, ein Märchen.“

 

Er seufzte bei der Erinnerung. „Ich schaute immer in den Himmel und hatte das Gefühl, die Sterne würden mich rufen. Ich wusste genau, eines Tages würde ich zwischen ihnen reisen.“

 

„Vielleicht“, Hoffnung mischte sich in seine Stimme. „Wenn die Fünf-Jahres-Mission vorbei ist, können wir einmal zusammen zu Hause Weihnachten feiern.“

 

„Wenn es dir nicht zu kalt ist“, setzte er rasch hinzu.


„Ich würde gern deine Heimat kennen lernen, Jim“, versicherte Spock.

 

Kirk wandte sich zu Spock, der die ganze Zeit zärtlich seine Schultern massiert hatte, um. „Habt ihr Weihnachten gefeiert. Ich meine, deine Mutter stammt schließlich von der Erde.“

 

Spock schüttelte den Kopf. „Meine Mutter hat sich stets ganz den Bräuchen Vulkans untergeordnet. Aber sie erzählte mir vom Weihnachtsfest. Selbst erlebt habe ich es aber erst, als ich zur Akademie ging.“

 

Jim lächelte. „Wir müssen dir ziemlich unlogisch vorkommen, ein Fest zu Ehren der Geburt eines angeblichen Heilandes zu feiern, an den kaum noch jemand glaubt und dessen Existenz nicht einmal wissenschaftlich belegt ist.“

 

„Weihnachten ist auch seit Jahrhunderten das Fest der Familie und der Liebe“, erinnerte Spock ihn.

 

„Ja, der Liebe.“ Jim stand auf und trat zu Spock. „Ich bin so glücklich wie noch nie“, gestand er leise. Er schlang seine Arme um den Vulkanier und küsste ihn.

 

Erst ein nachdrückliches Räuspern ließ sie auseinander fahren. McCoy und Scott standen auf der Brücke. Jim und Spock waren so in ihren Kuss vertieft gewesen,  dass nicht einmal das empfindliche Gehör des Vulkaniers das Aufgleiten der Turbolifttüren gehört hatte.

 

„Habe ich es dir nicht gesagt, sie sind längst ein Paar“, flüsterte Scotty Leonard zu.

 

Jim grinste. „Ertappt“, sagte er. 

 

„Und ich Esel mach mir die ganze Zeit Sorgen um euch.“ Leonards Stimme klang allerdings keineswegs böse. Dafür freute er sich viel zu sehr. Er hatte mit Jim über dessen seltsames Verhalten reden wollen. Als er ihn nicht in seiner Kabine vorfand,  war er noch mehr besorgt gewesen. Doch Scotty meinte, sie sollten doch mal bei Spock auf der Brücke nachschauen. Wie sich zeigte, hatte er damit richtig gelegen.

 

„Wir melden uns freiwillig zum Dienst“, sagte der Chefingenieur.

 

„Damit ihr Weihnachten feiern könnt“, ergänzte McCoy.

„Das ist sehr freundlich von Ihnen, aber nicht...“, begann Spock.

„Wir nehmen mit tausend Dank an“, unterbrach ihn Jim.

 

„Komm!“ Er griff nach Spocks Hand und zog ihn zum Lift.

 

Dort drehte er sich noch einmal um. „Aber macht mir keine Dummheiten hier. Jedenfalls keine, die wir nicht auch machen würden.“ Er zwinkerte McCoy vielsagend zu.

 

Spock wölbte fragend eine Augenbraue. „Wir sind nicht das einzige frisch-verliebte Paar hier“, erklärte Jim, dann zog er Spock in den Lift. Als sich die Türen hinter ihnen schlossen, küssten sie sich erneut.

 

Leonard und Scotty blickten einander an. „Ertappt“, sagte der Arzt schließlich. Dann nahm er seinen Freund in den Arm und küsste ihn ebenfalls.

 

Ende