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Licht für die Seele
Kapitel 13 /13
Teil 1: Licht im Dunkel / Wenige Monate nach TOS / Kapitel 1 bis 3
Teil 2: Erkenntnis und Abschied / Direkt nach Teil 1 / Kapitel 4 bis 5
Teil 3: Licht und Dunkelheit / Zwischen dem ersten und dem zweiten Kinofilm / Kapitel 6 bis 11
Teil 4: Alles Dunkel sinkt hinweg / Nach dem fünften Kinofilm / Kapitel 12 und 13
Noch mehr Übersicht zur Story gibt es hier: http://myblog.de/lichtfuerdieseele1/page/1266116/Ubersicht_der_Story
Zusammenfassung: Die Welt ist voll von Gewalt und Missbrauch, Blindheit und Vorurteilen. Doch ungewöhnliche Kunstwerke bringen Licht in die Seelen.
ACHTUNG! Diese Story ist kein Mainstream K/S. Sie ist ein komplexes und idealistisches Weihnachtsmärchen mit einer Extraportion Kitsch und einer dreifachen Portion Harmonie. Wer so etwas nicht mag, sollte jetzt ganz schnell das Weite suchen. Diese Warnung ist ernst gemeint.
Autor: Liliane Romano
Beta: Paxstartrek
Ein Weihnachtsmärchen im Star Trek Universum
K/S, K/m,
S/f, m/m
PG 13
Mit dabei: unbeherrschte Künstler / faszinierende Vulkanier / eine traurige, lähmende Erinnerung / eine Spezies ohne Ethik / ein verzauberter Herbstwald / eine fesselnde Frau in Blau / Romantik / Erotik / Winter – und Weihnachtskitsch
Disclaimer: Das Star Trek Universum gehört mir nicht und ich verdiene damit kein Geld. Ich spiele nur ein bisschen mit den sexy Jungs und den netten Mädels die dort wohnen. Ich schreibe nur zum Spass und will keine Rechte verletzen.
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Am Morgen des Vierten Advent
Leuchtende Seelen (Finale 2/2)
Am vierten Advent, zwei Tage vor ihrer Bindungszeremonie, flogen Jim und Spock zusammen mit Sarek in seinem Privatschiff nach Vulkan. Jim war froh, dass es mit Spocks Vater keine Probleme gab. Er war sofort einverstanden mit Spocks Wahl, hatte Kirk ganz offiziell in die Familie aufgenommen und die privaten Feiern auf Vulkan vorbereitet. Die offizielle Bindungszeremonie in den Höhlen der S’Kandarei würden diese Männer und Frauen vorher nach alten Traditionen durchführen.
Doch zuerst hatten Jim und Spock etwas anderes vor…
Sie landeten vor den Toren von Gol und wurden von Robin Alliani willkommen geheißen. Sie traten aus der Hitze der Wüste in die kühleren Gästequartiere und Robin stellte die anderen Künstler vor. Zum ersten Mal sah er die Männer und Frauen alle vor sich, mit denen Robin seine Fähigkeit und Leidenschaft teilte. Er musterte Stéphane Bonner und Cupio Martinez, die beiden Männer, mit denen Robin so lange Zeit nicht in Frieden leben konnte…
Doch nun hatten sie gemeinsam das A.L.C.E. für Vulkan erschaffen.
„Seid ihr fertig?“ fragte Kirk und Robin zuckte lässig mit den Schultern.
„Schon seit zwei Wochen.“
„Schon… ganz fertig? Hat der Kristall reagiert?“
Cupio, ein braungelockter Mann mit großen hellen Augen, lächelte.
„Wie geplant, wie gefühlt, wie erhofft.“
„Ich dachte, ihr setzt den Kristall erst bei der Zeremonie am 25. Dezember ein.“
„Lieber nicht“, meinte Liam, „wir wollten auf Nummer sicher gehen und außerdem wollte Satiamor, der Oberste des Hohen Rates, das A.L.C.E. vorher sehen und erleben.“
„Was hat er gesagt?“
„Nuuun… Captain, wissen Sie, wie ein glücklicher Vulkanier aussieht? Einer, der nicht nur weiß, sondern auch fühlt, dass er den richtigen Weg genommen hat und sich mit seiner Philosophie in Einklang befindet?“ fragte Stéphane sanft. „WIR wissen es.“
Jim lächelte verstehend.
„Ja, ich weiß es auch.
Wo ist denn das Kunstwerk?“
„150 Meter von hier, am Rande des Zeremonienplatzes. Sie können es erst am 25. sehen, wie alle anderen auch. Dann, wenn die Zeremonie stattfindet, morgens fünf Uhr“, sagte Stéphane.
