Kirk hat auf einer Mission einen großen Fehler gemacht und dadurch Spocks Liebe verloren.

 

Autor: Liliane Romano

Email: liliromano@arcor.de

Art: K/S, S/male

Alter: NC 17

Inspiriert von einer story aus Nevasa

Das Star Trek Universum gehört mir nicht und ich verdiene damit kein Geld. Ich spiele nur ein bisschen mit den sexy Jungs und den netten Mädels, die dort wohnen.

 

 

 

Kirk’s Verrat

 

 

Wieder fühlte er die gierigen Finger der Migrini – Frau auf seinem Körper. Er versuchte sich zu wehren, aber sie hatten ihn mit Handschellen ans Bett gefesselt. Die Finger der Frau glitten seinen Penis auf und ab. Erst zart, dann, als sich sein Organ nicht versteifte, stärker. Aber weil er sich unter Kontrolle hatte, blieben ihre Manipulationen erfolglos. Das machte sie wütend und sie krallte sich in sein Schamhaar, zog daran, zerkratzte seinen empfindlichen Unterleib mit ihren Nägeln....

 

 

„Nein....Jim...warum hast du...nein...das darfst du nicht tun....“

Spock erwachte aus dem Alptraum, als Lysander ihn schüttelte.

„Liebster, es ist nur ein Traum. Es ist längst vorbei. Du bist hier bei mir.“ Lysander schaltete das Licht ein, dimmte es sofort auf ein erträgliches Maß herunter. Dann drehte er sich und Spock Bauch an Bauch auf die Seite, legte seinen rechten Arm um ihn. Der Vulkanier drückte sich an seinen Freund, weinte leise.

„Ich hatte gehofft, du hättest es überwunden“, sagte dieser mit leiser Stimme und küsste ihn sanft auf die Stirn, „was ist plötzlich passiert?“

„Der Jahresball bei der Flotte. Ich bin eingeladen und Kirk wird auch dort sein.“

„Geh’ einfach nicht hin, wenn du ihn nicht wiedersehen willst.“

„Man erwartet meine Anwesenheit.“

„Soll ich mitkommen?“

„Die Einladungen gelten auch für den jeweiligen Partner.“

„Und was willst du?“

„Komm bitte mit. Ich brauche dich...als Halt.“

Lysander strich ihm liebevoll über das seidige schwarze Haar. „Ich bin immer für dich da. Bald wirst du es überwunden haben und Jim Kirks Verrat wird dann nicht länger ein Trauma für dich sein.“

 

 

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Auf dem Jahresball saßen Kirk und Spock weit genug auseinander, um zu verhindern, dass ihre Blicke sich trafen. Als sich Spock wieder die Erinnerungen an die Ereignisse von damals aufdrängten, ergriff er Lysanders Hand um Halt zu finden....

 

Spock stand vor seinen Eltern, die sich wieder einmal an Bord der Enterprise befanden. Bei dieser Gelegenheit hatten sie ihm erklärt, sie hätten einige Heiratskandidatinnen für ihn gefunden. Sobald er, hoffentlich sehr bald, die Gelegenheit zu einem Aufenthalt auf Vulkan hätte, könnten sie ihm die jungen Damen vorstellen.

„Du bist ein berühmter Mann, Spock. Es gibt viele Vulkanierinnen, die deine gemischte Herkunft nicht wie T’Pring als Makel sehen, sondern als Vorzug. Von denen haben  mehrere Interesse an einer Bindung mit dir bekundet. Du solltest aber wissen, dass wir dir die Entscheidung überlassen werden.“ Amanda sah ihren Sohn erwartungsvoll an.

 

„Vater, Mutter, ich kann euer Angebot nicht annehmen“, antwortete Spock mit ruhiger aber fester Stimme, „Ich zweifle nicht daran, dass ihr eine gute Wahl getroffen habt. Aber ich habe beschlossen, mich nicht mit einer Frau zu binden. Ich bevorzuge es, mit einem Mann eine Partnerschaft einzugehen.“

Seine Eltern hatten nicht lange gebraucht, ihre Sprachlosigkeit zu überwinden.

„Die Test, die wir damals hatten durchführen lassen, befanden eine unentschiedene sexuelle Orientierung bei dir“, sagte Sarek, „Warum also willst du dich für einen Mann entscheiden und nicht wie in so einem Fall traditionell üblich für eine Frau?“

Spock schwieg einen Moment. Dann sah er seine Eltern fest an.

