Title: Maßarbeit

Autor: Myra

Pairing: K/S

Rating: PG, humor

Summe: Jim hat eine besonders gute Idee sich zu verewigen ...

Disclaimer: Star Trek gehört Viacom/Paramount.

Beta: T´Len, REV

 

 

 

Maßarbeit

 

"Hey Süßer, hast du schon dieses Jobangebot im neuen Gay-Star-Sextoys Katalog gesehen?"

 

Die aussagekräftigen, bunten Bilder sprangen Jim geradezu an, aber die Kleinanzeigen im hinteren Teil interessierten ihn noch viel mehr.

 

"Ich dachte, du wolltest uns etwas Nettes zu Weihnachten aussuchen?", rief der neuerdings mit einem Waschbrettbauch gesegnete Spock aus der Küche. Er versuchte mal wieder, den von Jim so heiß geliebten Steaks mit einem seiner leckeren Fitnesssalate zuvorzukommen.

 

"Sicher, sicher, aber wir haben doch mal überlegt, wie wir unsere Hauhaltkasse aufbessern könnten. Jetzt, wo wir beide im vorzeitigen Ruhestand sind."

 

Ein verblüffter Spock kam herein und beugte sich über Jims Schulter. Schnell überflog er die Zeilen, auf die Jim mit seinem Finger zeigte. "Das ist jetzt aber nicht dein Ernst, oder?" Spock zog indigniert seine Augenbrauen hoch.

 

"Warum denn nicht?", fragte sein Freund und sah mit einem schelmischen Lächeln zu ihm hoch.

 

"Also, mir gefällt die Vorstellung, unzählige Damen glücklich zu machen. Das sind schließlich auch nur Menschen."

 

"Akzeptabel. Aber doch nicht ausgerechnet so", antwortete Spock schockiert.

 

"Denkst du, dass ich dafür nicht geeignet bin?" Kirk legte demonstrativ den Katalog auf den Tisch zurück.

 

"Du sagst doch immer, dass ich ideale Maße habe, oder hast du das etwa nicht ernst gemeint?"

 

Oh, oh. Spock stellte schnell das mitgebrachte Geschirr ab.

 

"Das ist immer noch meine Überzeugung. Das weißt du doch." Spocks Augen bekamen einen seidigen Glanz. "Aber, dass ausgerechnet du dich zu so etwas hergeben möchtest, ist mir unverständlich."

 

"Das erfährt doch niemand." Kirk legte seine Finger an Spocks Kinn und beugte sich zu einem flüchtigen Kuss vor.

 

"Und fändest du das wirklich so schlimm? Etwas Großes würde geschaffen", schwärmte er augenzwinkernd. Eigentlich beinahe schade, dass niemand erfahren würde, wer sich da aufgeopfert hatte.

 

"Also wirklich!"

 

"Stell dich nicht so an. Das wird ein großer Spaß."

 

Spock seufzte auf. "Also gut, wenn du darauf bestehst, habe ich keine Einwände. Aber ich möchte nicht dabei sein."

 

"Spock!" Jims Stimme bekam plötzlich etwas Flehendes. "Du weißt doch, ohne dich ..."

 

"Wieso?" Spock eilte geschäftig hin und her und verteilte seinen Salat auf zwei tiefe Teller mit einer emaillierten Enterprise NCC-1701 auf dem Boden.

 

"Spock, ich kann das nicht ohne dich. Das weißt du doch."

 

Der Angesprochene platzierte demonstrativ noch mehr grüne Blätter auf die Schalen.

 

"Nein!"

 

"Spock." Kirk machte sich klein und lächelte sein charmantestes Lächeln.

 

"Von dem Geld können wir einen Flug nach Riga buchen."

 

Spocks Lippen wurden erst schmal, dann verzogen sie sich.

 

"Spock, bitte."

 

"Du gibst keine Ruhe, oder?"

 

Jim riss, vergleichbar Kindchenmodell nach Lorenz, die Augen so weit wie möglich auf und spitze dabei seine Lippen zu einem Kussmund.