„Exakt 24 Stunden nach unserer Bindungszeremonie bei den S’Kandarei. Fünf Uhr scheint die beliebteste Zeit bei den Vulkaniern zu sein.“
„Zu dieser Zeit endet die Nacht und beginnt der Tag. Es ist der ideale Zeitpunkt, denn die Kälte weicht der Wärme und der Geist ist entspannt“, erklärte Spock.
„Es interessiert mich, wie ihr … das vollbracht habt. Ihr habt etwas geschaffen, womit die Vulkanier tiefer in ihre eigene Philosophie eindringen und sie erneuern können. Das ist… mehr als beachtlich.“
Rebita zuckte mit den Schultern.
„Was sollen wir darauf antworten, Captain? Wir haben es gemacht wie immer, haben uns beraten, haben recherchiert und es gefühlt. Danach haben wir die Naturmaterialien besorgt, naja, besorgen lassen, und es gebaut. Mit 5 Metern Seitenlänge ist es ungewöhnlich groß, das größte war bisher eines von Stéphane mit drei Metern, doch eigentlich war es wie immer. Alles wurde aufgezeichnet und als wir fast fertig waren, ikam Satiamor und hat uns bei den letzten Handgriffen zugesehen. Dann haben wir den Kristall eingesetzt und fertig.“
Die Künstler lachten und Kirk sah, wie glücklich und stolz sie waren.
„Vor zwei Wochen schon? Was habt ihr denn dann hier gemacht? Euch erholt?“
„Wir haben die verbliebene Zeit für eine Trekkingtour durch die Wüste genutzt“, antwortete Robin, was Kirk einen erstaunten Ausruf entlockte.
„Eine Trekkingtour durch die Wüste? Eine… Wüstenjagd… Robin, du hast doch nicht wirklich…“, fragte Kirk und glaubte selbst nicht daran.
Robin schüttelte den Kopf und Cupio sah ihn neugierig an.
„Wüstenjagd… Robin?“ fragte der andere Künstler.
„Nein, natürlich nicht. Das war nur meine Verzweiflung damals. Ich hatte solche Gedanken schon lange nicht mehr…“, antwortete Robin leise.
Kirk seufzte.
„Also eine Trekkingtour durch die Wüste. Wart ihr nicht ausgelastet? Robin, du verabscheust Hitze und Sie, Mr. Bonner und Sie, Mr. Martinez, auch soweit ich weiß.“
Robin legte Jim die Hände auf die Schultern.
„Es war eine neue Herausforderung, etwas, das wir noch nie getan haben, nie geplant, wovon wir nie geträumt und nie gedacht hätten, dass wir es schaffen und genießen könnten. Ein neuer Pfad, noch nie betreten und doch so richtig.“
*
Am Morgen des 24. Dezembers war es soweit. In goldener und dunkelgrüner Robe standen sich Jim und Spock vor den Höhlen der S’Kandarei gegenüber und berührten sich an den Fingern. Semeron, der Obmann der S’Kandarei, sprach die zeremoniellen Worte, die ihre Bindung besiegeln sollte. Dann hob Spock die Hand und legte die Finger auf das Gesicht seines Geliebten. Sie waren schon gebunden und so war diese Geste nur symbolisch.
Dann umfasste Spock Jims Kopf und streichelte seine Wangen.
Jim lächelte. Spock beugte sich zu ihm und sie küssten sich, verheißungsvoll wie ein warmer Hauch in einer Märznacht und so verlockend wie jener Traum…
Semeron und andere S’Kandarei führten sie einen von weißen Lichtern umsäumten Weg entlang in eine Höhle. Sie war mit Kerzen, weichen Kissen, Decken und zeremoniellen Gegenständen gefüllt. Wasser und Früchte standen auf einem Bord an der Höhlenwand.
Jim und Spock sahen sich an, den Blick zugleich auf diesen Moment und in die Ewigkeit gerichtet. Dann sanken sie auf die Knie und liebten sie sich.
*
„Jim, wach auf. Mein Sohn hat den Abflug vorbereitet. Wir müssen in 21 Minuten los, wenn wir pünktlich sein wollen.“
Sarek stand vor ihm in der Höhle.
Jim kam nach der Leidenschaft der letzten bald 24 Stunden nur langsam zu sich. Zuerst hatten sie sich bis zur Erschöpfung geliebt und als sie schließlich ermattet nebeneinander lagen, hatten sie stundenlang ihre Gedanken geteilt. So war der Tag vergangen und am Heiligen Abend, nach einem ausführlichen Mahl gaben sie sich wieder der Leidenschaft hin bis Jim einschlief.