„Ich habe mich nie damit beschäftigt, wie die Tester zu ihren Ergebnissen gelangen und ich weiß natürlich, dass es bei einer bisexuellen Orientierung üblich ist, eine heterosexuelle Beziehung einzugehen. Aber ich glaube, mein Interesse gilt doch eher einer Beziehung mit einem Mann.“

„Spock...“, Amanda berührte ihren Sohn vorsichtig am Arm, „hast du dich in einen Mann verliebt?“

Der Vulkanier nickt und blickte seine Eltern an. „Ja, so ist es. Ich habe mich in Jim Kirk verliebt. Ich weiß, dass auch er beiden Geschlechtern zugeneigt ist und hoffe, dass er mein Partner wird. Er liebt mich. Ich kenne ihn gut und deshalb bin ich mir so sicher. Zudem bin ich mehrmals einen mindmeld mit ihm eingegangen, dabei habe ich von seinen Gefühlen für mich erfahren. Er weiß nicht, dass ich es weiß, aber ich werde sehr bald die Initiative ergreifen.“

„Spock“, Sareks Blick lag verständnisvoll auf seinem Sohn, „ich bin mir nicht sicher, dass Kirk der richtige für dich ist. Aus verschiedenen Gründen. Zum Beispiel ist er nicht der Typ für eine monogame Beziehung. Ich hoffe, dass du gründlich nachgedacht hast....“

 

Sein Vater fand sich mit Spocks Entscheidung ab und seine Mutter freute sich ganz einfach darüber, ihren Sohn glücklich zu wissen. Jetzt lag es nur noch an Spock, die Initiative zu ergreifen und sich seinem Wunschpartner zu offenbaren.

 

Das war nicht schwierig, denn sie fühlten dasselbe.

Als sie sich eines Abends eher zufällig in einer freundschaftlichen Umarmung wiederfanden, wurde diese alsbald zu einer innigen.

Spock hatte am ganzen Leib gezittert, denn obwohl er sich nach einer sexuellen Beziehung mit Jim sehnte, hatte er doch eine unbestimmte Angst davor. Doch die leidenschaftlichen und gleichzeitig zärtlichen Küsse des Menschen lösten seine Angst auf....

 

Zu Anfang war ihre Beziehung einfach wundervoll. Gemeinsam lernten sie, sich zu lieben und sich ihre intimen Wünsche zu erfüllen. Nichts schien ihr gemeinsames Glück aufhalten zu können und sie schmiedeten gemeinsam Zukunftspläne. Inzwischen hatte Jim erfahren, dass die Flotte ihn nach dem Ende der Fünfjahresmission an einen Schreibtisch zwingen wollte. Admiral Nogura wollte einen Mann mit Kirks Fähigkeiten nicht im Weltraum sterben sehen sondern seine Erfahrung lieber bei den strategischen Planungen im Hauptquartier nutzen.

Bevor seine Beziehung mit Spock begann, hätte Jim mit aller Macht gegen Noguras Entscheidung gekämpft. Aber der Weltraum war für Kirk nur noch zweitrangig, seit er mit dem Vulkanier eine Liebesbeziehung hatte....

 

°

Dann erhielten sie den Auftrag, zu dem extrem matriarchalischen Planeten Migrin 4 diplomatische Beziehungen herzustellen. Sie waren nicht die ersten, die das versucht hatten, aber sie waren die ersten, die empfangen wurden. Der Grund war Kirk sehr schnell klar, als er die Blicke der Frauen des hohen Rates von Migrin sah, mit denen sie Spock bedachten, als sie den Vulkanier während der Kommunikationsverbindung neben sich auf der Brücke sahen....

Sie beamten die höchsten drei Migrini – Frauen an Bord und begannen die ersten Gespräche. Kirk verstand schnell, dass das Interesse der Frauen an Spock der Schlüssel zum Beginn diplomatischer Verhandlungen sein könnte.

Kurzentschlossen fasste er einen Plan und machte dabei den schlimmsten Fehler seines Lebens....

 

....Er nötigte seinen Geliebten sich eine äußerst provokative, weil eng anliegende, teils auch durchsichtige Kleidung anzuziehen. Er küsste und streichelte ihn solange, bis der Vulkanier trotz aller innerlicher Ablehnung und allen Zweifels zustimmte. Dann beamten sie sich zu zweit auf den Planeten.

Die Migrini – Frauen fackelten nicht lange. Nach einigem nichtssagendem diplomatischen Geplänkel trennten sie die beiden Männer. Eine Gruppe von Frauen schickte sich an, Kirk in in einen anderen Raum zu führen. Eine andere Gruppe, zu der die Erste des Hohen Rates gehörte, wollte Spock mit sich nehmen.