 

"Jim!" Spock seufzte " Okay, du gibst ja doch nicht auf. Ich komme mit. Aber nur als deine Begleitung und wenn mir etwas nicht gefällt, werde ich sofort einschreiten."

 

"Du bist ein Schatz. Ich ruf gleich an."

 

Kirk gab einem immer noch zweifelnden Spock einen zweiten Kuss auf die Stirn. "Du wirst sehen, das wird lustig."

 

Dann ließ sich Jim mit der Ladys Sextoys Development Abteilung verbinden.

 

*

 

"Oh, wenn alles zu unserer Zufriedenheit klappt, haben Sie den Job. Und ich bin mir sicher, dass Sie bestens dafür geeignet sind", bestätigte die attraktive Mittvierzigerin in ihrem nüchtern ausgestatteten Büro einem schief grinsenden Jim.

 

"Am besten lassen wir gleich einen ersten Abdruck vornehmen. Einverstanden?"

 

"Sicher."

 

"Und bringen Sie ihren Freund gleich mit."

 

"Natürlich", Jim sah mit einem Zwinkern zu Spock. "Er freut sich auch schon auf das Ergebnis."

 

"Davon bin ich überzeugt", beeilte sich Rosie zu bestätigen und konnte ihr Schmunzeln kaum verbergen.

 

Sie gingen durch einige Produktionsräume und Jim sah sich in den weiträumigen Hallen um. Überall lagen Kataloge und Ansichtsprodukte der Firma herum und er versuchte sich schon mal einen Eindruck von den für Frauen gedachten Produkten zu machen. Ziemlich viele Pastellfarben, dachte er, aber die Damen werden schon wissen, warum.

 

Dann steuerten sie eine Art Labor an. Eine blonde Produktionsassistentin in einem zu engen, weißen Kittel begrüßte sie mit einem fröhlichen Hallo.

 

Rosie stellte die Beiden vor und ließ nach einem fröhlichen "Viel Vergnügen, die Herren", einen interessiert um sich blickenden Jim und einen skeptischen Vulkanier zurück.

 

"Ich bin Lilly. Machen Sie sich bitte unten rum frei, Jim und setzen Sie sich dann hier herauf. Keine Sorge, es geht alles ganz schnell und tut nicht weh. Ich muss Ihnen aber, bevor es richtig losgeht, noch eine Creme bringen. Okay?"

 

"Ja, natürlich."

 

Die Assistentin verschwand mit einem beruhigenden Lächeln in Jims Richtung hinter einem der Raumteiler.

 

Jim zog ohne weitere Formalitäten seine Hosen aus und warf das ganze Bündel grinsend in Spocks Richtung. Dann versuchte er, sich möglichst souverän in das wie ein gynäkologischer Stuhl wirkende, Gestell zu platzieren.

 

Spock machte es sich inzwischen auf einem Sofa bequem und beobachtete mit funkelnden Augen Jims Anstrengungen.

 

"Du bietest einen bemerkenswerten Anblick", kam prompt sein Kommentar.

 

Jim konnte sich zum ersten Mal des deutlichen Eindrucks nicht erwehren, dass sein Freund der Sache doch noch etwas Spaß abgewinnen konnte.

 

"Vermutlich", stöhnte er. "Warum haben die aber auch keinen normalen Stuhl, verdammt."

 

Aber sei's drum, dachte Jim. Es wird so oder so ein denkwürdiger Tag. Nachdem Jim auch noch sein Hemd hochgebunden und ansonsten nur noch in Socken bekleidet endlich in dem Stuhl bereit lag, rief er laut: "Fertig."

 

Lilly näherte sich sofort mit einer großen Cremetube in der Hand.

 

"Schön, Sie sind schon rasiert. Dann müssen Sie nur noch diese hautverträgliche Salbe auftragen. Und wenn Sie dann soweit sind, geht es sofort los."

