Titel:       13 - Invasion der Teddybären

Autor:       Lady Charena

Serie:       Unser (T)Raumschiff

Paarung:            Käpt'n Kork, Mr. Schpuck, Schrotty, Die Pille - introducing Ted Bär,

genannt Teddy.

Rating:             G, Humor

 

 

Summe: Logbuch des Traumschiffs / Sternzeit 02-12-13

Lady Charena in Vertretung von Käpt'n Kork und Mr. Schpuck:

"Auch nach Halloween schlägt das Grauen erbarmungslos zu...

 

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Liebes Tagebuch,

 

Es war ein ganz gewöhnlicher Freitagmorgen. Er begann so gewöhnlich, wie gewöhnliche Freitagmorgen eben für gewöhnlich beginnen. Alles war wie immer. Der Kaffee schmeckte nach allem möglichen, nur nicht nach Kaffee – obwohl ich glaubte, eine Spur Maschinenöl von der letzten Überholung der Kaffeemaschine darin auszumachen, was eine gewaltige Verbesserung des Geschmacks darstellte. Schpuck und Schrotty stritten sich um das letzte Schokoladencroissant und keiften einander an wie zwei Waschweiber. Am Ende musste ich schließlich schlichtend eingreifen, das Schokoladencroissant beschlagnahmen und es natürlich selbst essen. Ein Mann in meiner Position muss seine Freundschaften pflegen. Und Kampfgetümmel am Frühstückstisch, dazu noch an einem absolut gewöhnlichen Freitagmorgen verdarb mir für gewöhnlich die Laune – so was schlägt sich mir immer ganz schnell auf die Hühneraugen.

 

Als diese Angelegenheit zu meiner Zufriedenheit gelöst war, schlenderte ich ganz lässig auf die Brücke, um auf den ersten Krisenfall dieses Tages zu warten. Noch hatte kein anderer Hintern meinen Kommandostuhl vorgewärmt, was meine Laune ganz gewaltig verbesserte. Es gibt doch nichts unangenehmeres, als in einem angewärmten Sessel zu sitzen. Während ich es mir bequem machte, ein Kissen in den Rücken schob und die Beine hochlegte, kam mein Erster Offizier Schpuck auf die Brücke. Sein niedliches Schmollmündchen verriet mir, dass der Schokoladencroissant-Frühstücks-Zwischenfall noch lange nicht gegessen war. Bei diesem Gedanken wischte ich mir ein paar Schokoladencroissantkrümel aus dem Mundwinkel. Und stellte fest, dass ich wieder einmal vergessen hatte, mich zu rasieren. Aber was machte das schon, einen attraktiven Mann entstellt schließlich so rasch nichts.

 

Alles sah nach einem ruhigen, ganz gewöhnlichen Freitag aus und ich begann mich mit meinen Plänen für das Wochenende zu beschäftigten. Leider sah alles danach aus, als würde mir wieder nichts anderes übrigbleiben, als mit Schpuck Tischtennis zu spielen. Oder Schrotty zu ärgern, indem ich ihm unter falschem Namen Mails mit Blind-Date-Verabredungen schrieb und ihm dann für diesen Tag nicht freigab. Das ist immer sehr lustig. Bei der Pille hatte ich das gleiche auch einmal versucht, nur leider kam er mir dahinter und ich brauchte drei Wochen um diesen hässlichen Hautausschlag wieder loszuwerden...

 

Ich konnte mich natürlich auch beiläufig bei Chekov erkundigen, ob ihm seine Mom eine neue Ladung Wodka geschickt hat oder Solo damit zur Weißglut treiben, dass ich ihn aus dem Fremdwörterlexikon vorlesen ließ. Ja, mir standen plötzlich viele Möglichkeiten offen, wenn auch keine davon wirklich neu oder aufregend war.

 

Doch dann geschah es! ES!

 

Oder ich sollte besser sagen – ER. ER trat auf die Brücke. Ein Neuer. ER war erst seit ein paar Tagen an Bord und ich hatte außer seinem Namen auf den Papieren noch nichts von ihm gesehen. Welche Wonne für meine müden Augen! Groß und mit breiten Schultern, einem ebenso breiten, muskulösen Brustkorb, der das dünne Uniformhemd fast zu sprengen schien, stand er einen Moment da, bevor er an Schpucks Station trat. Dabei wandte er mir seine nicht minder entzückende Rückseite zu. Unter einer schmalen Taille fand sich der knackigste Hintern, den ich seit langem gesehen hatte. Abgesehen von meinem eigenen natürlich. Das war meine Verabredung für das Wochenende! ER und kein anderer. Wozu bin ich schließlich der Käpt’n.