Den Vulkanier ergriff Panik, wusste er doch ganz genau, was die Frauen von ihm wollten. Sie hatten ihn während des kurzen Gesprächs viel zu eindeutig gemustert und ihre gierigen Blicke über seinen in die provokative Kleidung gehüllten Körper gleiten lassen. „Jim...“, sagte er leise zu seinem Freund, „Jim“, wiederholte er lauter.

„Nur ein paar Minuten, Spock“, flüsterte Jim, unhörbar für die Migrini aber laut genug für Spock, „halte sie auf. Ich komme gleich und dann lasse ich dich hochbeamen.“

 

Es dauerte eine halbe Stunde, bis Jim in den Raum trat, in dem ihn die Frauen ans Bett gefesselt und schließlich, als er keine sexuelle Reaktion zeigte, wütend allein gelassen hatten.

Spock hatte stumm geweint, nahm kaum wahr, dass Jim die Handschellen mit dem richtigen Code öffnete und sich mit dem Vulkanier nach oben beamen ließ.

Er brachte Spock in seine Kabine und bat McCoy, sich um ihn zu kümmern. Dann grinste er zufrieden über den Beginn diplomatischer Gespräche mit Migrin. Gut, er hatte Spock mit dieser Migrini – Frau betrügen müssen, aber der Vulkanier würde das sicher verstehen. Es sollte nur eine Ausnahme sein. Schließlich wollte er in Zukunft nur ihm gehören. Und die Versuche der Frauen, ihn zum Sex zu zwingen, würde er bald überwunden haben....

 

Kirk irrte sich. Es störte Spock zwar auch, dass sein Geliebter ihn betrogen hatte, aber dies wurde irrelevant im Schatten der sexuellen Nötigung. Jim hätte wissen müssen, dass die Migrini – Frauen sich von den Männern nahmen, was sie wollten.

 

Aber er hatte seinen Freund dieser Gefahr ausgesetzt und es war zu der sexuellen Nötigung durch die Migrini gekommen.

 

Als Spock wieder bei sich war, begab er sich als erstes zu Kirk und beendete ihre Beziehung.

 

„Ich habe dir vertraut, Jim. Du hast mich in diese Kleidung gesteckt, um deine Ziele zu erreichen und ich habe dir geglaubt, dass nichts passieren wird. Dann hast du mich mit diesen Frauen betrogen, obwohl du mir versprochen hattest, mich rauszuholen. Du weiß genau, dass ich als Vulkanier so etwas nicht ertragen kann. Es hat mich angeekelt. Und jetzt rufst du in mir ebensolche Gefühle hervor. Es ist zu Ende, Jim.“

 

Für die letzten Wochen der Mission ging er ihm aus dem Weg. Als die Enterprise zu Hause andockte, sagte Spock nur einen Satz: „Ich will dich nie wiedersehen.“

 

 

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Nach den Reden wurde das Buffet eröffnet und die starre Ordnung im Saal lockerte sich auf. Kirk nutzt die Situation, um zu Spock zu gehen. Unterwegs traf er McCoy und sie setzten ihren Weg gemeinsam fort.

Dann standen sie sich gegenüber und Kirk lächelte seinen ehemaligen Ersten Offizier gewinnend an. Spock reagierte mit eisigem Blick und ignorierte Kirk dann. Er wandte sich zu dem brünetten, braunäugigen Mann an seiner Seite. „T’hy’la, ich schlage vor, wir begeben uns für einige Minuten an die frische Luft.“

Der Mann nickte. Sie erhoben sich und strebten dem Ausgang zu. Kirk klappte die Kinnlade herunter.

‚T’hy’la....so hat er mich damals genannt...’ Er spürte Eifersucht in sich, denn der Mann hatte offensichtlich seinen Platz an Spocks Seite eingenommen.

 

„Mach den Mund wieder zu, Jim“, forderte McCoy ihn auf.

„Das ist Lysander Tavelli. Seit einem Dreivierteljahr ist er Spocks Lebensgefährte.

Jim atmete tief durch. „Das hatte ich befürchtet.“

„Sie sind glücklich. Lysander hat ihm viel Trost geschenkt, ihn von den Ereignissen von damals abgelenkt.“

„Auch wenn dieser Lysander dabei ist, ich muss unbedingt mit Spock sprechen“, Kirks Stimme klang entschlossen

„Er wird nicht nett zu dir sein“, warnte McCoy.

