Titel:       18 - Der Froschkönig: sweet dreams are made of this

Autor:       Lady Charena

Serie:       Unser (T)Raumschiff

Paarung:     Käpt'n Kork, Mr. Schpuck, Schrotty, Die Pille

Rating:      G, Humor

 

 

 

 

Summe: Logbuch des Traumschiffs / Sternzeit 02-12-18

Lady Charena in märchenhafter Vertretung von Käpt'n Kork und Mr. Schpuck:

"Traue nie einem Frosch, denn er könnt' ein Käpt'n sein...

 

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.

 

 

„Wie wundervoll! So ein schöner Park! Frische Luft, Blumen, grünes Gras, Bäume – und viel Sonnenschein“, freute sich Schrotty. Er trat auf eine Lichtung und sah sich begeistert um. Hier ließe es sich ein Weilchen aushalten, dachte er. Dort im Schatten des kühlen Brunnens. Er machte sich also auf, um sich dort im weichen Gras niederzulassen.

 

Aber noch bevor er ihn ganz erreicht hatte, tauchte plötzlich eine Gestalt vor ihm auf. Es war Mr. Schpuck. Und er wirkte ganz und gar nicht erfreut, Schrotty hier anzutreffen. „Das ist meine Story“, beschwerte er sich. „Mach gefälligst, dass du von hier verschwindest.“

 

Schrotty zog eine beleidigte Schnute – und von dannen.

 

Nun war es Mr. Schpuck, der zum Brunnen ging und sich auf den Rand setzte. Prüfend zückte er seinen goldenen Spiegel, der blitzte und blinkte, als ihn ein Sonnenstrahl traf. Kritisch suchte er seine Haut ab. „Pah, Sonnenschein. Von wegen wundervoll. Sommersprossen, Mallorca-Akne, Sonnenbrand! Und erst dieses Viehzeugs überall in der Luft. Mücken, Bienen und weiß der Geier, was noch! Ich mit meiner Blütenstauballergie.“ Bekräftigend nieste er ein, zwei Mal.

 

Dabei fiel ihm unglücklicherweise der Spiegel aus der Hand und plumpste in den Brunnen. Nun war das Elend groß. Mr. Schpuck zerquetschte sogar ein paar Tränchen.

 

Da bewegte und wogte und wirbelte plötzlich die Wasseroberfläche und ein sehr großer, hässlicher und fetter Frosch schwang sich auf den Brunnenrand. „Was soll das Geflenne?“, fragte er barsch.

 

„Mir ist mein goldener Spiegel in den Brunnen gefallen“, entgegnete Mr. Schpuck ausgesprochen unfreundlich. „Geht’s dich was an?“

 

Der fette Frosch bekam einen knallroten Kopf. (So weit man natürlich bei einem Frosch ungefähr bestimmen kann, wo der Kopf endet und der Hals anfängt.) Seine Augen quollen noch weiter hervor, so dass es aussah, als würden sie jeden Moment aus ihren Höhlen plumpsen.

„So! Du warst das also! Was fällt euch eigentlich ein, immer eueren Müll in meinen Brunnen zu schmeißen? Das wäre ein Geschrei, von euch Landbewohnern, wenn ich das gleich tun würde. Mein armer Kopf. Der Spiegel hat mich fast erschlagen!“

 

„Pah, wärst halt net so dämlich in der Gegend rumg‘schwommen.“ Schpuck zuckte mit den Achseln. „Wenn‘s weiter nix war.“

 

Der Frosch lief komplett rot an und sah so aus, als würde er jeden Augenblick vor Wut platzen. „Frechheit!“, schimpfte er. „Warte nur, dir schmeiß ich auch was an den Kopf. Dann werden wir ja sehen, wie dir das gefällt.“ Sprach’s und ließ sich über den Brunnenrand zurück ins Wasser plumpsen, dass es nur so spritzte.

 

Empört sprang Mr. Schpuck auf. „Jetzt guck dir nur diese Schweinerei an! Ich bin ja ganz nass geworden.“ (Das die Sonne die paar Tropfen Wasser schnell trocknen würde, ignorierte er in seinem Ärger.) Verärgert machte er sich auf die Suche nach einen Ort ohne grantige, alte, fette Frösche.

 

Kaum hatte er den Rand der Lichtung erreicht, als der Frosch wieder auftauchte und schweratmend auf den Brunnenrand hopste. (Der Brunnen war ziemlich tief, es war ein weiter Weg bis zum Grund der Frosch nicht mehr der Jüngste und Fitteste.) Er schleppte schwer an Schpucks goldenem Spiegel und ganz offensichtlich hatte er ihn nur mitgebracht, um ihn seinem Besitzer an den Kopf zu werfen. Leider sah er gerade den in der Ferne verschwinden. Der Frosch hätte gerne wütend geflucht, doch leider fehlte ihm dazu im Moment die Luft. Keuchend setzte er den Spiegel ab und lehnte sich dagegen – nun sind Spiegel aber von Natur aus reichlich unstabil und so kam es, dass er über den Brunnenrand kullerte und wieder ins Wasser plumpste. Der Frosch, der sich dagegen gelehnt hatte, fiel natürlich hinterher.

