Title: Die Ohrfeige

Autor: Myra

Pairing: K/S

Rating: NC-17

Summe: Jim fühlt sich einsam ...

Disclaimer: Star Trek gehört Viacom/Paramount.

Beta: T´Len, REV

 

 

Die Ohrfeige

 

"Was verschafft mir die Ehre, Jim? Einsam?" McCoys Stimme aus dem Communicator hielt genau die Waage zwischen Besorgnis und ironischer Distanz.

 

Jim verzog sein Gesicht "Musst du immer so direkt sein?"

 

"Wer mich am Weihnachtsabend anruft, hat entweder ein Problem mit zu fettem Essen oder niemanden zum Reden."

 

"Pille!" Jim machte es sich auf seiner Couch bequem. Trotz seines gespielten Vorwurfs fühlte er sich pudelwohl, so wie zu Hause angekommen.

 

"Nun spuck schon aus, was los ist. Meine Tochter serviert gerade einen köstlichen Truthahn und ihr da in San Francisco, habt sicher auch Besseres zu tun, als einen alten Landarzt in Georgia anzurufen." McCoy blieb unerbittlich.

 

"Ich bin in meiner Wohnung", gab Jim widerstrebend zu. "Und es stimmt, ich bin allein. Ich war in den letzten Tagen dermaßen beschäftigt, dass ich vergessen habe, irgendetwas zu organisieren."

 

"Admiral und beschäftigt! Irgendwas musst du da falsch machen." Der Arzt lachte, aber seine Stimme verriet seine erhöhte Aufmerksamkeit. "Du kannst mir doch nicht erzählen, dass du niemanden hast, mit dem du die Weihnachtstage verbringst?"

 

Jim biss sich auf seine Unterlippe. "Um ehrlich zu sein, die offiziellen Einladungen habe ich alle abgesagt, die ehemaligen Crewmitglieder sind bei ihren Familien und von meinen Leuten ist auch niemand da, wie du weißt."

 

"Und Spock?"

 

"Spock?"

 

"Na, er ist doch im Moment auf der Erde, soweit ich weiß." McCoys Verwunderung war mit Händen zu greifen.

 

"Ach Unsinn, Vulkanier kennen kein Weihnachten. Er fände das wohl ziemlich seltsam, wenn ich ihn ausgerechnet heute einladen würde. Abgesehen davon ist er ja sicher in der Botschaft eingebunden."

 

"Wenn du meinst." McCoy überlegte. "Aber du könntest dich ja noch hierher beamen lassen? Der Truthahn reicht auch für drei und ...“

 

"Nein, nein, lass mal. Ich werde einfach noch etwas herumtelefonieren. Es ergibt sich sicher noch etwas." Jim wusste, dass es dafür schon zu spät war, aber schon dieses Gespräch mit seinem alten Freund hatte seine Stimmung erheblich gebessert.

 

"Sicher, Jim. Und wenn alle Stricke reißen, gibt es ja noch den Escort Service für besonders schwere Fälle."

 

Jim lachte. "Nicht meine Kragenweite."

 

"Weiß ich doch. Ruf mich morgen wieder an, okay?" Im Hintergrund hörte Jim das Klappern von Geschirr und eine weibliche Stimme rufen.

 

"Mach ich und grüß mir deine Tochter von mir." Jim legte seufzend den Hörer zurück und griff sich eine Praline von der Tischdekoration.

 

Escort Service! Was für eine Idee. Pille war definitiv mal wieder über das Ziel hinausgeschossen, dachte er, während er das Schokoladenaroma genoss.

 

Oder?

 

So ein Unsinn!

 

Aber das gab es ja, weil es Leute gab, die ...

Vielleicht so ganz anonym.

Es brauchte doch keiner zu wissen.

Ach Unsinn, er war Admiral, da wäre das doch ...

Oder?

 

Jim seufzte laut auf. Pille hatte ihm da wirklich einen Floh ins Ohr gesetzt. Irgendwas musste er ja machen, um die Zeit totzuschlagen. Also konnte er sich genauso gut mal ganz unverbindlich informieren, was dieser Begleitservice Markt überhaupt so anbot. An so einem Feiertag war sowieso nicht mehr möglich.

 

Wenig später prüfte Jim über seine private Leitung verschiedene Anbieter und loggte sich zum Spaß bei Seroius ein. Alles sah nach einer zwar teuren, aber diskreten Firma aus. Schnell entschlossen versuchte er, sich einzuloggen.

 

Nach einer Überprüfung seines Identicode´s sollte er eingeben, welches Geschlecht er bevorzugte. Jim runzelte die Stirn. Sollte er wirklich damit fortfahren?

