Titel: Mistelsuite – Andante (4)

- First Time -

 

Autor: stelenan

Archiv: Tostwins und hier (germanks) natürlich, sonst fragt bitte.

Paarung: K/S

Code: ungefährlich

 

Disclaimer:

Leider, leider gehören die Jungs nicht mir. Spock und Kirk sind Eigentum von anderen hellen Geistern. Meine Geschichte ist reine Fanfiction, ich verdiene damit kein Geld und möchte keine Urheberrechte verletzen. Wenn jemand gleichgeschlechtliche Paarungen nicht mag und/oder unter 18 ist dann sucht er sich bitte andere Literatur.

 

 

Fortsetzung zu Overtüre, Sarabande und Rondo

 

 

Mistelsuite - Andante

 

 

 

 

Im Laufe des fortgeschrittenen Weihnachtsabends verabschiedeten sich mehr und mehr der Besatzungsmitglieder ins Bett und die Beobachtungslounge wurde langsam wieder überschaubar. McCoy saß gemütlich neben Uhura und beobachtete eine junge Wissenschaftlerin aus Spocks Stab wie sie mit dem Captain flirtete.

 

„Uhura, sagen sie es mir ....“, murmelte er leise.

 

„Was Leonard?“ Uhura blickte ebenfalls in Richtung des Captains. „Meinen sie, sie hat eine Chance?“

 

„Wer? Nawat bei Jim? Normalerweise schon, wenn er nicht schon mit Mr. Computerhirn zum Schach verabredet wäre in 30 Minuten .... nein, aber das meinte ich nicht. Uhura woher hat unser vulkanischer Computer diese Beere. Er hatte definitiv eine Mistelbeere in seinen Fingern.“ McCoy sah kurz zu der dunkelhäutigen Frau und dann wieder zu Kirk.

 

„Warum meinen sie, das ich es weiß?“

 

„Eine Gegenfrage ist nicht höflich. Sie wissen mehr als sie sagen. Ich sehe es ihnen an der Nasenspitze an. Eine Kommunikations Spezialistin weiß immer mehr als andere.“ McCoy trank einen Schluck aus seinem Glas und sah zu wie Kirk freundlich aber bestimmt der jungen Nawat zu verstehen gab, dass er nicht interessiert war.

 

„Meinen sie.“ Uhura schwieg einen Moment nachdenklich. Sie wusste mehr. Sie ahnte mehr, doch es lag ihr nichts ferner als es dem Arzt zu verraten, was ihr schon lange bekannt war. Sie würde den beiden Männern ihre Privatsphäre lassen und die zarten Annäherungen schützen. Sie schätzte sowohl ihren Captain, als auch den Ersten Offizier.

 

„Vielleicht gibt es Dinge, die wir nicht wissen sollten. Noch nicht.“, sagte sie stattdessen leise und betrachtete die leicht grünliche Flüssigkeit in ihrem Glas.

 

Es war die falsche Antwort. McCoy drehte sich ruckartig zu ihr um und fixierte sie mit zwei stahlblauen Augen. „WAS sollten wir NOCH nicht wissen?“

 

Uhura seufzte und ließ sich in die Kissen fallen. „Len, gib es auf. Das sind Spekulationen und das führt zu nichts.“

 

„Aufgeben? Wenn es unseren Supervulkanier betrifft? Niemals!“

 

McCoy richtete sich plötzlich auf und weitete die Augen. „Wenn man vom Teufel spricht ..... schauen sie wer uns da die Ehre gibt.“

 

Uhura reckte sich ebenfalls und sah über McCoys Schulter. Sie sah ihn sofort. Spock stand hoch aufgerichtet in der Tür. Die Hände auf dem Rücken verschränkt, ließ er seinen Blick langsam über das Deck wandern. Er stand genau unter dem Mistelzweig.

 

„Jetzt bin ich aber gespannt ....“, flüsterte McCoy grinsend und rutschte erwartungsvoll auf seinem Sessel nach vorne.

 

Spock hatte offensichtlich nicht bemerkt was über ihm hing und sah sich weiter um. Aus den Augenwinkeln sah Uhura wie Christine von der anderen Seite des Raumes den Hals reckte und sich anschickte zu Spock zu gehen. „Ohje. Wir müssen ihn da wegholen, bevor ..“, Uhura wollte aufstehen, doch McCoy hielt ihren Arm fest.

 

„Nichts werden sie tun,“ zischte er und blickte gespannt auf den Vulkanier. Der hatte allerdings inzwischen Kirk entdeckt und ging mit langen Schritten auf den Captain zu.