 

Mr. Schpuck hatte sich inzwischen eine einsamere Lichtung gesucht - wenn auch ohne Brunnen (Das Wasser hatte sowieso nur die Schnaken angezogen.) – und es sich dort so richtig im Schatten eines Baumes gemütlich gemacht. Recht bald schlummerte er dann auch ein.

 

* * *

 

Nach einiger Zeit erwachte er frisch und munter und – wenn dieser Scherz erlaubt war – fröhlicher, als ein Frosch auf einer Fliegenparty. Bis auf eine winzige Tatsache, sein leerer Magen begann sich nämlich bemerkbar zu machen. Aber da konnte leicht Abhilfe geschaffen werden. Schließlich hatte er in seinem Rucksack Proviant mitgenommen. Er nahm also die Tasche und packte aus.

 

Kaum hatte er begonnen, sich daran gütlich zu tun, als eine Stimme schnarrte: „Hey, Mr. Landbewohner! Guck mal, was ich hier habe.“

 

Mr. Schpuck blickte auf. Ein paar Schritte von ihm entfernt saß der alte, hässliche, fette Frosch und zwar mit seinem goldenen Spiegel! „Hey, mein Spiegel. Toll!“ Er sprang auf und ging zu dem Frosch, um ihm das vermisste Gut abzunehmen.

 

Doch der Frosch weigerte sich. „Nix da“, meinte er giftig. „Hast du eine Ahnung, was das für eine Arbeit war, dieses schwere Ding bis vom Grund des Brunnens zu holen? Und was ist mit Finderlohn, häh?“

 

Mr. Schpuck musterte ihn, als würde er überlegen, ob es nicht einfacher wäre, diese unverschämte Kröte mit einem Fußtritt dorthin zurück zu befördern, wohin sie gehörte. Doch dabei hätte der teuere Spiegel beschädigt werden können. „Na gut“, meinte er. „Was willst du?“

 

Der Frosch grinste breit. „Für den Anfang gebe ich mich mal damit zufrieden, wenn du mit mir deinen Proviant teilst.“

 

So geschah es dann auch. Allerdings vertilgte der Frosch alles allein. Schpuck verging der Appetit bei diesem Anblick völlig.

 

* * *

 

 

Als schließlich nur noch ein paar Krümel übrig waren, fragte Mr. Schpuck: „Kann ich jetzt den Spiegel haben?“ (Denn der Frosch war sicherheitshalber die ganze Zeit über darauf gesessen und er konnte dieses glitschige Ding unmöglich anfassen. Sowieso hatte er keine Ahnung, wie er den Spiegel jemals wieder sauber bekommen sollte...)

 

Der Frosch rülpste und schüttelte dann den Kopf. „Nein. Zuerst will ich mich noch ein wenig ausruhen und ein kleines Mittagsschläfchen halten.“

 

„Geht das vielleicht nicht auch ohne mich?“, wagte Mr. Schpuck einzuwenden. „Ich will noch weiter und mein Landurlaub dauert schließlich nicht ewig. Ich nehm‘ einfach meinen Spiegel und verzieh mich und du kannst hier in Ruhe schlafen.“

 

„Da denk ich gar nicht dran“, meinte der Frosch und grinste erneut. „Ich lieg‘ nicht gerne auf dem harten Boden. Ich will auf deinem Bauch schlafen.“

 

„WAS!!??!!“ Mr. Schpuck schüttelte den Kopf. „Auf keinen Fall! Das mache ich nicht.“

 

„Pah, wie du willst.“ Der Frosch angelte nach einem Stein ganz in der Nähe. „Wieviel hält eigentlich so ein goldener Spiegel aus? Wetten wir, dass ich es schaffe...“

 

„Okay, okay“, unterbrach ihn Schpuck hastig. „Ich mach’s. Aber bitte lass den Spiegel in Ruhe, das ist ein Erbstück.“

 

Der Frosch grinste nur und schwieg. Mr. Schpuck streckte sich im Gras aus und der Frosch kletterte tatsächlich auf ihn – natürlich ohne den Spiegel los zu lassen, was das ganze erheblich erschwerte – und machte es sich auf seinem Bauch bequem, nicht ohne einige Male hin und her zu trampeln. Doch schließlich ließ er sich mit einem zufriedenen Seufzen niederplumpsen, schob den Spiegel unter sein Doppelkinn und war ratz-fatz eingeschlafen.

 

* * *

 

Irgendwie war Mr. Schpuck wohl auch eingeschlafen – obwohl das kaum möglich schien, so wie der Frosch schnarchte – denn das nächste, was er wusste, war etwas komisch kaltes und glitschiges in seinem Gesicht. Erschreckt öffnete er die Augen und starrte direkt in die Glubscher des Frosches. „Küss‘ mich“, hauchte der und spitzte seine wulstigen Lippen. „Küss‘ mich. Ich bin ein verwunschener Raumschiffkäpt’n.“

 

 

 

„UUUUHHHHAAAAAA!!!!!“ Mit einem Schreckensschrei fuhr Mr. Schpuck auf. Er sah sich um. Nirgendwo ein Frosch. Glücklicherweise. Völlig außer Atem ließ er sich zurückfallen. Ein Traum, zum Glück war es nur ein Alptraum! Das war aber auch das letzte Mal gewesen, dass er Kork ein Gute-Nacht-Märchen vorgelesen hatte.                                                                                  

 

Ende