 

Aus dem ersten Impuls heraus entschied er sich für einen Mann. Aussehen? Groß, extrem schlank, schwarze Haare und dunkle Augen.

 

Aber als er die entsprechenden Fotos sah, musste Jim erst einmal einen Schluck nehmen, um sich wieder zu beruhigen. Die Kandidaten sahen alle aus, wie Varianten seines Ersten Offiziers. Jedenfalls wie er damals ausgesehen hatte.

 

Egal, es würde ja niemand erfahren. Kostenpunkt? Auch egal. Jim hatte Blut geleckt und ging den Weg einfach weiter.

 

Verfügbarkeit?

 

Jim ließ sich direkt verbinden und erfuhr, dass gerade an Feiertagen die Nachfrage nach dem Service besonders groß war. Schnell entschlossen, erledigte er die restlichen Formalitäten und erfuhr, dass sein Wunschkandidat in einer Stunde an seiner Tür klingeln würde.

 

Jim blieb gerade noch genug Zeit sich zu duschen, und sich dabei über sich selbst zu wundern.

 

*

 

"Tom? Freut mich, dich kennen zulernen."

Jim hatte inzwischen ein frisches Aftershave aufgelegt und sich für eine beige Hose mit weißem Hemd entschieden. Er reichte seinem Gast die Hand und empfand den festen Händedruck sofort als angenehm.

 

"Guten Abend, Jim. Freut mich auch." Der hoch gewachsene Mann vibrierte vor Energie und hatte ein freundliches, offenes Gesicht. Jim hatte sofort das Gefühl, das die Sympathie gegenseitig war.

 

Er führte seinen Gast in sein Wohnzimmer. Auf dem Weg dahin fiel ihm auf, dass der junge Mann die Glasregale mit den Enterprise-Raumschiffsmodellen und dann die Tapferkeits-Medaillen musterte. Er sah ihn danach wieder mit großen Augen an, aber fragte nicht nach.

 

Das gefiel Jim, der sich insgeheim dafür verfluchte, dass er nicht daran gedacht hatte, diese Sachen vorher wegzuräumen. Er setzte sich, als wäre nichts gewesen mit einem ausladenden Arm auf sein Sofa und wies auf die andere Sitzgruppe.

 

Aber sein Gast suchte sich sofort die andere Ecke desselben Sofas aus.

"Ich darf doch?" Und bevor Jim noch nicken konnte, saß er schon in seiner Nähe.

 

Der überraschte Gastgeber hüstelte verlegen, aber Tom war nicht zum ersten Mal in so einer Situation. Nach einem Smalltalk über die Wohnung, den allgemeinen Wohnungsmarkt in San Francisco, und was man üblicherweise an solchen Feiertagen machte, berührten sich wie zufällig ihre Arme.

 

Tom lächelte Jim entwaffnend an. "Was dagegen, ein bisschen zur Sache zu gehen?"

 

Jim grinste. Normalerweise war er derjenige, der die Initiative ergriff. Jedenfalls bei Frauen. Seine Nerven flatterten hilflos in seinen Eingeweiden, aber im Grunde war das die beste Therapie gegen seine Weihnachtsdepression.

 

"Jesus, nein."

 

Tom beugte sich vor und Jim erlebte das elektrisierende Gefühl von fremden Lippen berührt zu werden. Im ersten Moment noch etwas unsicher, genoss er die weichen, feuchten Lippen und ließ sich vom Rhythmus gefangen nehmen. Aber Tom löste sich viel zu schnell und versuchte seine Hose zu öffnen. Nur um von seinem Kunden gestoppt zu werden.

 

"Alles okay?", fragte Tom verblüfft.

 

Jim nickte peinlich berührt. "Es ist nur das erste Mal, dass ich so etwas ..."

 

"Kein Problem." Der Mann von Seroius streichelte beruhigend über Jims Oberschenkel.

"Leg dich einfach zurück und genieß die Show. Es wird dir gefallen."

 

Mit den Worten erhob sich Tom, machte einige animierende Bewegungen mit seinen Hüften und öffnete dann langsam sein Hemd. Mit einem Grinsen begann er auch noch seine enge Hose, etwas aufzuknöpfen, aber ohne wirklich etwas zu enthüllten. Dann kniete er sich zwischen Jims Knie nieder.

 

"Zeig mir deine Juwelen, Süßer", animierte er seinen Kunden. Seit er wusste, um wen es sich hier handelte, war auch er voll bei der Sache. Er liebte Weltraumabenteuer und Captains.

 

"Sie sind bei mir in guten Händen, glaube mir."