 

Uhura ließ zischend die Luft entweichen. „Das war knapp.“

 

McCoy brummte etwas unverständliches und lehnte sich enttäuscht wieder zurück, doch ließ seine Augen nicht vom Captain und dem Ersten Offizier.

 

Kirk sah Spock ebenfalls, doch konnte Nawat nicht stehen lassen ohne unhöflich zu wirken. Wenige Augenblicke später stand der Vulkanier neben ihm.

 

„Sir? Lt. Nawat.“

 

“Spock.” Kirk lächelte über sein Glas hinweg in das stoische ausdruckslose Gesicht. Wie sanft und weiche war es noch vorhin gewesen, nach dem Kuss. Dem Kuss. Es war Zuneigung in den dunklen Augen gewesen. „Ich dachte sie hätten noch 25 Minuten Dienst.“

 

„Mr. T´rell hatte einige Arbeiten, die er nur auf der Brücke erledigen konnte und hat mich eher abgelöst. Ich hielt es für akzeptabel das Angebot anzunehmen und sie zu informieren, dass ich bereits eher für ein Schachspiel zur Verfügung stehe.“

 

„Oh, sie wollen noch Schach spielen, Captain? Am Weihnachtsabend?“ Nawat sah offensichtlich enttäuscht aus als Kirk lächelnd nickte.

 

Spock legte den Kopf schräg und musterte die junge Wissenschaftlerin. „Ist dieses Strategiespiel nicht angemessen für das heutige für Menschen spezielle Datum?“

 

„Doch natürlich Sir ... es ist nur ..... nun ....“, nervös strich sich die junge Frau durch die Haare. „Sir, wenn sie mich entschuldigen würden, ich habe einigen Kollegen versprochen mich noch zu ihnen zu gesellen.“

 

„Natürlich. Gehen sie nur, Mrs. Nawat und danke für die bezaubernde Unterhaltung.“, nickte Kirk lächelnd.

 

Nawat errötete. „Sir, Captain.“ Sie verschwand in einer Sitzecke und Kirk lehnte sich entspannt an den Tresen und betrachtet seinen Ersten Offizier, der der jungen Frau aufmerksam nachsah.

 

„Eine interessante junge Dame. Aus ihrem Stab Spock?“

 

„Seit 2,3 Monaten. Korrekt.“ Spock drehte sich zu ihm. „Interessant? Sicher meinen sie damit nicht ihre fachliche Bildung, sondern eher ihre äußere Erscheinung.“

 

„Hm.“ Kirk lächelte und musterte seinen Ersten Offizier, doch die vulkanische Miene ließ keine Regung durchblitzen. „Sie haben ziemlich lange unter dem Mistelzweig gestanden. Das ist gefährlich, wenn sich Mrs. Chapel im Raum aufhält und gerade eine Weihnachtsfeier in vollem Gang ist.“

 

Spock blickte kurz zu dem Mistelzweig an der Tür und dann wieder zu Kirk. Ein amüsiertes Funkeln ließ die dunklen Augen aufblitzen. „Dieser Zweig besitzt keine Beeren mehr. Es geht keine Gefährdung von ihm aus ...“

 

„Gefährdung? Von einem Mistelzweig. Ich hatte vor einigen Stunden einen anderen Eindruck, Mr. Spock.“ Kirk lächelte in sein Glas und warf dem Vulkanier einen Seitenblick zu. Es entging ihm nicht das Spocks nervös schluckte.

 

Spock verlagerte unbehaglich sein Gewicht. „Nun, ....sie sagten eben, es wäre gefährlich, wenn Mrs. Chapel sich im Raum aufhält....“

 

„...oder Dr. McCoy.“, beendete Kirk den Satz und nickte zu dem sie aufmerksam beobachtenden Arzt. „Lassen sie uns gehen Mr. Spock, bevor der gute Doktor seine Forschung über die Beere in ihren Händen wieder aufnimmt.“

 

Spock folgte Kirks Blick und nickte dem Doktor höflich zu als dieser enthusiastisch winkte. „Da wäre in der Tat nicht wünschenswert.“

 

„Außerdem ...“, Kirk stellte sein Glas ab und beugte sich leicht zu Spock. „....weiß ich von einen Mistelzweig, der noch Beeren besitzt.“

 

Spocks amüsiert hochgezogene Augenbrauen verrieten Kirk, dass er die Anspielung verstanden hatte. Der Vulkanier drehte sich in Richtung Tür. „Dann sollten wir vielleicht nicht warten, bis die letzten fünf Früchte von selber der Gravitation folgen und hinabfallen.“

 

„Sie haben sie gezählt.“, stellte Kirk überrascht fest als er neben Spock die Lounge durchquerte. Er blieb stehen und Spock ebenfalls.