 

Sie sah zum Sofa und musterte den stillen Vulkanier. "Vielleicht kann Ihr Freund Ihnen sogar dabei behilflich sein? Sie sollten einen möglichst großen Punkt der Erregung erreichen. Sie verstehen?"

 

Jim grinste schief, aber der Preis war das Geld für eine schöne Reise und eine gewisse Art von Unsterblichkeit.

 

"Wenn es der Sache dient", lachte Jim.

 

"Auf alle Fälle", grinste Lilly zurück und reichte die Creme kurzerhand an Spock weiter. Dann zog sie sich wieder hinter einen Vorhang zurück und begann mit einem Spatel eine weiße Masse in einem gummiartigen Behälter anzurühren.

Aber nebenbei beobachtete sie heimlich, mithilfe einer verdeckten Spiegelfläche, wie Spock die Creme liebevoll auf das begehrte Körperteil aufbrachte. Und er schien dabei mit besonders viel Sorgfalt vorzugehen.

 

Sie sah, wie sich der Brustkorb des Menschen hob und senkte und erkannte bereits jetzt, dass sich hier ein besonders gutes Modell auf den Weg zu unsterblichem Ruhm in der anspruchsvollen Damenwelt bereit machte.

 

Aber der Anblick des ganz in seine Aufgabe versunkenen Vulkaniers brachte sie noch auf eine andere Idee ...

 

"Ich gehe davon aus, dass Jim den gewünschten Zustand erreicht hat", verkündete Spock wenig später feierlich.

 

"Red nicht so geschwollen daher, Liebster", Kirk legte schnell noch selbst Hand an, um nichts mehr anbrennen zu lassen.

 

"Wenn sie bereit sind, Lilly? Ich bin es jedenfalls."

 

"Sehr schön. Aber Achtung", warnte die Technikerin für besondere Formen. "Jetzt wird es vielleicht ein bisschen kühl, aber wenn wir uns beeilen ..."

 

Mit wenigen, geschickten Handgriffen verpackte sie Jims bestes Teil in eine weiße, gipsartige Masse.

 

"Geschafft", grinste sie. "Nur noch ein paar Minuten, dann ist die Masse schon so fest, dass ich sie für unsere Produktion abheben kann. Als Negativform."

 

Jim, atmete tief durch, aber das Auftragen ging viel schneller vonstatten, als er befürchtet hatte. Der Gips sah zwar an dieser Stelle witzig aus, aber das Gefühl war nicht unangenehm. Lilly stellte eine Uhr ein und sah dann auf Spock. "Ich möchte Ihnen ja nicht zu nahe treten, aber sind Sie wirklich Vulkanier?"

 

"Halbvulkanier", korrigierte Spock sofort.

 

Plötzlich klingelte die Uhr und Lilly hob die inzwischen feste Form ab.

 

"Sehr gut geworden", bestätigte sie Jim, der sich nach einer flüchtigen Säuberung schnell wieder anzog.

 

"Hm, aber ist da anatomisch ein Unterschied zum Menschen?", fragte Lilly weiter nach. Sie sah, wie Jim grinste, aber der Vulkanier verzog keine Mine.

 

"Ich muss gestehen, dass ich darüber nicht Bescheid weiß."

 

"Da gibt es einige Unterschiede. Aber im Allgemeinen gilt es als eine unangebrachte Indiskretion, beziehungsweise als eine Art von Überheblichkeit, sich damit in Gegenwart von Menschen zu brüsten. Daher gibt es diesbezüglich auch keine Informationen in der Öffentlichkeit."

 

Jim lachte, als er Lillys verblüfftes Gesicht sah. "Er meint, er möchte ja nicht damit angeben, aber er ist, verdammt stolz auf sein Teil."

 

"Jim!"

 

"Stimmt doch, oder?"

 

"Hm, hm", machte Lilly. "Haben Sie schon mal daran gedacht sich selbst, für einen Abdruck zur Verfügung zu stellen?"

 

Spock suchte mit seinen Augen Hilfe bei Jim, der aber nur seine Arme ausbreitete.