 

Also stand ich rasch auf und ging zu Schpucks Station. Der giftige Blick meines Ersten Offiziers zeigte mir deutlich, dass die Attraktivität des Neuen auch von ihm nicht unbemerkt geblieben war. Ich schenkte ihm ein zuckersüßes Lächeln und ein falsches, bedauerndes Kopfschütteln. Dann sprach ich IHN an. „Hallo Süß... ähem... Lieutenant. Wir kennen uns ja noch gar nicht. Ich bin der Käpt’n.“

 

ER blickte mich an und lächelte. Meine Knie wurden weicher als warmes Wachs. Dann reichte ER mir die Hand. „Ich freue mich, Sie endlich persönlich kennen zu lernen, Käpt’n Kork“, sagte ER und seine Stimme war samten wie die Nacht, die uns hier stets umgibt. „Ich habe schon viel von Ihnen gehört.“

 

„Und ich würde gerne noch viel von Ihnen hören“, entgegnete ich. „Warum nicht gleich an diesem Wochenende? Oder noch besser – heute abend?“ Ich war entzückt über meinen unwiderstehlichen Wortwitz und Charme – und ignorierte den Fußtritt ans Schienbein, den mir Schpuck gemeinerweise verpasste.

 

„Ja, warum nicht.“  ER lächelte erneut und seine dunklen Augen blitzten amüsiert auf. Sie erinnerten mich urplötzlich an dunklen, aromatischen Honig. ER machte einen Poeten aus mir! „Meine Name ist übrigens Lieutenant Bär. Ted Bär. Meine Freunde nennen mich Teddy.“

 

„Bis... bis dann, Teddy.“ Mehr brachte ich wirklich nicht hervor. Er war einfach umwerfend.

 

„Bis heute Abend, Käpt’n.“

 

Und ich sah ihm nach, bis sich die Lifttüren schlossen.

 

„Willst du den ganzen Tag hier herumstehen und Fliegen fangen?“, giftete Schpuck, doch ich hörte seine Worte kaum. Wie auf Wolken ging ich zurück zu meinem Sessel und verbrachte den Rest des Tages damit, mich auf den Abend zu freuen.

 

Und die Zeit wollte kaum vergehen. Aber schließlich war es Abend und ich traf mich mit dem süßen Lieutenant Teddy in der Kantine. ER trug ein ärmelloses T-Shirt, das seine muskulösen Oberarme besonders gut zur Geltung und mich zum Schmelzen brachte. Ich weiß gar nicht mehr, über was wir uns unterhalten haben. Die meiste Zeit über achtete ich nur auf seine Augen und sein Lächeln. Und schließlich schlug er vor, dass wir uns doch viel besser in meiner Kabine unterhalten könnten. Der Abend verlief also ganz nach meinem Geschmack.

 

Wir hatten es uns also gerade in meiner Kabine etwas gemütlicher gemacht, als plötzlich... ich weiß auch nicht, was passierte. Teddy wurde auf einmal so schweigsam. Ich dachte schon, ich hätte was Falsches gesagt. Doch dann lachte er und meinte, es wäre ziemlich warm hier drin und ob es mich stören würde, wenn er sein Hemd ausziehe. Hehe, als hätte ich das was dagegen gehabt, ganz im Gegenteil.

 

Teddy zog sich aus und wir plauderten weiter. Eine etwas einseitige Unterhaltung, ich gestehe – aber ich konnte den Blick kaum von ihm abwenden. Zwischendurch verschwand ich mal kurz auf die Toilette, um mich frisch zu machen, die... Unterhaltung... nahm mich doch sehr mit. Hihi. Und als ich zurück kam, hatte ich den merkwürdigen Eindruck, Teddy hätte plötzlich mehr Haare auf Armen und Brust, als zuvor! Ich dachte, ich würde mich irren. Und dann auf einmal stoppte Teddy mitten im Wort, blickte mich an und seufzte. Als ich fragte, was los sei, sagte er nichts.

 

Und dann... dann...  platzte er einfach. Ich meine, ich habe ein Date mit einem Traumtypen und dann platzt der einfach. Und statt neben dem großen, muskulösen Lieutenant meiner Träume saß ich plötzlich neben einem Berg an Kuschelteddys in allen Pastellfarben.

 

Der reinste Horror. Die Teddys grinsten mich an und starrte erschrocken zurück.

 

Und dann... hmh... dann bin ich zum Glück aufgewacht, denn mein Wecker dudelte mit der Titelmelodie von Lassie 3 los. Es war nämlich Zeit zum Aufstehen.

 

Tja, liebes Tagebuch, ich muss für jetzt Schluss machen. Ein neuer Lieutenant kommt heute an Bord...

Ende