Kirk winkte ab und folgte den beiden.

 

°

 

„Wie haben Sie sich kennengelernt?“

Spock zögerte mit der Antwort.

Kirk räusperte sich. „Bitte entschuldigen Sie. Ich weiß, es geht mich nichts an.“

„In der Tat tut es das nicht, Admiral“, sagte Spock eiskalt, „aber wenn es Sie interessiert, wird der Doktor es Ihnen erzählen.“

Er drehte sich zu dem jungen Mann an seiner Seite und streichelte liebevoll dessen Wange. „Zum Glück habe ich dieses Mal genauer hingeschaut, bevor ich eine intime Beziehung eingegangen bin. Lysander ist eine bessere Wahl als Sie es waren.“

Kirk zuckte zusammen und wagte es nicht, Spock anzusehen. Stattdessen blickte er dem jungen Mann ins Gesicht und sah dessen spöttisches Lächeln und auch den kaum versteckten Stolz darüber, dass der Vulkanier ihn erwählt hatte.

 

„Bitte entschuldigen Sie mich, Admiral. Die Reden sind vorbei und der angenehme Teil des Abends beginnt.“

Der Vulkanier ergriff die Hand Lysanders und zog ihn Richtung Saal. Kirk sah ihnen nach, noch immer halbgelähmt über die Reaktion des Vulkaniers.

Immer wieder hatte er im letzten Jahr Nachrichten an Spock geschickt, in denen er erst bat, später flehte, sich mit ihm zu treffen um die Sache von damals aus der Welt zu schaffen. Doch Spock hatte ihm immer wieder nur eine einzige Antwort geschickt. >Ich habe kein Interesse an einem persönlichen Treffen mit Ihnen.< Immer wieder nur diese eine Antwort. Kirk hatte ihn auf ihre jahrelange Freundschaft verwiesen, die schon bestand, bevor sie eine Liebesbeziehung eingegangen waren. Es hatte nichts genützt. Der Vulkanier war zu einem Treffen mit seinem ehemaligen Captain nicht bereit gewesen.

Kirk sah, wie Lysander den Vulkanier stoppte, etwas zu ihm sagt. Unschlüssig schaute Spock zu Kirk, nickte seinem Gefährten dann zu.

Lysander kehrte zu Kirk zurück, während Spock weiter Richtung Saal schritt.

Kirk hatte keine Ahnung, warum der junge Mann zurück gekommen war und blickte ihn ruhig an.

„Spock hätte den Vorfall dem Oberkommando melden können und ich wünschte, er hätte es getan. Ja, genau, ich weiß Bescheid. Er hat keine Geheimnisse vor mir. Spock hat die Sache nur deshab nicht offiziell zur Sprache gebracht, weil Sie sein Freund waren. Und auch der Mann, der ihm gezeigt hat, dass er lieben kann. Der erste, der ihn dazu gebracht hatte, sich seine Sehnsucht nach einer intimen Beziehung einzugestehen. Ich sage Ihnen nur eines: Kommen Sie nicht noch einmal in seine Nähe.“

Lysanders Augen zeigten dessen Wut und Kirk wich unwillkürlich einen Schritt zurück.

Er sah zu spät, wie der junge Mann die Hand hob und ihm ins Gesicht schlug.

 

Als er wieder zu sich kam, stand McCoy über ihn gebeugt und versorgte die Wunde in seinem Gesicht.

„Steh auf, Jim. Wir ziehen uns ein bisschen zurück.“ Er half ihm auf und führte ihn in eine ruhige Ecke des Gebäudes.

 

°

„Es ist zu spät, Jim. Ich sage dir das schon seit einem Jahr.“

Kirk lehnte den Kopf gegen die Wand, schloss die Augen.

 

 

„Ich glaube dir ja, dass du es aufrichtig bereust. Doch dir ist gar nicht klar, was du ihm angetan hast.“

„Ich wollte ihm nicht wehtun. Ich habe einfach nicht nachgedacht.“

„Stimmt, das hast du nicht“, pflichtete ihm McCoy bei.

„Er hatte vor, sich nach Gol zurück zu ziehen. Das ist ein Ort auf Vulkan, an dem man in jahrelanger Meditation erlernen kann, sich von allen Emotionen zu befreien. Spock war drauf und dran dorthin zugehen, weil er glaubte, die Erinnerung und den emotionalen Schmerz nicht ertragen zu können.“

„Du weißt darüber Bescheid“, stellte Kirk fest.