"Das wäre ein ganz besonderer Dienst an der Gesellschaft", versuchte Lilly, ihn zu überzeugen. Und für die Firma wäre das ein genialer Schachzug, egal was es kosten würde.

 

Jim lachte und nickte dem Vukanier aufmunternd zu. "Womit sie recht hat."

 

"Jim, ich kann das nicht", stöhnte Spock. "Und was ist, wenn das öffentlich wird?"

 

"Ihre Namen werden sofort gelöscht und die Bezahlung wäre in diesem besonderen Fall - nun - dem Anlass entsprechend." Lilly holte tief Luft. Das musste einfach klappen.

 

"Und diese vulkanischen Tabus müssen doch endlich auch mal gebrochen werden", warf Jim noch in den Raum.

 

"Und Sie hätten ein besonderes, gemeinsames Erlebnis", versuchte Lilly, noch eins draufzusetzen.

 

Spock schüttelte nur seinen Kopf, aber vor so viel Überzeugungskraft musste er letztendlich kapitulieren.

 

"Einverstanden, Jim", gab er sich geschlagen. "Aber das war das letzte Mal, das ich bei so was mitmache."

 

"Versprochen", bestätigte Jim sofort, wenn es auch ein wenig unglaubwürdig klang.

 

Lilly hatte sich inzwischen schon das Okay von der Produktionsleitung geben lassen und zog sich schnell wieder hinter dem Vorhang zurück.

 

"Sie wissen ja jetzt, wie es geht", rief sie ihnen noch zu. Drinnen stellte sie sich den Spiegel wieder neu ein, sah aber leider auch nicht mehr als vorhin.

 

"Na, dann mal los", ermunterte Jim seinen Freund und verhalf mit viel Freude an der Arbeit und seinen einfühlsamen Händen Spock zu einer stattlichen Größe. Noch die Creme darauf und sie waren bereit.

 

"Sie können kommen, Lady", rief er wenig später mit einem Lächeln.

 

Die Assistentin hatte wieder ihre Schale in der Hand, aber als sie jetzt vor dem stand, was sie einzuschmieren hatte, musste sie noch mal genauer hinsehen. Ganz unbemerkt fiel ihr dabei ein fetter Klacks vom Spatel.

 

"Beeindruckend", hauchte sie, bemüht ihre Fassung zu bewahren.

 

"Tja, das finde ich auch", antwortete Jim mit Blick auf Spock und einem gewissen Besitzerstolz in der Stimme.

 

"Sie sollten tun, wozu Sie gekommen sind", erinnerte der Vulkanier die mit offenem Mund vor ihm stehende Frau.

 

"Ja, Ja, sofort", beeilte sich Lilly, zu versichern. Ein Jammer dieses auch für den menschlichen Geschmack so außergewöhnlich exquisite Körperteil bedecken zu müssen. Aber es würde ja etwas entstehen, dass am Ende sicher nicht nur sie selbst in die persönliche Sammlung stellen würde.

 

Nachdem die beiden Freunde ihren angenehm üppigen Scheck abgeholt hatten, küsste Jim Spock auf die Wange und sagte, "Na, war doch gar nicht so schlimm, oder? Wir gehen am besten gleich ins Reisebüro und diesmal suchst du aus, wohin es gehen soll. Das hast du dir verdient."

 

Wenige Wochen später kamen zwei diskret verpackte und beeindruckend gebaute Toys der neuen Modellreihe an. Einer hieß Captain Smart, der andere Special Moments.

 

Die Namen gefielen Jim, nur die goldene und blaue Farbe war ihm ein bisschen zu kitschig geraten. Typischer Frauengeschmack eben.

 

Was soll man da machen, dachte er. Wahrscheinlich waren sie sowieso die einzigen Männer, die diese Modelle besaßen, denn in die Firmengeschichte gingen die beiden Teile als besonders erfolgreiche Frauenbeglücker ein.

 

Ende

 

 

 

 

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Und hier noch ein Weihnachtsextra von Myra

 

Frohe Weihnachten!!!!