 

„Selbstverständlich.“, erwiderte Spock ungerührt. „Es waren 7 Beeren.“

 

„Und hier?“ Kirk blickte über sich, da sie unter dem Mistelzweig in der Lounge standen.

 

„23. Es erschein mir logisch eine größere Menge ....“, begann Spock doch ein überraschter Ausruf von Kirk unterbrach ihn.

 

„Schauen sie ...“ Kirk griff in den Zweig schob einige Blätter zur Seite.

 

„Jim nicht ...“

 

Doch es war zu spät. Strahlend hielt Kirk eine weiße Beere vor Spocks Gesicht. „Die letzte. Sie war versteckt und ... Spock?“

 

Spock schloss kurz die Augen und öffnete sie wieder. Er sah Kirk eindringlich an und schluckte nervös. Erst jetzt wurde Kirk bewusst was passiert war. Fast alle Augen des Beobachtungsdecks waren neugierig auf sie gerichtet. Kirk sah Hilfe suchend zu seinem Ersten Offizier.

 

„Das war nicht geplant.“

 

„In der Tat.“, erwiderte Spock trocken und fast musste Kirk lachen, wäre die Situation nicht so prekär gewesen. Was nun? Noch immer waren aller Augen erwartungsvoll und neugierig auf sie gerichtet.

 

Doch er hatte nicht mit seinem Ersten Offizier gerechnet. Spock beugte sich langsam vorm dicht an sein Ohr. Kirk konnte den warmen Atem an seiner Haut spüren, als Spock leise zu ihm sprach. „Ein taktischer Rückzug wäre angemessen. Ich werde meine Beere selbstverständlich zu gegebener Zeit einfordern.“

 

Dann durchquerte er die Lounge in langen Schritten, bis er vor McCoy stand und ihm eine Beere hinhielt. Es musste die sein, die er von Kirks Mistelzweig gepflückt hatte. Kirk sah verwirrt zu wie McCoy die Beere mit offenem Mund in Empfang nahm.

 

„Sicher haben sie eine ´besinnliche´ Verwendung dafür Doktor.“ Spock zog eine Augenbraue hoch und drehte sich zu den anderen Zuschauern. „Ich wünsche ihnen Frohe Weihnachten.“

 

 „Frohe Weihnachten Mr. Spock, Captain.“, antwortete ein junger Techniker und die anderen stimmten fröhlich zu. Innerhalb weniger Sekunden war die Spannung gelöst.

 

Spock kehrte mit auf den Rücken gelegten Händen zu dem sprachlosen Kirk zurück und legte den Kopf schräg.

 

„Es sind nun noch fünf Beeren plus die Beere, die sie eben pflückten und plus die Beere, die sie mir nun schulden Captain. Gehen wir?“

 

Kirk starrte seinen Ersten Offizier staunend an. Die kleinen Fältchen um die dunklen Augen und das Glitzern darin waren fast gleichbedeutend mit dem schallenden Lachen eines Menschen. Kirk fühlte ein Kribbeln in seinem Magen aufsteigen. „Mit Vergnügen Mr. Spock.“

 

***

 

„Uhura, kneifen sie mich.“, McCoy starrte noch immer auf die Tür, durch die der Captain und der erste Offizier eben verschwunden waren.

 

Uhura lachte und schüttelte den Kopf. „Manchmal ist er wirklich unglaublich.“

 

McCoy sah auf die Beere in seiner Hand und dann zu Uhura. „Das können sie wohl laut sagen. Er schafft es aber auch immer wieder sich aus der Affäre zu ziehen ...“

 

„Nun er hat eben Stil. Sie hatten nicht wirklich geglaubt, dass Mr. Spock den Captain küsst?“, Uhura sah zum Arzt.

 

„Für einen Moment fast sah es so aus, aber  ....Nein, nicht wirklich. Kommen sie Uhura, diese Beere werde ich in Ehren halten.“ McCoy hakte sie unter und sie steuerten die Bar an. „Und sie? Haben sie geglaubt, dass er es macht?“

 

Uhura schüttelte den Kopf. „Nein ...“ Zumindest nicht hier, fügte sie im Geist hinzu.

 

Sie blickte einen Moment auf den nun geplünderten Mistelzweig und fragte sich nur kurz ob Captain und erster Offizier wirklich Schach spielten.

 

 

Finale