Jetzt stand Spocks Vater vor ihm und reichte ihm seine goldene Hochzeitsrobe. Jim streckte sich und nahm sie an. Gemeinsam stiegen sie zu Spock, der im Cockpit saß, und einigen S’Kandarei in einen kleinen Planetengleiter.
Dann flogen sie nach Gol zur Zeremonie für das A.L.C.E.
*
„Mr. Alliani? Robin? Würden Sie mir bitte folgen?“
Satiamor, der Oberste des Hohen Rates von Vulkan, spricht uns leise und höflich an und führte uns zu einer Steinbank. Wir setzen uns und ich lehne mich an die kalte Mauer.
Meine Augen fallen schon wieder zu. Kein Wunder, ich habe nicht eine Sekunde geschlafen und den anderen ging es sicher genauso. Den Abend, den „Heiligen Abend“, und die kurze Nacht haben wir im Innenhof des Gästebereiches von Gol verbracht, gehüllt in warme Umhänge. Wir hatten uns entschieden, die Heilige Nacht, die letzten Stunden vor Weihnachten, unter uns zu verbringen. Unsere Familien haben in der Residenz geschlafen.
Wir haben uns den Nachthimmel über Vulkan betrachtet, leise klassische Musik gehört und geschwiegen. Die Gedanken kamen und gingen und vor einer halben Stunde hat uns ein Novize aus unseren Gedanken gerissen. Wir haben uns erfrischt und angezogen und sind in Richtung des Zeremonienplatzes gegangen. Jetzt sitzen wir in einer Nische auf dieser Bank und Satiamor, der eine orange Robe trägt, hat uns ein Tablett mit dampfenden Bechern darauf gebracht.
„Heiße Schokolade mit Koffein. Bittere für sie, Mr. Alliani, helle mit Zimt für Sie, Mr. Martinez, für…“
Ich schmunzle und ich kann Cupios Lächeln spüren obwohl ich ihn nicht sehe. Da haben die Vulkanier also tatsächlich aufgepasst, wenn wir ihnen von uns erzählten…
Ich lächle Satiamor an und danke ihm für die gute Idee.
„Sie sind es, die Dankbarkeit verdienen. Das Getränk ist zu wenig um unseren Dank an Sie adäquat auszudrücken.“
„Es ist genau das Richtige, Sir“, sagt Cupio und ich hoffe, er macht keine peinliche Bemerkung zum Thema Vulkanier und Zimt…
Die großen Becher haben zwei Henkel und meine Finger umfassen sie vorsichtig während ich langsam trinke. Verfl… ich bin nicht nur müde sondern auch noch nervös. Wenn ich nur nicht die heiße Schokolade fallen lasse! Ich fasse den Becher fester und versuche ruhig zu atmen.
Die Minuten vergehen und wir hören, dass sich der Zeremonienplatz füllt. Satiamor kommt wieder zu uns und nach einem Blick in unsere Gesichter dreht er sich um und sagt zu dem Novizen einige Worte auf vulkanisch. Der junge Mann bringt uns eine Schüssel Wasser und Tücher.
„Das Getränk hat Spuren hinterlassen“, sagt er ruhig und Stéphane lacht.
Als wir wieder frisch aussehen, folgen wir Satiamor auf den vollen, von Kerzen erleuchteten Platz und stellen uns neben ihn auf eine Erhebung. Ich weiß, dass unsere Familien auch unter den vielen Menschen und Vulkaniern sind, die auf dem Platz stehen, doch ich schaue nicht hin. Neben uns steht das A.L.C.E, seine Rückseite wird durch Felsen verdeckt und von vorn verhindert eine riesige weiße Stoffbahn den Blick darauf.
Ich schaue einfach geradeaus und spüre, wie Rebita meine Hand drückt. Satiamor beginnt zu sprechen und persönliche Translatoren übersetzen seine Worte für uns. Stéphane trägt keinen, er beherrscht vulkanisch, denn er mochte die Vulkanier schon immer besonders gern und hat die Sprache schon vor Jahren gelernt. Der Oberste des Hohen Rates spricht von Unendlichen Möglichkeiten in Unendlichen Kombinationen und von Surak, von der vulkanischen Philosophie und Kultur. Mit klarer Stimme spricht er von Stillstand und Erneuerung, von der Beziehung zwischen der Erde und seinem Planeten und von verpassten Chancen, weil man die Menschen 200 Jahre lang mit einem „zu kurzen Blick“ bedacht hatte.
