Titel:       14 - Der Ton macht die Musik

Autor:       Lady Charena

Serie:       Unser (T)Raumschiff

Paarung:     Käpt'n Kork, Mr. Schpuck, Schrotty, Die Pille

Rating:      G, Humor

 

 

Summe: Logbuch des Traumschiffs / Sternzeit 02-12-14

Lady Charena in zuschauender Vertretung von Käpt'n Kork und Mr. Schpuck:

"Tja, leider bekommt man(n) nicht immer, was man(n) will...

 

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Käpt’n Kork warf einen vielsagenden Blick auf die versammelte Mannschaft. „Das mir jetzt fei nicht wieder dieses Gemecker anfängt. Ich bestimme, was wir angucken und damit basta!“ Er griff nach der Chipstüte und wandte sich dem Bildschirm zu.

 

Schrotty nutzte diese Gelegenheit und streckte seinem Hinterkopf die Zunge raus. „Ich will aber nicht zum tausendsten Mal Lassie angucken“, flüsterte er Mr. Schpuck zu.

 

„Kommt heut net“, raunte der zurück. „Ich hab schon nachgesehen.“

 

Das war dann doch einigermaßen überraschend, sonst veranstaltete der Käpt‘n doch nur bei Lassie dieses Theater. Schrotty kratzte sich nachdenklich am Kopf. „Was dann?“

 

Mr. Schpuck zuckte nur mit den Achseln.

 

„Pscht“, zischte Die Pille, der neben den beiden saß. „Könnt’s ihr jetzt nicht ein Mal mit diesem Getuschel aufhören!“, beschwerte er sich. „Des stört einfach wahnsinnig.“

 

Verstimmt verschränkte Schrotty die Arme vor der Brust und starrte nach vorne. Schöner Fernsehabend, wenn das schon so losging! Und natürlich war wieder einmal nur noch eine einzige Tüte Kartoffelchips da und die hatte sich Kork schon geschnappt...

 

Erwartungsvoll seine Chips futternd, drückte der Käpt’n auf den Ein-Schalter der Fernbedienung. Heute kam „Peterchens Mondfahrt“ und zwar in der X-X-XXL-Kinofassung. Darauf hatte er sich schon die ganze Woche gefreut. Mit einem zufriedenen Seufzen lehnte er sich zurück. Um gleich darauf entrüstet aufzuspringen, als statt des erwarteten Zeichentrickfilms ein ganz anderer Film begann. „Was...?“

 

„Cool“, ließ sich Schrotty vernehmen. „Das ist „Free Willy“, den Film wollte ich immer schon mal sehen. Willy ist ein Wal“, setzte er eifrig erklärend hinzu.

 

„Ach nein und ich dachte schon, es wäre eine Biene“, stichelte Die Pille.

 

„Eine Biene?“, verwirrt blickte ihn Schrotty an. „Wieso das?“

 

„Vergiss es“, winkte der Arzt ab.

Kork ließ sich schwer in seinen Sessel plumpsen. „Das darf doch nicht wahr sein“, stöhnte er. „Es sollte „Peterchens Mondfahrt“ kommen. Wo ich mich doch schon die ganze Woche so drauf gfreut hab.“

 

„Programmänderung - so was kommt vor“, meinte Die Pille lakonisch und mopste die unbewachte Chipstüte von der Korkschen Armlehne.

 

Kork schmollte. „Das is aber gemein. Wo ich mich doch so drauf gfreut hab.“ Er schniefte beleidigt. Wo er doch eigentlich nach den Erlebnissen auf A-QU-A von Wasser und Fischen ein-für-alle-Mal genug hatte! Es schüttelte ihn förmlich, wenn er nur daran dachte! „Pswah, wer will schon so einen dämlichen Fisch-Film sehen.“

 

„Wir wollen den Film sehen“, kam es einstimmig von Schrotty und Die Pille, die sich brüderlich die Chips teilten – das heißt, Schrotty hatte eine (sehr kleine) Handvoll bekommen, während Die Pille sich die noch mehr als halbvolle Jumbotüte Kartoffelchips zu Gemüte führte...

 

„Außerdem ist der Wal kein Fisch“, belehrte Mr. Schpuck und schlug die Beine anders übereinander. Seine Stimme klang etwas undeutlich, aber wie sonst sollte man auch mit einem Mund voll Eiskonfekt klingen...

 

Außerdem ist der Wisch kein Fal“, äffte ihn Kork nach. Und presste ärgerlich die Lippen zusammen, als die anderen daraufhin in prustendes Gekichere ausbrachen. Das kränkte ihn zutiefst. Schließlich konnte sich jeder mal ein bisschen versprechen... Beleidigt verschränkte er die Arme vor der Brust und versank in dumpfes Brüten über sein Unglück. Dann plötzlich hellte sich seine Miene auf. „Das lass ich mir nicht gefallen“, verkündete er und sprang auf, um in seine Kabine zu verschwinden – sehr zur Freude der anderen, die nun in Ruhe fernsehen konnten.

 

Gut eine Stunde später marschierte ein gutgelaunter Käpt’n auf die Brücke und ließ sich grinsend in seinem Sessel nieder.

 

„Du bist ja so gut drauf, mein Käpt‘n?“, fragte Mr. Schpuck misstrauisch. (Es war ohnehin gerade Werbepause.) „Warst wieder beim Chekov saufen?“

 

„Nein“, entgegnete Kork huldvoll. „Ich habe ein Fax an den verantwortlichen Programmdirektor des Fernsehsenders geschrieben. Ich lass‘ mir eine Programmänderung nicht so einfach gefallen, schließlich bin ich Stammkunde.“

 

„Und hat schon einer geantwortet?“, fragte Die Pille gespannt.

 

„Nein.“ Kork lehnte sich zurück. Jetzt ertrug er sogar diesen dämlichen Fisch-Film. „Aber das kommt schon noch. Der Ton macht die Musik.“

 

* * *

 

„Und? Is es ein Fax vom Fernsehsender?“, drängte Mr. Schpuck zwei Tage später, nachdem das Gerät stotternd seine Nachricht ausgespuckt hatte.

 

Kork blickte auf und schluckte. „Nein. Vom Hauptquartier. Die beim Fernsehen haben sich über mein Fax beim Boss beschwert. Und jetzt habn‘s uns für zwei Monate den Satellitenempfang gesperrt!“

 

„Na wundervoll“, meckerte Mr. Schpuck. „Der Ton macht die Musik, ja?“, zitierte er seinen Käpt’n. „Dann musst du dich aber mächtig vergeigt haben...“                                             

 

 

Ende