 

Diesmal half Jim mit einem Grinsen selber den Verschluss seiner Hose zu öffnen und schob sich dann den störenden Stoff von den Schenkeln. Trotzdem war er sich peinlich bewusst, dass er gerade einen bezahlten Service in Anspruch nahm. Aber er beschloss, ab jetzt nicht mehr darüber nachzudenken.

 

Er streichelte Toms glatte, schwarze Haare und für einen Moment glaubte er, in einem falschen Film zu sein. So sehr erinnerte ihn der Anblick an seine Vergangenheit. Die Gedanken waren frei und als die erfahrenen Hände ihn immer kräftiger stimulierten, bildete sich in seinen Eingeweiden ein heißer Kern, der sich wie ein Feuer ausbreitete und seinen Unterleib in Flammen setzte.

 

Allerdings fand in seinem Kopf das wirklich Erregende statt. Jim warf seinen Kopf weit nach hinten und die Realität verschwamm mit unausgesprochenen, nicht ausgelebten Fantasien.

 

Tom sah den Erfolg seiner Bemühungen und dachte mit einem Grinsen, dass er wohl gerade dabei war seine gute Tat für heute zu absolvieren. Den legendären Captain Kirk einmal als Kunden gehabt zu haben, war bestimmt ein schönes Extra für seine Biografie.

Dann senkte er seinen Mund auf einen der berühmtesten Körper von San Francisco.

Jim stöhnte und in seinem Lustzentrum war nur noch Platz für die unbeschreiblichste aller körperlichen Empfindungen. Zu lange hatte er sich in seiner jetzigen Position jegliche Regung verboten. Allerdings hatte auch der Reiz gefehlt und das Erschreckende war, dass ihm das nicht einmal aufgefallen war.

 

Aber jetzt kam alles zurück, war es wieder da. Mit der Präzision eines Uhrwerks katapultierte ihn sein Körper auf immer neue Höhen. Bis sich seine Leidenschaft so sehr gesteigert hatte, dass sie sich Bahn brechen musste.

Und dann kam es mit einem heiseren Schrei heraus.

 

"Ja, Spock. Ja."

 

Jims Worte waren beinahe unverständlich gewesen, aber Tom hatte sie dennoch gehört und lächelte innerlich, während er sich den Mund abtupfte.

 

Eigentlich naheliegend, auch wenn das wahre Verhältnis der beiden wichtigsten Offiziere auf der Enterprise nie ein Thema der offiziellen Nachrichten gewesen war. Aber in seinen Kreisen war das immer eine beliebte Fantasie.

 

Wow, was für ein Abend!

 

Der ehemalige Captain brauchte erst einige Sekunden, um wieder zu Atem zu kommen, aber lächelte dann seinen Gast an.

 

"War das so okay, oder wolltest du vielleicht ...?", fragte Tom sicherheitshalber noch mal nach.

 

Jim verneinte. "Oh nein. Das war einfach ..."

Er holte tief Luft und strahle. "Ich hatte es wohl verdammt nötig", lachte er. Dann streichelte er Tom kurz die Wange. "Du bist sehr nett."

 

"Danke, war mir auch ein Vergnügen."

 

Jim grinste zurück und versuchte, halbwegs wieder Ordnung in seine Kleidung zu bekommen. "Wenn du was trinken möchtest, dann nimm dir was. Ich muss mich mal gerade frisch machen. Vielleicht können wir noch etwas zusammen unternehmen, wenn du einverstanden bist?"

 

"Klar, ich kenne da einen guten Club", antwortete Tom. Er sah sich neugierig um, als Jim im Bad verschwunden war und nahm sich etwas von der Bar. Eine typische Wohnung für einen gut betuchten Single, dachte er. Einen ganz Besonderen allerdings.

 

Plötzlich klingelte es.

 

"Jim, hörst du? Es ist jemand an deiner Tür", rief Tom in Richtung Bad.

 

"Gott verdammich, wer soll das sein?", fluchte Jim und streifte sich schnell einen Bademantel über.

 

Er bat seinen Gast, auf dem Sofa sitzen zu bleiben, und ging selbst zur Tür.

 

Für einen Moment war er sich unsicher, ob er sich nicht einfach verleugnen sollte. Aber der Portier hatte seinem Besucher seine Anwesenheit sicher schon mitgeteilt.

 

Kurz entschlossen straffte er sich, holte tief Luft und öffnete seine Tür.

 

"Mein Güte! Spock! Hey, das ist ja unglaublich! Warum hast du mir nicht vorher Bescheid gesagt, dass du kommst?"

 

*

 

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Teil 2

 

 

 

 

 

 

 

Dank Acidqueen gibt es heute noch ein Songvid

 

Spock Songvid "Cozy Prisons" (A-HA)
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