Er stellt uns den Gästen vor – als ob man uns nicht schon kennen würde - und dankt uns im Namen Vulkans.
Jetzt bin ich dran und ich bin mir nicht mehr sicher, ob ich mich um die Ansprache gerissen habe oder mich davor hatte drücken wollen.
„Werte Anwesende“, sage ich und muss fast lachen über diese steife Anrede, aber so klingt es für Vulkanier besser. >Liebe Vulkanier< oder sowas hätte lächerlich geklungen. Spontan fällt mir dann doch etwas Besseres ein.
„Liebe Nachbarn“, sage ich und lächle, „das ist der richtige Begriff für Sie, denn die meisten Menschen mögen Vulkanier. Wir freuen uns, wenn wir ihnen auf der Erde begegnen und mindestens zwei Drittel aller Menschen war schon mindestens einmal auf ihrem Planeten…“
In meinem Bauch macht sich Hochstimmung breit. Jetzt ist mir alles egal, sollen die Vulkanier doch denken was sie wollen und soll Stéphane mich doch nachher wegen meiner Emotionalität und meinem Idealismus verspotten! Jetzt, in diesem Moment läuft meine Seele vor Freude über und ich tue, was sie mir sagt. Wie Satiamor spreche ich über verschiedene Kulturen, über Menschen und Vulkanier und über verpasste Chancen, die man aber nachholen kann; ich spreche über das IDIC und über die Zukunft. Ich nehme die Worte, die ich spreche, kaum wahr, doch ich weiß, dass ich sie schon oft in meinen Gedanken und Gefühlen hatte. Das Halbdunkel um mich herum hilft mir, zum ersten Mal in meinem Leben nur, nur, nur Worte zu sagen die ich will. Ich fühle mich eins mit mir selbst.
Ich ende und öffne die Augen. Wie oft in meinem Leben hatte ich Angst die Augen zu öffnen und mich umzusehen! Aus Angst und Unsicherheit ließ ich sie lieber geschlossen. Doch jetzt, endlich, endlich, endlich! Ich fühle die Kraft in mir, von der ich wusste und von der Jim und andere schon so oft gesprochen hatten. Der Rest all der sinnlosen Unsicherheit in meinem Leben ist verschwunden und zum ersten Mal sehe ich mich selbst. Sehe mich wie ich bin und wer und ich genieße mich.
Ich höre, wie in mir Beifall ertönt und dann ertönt der Beifall auch von außerhalb, von den Vulkaniern und den Menschen. Meine Augen suchen in der Menge nach Jim Kirk und unsere Blicke treffen sich. Er ist glücklich und ich sehe, wie er sich für mich freut.
Satiamor tritt vor uns hin und in seinen Händen hält er ein verziertes Kästchen.
„Sie wussten keine Antwort auf unsere Frage, womit wir Ihnen danken können. Doch wir wissen, was der heutige Tag, Weihnachten, für Sie bedeutet und deshalb möchten wir Ihnen das hier schenken.“
Ich öffne das Kästchen und weiße Sterne steigen daraus hervor und hoch in den vulkanischen Himmel. Dort finden sich die kleinen Sterne zu einem großen und verwandeln sich nach einigen Sekunden in Schneekristalle. Langsam und endlos schweben sie zu Boden. Zuerst weiß ich nicht, ob es eine Täuschung ist, doch dann höre ich es deutlich: Eine irdische Weihnachtsmelodie erklingt, die mit vulkanischen Instrumenten gespielt wird.
Als sie verklungen ist, sehen wir uns an und strahlen über die Idee der Vulkanier. Sie haben uns tatsächlich zugehört…
Ich spüre einen Arm auf mir und Stéphane führt mich von der Erhebung. Unsicheren Schrittes folge ich den anderen und wir verlassen den Platz. Jetzt wird gleich das A.L.C.E. enthüllt und wir werden es den Vulkaniern und ihren Gedanken überlassen.
Wir folgen dem Novizen über den Hauptweg und als ich Cupio Martinez vor mir sehe, rufe ich leise nach ihm. Er dreht sich um und ich drücke ihn an mich, vergrabe mein Gesicht in seinem wuschligen Haar. Schnell löse ich mich wieder und er ergreift meine Hand. Wir sehen uns schweigend an. Er lächelt und wir beeilen uns den anderen zu folgen.
Als sich der Weg biegt, laufen wir der aufgehenden Sonne entgegen. Ich blinzle wegen der plötzlichen Helligkeit und als ich die Augen wieder öffne, spüre ich, wie das ewige Licht endlich auch in meiner Seele aufblüht.
*Ende