Der Doktor nickte. „Wir haben uns oft getroffen. Er vertraut mir.“

Kirk wurde sarkastisch. „Ja, mach ruhig. Stochere noch ein bisschen mehr in der Wunde herum, die das Ende unserer Liebesbeziehung, ach, das Ende jeglicher Beziehung zwischen Spock und mir hinterlassen hat.“

McCoy umfasste Jims Schultern und dirigierte ihn zu einem Stuhl.

„Setz dich. Ich will dir etwas erzählen.“

Kirk setzte sich gehorsam und blickte seinen Freund erwartungsvoll an.

„Es hat mich ziemliche Mühe gekostet, in davon abzuhalten, nach Gol zu gehen. Ich habe ihm erklärt, wie falsch seine Entscheidung gegen Emotionen ist. Glaube mir, das war das schwierigste Unterfangen meines Leben. Aber schließlich stimmte er zu, seine Entscheidung für Gol aufzuschieben. Aber weil er nicht wusste, wie er seine Zukunft gestalten sollte, habe ich ihn geführt.“

„Zu Lysander“, flüsterte Kirk traurig.

„Erst einmal dazu, sich seine Sehnsucht nach einer sexuellen Beziehung mit einem Mann einzugestehen und sich auf die Suche nach einem Lebenspartner zu begeben.“

„Wie hat er ihn gefunden“, wollte Kirk wissen.

„Als er sich emotional gesammelt hatte und in der Lage war, seinen Wünschen entsprechend zu handeln, führte ich ihn über einen Bekannten in einen offenen Kreis von homosexuellen Akademikern ein. Diese waren erstaunt über seine Anwesenheit und ich bin mir sicher, Spock hat sich am Anfang nicht wohl gefühlt. Aber das verging schnell und eines Tages traf er Lysander. Es hat sehr schnell gefunkt zwischen beiden. Du hast selbst gesehen, wie attraktiv Lysander ist.“

„Er hat eine gewisse Ähnlichkeit mit mir. Die braunen Augen zum Beispiel, die Größe...“

„Ja“, McCoy lächelte, „und er muss auch durch viel Bewegung die Entstehung von Rettungsringen verhindern.“

Kirk lächelte.

„Spock hat sich nach intimer Nähe gesehnt. Ich weiß, dass er geplant hatte, einen potentiellen Partner erst genau unter die Lupe zu nehmen, bevor er mit ihm Sex machen wollte. Aber ich weiß auch, dass er und Lysander schon am ersten Abend im Bett gelandet sind. Spock hatte große Sehnsucht nach Liebe.“

Jim nickte. Er wollte sprechen, aber was hätte er sagen sollen? Schließlich erhob er sich und kehrte mit McCoy in den Saal zurück.

Er setzte sich und sah den anderen beim Tanzen zu.

 

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Spock konnte erst seit kurzem tanzen. Lysander hatte es ihm beigebracht und sie hatten noch nicht viel Gelegenheit gehabt, diese neu erlernte Fähigkeit einzusetzen. Jetzt bewegten sie sich auf der Tanzfläche und als Spocks Augen die von Kirk trafen, die ihn unverkennbar mit einer Mischung aus Verzweiflung und Eifersucht musterten, begann er langsam das Trauma zu überwinden.

 

Kirk beschloss nicht aufzugeben. Er hoffte, mit Spock – wenn schon keine Liebesbeziehung – so zumindest doch wieder eine normale Freundschaft leben zu können. Auch wenn es eine Weile dauern würde bis dahin. Und schon heute wollte er den Anfang machen, selbst wenn Lysander ihn noch einmal angreifen würde.

 

Später, als Spock entspannt an seinem Platz saß, trat Kirk mit langsamen Schritten zu ihm. Der Vulkanier sah zu ihm auf und blickte ihn ruhig an. In seinem Gesicht war nichts mehr von der Eiseskälte von vorhin zu sehen. Er wartete einfach auf das, was Kirk ihm zu sagen hatte.

 

„Ich weiß, dass ich nicht wieder gut machen kann, was ich dir damals angetan habe. Aber ich hoffe, du kannst mir eines Tages verzeihen.

Und ich werde auch die Hoffnung nicht aufgeben, dass wir eines Tages wieder Freunde sein werden. Unabhängig davon, dass du dich für einen anderen Mann als Partner entschieden hast.“ Bittend sah er den Vulkanier an.

 

„Wir werden sehen, was die Zukunft bringt“, antwortete Spock leise, „lassen wir uns Zeit.“